Newsletter Nr. 2 vom 11.01.2013

Mehr Zuwanderer im öffentlichen Dienst gewünscht

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will das Potential der Zuwanderer für den öffentlichen Dienst stärker als bisher nutzen. Das sagte Friedrich auf der Jahrestagung des Deutschen Beamtenbundes (dbb) am Montag in Köln.

Das Bundesministerium des Innern hatte bereits im Dezember auf BMI-Initiativen für mehr Migranten im öffentlichen Dienst verwiesen. Der Bund will seine Verantwortung zur Erhöhung des Anteils von Beschäftigten mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst wahrnehmen. Das gelte besonders mit Blick auf die gewachsene Erwerbsbeteiligung in der Gruppe der Bürgerinnen und Bürger mit Zuwanderungsgeschichte.

Der öffentliche Dienst ist mit ca. 4,6 Millionen Beschäftigten (Stand 30. Juni 2011) der größte Arbeitgeber in Deutschland. Davon sind ca. 452.000 in der unmittelbaren Bundesverwaltung beschäftigt. Ein unter Jugendlichen und Berufseinsteigern weit verbreiteter Irrtum ist, dass die Bundesverwaltung nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit deutscher Staatsangehörigkeit beschäftigt.

Bericht zur Jahrestagung des Beamtenbundes

http://www.dbb.de/cache/details/td-jahrest2013/artikel/friedrich-deutschland-besitzt-einen-hervorragenden-dienst.html

Das Bundesinnenministerium zum öffentlichem Dienst
www.wir-sind-bund.de

Fachtagung „Vom Bilderbuch zur Bildungssprache“

Auf der Fachtagung des FÖRMIG Transferprogramms am 8. März 2013 in Dresdenzeigen Erzieherinnen und Lehrerinnen gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen an Beispielen aus der Praxis sächsischer Kitas und Schulen, wie sprachliche Bildung von Anfang an gestaltet werden kann. In der Wissensgesellschaft von heute sei sprachliche Bildung eine unentbehrliche Ressource. Die wissensbasierte und kommunikationsintensive globale Welt, internationale Berufskarrieren erfordern sprachliche Fähigkeiten beim Wissenserwerb. Die neuen Generationen müssten sich in einer Welt sprachlicher Vielfalt orientieren und neue sprachliche Qualifikationen aneignen. Die Grundlagen bildungssprachlicher Fähigkeiten werden im Elementarbereich gelegt und müssen systematisch in allen Schularten weiterentwickelt werden.

Aus dem Tagungsprogramm:

•Sprachliche Kompetenz in der Kindheit

•Arbeit mit Bilderbüchern: Dialogisches Lesen und weitere Schritte auf dem Weg zur Bildungssprache

•Niveau beschrieben - und dann? Maßnahmen nach dem Einsatz der Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache

•Wie plant man sprachbildenden Unterricht? – Von der Idee zur Umsetzung.

•Bildungssprache lehren lernen – wenn sich ein Gymnasium auf den Weg begibt

Informationen zu Inhalt und Organisation
Sächsisches Bildungsinstitut
Wiebke Saalmann
Dresdner Straße 78c
01445 Radebeul
Telefon 0351 8324 499
E-Mail wiebke.saalmann@sbi.smk.sachsen.de

DIHK beklagt erneut Fachkräftemangel

Fachkräfteengpässe bleiben eine Herausforderung für die deutsche Industrie. Trotzdem sich die Konjunktur abschwächt, hat die Wirtschaft nach wie vor Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. 29 Prozent der Unternehmen suchen zwei Monate und länger nach geeigneten Bewerbern. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) stellte am Donnerstag in Berlin seinen neuen Arbeitsmarktreport 2012-2013 vor. 43 Prozent der Betriebe sehen im Fachkräftemangel eine mögliche Wachstumsbremse. Stellenbesetzungsprobleme beklagen danach besonders häufig Zeitarbeitsfirmen, Gesundheits- und Sozialdienstleister, Ingenieurbüros, Betriebe der Spitzentechnologie sowie IT-Dienstleister, aber auch das Gastgewerbe. Die Engpässe konzentrierten sich dabei nicht nur auf Hochqualifizierte. Für den Report wurden mehr als 20.000 Unternehmensantworten ausgewertet.

http://www.dihk.de/presse/meldungen/2013-01-10-arbeitsmarktreport

Ausländer verdienen anfangs weniger als der Durchschnitt und holen dann auf

Wie das Institut für Berufs- und Arbeitsmarktforschung (IAB) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte verdienen Ausländer, die neu in den deutschen Arbeitsmarkt eintreten, deutlich schlechter als Deutsche. Anfangs bekommen sie im Mittel 64 Prozent des deutschen Durchschnittslohns, nach acht Jahren sind es dann 72 Prozent. Das zeigt der IAB-Kurzbericht 1/2013 „Lohnanpassung von Ausländern am deutschen Arbeitsmarkt“. Die in der Studie errechneten Lohndifferenzen sind allerdings teilweise dadurch bedingt, dass die deutsche Vergleichsgruppe im Schnitt besser qualifiziert und sechs Jahre älter ist.

Die Forscher nennen mehrere Gründe: Mangelnden Sprachkenntnissen, nicht genau passende Qualifikation aus dem Heimatland und Bewerbungen auf nicht optimal passende Stellen. Den Arbeitgebern wiederum falle es schwer, ihre Qualifikationen richtig einzuschätzen.

Zum Kurzbericht der Studie
http://www.iab.de/194/section.aspx/Publikation/k121220301

Evangelischer Kirchentag kooperiert mit Moscheen

Die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschär, hat sich für einen stärkeren Dialog mit Muslimen ausgesprochen. Gespräche und Begegnungen seien wichtiger denn je, sagte Ueberschär dem Evangelischen Pressedienst. Muslime leiden darunter, dass sie pauschal mit Gewalt in Verbindung gebracht werden. Der Kirchentag kooperiere mit verschiedenen Moscheen. Gemeinsam mit der Nordkirche werde in Hamburg ein Projekt zur interreligiösen Vielfalt entwickelt. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag findet nach Dresden im Jahr 2011 nun vom 1.- 5. Mai in Hamburg statt.

Zentralkomitee der deutschen Katholiken bezieht zu „Christen und Muslime“ Position

Der Gesprächskreis „Christen und Muslime“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat eine aktuelle Stellungnahme zum christlich-muslimischen Dialog veröffentlicht. Ausgehend von Gemeinsamkeiten in Christentum und Islam zeigt die Erklärung anhand konkreter Handlungsfelder, wo Kooperation möglich ist und geschieht. Christen und Muslime plädieren gemeinsam für ein stärkeres Handeln in gesellschaftspolitischen Fragen. Der Gesprächskreis beim ZdK besteht seit dem Jahr 2000. Derzeit setzt er sich aus elf Christen und sieben Muslimen zusammen. Er dient der Verständigung über aktuelle Fragen der christlich-muslimischen Beziehungen im deutschen Kontext.

Papst Benedikt XVI. ruft zur echten Integration von Flüchtlingen auf

Der 99. Welttag des Migranten und Flüchtlings ist 2013 dem Thema „Migration – Pilgerweg des Glaubens und der Hoffnung“ gewidmet. Dazu rief Papst Benedikt XVI. unter anderem die Kirche und die zugehörigen Einrichtungen auf, Migranten und Flüchtlingen gegenüber die Gefahr einer bloßen Sozialhilfe zu vermeiden. Gefördert werden solle eine echte Integration in eine Gesellschaft, „in der alle aktive Mitglieder sind, jeder für das Wohl des anderen verantwortlich ist und großzügig einen eigenständigen Beitrag leistet und alle bei vollem Heimatrecht die gleichen Rechte und Pflichten teilen."

Die gesamte Botschaft im Wortlaut finden Sie hier.

Kongress für Frauen mit Migrationshintergrund

Die Vernetzung mit Frauenorganisationen und die Chancengleichheit am Arbeitsmarkt sind Hauptthemen des Kongress für Migrantinnen und ihre Organisationen in Deutschland vom 9. - 10. März 2013 in Frankfurt/Main. Die Tagung möchte ein breites Spektrum der Migrantinnen Deutschlands erreichen. Neben dem Austausch über regionale und ethnische Grenzen hinweg sollen die Frauen mit Migrationshintergrund zur gesellschaftlichen Teilhabe ermutigt werden. Die Veranstaltung richtet sich vorrangig an Frauen mit Migrationshintergrund, die in einer Migrantinnenorganisation tätig sind sowie an Migrantinnen, die noch nicht organisiert sind, dies aber anstreben.

Neben Gesprächsrunden und Besten Beispielen sind Vorträge zum „Deutscher Frauenrat – Lobby der Frauen“ und zur „Forschung zu Migrantinnen am Arbeitsmarkt im demografischen Wandel“ geplant. Die Arbeitsagentur stellt „Strategien der Bundesagentur für Arbeit zur Eröffnung guter Perspektiven, Chancen und Möglichkeiten für Migrantinnen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“ vor.

Referat 108 Veranstaltungsmanagement
Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
50964 Köln
Telefon 0221 3673-4117
E-Mail veranstaltung@bafza.bund.de

Integration in Hessen im Jahr 2030

Die zweite hessische Integrationskonferenz auf Einladung von Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn befasste sich im Dezember 2012 mit den Perspektiven hessischer Integrationspolitik. Hahn wünschte sich Organisationsstrukturen, die Integration und Zuwanderung von sich aus gewährleisten und mahnte für den öffentlichen Dienst interkulturelle Öffnung und die Einstellungen von Menschen mit Migrationshintergrund an. Seitens der Bertelsmann Stiftung skizzierte Jörg Dräger perspektivisch ein Vielfalts-Management und mahnte ein nachdrückliches Selbstverständnis als Einwanderungsland an. Zudem schlug er nach österreichischem Vorbild eine „schwarz-rot-goldene“ Karte vor, um qualifizierte Zuwanderer zu gewinnen.

Bertelsmann-Stiftung Zukunft der Integration

http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-F8A133E5-EBE9C9B8/bst/hs.xsl/389.htm

Staatsregierung hält am Programm Tolerantes Brandenburg fest

Die Kampagne „Tolerantes Brandenburg“ des Landes Brandenburg wird in diesem Jahr 15 Jahre alt. Im neuen Jahr will die Potsdamer Landesregierung im neuen Jahr verstärkt bei Unternehmen und Hochschulen werben. Dem Evangelischen Pressedienst sagte Landesbildungsministerin Martina Münch (SPD), es gebe 15 Jahre nach Gründung der Koordinierungsstelle keinen Grund sich zurückzulehnen.

Ein mit dem Logo „Tolerantes Brandenburg" versehenes Fahrzeug wird bis Ende Oktober im ganzen Bundesland bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Das von einem Autokonzern gesponserte „Mobil für Demokratie" soll besonders in ländlichen Regionen für die Aufklärung über Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus genutzt werden.

www.tolerantes.brandenburg.de

Maria Böhmer und Peter Klöppel starten RTL-Wettbewerb

Der Chefredakteur des Fernsehsenders RTL, Peter Kloeppel, und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, starteten am Mittwoch in Berlin den „RTL Com.mit Award“. Der Sender will Schüler zur filmischen Auseinandersetzung mit den Themen Einwanderung und Integration anregen. Unter dem Motto „Wenn ich die Wahl hätte …“ können Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Medienpreises ab sofort bis zum 31. März Konzepte für Filmbeiträge einreichen, die sich im Jahr der Bundestagswahl mit ihren Wünschen und Anregungen zu den Themen Migration und Integration auseinandersetzen.

Jugendliche sollten darüber nachdenken, was sie vielleicht verändern würden, wenn sie selber und nicht nur die Politiker bestimmen könnten, so Kloeppel. Böhmer betonte: „Wir brauchen ein Willkommen und auch eine Anerkennung aller Menschen, die hier leben - ungeachtet dessen, woher sie beziehungsweise ihre Eltern kommen.“

Eine Vorauswahl der Besten wird zu einem Workshop an der RTL Journalistenschule eingeladen. Die Auswahl der gelungensten Filme trifft dann eine Prominenten-Jury.

Weitere Informationen und Wettbewerbsbedingungen:

http://kommunikation.rtl.de/de/pub/aktuell/i46818_1.cfm

Stiftung stellt Stipendiaten mit Zuwanderungsgeschichte vor

Die Vodafone-Stiftung Deutschland hat eine neue Dokumentation zu ihrem Stipendienprogramm Vodafon-Chancen aufgelegt. Jeweils zum Wintersemester bietet sich Bewerbern die Möglichkeit eines Vollstipendiums für ein Bachelor-Studium an einer von fünf Partnerhochschulen. Dabei übernimmt die Stiftung Studiengebühren und Lebenshaltungskosten.

www.vodafone-stiftung.de