Newsletter Nr. 28 vom 23.08.2013

Mit Herz gesehen - Kommuniziert endlich in Hellersdorf!

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland hat sich in den letzten zwei Jahren verdreifacht. Deshalb müssen viele neue Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende gefunden werden. So auch in Berlin Hellersdorf, wo eine fünf Jahre lang unbenutzte Schule als Asylbewerberheim für bis zu 400 Bewohnerinnen und Bewohner eingerichtet wurde.

So weit, so logisch. Doch wir leben heute in einer Zivilgesellschaft. Deshalb will unsere Bevölkerung anders als noch vor einigen Jahren in Entscheidungen wie die Einrichtung neuer Heime einbezogen werden. Wo das nicht geschieht, wächst der Ärger der Anwohner zum Zorn, wachsen auch ihre Ängste und Sorgen.

Spätestens seit Stuttgart 21 wissen wir, dass wir uns nicht gefallen lassen, wenn wichtige Entscheidungen über unseren Kopf hinweg getroffen werden. Aus diesem Zorn versuchen die Ewig-Gestrigen Kapital für ihre Partei zu schlagen. Leider.

Der Protest der NPD führte in Berlin zu zehnfach größeren Gegendemonstrationen gegen die NPD. Der Dialog mit der Bevölkerung wurde durch diese Politisierung erdrückt. In den Medien hören und sehen wir nur noch das für und wider der Offenheit für Flüchtlinge. Dabei geht es für die Nachbarn hauptsächlich um das „Wie und Wo“ der Unterbringung: „Warum gerade hier?“ „Warum müssen es 400 Flüchtlinge in einem einzigen Heim sein?“ „Wie sollen wir als Nachbarn leben?“

Wir haben in Sachsen aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Vor der Eröffnung von neuen Asylbewerberheimen laden die Bürgermeister und Sozialverbände zu wiederholten Gesprächsveranstaltungen mit der Bevölkerung ein. Ob in Leipzig oder Dresden, in Riesa oder Großenhain; die Menschen haben eine Chance, ihre Sorgen auszudrücken, unabhängig davon, wie rational oder emotional sie sein mögen. Und durch solche Begegnungen wächst die Offenheit der Bevölkerung für die verantwortliche Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft.

In den öffentlichen Veranstaltungen kommen Fragen ans Licht, die die Menschen bewegen:  Wie werden die Bewohner des neuen Flüchtlingsheims bei ihrer Gewöhnung an ihr Leben  in Deutschland sozialverträglich begleitet? Wie werden sie zu guten Nachbarn? Wie gehen wir auf die berechtigten Sorgen der Nachbarn ein? Natürlich können besorgte Bürger auch unberechtigte und gar hetzerische Sorgen äußern. Unsere Erfahrungen in Sachsen zeigen: Sie lösen sich im konkreten Dialog und näherem Hinsehen in Luft auf. Wer solche Gesprächsangebote nicht macht, der riskiert genau das, was Berlin jetzt erlebt.

Wir sind mitten im Bundestagswahlkampf. Versäumnisse wie die verpasste Einbindung der Bürger werden in der Wahl quittiert. Und nicht nur von den unmittelbar betroffenen Nachbarn.

Noch verbleiben einige Wochen, das Versäumte nachzuholen. Das würde ich dringend anraten. Und dabei auch offen dafür sein, deutlich weniger als 400 Menschen in diesem Heim unterzubringen.

Martin Gillo

Integrationspreis 2013 - Einsendeschluss 9. September

Noch bis zum 9. September können Bewerbungen um den diesjährigen Sächsischen Integrationspreis unter dem Motto „Willkommensgesellschaft Sachsen: Chancen durch Vielfalt“ bei der Geschäftsstelle eingereicht werden. Der Preis wird gemeinsam vom Sächsischen Ausländerbeauftragten und der Sächsischen Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz ausgeschrieben.

Im Fokus stehen in diesem Jahr auch Klein- und Mittelständische Unternehmen, Organisationen und Behörden, die mit einer vielfältigen Belegschaft arbeiten und mit den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen selbstverständlich umgehen. Diese Selbstverständlichkeit wollen wir zeigen.

Im Rahmen des Wettbewerbes werden alle Bewerber mit begleitender Pressearbeit, Broschüre und Ausstellung bekannt gemacht.

Die Ausschreibung finden Sie hier:
http://www.landtag.sachsen.de/de/integration_migration/aktuelles_presse/veranstaltungen/9945.aspx

Ehrung von Ehrenamtlichen

Die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Christine Clauß (CDU), möchte am 30. November 60 ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger des Freistaates Sachsen empfangen und auszeichnen.

Gesucht werden ehrenamtlich Engagierte vor Ort, die ihre Freizeit für den Einzelnen, für regionale Projekte oder auch für Veranstaltungen mit überregionaler Bedeutung einbringen. Individuelle Vorschläge aus den Regionen können bis zum 2. September eingereicht werden.

Zu diesen Vorschlägen werden folgende Angaben benötigt:

Name, Vorname

Geburtsdatum oder Alter

vollständige Anschrift

Angaben zu bürgerschaftlichem Engagement (max. 1/2 A4-Seite)

Engagementzeitraum in Jahren oder Dauer

Begründung des Vorschlages

bisherige oder geplante Ehrungen für die betreffende Person im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements (bereits geehrte bzw. zur Ehrung vorgesehene Personen werden in diesem Zusammenhang nachrangig berücksichtigt)

Kontakt
E-Mail ehrenamt@sms.sachsen.de

Workshopreihe für Ehrenamtliche in der sächsischen Integrationsarbeit

Das Kulturbüro Dresden startet eine Multiplikatorenschulung für ehrenamtlich Engagierte. Schwerpunkt ist die Integrationsarbeit in Sachsen. Die Schulung informiert über Organisationsformen, Vereinsmanagement, Crowdfunding und Projektmanagement. Pro Workshop werden zehn Euro Beitrag erhoben:

5. September
Organisationsformen von gemeinnützigen Einrichtungen

10. Oktober
Crowdfunding - Eine neue Finanzierungsmöglichkeit?

14. November
Vereinsmanagement kompakt

5. Dezember
GEZ, Gema, Künstlersozialkasse, Gesetzliche Unfallversicherung – Beiträge und Abgaben, die gezahlt werden müssen?!

Ausführliche Informationen und Anmeldung
http://www.kulturbuero-dresden.de/weiterbildung-othermenuwaswirtun-55.html

Jüdische Woche ab 13. Oktober in Dresden

Zwei Wochen lang wird Dresden zur Bühne für jüdische und israelische Kultur. Eine Vielzahl von Theaterinszenierungen, Konzerten, Filmen, Workshops, Vorträgen und Kursen wartet auf die Besucher. Viele der Künstler sind erstmalig in Dresden zu sehen, und auf der Bühne des Kleinen Hauses wird eine Deutschlandpremiere stattfinden. In seiner 17. Ausgabe wendet das Festival den Blick schwerpunktmäßig den beiden östlichen Nachbarn Polen und Tschechien zu. Im Fokus stehen historische und aktuelle Bezüge von Themen und Menschen, Geschichte und Geschichten, diesseits und jenseits der Grenzen.

Das Festival mit etwa 30 Veranstaltungen wird durch Kooperationen mit dem Deutschen Hygiene-Museum und dem Staatsschauspiel unterstützt.

Festival-Webseite
www.juedische-woche-dresden.de

Sachverständigenrat: Jeder zweite Ausländer würde zur Wahl gehen

Der Forschungsbereich des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration hat das Wählerpotenzial von Drittstaatsangehörigen bei Bundestagswahlen untersucht. Wie der Policy Brief des SVR-Forschungsbereichs zeigt, würde sich jeder zweite Drittstaatsangehörige an einer Bundestagswahl beteiligen, wenn er das Wahlrecht hätte. Das entspricht 1,8 Millionen potenziellen Wählern. Ein weiteres zentrales Ergebnis der Untersuchung: Zwei Drittel der Befragten wünschen sich mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund.

Zum Policy Brief
http://www.svr-migration.de/content/wp-content/uploads/2013/08/Politische-Partizipation_SVR-FB.pdf

Rechtshilfefond für optionspflichtige Deutsche

Der Interkulturelle Rat in Deutschland e.V. hat einen Rechtshilfefonds zur Unterstützung optionspflichtiger Kinder ausländischer Eltern eingerichtet. Verfahrensberechtigte Rechtsanwälte können beim Interkulturellen Rat finanzielle Unterstützung aus dem Fond für ihre Mandanten beantragen. In der Regel kann mit einem Betrag von bis zu 800 € unterstützt werden.

In den Fonds haben sich die Bertelsmann-Stiftung, die Diakonie in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die IG Metall und die Open Society Justice Initiative eingebracht. Der Fonds soll dazu beigetragen, dass offene Rechtsfragen im Verwaltungsverfahren beantwortet werden.

Weitere Informationen und Kontakt unter

www.interkultureller-rat.dewww.wider-den-optionszwang.de

Bayern gibt Geld für Deutschkurse für Asylbewerber mit ungeklärtem Status

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge startete im Juli ein Modellprojekt "Deutschkurse für Asylbewerber". Mit den erworbenen Deutschkenntnissen soll den Asylbewerbern die Kommunikation, insbesondere auch mit Ärzten, Behörden oder der Asylsozialberatung erleichtert werden. Kenntnisse der deutschen Sprache seien in jedem Fall ein Gewinn, so Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer bei der Startveranstaltung in Nürnberg: „Bei Anerkennung als Flüchtling ermöglicht die Kenntnis der Sprache eine raschere Integration. Bei Nichtanerkennung und Rückkehr in das Heimatland verbessern sich dort die beruflichen Perspektiven.“ Der Freistaat Bayern stellt im Jahr 2013 insgesamt bis zu 1,5 Millionen Euro für Deutschkurse für Asylbewerber zur Verfügung.

Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Dr. Manfred Schmidt, erhofft für die Bewerber bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, denn Asylbewerber können künftig nach neun Monaten Aufenthalt in Deutschland einer Beschäftigung nachgehen. Daneben sei die Erstorientierung von zentraler Bedeutung. Sie soll Antworten auf Fragen wie beispielsweise zur Wohnungssuche oder medizinischen Versorgung geben und über das Alltagsleben in Deutschland informieren.

Das Modellprogramm wurde vom Bayerischen Sozialministerium in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entwickelt. Asylbewerber in laufenden Verfahren und Geduldete können bayernweit an 40 Standorten lernen. Die Partner für dieses Projekt sind zertifizierte Träger der Integrationskurse und bieten bereits berufsbezogene Sprachkurse für Asylsuchende und Bleibeberechtigte mit Zugang zum Arbeitsmarkt an.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Einbürgerungen im Vergleich

Der Politikwissenschaftler und Vorstand im Rat für Migration, Professor Dietrich Thränhardt, analysierte für den Mediendienst Migration das Einbürgerungsgeschehen in den Bundesländern. Er schätzt ein, dass viele Bundesländer als Teil ihrer Integrationspolitik versuchen, die Einbürgerungsquoten zu steigern - mit unterschiedlichem Erfolg und überraschenden Gewinnern im Osten.

Obwohl sich Politiker aller Parteien seit zwanzig Jahren für mehr Einbürgerungen aussprächen und Ausländer zu diesem Schritt ermutigten, sei die Einbürgerungsrate in Deutschland im internationalen Vergleich sehr niedrig. Auch in den Berichten der Beauftragten für Integration der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer würden regelmäßig Defizite bei der Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen zur Einbürgerung beklagt. Insbesondere mangle es an Beratung, um die Einbürgerung schneller und leichter zu erhalten.

Thränhardt vergleicht nicht die tatsächliche Zahl der Einbürgerungen, sondern die sogenannte Einbürgerungsquote, die Aussage darüber gibt, inwiefern das Einbürgerungspotenzial ausgeschöpft wird. Berechnet wird sie in Prozent der Ausländer, die mehr als zehn Jahre in Deutschland leben und damit einbürgerungsberechtigt sind.

Nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes für 2011 ergebe sich eine Reihung der Bundesländer, die auf den ersten Blick überrascht. Denn inzwischen hängen die neuen Bundesländer die klassischen Einwanderungsregionen ab.

Mecklenburg-Vorpommern führt mit großem Vorsprung von fast 4,7 Prozent. Auf Platz zwei steht Sachsen-Anhalt mit 3,8 Prozent. Absolut seien das jedoch nur einige Hundert Einbürgerungen, da der Ausländeranteil an der Bevölkerung gering ist. Schlusslichter mit deutlichem Abstand dagegen sind Baden-Württemberg (1,65 Prozent) und Bayern (1,7 Prozent). Die meisten Neudeutschen verzeichnet Nordrhein-Westfalen mit knapp 29.400 Einbürgerungen, das Bundesland liegt jedoch bei der Ausschöpfung seines Einbürgerungspotenzials mit 2,3 Prozent nur im Mittelfeld.

Die extrem unterschiedlichen Werte in den Bundesländern und Kommunen zeigen, dass es auch unter den gegenwärtigen Bedingungen möglich ist, die Einbürgerungszahlen zu steigern. Dabei ist vor allem die Effektivität der Verwaltung ausschlaggebend, so der Wissenschaftler.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland in Bezug auf Einbürgerung nach wie vor weit zurück. Größere Toleranz gegenüber Mehrstaatigkeit und eine Vereinfachung der gesetzlichen Bestimmungen wären wichtige Schritte in diese Richtung. Bedauerlicherweise habe der Gesetzgeber in den letzten Jahren Einbürgerungen nicht erleichtert, sondern erschwert.

Den gesamten Artikel, Statistiken und Grafiken finden Sie unter
http://mediendienst-integration.de/artikel/die-bundeslaender-im-vergleich.html

Journalistenschule veröffentlicht Dossier zu Asyl in Deutschland

Der Stipendiatenjahrgang 2011 der katholischen Journalistenschule ifp in München hat ein Dossier zu Asyl in Deutschland veröffentlicht. 20 Jahre nachdem der Bundestag das Recht auf Asyl in Deutschland änderte, macht sich dieses ifp-Dossier auf die Suche. Die jungen Journalisten gingen der Frage nach, warum jedes Jahr Zehntausende Flüchtlinge aus Ländern wie Syrien, Somalia oder Afghanistan ihr Leben riskieren, um nach Deutschland zu kommen. Die Absolventen trafen Menschen, die versuchen, hier anzukommen, und solche, die ihnen dabei helfen. Sie trafen Gesetzeshüter, die Teil des Abschiebesystems sind und ihren Job nur ungern machen. Und sie trafen diejenigen, die dieses System verändern wollen.

http://asyl.ifp-kma.de

Gesundheitsförderung für ältere Menschen mit Migrationshintergrund

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weist auf einen Workshop in Köln hin, bei dem etwa 30 Experten Strategien und Methoden zur Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Migranten erarbeiten. Neben einem Vortrag der Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V zur gesundheitlichen Lage, zum Bedarf und zu Zugangswegen wird in zwei Arbeitsgruppen mit Blick auf die beiden bedeutsamsten Zielgruppen (türkischer Migrationshintergrund und Spätaussiedler) diskutiert.

Für den Workshop am 9.Dezember können Fahrt- und Übernachtungskosten übernommen werden. Anmeldeschluss ist der 30.September.

Kontakt
Stephan Blümel
Referat Qualifizierung, Fortbildung, Hochschulkooperation
Telefon 0221 8992-328
E-Mail stephan.bluemel@bzga.de

Feuerwehrverband thematisiert Interkulturellen Dialog weiter

Im Rahmen des Projektes „Miteinander reden!“ des Feuerwehrverbandes findet am 6. und 7. Dezember in Berlin eine Abschlusskonferenz statt. Geplant sind ein Kommunikationsabend zur Stärkung des Netzwerkes, Workshops und Diskussionen. Die Materialien sowie die Kampagne werden vorgestellt und zum Thema Interkultureller Dialog in Feuerwehren informiert.

Projekt und Materialien „Miteinander reden!“
www.112-willkommen.de

Kontakt
Sindy Papendieck
Referentin Mitgliederbindung und Veranstaltungsmanagement
Deutscher Feuerwehrverband e.V.
Reinhardtstraße 25
10117 Berlin
Telefon 030 2888 488-33
E-Mail
papendieck@dfv.orgwww.feuerwehrverband.de

Theaterstück „Abflug“ zum Thema Abschiebung, Flucht und Integration buchbar

Das freie Theater Stückwerk aus München bietet sein Theaterstück „Abflug" für verschiedene Spielstätten an. Regie führte Martin Lüttge, bekannt als Kommissar Flemming im Tatort Düsseldorf. „Abflug“ basiert auf dem Artikel „Abschiebeflug FH 6842" des „ZEIT-Magazin". Das Theater Stückwerk hat gemeinsam mit dem Theaterhof Priessenthal frei nach dieser Geschichte realer Personen sein Theaterstück entwickelt. Es erzählt die Geschichte dieser Abschiebung und den Schicksalen die davon betroffen sind. Was treibt Menschen in Afrika, ihre Heimat, ihre Familien, ihre Freunde zu verlassen? In eine ungewisse Zukunft ein unbekanntes Land zu fliehen?

Der Preis kann individuell angefragt werden. Für ein Gastspiel ist eine Bühne von mindestens sechs Meter Breite, fünf Meter Tiefe und einer Raumhöhe von drei Meter erforderlich.

Weitere Informationen zum Theater und dem Theaterstück finden Sie unter: www.theater-stueckwerk.de/abendprogramm/abflug.

Buchtipp und Handreichungen zur Segregation und interkulturelle Schulentwicklung

Segregation an deutschen SchulenAusmaß, Folgen und Handlungsempfehlungen für bessere Bildungschancen.

Der Begriff „Segregation“ bezeichnet für Schulen das Fehlen einer Mischung aus Schülern verschiedener sozialer und ethnischer Herkunft. Der Forschungsbereich des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration hat in einer im Juli 2013 erschienenen Studie Ausmaß, Ursachen und Wirkung von Segregation an deutschen Schulen anhand von Daten des Mikrozensus, Schulstatistiken und internationalen Schulleistungsuntersuchungen ausgewertet. Diese zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Migrationshintergrund und der Leistung einzelner Schülerinnen und Schüler allein nicht besteht. Entscheidend seien vielmehr der soziale Hintergrund und das durchschnittliche Leistungsniveau der Schülerschaft. Aus den Befunden der Studie formulieren die Autoren Handlungsempfehlungen für Schulen, Schulbehörden und Kultusministerien, die Kernbereiche interkultureller Öffnung beschreiben: Systematische Fortbildungen für alle Lehrkräfte; Sensibilisierung der Lehrkräfte für die sprachliche Bildung der Schülerinnen und Schüler in allen Unterrichtsfächern; die Zusammenarbeit mit Eltern; der Aufbau schulischer und außerschulischer Kooperationen.

Online verfügbar auf den Seiten des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration.
http://www.svr-migration.de/content/wp-content/uploads/2013/07/SVR-FB_Studie-Bildungssegregation_Web.pdf

Interkulturelle Schule. Eine Entwicklungsaufgabe.
Schwalbach/Ts.: Debus Pädagogik Verlag
Holzbrecher, Alfred (Hrsg.) (2013):
39,80 €
ISBN 978-3-95414013-8

Der Band geht der Frage nach, wie die kulturelle Vielfalt der Schule in einer globalisierten Gesellschaft anerkannt werden kann. Dabei werden sowohl Anregungen zur Unterrichts- als auch zur Schulentwicklung gegeben.

Yasemin Karakaşoğlu geht in ihrem Beitrag auf Lebenswelten Jugendlicher mit Migrationshintergrund ein. Der Beitrag von Hans-Joachim Roth beschäftigt sich mit der Bedeutung von „Kommunikation und Sprache“. Ein wichtiges Thema im Kapitel zur Schulentwicklung ist die Öffnung der Schule nach außen. Dabei werden Beispiele für Kooperation und Vernetzung in der Bildungsregion dargestellt.

Weitere Informationen:
Debus Pädagogik/Wochenschau Verlag

Interkulturelle Schulentwicklung. Ein Leitfaden für Schulleitungen
Cornelsen Verlag
Başar, Cahit; Karakaşoğlu, Yasemin et al. (2013)

Der Leitfaden „Interkulturelle Schulentwicklung“ gibt Schulen konkrete Hilfestellung auf dem Weg der interkulturellen Öffnung. Er betrachtet verschiedene Gruppen von Akteuren: die Leitungsebene, das Kollegium, die Eltern und die Schülerinnen und Schüler. Dabei werden unter anderem folgende Fragen angesprochen: Welche Aspekte sind bei der Personalentwicklung zu bedenken? Sind die Lehrkräfte mit im Boot, wenn es um das Thema interkulturelle Bildung geht? Fühlen sich die Eltern an der Schule willkommen? Bekommen die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, ihre interkulturellen Erfahrungen im Unterricht einzubringen? Aufsätze heben Bedenkenswertes hervor, Checklisten helfen dabei festzustellen, was bereits umgesetzt wurde und wo Entwicklungsbedarf besteht.

Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Bundesländern haben diesen Leitfaden im Rahmen eines offenen Vernetzungsprojektes entwickelt.

Der Leitfaden zum Download http://www.cornelsen.de/fm/1272/9783069629641%20x1PS_Interkult%20Schulentwicklung_2013_komplett.pdf