Newsletter Nr. 6 vom 08.02.2013

Dresden zeigt Gesicht: 13. Februar 2013

Die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden Helma Orosz lädt gemeinsam mit den Fraktionen des Stadtrates, Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft, Kultur, Sport, Gewerkschaften und Kirchen, mit der Jüdischen Gemeinde und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren alle Bürgerinnen und Bürger zum gemeinsamen kraftvollen Handeln am 13. Februar 2013. Aus Anlass der Bombenangriffe auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 und mit Blick auf die Geschichte Dresdens soll an die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg erinnert werden.

Im gemeinsamen Aufruf wird betont: „Gleichzeitig sind wir täglich gefordert, uns für eine friedliche und menschenwürdige Gesellschaft einzusetzen. Mangelnden Respekt vor der Menschenwürde Anderer, Alltagsrassismus und nationalsozialistisches Gedankengut werden wir nicht hinnehmen. Sie sind ein gesellschaftliches Alarmsignal und der Nährboden für Terror und Gewalt. Wir alle sind verantwortlich für unsere Stadt und die Gesellschaft, in der wir leben. Bei aller Unterschiedlichkeit verbinden uns der Respekt vor der Würde jedes Menschen und das Eintreten für eine demokratische Gesellschaft. Wir unterstützen alle Initiativen und Organisationen unserer Stadt, die sich nicht nur in diesen Tagen engagieren: im Erinnern an das Geschehene, im Engagement für Frieden, Demokratie und Menschenrechte, im friedlichen und gewaltfreien Widerstand gegen Rechtsextremismus.“

Hinweise zur Menschenkette und weiteren Veranstaltungen finden Sie unter http://www.13februar.dresden.de/

“Science goes to School“ ist Hochschulperle des Monats

Im Januar 2013 wurde das Projekt “Science goes to School“ vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als Hochschulperle des Monats ausgezeichnet. Dieser Preis wird an innovative und beispielhafte Projekte an Hochschulen verliehen. “Science goes to School” schickt internationale DoktorandInnen an Dresdner Schulen und wirbt für Wissenschaft und Toleranz.

Junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Dresden International PhD Program (DIPP) aus den Bereichen Biologie und Bioengineering gehen in multinationalen Teams in Dresdner Schulen. Dort führen sie mit Schülern der 8.-12. Klasse Experimente in englischer Sprache durch, auch die anschließenden Diskussionen über Themen wie Studium, Arbeitsalltag oder Karrieremöglichkeiten werden auf Englisch geführt. Die DoktorandInnen wollen die Jugendlichen neugierig auf wissenschaftliche Fragen machen und ihre Kompetenz im Umgang mit anderen Kulturen und Nationen stärken. Dieses Engagement für mehr Toleranz durch Wissenschaft wird jetzt vom Stifterverband ausgezeichnet. Vor allem aber soll das Projekt vermitteln, dass Offenheit und Neugierde Grundvoraussetzung für Erfolg in der Wissenschaft – und auch in der Gesellschaft – sind, denn es sind die Ideen von Menschen, die zählen und nicht, woher jemand kommt oder wie er aussieht.

Das Projekt “Science goes to School“ gibt es seit 2009. Der Auslöser für die Gründung war die Ermordung der Ägypterin Marwa El-Sherbini im Dresdner Landgericht – ihr Ehemann war ebenfalls Student des DIPP. “Science goes to School“ wurde 2011 mit dem Sächsischen Integrationspreis ausgezeichnet.

IQ-Netzwerk Sachsen bildet zur Anerkennung weiter

Das IQ-Netzwerk Sachsen bietet im Jahr 2013 folgende Veranstaltungen an:

Die IQ-Themenreihe „Interkulturelle Arbeit“ wird jetzt sachsenweit durchgeführt. Der Ansatz der Interkulturellen Arbeit ist eine hilfreiche Ergänzung zur Wissensvermittlung im Bereich Anerkennung ausländischer Qualifikationen und im praktischen Fallmanagement. Näheres finden Sie online unter
http://www.netzwerk-iq-sachsen.de/termine/beratungen/

Der Kompaktkurs „Anerkennung ausländischer Qualifikationen - Grundlagen der Beratungsarbeit“ wird weiterhin in Dresden, Chemnitz/Zwickau und Leipzig angeboten. Seminartermine sind online unter
http://www.netzwerk-iq-sachsen.de/termine/seminare/

Darauf aufbauend wird ein Workshop "Anerkennung in der Praxis" als Fachaustausch zur Anwendung des erworbenen theoretischen Wissens in Dresden, Leipzig und Chemnitz/Zwickau durchgeführt.

Weitere Informationen auf der Internetseite
www.netzwerk-iq-sachsen.de

IQ-Netzwerk Sachsen
Koordination: EXIS Europa e.V.
E-Mail post@exis.de
www.exis.de

Am Schwanenteich 4
08056 Zwickau
Telefon 0375 3909365
Telefax 0375 3909367

Weißeritzstraße 3 (Yenidze)
01067 Dresden
Telefon 0351 4370700
Telefax 0351 43707070

OECD- Studie: Zuwanderungssystem zu kompliziert

Die OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) stellte zu Beginn dieser Woche die Studie „Zuwanderung ausländischer Arbeitnehmer: Deutschland“ vor. Ihre Kernaussage lautet: Die Zahl der zugewanderten Arbeitnehmer in Deutschland ist im nationalen Vergleich sehr gering. So kämen pro Jahr nur etwa 25.000 Arbeitnehmer aus Ländern außerhalb der EU und der Europäischen Freihandelsregion EFTA nach Deutschland. Das macht 0,02 Prozent der Weltbevölkerung aus. Andere Länder, wie Australien und Dänemark verzeichnen dagegen eine fünf- bis Zehnfache Zuwanderung.

Die Gründe, warum Unternehmen trotz offener Stellen nicht auf ausländische Fachkräfte zugehen würden, liegen z.B. darin, dass diese Möglichkeit gar nicht erst nicht in Betracht gezogen würde. Außerdem sei das Verfahren zu kompliziert. Darüber hinaus hätten die Unternehmen zu hohe Erwartungen an die Deutschkenntnisse der Kandidaten aus dem Ausland.

Grafik OECD

Das deutsche Zuwanderungssystem wird von Zuwanderern als „restriktiv und schwer zugänglich“ wahrgenommen, obwohl es in der Vergangenheit deutliche Verbesserungen gegeben hätte (z.B. Blue Card). Die Verfahren seien kostengünstig, Bearbeitungszeiten würden kurz gehalten, Ablehnungen erfolgten nur selten und der Zugang zum Arbeitsmarkt für internationale Hochschulabsolventen sei flexibel gestaltet.

Trotzdem seien an einigen Stellen Verbesserungen notwendig. Wichtig sei vor allem ein deutliches Willkommen – zum Teil verfahre man noch nach dem Motto: Anwerbestopp mit Ausnahmen. Diese Perspektive müsse gewechselt werden, heißt es seitens der OECD. Weiterhin sollten die Vorrausetzungen für Zuwanderung klarer definiert werden. Auch rät die OECD zu Online-Anträgen, bei denen der Bearbeitungsstatus abrufbar sein solle. Es sei außerdem zu überlegen, in den jeweiligen Herkunftsländern Deutschunterricht anzubieten. Die OECD empfiehlt außerdem, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Einstellung von ausländischen Fachkräften zu unterstützen.

http://www.oecd.org/berlin/publikationen/arbeitsmigration.htm

Wettbewerb sucht Ideen für Bildungschancen

„Deutschland – Land der Ideen“ sucht wieder „Ideen für die Bildungsrepublik!“ Unter der Schirmherrschaft von Bundesbildungsministerin Annette Schavan sollen herausragende Ideen ausgezeichnet werden, die Kindern und Jugendlichen neue Bildungschancen auch außerhalb der Schule eröffnen.

Unter den Einsendungen werden 52 Ideen ausgewählt, die für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen, nachhaltig sind, eine besondere Vorbildfunktion entfalten und zur Vernetzung zwischen den relevanten Akteuren beitragen.

„Deutschland - Land der Ideen“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Vodafone Stiftung. Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen
http://www.land-der-ideen.de/bildungsideen/ideen-fuer-bildungsrepublik

Studie zur Residenzpflicht

Der Flüchtlingsrat Brandenburg und PRO ASYL legten am Montag in Frankfurt sowie in Potsdam eine Studie zur Residenzpflicht von Flüchtlingen vor.

Positiv zu bewerten sei, dass viele Bundesländer in den letzten zwei Jahren die Bewegungsfreiheit für Flüchtlinge erweitert hätten. So haben Flüchtlinge heute in elf von sechzehn Bundesländern die Möglichkeit, sich in ihrem jeweiligen Bundesland frei zu bewegen. Berlin und Brandenburg kooperieren so, dass sich die Flüchtlinge länderübergreifend bewegen können. Hervorzuheben sei das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, hier könnten sich Flüchtlinge uneingeschränkt bewegen.

Die Autoren der Studie kritisierten, dass die derzeitige Ausgestaltung der Residenzpflicht trotz der Lockerung eine Anwendung als Sanktionsmöglichkeit ermöglichen würde. Die Autoren fordern außerdem die Abschaffung der zahlreichen Sonderregelungen.

Die Studie ist zu lesen unter

http://www.proasyl.de/de/presse/detail/news/residenzpflicht_fuer_fluechtlinge_bundesweite_uebersicht/

Engagement gegen Zwangsverheiratung

Terre des Femmes, eine Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen, hat im Jahr 2012 vermehrt Angriffe gegenüber Frauen verzeichnet, die unter die Rubrik Ehren-Gewalt fallen. Im Vergleich zu 2011 stieg die Zahl um knapp 20 Prozent an. Die meisten hilfesuchenden Frauen suchten Beratung sowie Unterstützung hinsichtlich der Gewalt, die sie im Namen der Ehre erleiden mussten. Weiterhin wurde Hilfe bezüglich Zwangsheirat und Verschleppung ins Ausland gesucht.

Petra Koch-Knöbel, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftrage des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg, bestätigt einen Anstieg der Beratungsfälle in Berlin und macht deutlich: „Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung und muss als solche auch öffentlich geächtet werden. Es ist weder aus patriarchalisch-traditionellen noch aus vermeintlich religiösen Gründen akzeptabel, dass Zwangsverheiratungen in Deutschland praktiziert werden. Jede Frau hat das Recht auf ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben!“

Kirchenasyl findet zunehmend unauffällig statt

Wie die evangelische Nachrichtenagentur meldet, erhalten in der evangelischen Nordkirche immer mehr abschiebebedrohte Flüchtlinge Kirchenasyl, ohne dass dabei die Öffentlichkeit informiert wird. So gebe es derzeit in Hamburg neun Fälle des "stillen Kirchenasyls", sagte Flüchtlingspastorin Fanny Dethloff. In diesen Fällen würden zwar die Behörden informiert, nicht aber die Medien. Dies sei hilfreich für den Dialog mit den Behörden.

Die Flüchtlingspastorin berichtet gegenüber der Nachrichtenagentur über die Furcht vieler Flüchtlinge, innerhalb der EU beispielsweise nach Italien abgeschoben zu werden, wie es die Dublin-II-Verordnung vorsieht. Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge fühlten sich dort durch rassistische Überfälle, Hunger und Obdachlosigkeit bedroht.

Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e. V.
www.kirchenasyl.de

Buchtipps der Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung

Flyer Zahn gut – alles gut

Der Flyer zeigt ohne Worte, wie Eltern ihre Kinder unterstützen können, die Zähne gesund zu erhalten
www.medi-bild.de

Muslimische Patienten pflegen

Das Praxisbuch für die Betreuung und Kommunikation erschien im Springer-Verlag. Es empfiehlt Handlungsstrategien für Pflegepersonal, erklärt das wichtigste Hintergrundwissen und gibt Tipps für eine kultursensible Pflege.
ISBN 978-3-642-24925-9
24,95 €

Psychologische Beratung bikultureller Paare und Familien

Aus der Beratungspraxis heraus vermittelt das Buch konkrete Beratungsverläufe, reflektiert Erfahrungen und liefert konstruktive Anregungen für die Beratung von bikulturellen Partnerschaften.
www.brandes-apsel-verlag.de
ISBN 978-3-86099-930-1
29,90 €

Sport- und Bewegungsangebote für älter werdende Migrantinnen

Die Broschüre geht auf die sportliche Betätigung für demenziell erkrankte Menschen und ihre Pflegenden ein. Gegen Versandkosten erhältlich beim AWO Bezirksvorstand Westliches Westfalen
E-Mail soziales@awo.ww.de

Umgang mit Patienten ohne legalen Aufenthaltsstatus

Faltblatt der Bundesärztekammer „Patientinnen und Patienten ohne legalen Aufenthaltsstatus in Krankenhaus und Praxis“
www.bundesärztekammer.de/page.asp?his=1.6.37.8822

Impfkalender

Der Impfkalender ist in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch, Serbisch, Arabisch, Portugiesisch, Vietnamesisch, Russisch und Italienisch abgefasst und enthält alle empfohlenen Impfungen für Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche und Erwachsene.
www.bayouma-gesundheit.de

Genitale Beschneidungen

Der Flyer vermittelt Hintergründe und Basiswissen zum Thema Genitale Beschneidung/Verstümmelung (FGM) bei Mädchen und Frauen. Er verweist auf die gesundheitlichen und seelischen Folgen für die Betroffenen und zeigt, wie darauf kultursensibel reagiert werden kann.
www.mgepa.nrw.de/ministerium/service