Newsletter Nr. 16 vom 20.04.2012

„Heim-TÜV“ geht weiter

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In den Jahren 2010 und 2011 besuchte der Sächsische Ausländerbeauftragte alle Gemeinschaftsunterkünfte und veröffentlichte im Dezember 2011 seinen Bericht „Mitmenschen im Schatten - `Heim-TÜV´ 2011 über das Leben in sächsischen Gemeinschaftsunterkünften“. Dabei gab er 20 Empfehlungen zur systemischen Verbesserung der Unterbringung. Jedes Heim erhielt eine Einschätzung mit konkreten Optimierungsvorschlägen.

Martin Gillo hatte im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz am 2. März 2012 angekündigt, die Besuche und Überprüfungen auch in diesem Jahre fortzusetzen. Besucht werden ab sofort alle neu eröffneten Heime, alle mit „rot“ als unakzeptabel eingeschätzten Heime und eine repräsentative Stichprobe. Die Besuche werden wiederum in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, den Betreibern der Heime, den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten durchgeführt.

Kommunale Ausländer- und Integrationsbeauftragte tagen

Am Mittwoch, dem 25. April treffen sich die sächsischen Ausländer- und Integrationsbeauftragten auf Einladung des Ausländerbeauftragten Martin Gillo im Landtag zu ihrem Frühjahrstreffen. Vertreter des Sozialministeriums werden das Sächsische Zuwanderungs- und Integrationskonzept (ZIK) vorstellen.

Leipzig startet Lernberatung in Integrationskursen

Am Herder-Institut der Universität Leipzig wurde das Projekt „LeLeBe – Leipziger Lernberatung in Integrationskursen mit Alphabetisierung“ gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines Lernberatungskonzeptes für Integrationskurse. Es soll künftig bundesweit zur Verfügung stehen. In den nächsten zwei Jahren werden zwei Lernberatende die Teilnehmenden mit Lernschwierigkeiten und deren Lehrkräfte unterstützen. Vorgesehen sind neu entwickelte Diagnoseinstrumente und Fördermaterialien.

Das Modellprojekt wird durch den Europäischen Integrationsfonds und die Robert-Bosch Stiftung gefördert. Die Idee entstand in der Arbeitsgruppe Sprache und Sprachausbildung des Netzwerkes „Integration – Migranten in Leipzig“. In der AG arbeiten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Sprachschulen, der Universität Leipzig, des Dudeninstituts für Lerntherapie Leipzig, der Migrationsberatungsstellen und des Referats für Migration und Integration zusammen.

Presseinformation des Referates für Migration und Integration der Stadt Leipzig

Aktion Sprachregal „Deutsch für alle“ angelaufen

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Wie im Jahresbericht 2011 des Sächsischen Ausländerbeauftragten angekündigt, können alle sächsischen Gemeinschaftsunterkünfte vom Ausländerbeauftragten ein Sprachregal mit einem Satz Wörterbücher erhalten.

Die ersten Sprachregale befinden sich bereits in den Gemeinschaftsunterkünften in Zwickau und Werdau. Sie wurden im März durch die kommunale Ausländerbeauftragte Birgit Riedel an die Bewohner übergeben. Jedes Regal ist mit sieben Wörterbücher, einem Bildwörterbuch und den Heften “Deutsch für alle - 99 Wege zur deutschen Sprache“ bestückt.

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In der Geschäftsstelle wurden weitere 28 Regale montiert. Sie werden in den nächsten Wochen über die Kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten verteilt und übergeben. Martin Gillo setzt sich dafür ein, dass auch Menschen, die keinen Anspruch auf geförderte Deutschkurse haben, auf unkonventionelle Art Hilfe beim Deutschlernen erhalten. „Jeder, der in Sachsen lebt, soll Deutsch lernen können, auch wenn er nur eine Zeitlang hier lebt. Jedes neu gelernte Wort ist eine Chance, sich in Sachsen zu verständigen, zu verstehen und verstanden zu werden. Niemand braucht isoliert zu bleiben, weil er oder sie kein Deutsch verstehen, sprechen oder schreiben kann. Auch für den, der nur eine Zeitlang in Deutschland lebt, ist das Sprachenlernen von Vorteil: Er kann sich orientieren, sich verständlich machen und seine Zeit nutzen.“, so Gillo.

Syrische Ärzte erhalten als erste Approbationsurkunden

Drei Assistenzärzte aus Syrien haben am Herzzentrum Dresden ihre Approbationsurkunden erhalten. Die Kardiochirurgen sind die ersten ausländischen Ärzte in Sachsen, die seit Inkrafttreten des neuen Bundesanerkennungsgesetzes am 1. April 2012 ihre Approbation erhalten haben. Eine Vertreterin der Landesdirektorin Sachsen überreichte am 19. April 2012 die Urkunden in der Klinik für Herzchirurgie.


„Die Anerkennung der Qualifikation ist begrüßenswert und wir sind froh, fähige Ärzte aus Nicht-EU-Staaten beschäftigen zu dürfen“, sagt Prof. Klaus Matschke, Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Herzzentrum Dresden. „Die Kollegen wiederum können ihre Facharztausbildung bei uns absolvieren, Erfahrungen sammeln und auch später ohne neue berufliche Hürden jederzeit wieder in Deutschland arbeiten.“

Das Bundesanerkennungsgesetz regelt unter anderem die Anerkennung akademischer Heilberufe. Der Freistaat Sachsen erarbeitet derzeit ein Landesanerkennungsgesetz, in dem in Anlehnung an das Bundesanerkennungsgesetz jene die Anerkennung für jene Berufe geregelt werden soll, die in Länderzuständigkeit liegen, wie z.B. Lehrer, Erzieher und Ingenieure.

Praxistag zum Umgang mit rechtsextremen Handlungen

„Erkenne, dass es böse ist!“ ist die Tagung der Evangelischen Akademie Meißen am 25. April 2012 überschrieben. Thematisiert wird die christliche Botschaft und Menschenfeindlichkeit als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft. Der Austausch soll helfen, menschenverachtende Einstellungen und rechtsextreme Handlungsmuster im Alltag und inmitten unserer Gesellschaft zu erkennen.


Wie können Kirchen und Christen konkret handeln? Mit wem darf ich z. B. gemeinsam in welcher Form dagegen demonstrieren? Und weshalb wird die Debatte um den Rechtsextremismus oft überlagert von einer Debatte um einen sog. "Extremismus"?


Klosterhof Meißen
25. April 2012
Tagungsnummer: 12-110

Anmeldung über die Homepage www.ev-akademie-meissen.de

Direktlink: http://bit.ly/J5Cp57


Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an

Ines Franke
Evangelische Akademie Meißen
Freiheit 16
01662 Meißen
Telefon 03521-4706-15

E-Mail ines.franke@ev-akademie-meissen.de

Europäisches Netzwerk mit CIVIS Medienpreis für Integration geehrt

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Der CIVIS Online-Medienpreis 2012 geht an "cafébabel.com", eine Seite, die über Grenzen hinweg und quer durch die europäische Sprachenvielfalt berichtet. Das wurde am Mittwoch in Berlin bekannt gegeben. Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel überreichte mit der Bundesbeauftragten Prof. Dr. Maria Böhmer den Preis im Bundeskanzleramt.

Die Themen der Preisträgerseite sind breit gestreut: Politisches kommt genauso dran, wie Kulturelles oder Feuilletonistisches. Das Team sammelt von aus Paris Themen aus allen Ecken Europas ein und übersetzt die Artikel in sechs Sprachen. Über 1500 Journalisten, Autoren, Videomacher und Fotografen schreiben, knipsen und filmen für "cafébabel.com" - unentgeltlich. Geld ist immer knapp, doch je bekannter die Seite ist, desto leichter wird es Sponsoren zu finden. Auch deshalb freut sich der Macher Alexandre Heully über die CIVIS-Trophäe. Er verspricht, den Internetauftritt auszubauen und künftig noch mehr jungen Leuten die Chance zu geben, sich als Journalisten auf seinen Seiten Meriten zu verdienen.

Der CIVIS Medienpreis zeichnet die besten Programme zum Thema Integration und kulturelle Vielfalt in Europa aus. Prämiert werden Programmleistungen im Radio, TV und Internet, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster nationaler, ethnischer, religiöser oder kultureller Herkunft fördern.

Der CIVIS Medienpreis wird als europäischer und deutscher Fernsehpreis sowie als europäischer Radiopreis für deutschsprachige Programme in der EU und der Schweiz jährlich vergeben. Mit dem "Young CIVIS Media Prize" kommt ein europäischer Förderpreis hinzu. Der "CIVIS Online Media Prize" bietet eine zusätzliche europäische Auszeichnung für journalistische Webseiten zum Thema Integration und kulturelle Vielfalt. Der CIVIS Medienpreis ist insgesamt mit 40.000 Euro dotiert.

CIVIS will Journalistinnen und Journalisten für die Themen Integration und kulturelle Vielfalt sensibilisieren und durch die Auszeichnung beispielhafter Programme in ihrer Arbeit ermutigen.

Ausführliche Berichte unter: www.civismedia.eu

Zur Website der Preisträger: www.cafebabel.com

Korrektur zum Newsletter 15/12 vom 14. April 2012

In die Meldung zur Zwischenbilanz der Dresdener Integrations- und Ausländerbeauftragten im Newsletter 15/12 hat sich ein Fehler eingeschlichen. Richtig muss es heißen:

„In Dresden entspricht der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund 7,4 Prozent.“ Wir bitten um Entschuldigung.