Newsletter Nr. 8 vom 01.03.2012

Jahrespressekonferenz "Tschüss Monokulti! Willkommen Vielfalt!"

Der Sächsische Ausländerbeauftragte wird am 2. März 2012 um 10.30 Uhr den Bericht über seine Arbeit im Jahr 2011 vorstellen und einen Ausblick geben. Er wirbt für eine Willkommensgesellschaft, die Menschen aus anderen Kulturen als Bereicherung versteht und auf Respekt setzt. Die Pressekonferenz findet im Pressezentrum der Landespressekonferenz im Sächsischen Landtag, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1 statt (Bürgerfoyer, Saal 1). Medienvertreter und Interessenten sind herzlich eingeladen.

NIMS Treffen am 12. März im Hygienemuseum Dresden

Am Montag, dem 12. März 2012 ist das Netzwerktreffen Integration und Migration Sachsen (NIMS) zu Gast im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1. Beginn im Marta-Fraenkel-Saal ist 9.30 Uhr, Ende gegen 15.00 Uhr.

 

Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden plant für das kommende Jahr eine Ausstellung mit dem Titel: „hin und weg. Momentaufnahmen aus der Migrationsgesellschaft“. Die Ausstellungsmacher werden ihre Konzeption vorstellen und wollen gern dazu mit den Netzwerkmitgliedern ins Gespräch kommen.

Inhaltlicher Schwerpunkt des Netzwerktreffens ist das Thema der Sozialen Inklusion von Asylsuchenden. Obwohl Asylsuchende von staatlich geförderten Integrationsmaßnahmen zumeist ausgeschlossen sind, gibt es viele soziale Handlungsfelder, die auch für Asylsuchende relevant sind, beispielsweise die schulische Integration oder die Unterbringung.

 

Martin Gillo wird in das Thema einführen und einige Ergebnisse seines Berichtes  „Mitmenschen im Schatten - Heim-TÜV 2011 über das Leben in sächsischen Gemeinschaftsunterkünften“ vorstellen. Für die Arbeit werden zwei parallele Workshops angeboten.

 

Workshop A: Für eine menschenwürdige Unterbringung von Asylsuchenden nicht nur in Sachsen: Der Heim-TÜV als Kursbuch. 

Workshop B: Soziale Inklusion von Asylsuchenden: Handlungsfelder und Aktivitäten, mit einem Input aus dem Forschungs-Praxis-Projekt „Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen“ der Schader-Stiftung

Anmeldungen zur Veranstaltung und zu den Workshops bitte zum 5. März 2012 an:

Maria Friedrich

E-Mail maria.friedrich@slt.sachsen.de

Telefon 0351 493 5178

Den Heim-TÜV finden unter www.offenes-sachsen.de.

Informationen zum Projekt der Schader-Stiftung finden Sie unter oder www.integrationspotentiale.dehttp://www.schader-stiftung.de oder .

Kerzenband vor Kamenzer Asylbewerberheim

Etwa 400 Menschen aus Kamenz und dem Landkreis Bautzen haben am Abend des 29. März 2012 mit Kerzen schützend vor dem neuen Asylbewerberheim gestanden. Auch Martin Gillo beteiligte sich an dem symbolischen Kerzenband zum Schutz des Heimes und erinnerte in seinem Grußwort an humanitäre Grundsätze. Das Heim wurde erst vor einer Woche übergeben, fast zeitgleich wurde das alte Asylbewerberheim in Kamenz massiv angegriffen.

Zur Veranstaltung hatten die Kamenzer Kirchgemeinden gemeinsam mit Landrat Michael Harig, Oberbürgermeister Roland Dantz, den Stadtratsfraktionen, dem Bündnis für Humanität und Toleranz und der Ausländerbeauftragten des Landkreises, Anna Pietak-Malinowska, aufgerufen.

„Jeder, der bei uns lebt, hat ein Recht auf menschenwürdige Behandlung, auf Schutz und soll Willkommen sein – egal, wo er her kommt. Sachsen wird in der Welt auch daran gemessen, wie wir mit den Menschen umgehen, die bei uns Schutz suchen.“, sagte Gillo am Rande der Lichterkette. „Menschenverachtendes Handeln und Denken passen nicht in eine sächsische Gesellschaft, die Willkommen sagt.“, so Gillo weiter.

Zum Bericht im Sachsenspiegel „Kasernencharme oder akzeptabel?

http://www.mdr.de/sachsenspiegel/beitraege_ssp110.html

Menschenwürde messbar machen: „Heim-TÜV“ Faktor 5

Im Dezember 2011 haben wir unseren Bericht „Mitmenschen im Schatten: ‚Heim-TÜV‘ 2011 über das Leben in sächsischen Gemeinschaftsunterkünften“ veröffentlicht und alle sächsischen Unterkünfte nach einem Ampelsystem bewertet.

Dieser „Heim-TÜV“ prüft die menschenwürdige Unterbringung von Asylsuchenden im Freistaat Sachsen anhand von zehn Faktoren. Heute geht es um die

Integration von Kindern

Grafik 3

Kinder von Asylsuchenden unterliegen der Schulpflicht, sobald ihre Familien von der Erstaufnahmeeinrichtung einem Landkreis oder einer Stadt zugewiesen worden sind.

Mit diesem Faktor machen wir deutlich, ob Kinder aus Gemeinschaftsunterkünften der Schulpflicht nachkommen und wie sie dabei unterstützt werden, beispielsweise durch den vorherigen Besuch eines Kindergartens.

Wir erfassen deshalb, ob die Kinder in zumutbarer Entfernung solcher Einrichtungen wohnen oder dass die Erreichbarkeit für Kinder und die begleitenden Eltern durch den ÖPNV gesichert wird.

Wir erfassen auch, inwieweit eine Kooperation zwischen Stadt- bzw. Landkreisverwaltung und der Sächsischen Bildungsagentur besteht. Eine gute Kooperation mit der Schulaufsicht gewährleistet die zügige Aufnahme der schulischen Bildung und erleichtert die Klärung von möglichen Problemen im schulischen Bereich. Diese Kooperation gewährleistet, dass auch die Kinder von Asylbewerbern und Geduldeten Zugang zur sogenannten „besonderen Bildungsberatung“ bekommen, die in Sachsen allen Kindern mit Migrationshintergrund angeboten wird und die auf die spezifischen Herausforderungen dieser Kinder eingeht.

Außerdem wird erfasst, ob im Heim Hausaufgabenunterstützung für die Kinder angeboten wird. Wegen der meist fehlenden Sprachkompetenz der Eltern ist eine Unterstützung bei den Hausaufgaben durch deutsche Muttersprachler förderlich.

Der Schutz des Kindeswohls gilt selbstverständlich für alle bei uns lebenden Kinder, auch für die, die noch kein längerfristiges Bleiberecht besitzen. Deshalb bewerten wir, ob Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung sofort nachgegangen und das Jugendamt eingeschaltet wird.

In diesem Faktor haben wir Daten zu folgenden Fragen gestellt und wie angezeigt bewertert:

Wie groß ist die Entfernung vom Heim zur Kita?

Grün: Der Kindergarten ist zu Fuß auf befestigtem und sicherem Weg (<20 Minuten) zu erreichen oder bezahlbarer ÖPNV auf für Begleitperson.

Rot: Es gibt keinen befestigten, sicheren Fußweg oder die Entfernung beträgt mehr als 30 Minuten und ÖPNV für eine Begleitperson wird nicht bezahlt.

Welche Angebote für Hausaufgabenbetreuung gibt es im Heim?

Grün: Es gibt an mindestens vier Tagen der Schulzeit Angebote mit einem Gemeinschaftsraum für Hausaufgaben.

Rot: Weder Hausaufgabenbetreuung noch Gemeinschaftsraum sind verfügbar.

Wie kooperiert die Verwaltung mit der Sächsischen Bildungsagentur?

Grün: Es gibt eine gut abgestimmte Kooperation zwischen Landratsamt/Kreisfreier Stadt und Sächsischer Bildungsagentur.

Rot: Es gibt keine Kooperation zwischen Landratsamt / Kreisfreier Stadt und der Sächsischen Bildungsagentur.

Wie weit wird der Kinderschutz durch räumliche Gegebenheiten begünstigt?

Grün: Die Familien leben in eigener Wohneinheit und es bestehen keine baulichen Gefahren.

Rot: Die Familien leben in einer kasernenartigen Unterbringung in Einzel- oder Familienzimmern oder es bestehen bauliche Gefahren für Kinder.

Wie wird mit Hinweisen auf Gefährdung des Kindeswohls umgegangen – gemäß SGB VIII – umgegangen?

Grün: Es gibt Präventionsarbeit im Heim und Behörden werden bei Kindeswohlgefährdung umgehend eingeschalten.

Rot: Es gibt Hinweise auf Vernachlässigung oder Missbrauch.

Kinder von Asylsuchenden sind schulpflichtig. Sie können aber nur dann in den Unterrichtsbetrieb integriert werden, wenn sie auch entsprechend beim Spracherwerb unterstützt werden. Das wird durch einen vorherigen Besuch von Kindertagesstätten gewährleistet.

Eine aktive Hausaufgabenhilfe durch das Heimpersonal oder durch Dritte in Gemeinschaftsräumen, die als Hausaufgabenräume eingerichtet sind, fördert die gleichberechtigte Teilhabe an der schulischen Entwicklung.

Wenn Familien in eigenen Wohneinheiten untergebracht werden, kann das den Kinderschutz sicherstellen und vor Übergriffen schützen.

Den gesamten Bericht können Sie im Internet bestellen oder online laden

www.offenes-sachsen.de.

Projekt Integrationspotenziale – Aufruf zur Interessensbekundung für Kommunen

Die Schader-Stiftung führt ab Januar 2012 das Forschungs-Praxis-Projekt „Integrations- und Entwicklungspotenziale in strukturschwachen ländlichen Regionen“ durch. Es knüpft an das Projekt „Integrationspotenziale in kleinen Städten und Landkreisen“ an, das im Dezember 2011 abgeschlossen wurde und an dem der Vogtlandkreis und die Stadt Plauen erfolgreich teilgenommen haben.

Das neue Projekt wendet sich explizit an Kommunen in strukturschwachen ländlich geprägten Regionen. Es läuft drei Jahre. Das Projekt will die Angebots- und Steuerungsstruktur kommunaler Integrationspolitik untersuchen, die Chancen für die Generierung neuer Zuwanderergruppen ausloten (Potenzialanalyse) und die Kommunen für einen potenzialorientierten Umgang mit Zuwanderern und kultureller Vielfalt befähigen.

Die Schader-Stiftung ist als Projektträger für die Koordination und Projektsteuerung verantwortlich. Beteiligt sind das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, der Deutschen Landkreistag und der Deutschen Städte- und Gemeindebund.

Nähere Informationen zum Vorläuferprojekt finden Sie unter

http://www.integrationspotenziale.de/

Eine Bewerbung zum neuen Projekt ist formlos bis spätestens 30. März 2012 zu richten an:

Deutscher Landkreistag

Dr. Klaus Ritgen

Lennéstr. 11

10785 Berlin

E-Mail klaus.ritgen@landkreistag.de

Telefon 030 – 590 097 309

oder

Deutscher Städte- und Gemeindebund

Ulrich Mohn

Marienstr. 6

12207 Berlin

E-Mail ulrich.mohn@dstgb.de

Telefon 030 7730 7246

Zu den Rahmenbedingungen einer Teilnahme können Sie sich informieren unter:

http://www.schader-stiftung.de/docs/interessenbekundung_kommunen_projektteilnahme_06-02-2012.pdf

Fachveranstaltung zum Anerkennungsgesetz des Bundes

Die Sächsische Qualifizierungsinitiative SQN lädt für den 27. März 2012 zu einer Informationsveranstaltung zum Anerkennungsgesetz des Bundes ein.

Verfahrenswege, Kontaktstellen, Vorgehen: Was ändert sich mit dem Gesetz für ausländische Antragstellerinnen und Antragsteller bei der Prüfung auf Gleichwertigkeit ihrer im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen mit deutschen Berufen?

Das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" tritt am 1. April 2012 in Kraft. Das BQFG gilt ausschließlich für Berufe, die in der unmittelbaren Zuständigkeit des Bundes liegen. Dazu zählen die rund 350 staatlich anerkannten Ausbildungsberufe. Die Industrie- und Handelskammern übernehmen die Aufgabe der Feststellung der Gleichwertigkeit für ihre, nicht dem Handwerk zugehörigen, gewerblichen und kaufmännischen Ausbildungsberufe und für durch Rechtsverordnungen des Bundes geregelte Weiterbildungsprüfungen. Die Zuständigkeit für HWK-Berufe, für grüne Berufe und Gesundheitsberufe liegt bei anderen zuständigen Stellen bzw. Behörden.  

IHK-Bildungszentrum Dresden gGmbH

14:00 – ca. 17:00 Uhr, Raum 323/325

Mügelner Straße 40

01237 Dresden

Dr. Renate Kappler
SQN-Projektleitung / Projektmanagement
Telefon 0351 2866 608

Telefax 0351 2866 801
E-Mail: kappler.renate@sqn-dresden.de

www.sqn-dresden.de

Statistik zu Einbürgerungen 2011 in Sachsen

Die Staatsregierung informiert, dass nach derzeitigem Kenntnisstand im Jahr 2011 1055 Anträge auf Einbürgerung in Sachsen gestellt wurden. 324 Anträge auf Einbürgerung wurden bewilligt. 13 Anträge wurden abgelehnt. Amtliche Zahlen liegen dem statistischen Landesamt ab April 2012 vor.

Deutschland - Land der Ideen sucht die besten Bildungsideen

Unter der Schirmherrschaft von Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung für und Forschung, startete der neue Wettbewerb um innovative Bildungsideen. Bis zum 2. April 2012 können sich Projekte und Initiativen bewerben, die folgende Anforderungen erfüllen:

Förderung der Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche

Vernetzung verschiedener Akteure

Vorbildcharakter und Nachhaltigkeit

Ausführliche Hinweise unter www.bildungsideen.de

Projektteam Land der Ideen Management GmbH

Telefon 030 236 078 444

E-Mail bildungsideen@land-der-ideen.de

Drei Publikationen vom Interkulturellen Kompetenzzentrum zum Download

Die Handreichungen geben einen Einblick in die Praxis Interkultureller Trainings: Welche Inhalte spielen eine Rolle? Wie wird „trainiert“? Was sind Erfolgsmerkmale? Wie werden die Trainings von den Teilnehmenden und den Institutionen bewertet? Was war hilfreich und was bringt die Organisation weiter? All das finden sie mit besonderem Augenmerk auf Kliniken und Arbeitsverwaltungen journalistisch aufbereitet. Die Tagungsdokumentation stellt die Beiträge der Dezembertagung zum UN Tag der Menschenrechte zusammen und gibt so einen Einblick, wie interkulturelle Kommunikationskompetenzen Beratenden in der Verwaltung und Behandelnden in Kliniken weiterhelfen können.

Handreichung:
Interkulturelle Kompetenz in der Arbeitsverwaltung http://www.migration-online.de/AVW

Handreichung:
Interkulturelle Kompetenz in Klinikenhttp://www.migration-online.de/KLN

Tagungsdokumentation:
Migration und Gesundheithttp://www.migration-online.de/MUG

Interkulturellen Kompetenzzentrums

Daniel Weber
Leiter Interkulturelles Kompetenzzentrum
Bereich Migration und Qualifizierung
Telefon 0211 4301-197
Telefax 0211 4301-134
E-Mail: daniel.weber@dgb-bildungswerk.de

Buchtipps zu Freiwilligendiensten

Auf seine Handbücher zum Bundesfreiwilligendienstgesetz und zum Freiwilligen Sozialen Jahr macht der Lambertus Verlag aufmerksam. Das Buch „Bundesfreiwilligendienstgesetz“ enthält den Gesetzestext, vertragliche Grundlagen und Erläuterungen. „Integration durch Mitmachen“ zeigt, wie jungen Menschen mit Migrationshintergrund der Zugang zum FSJ ermöglicht wird. Es stellt die Ergebnisse eines Projekts der katholischen FSJ-Anbieter vor, das darauf abzielt, den Zugang zu Freiwilligendiensten zu ermöglichen.

BFDG Bundesfreiwilligendienstgesetz

Einleitung, Gesetzestext mit Begründung, Praxishinweise, Mustervertrag mit Anmerkungen

Deutscher Caritasverband (Hrsg.)

ISBN 978-3-7841-2077-5
1. Auflage, November 2011, Kartoniert/Broschiert, 132 Seiten

15,50 €

Integration durch Mitmachen

FSJ für junge Menschen mit Migrationshintergrund

Marianne Schmidle (Hrsg.), Barbara Schramkowski (Hrsg.), Uwe Slüter (Hrsg.)

ISBN 978-3-7841-2078-2
1. Auflage, Februar 2012, Kartoniert/Broschiert, 150 Seiten

15,00 €

Kinder- und Jugendgruppen als KinderKulturKarawane

Seit zwölf Jahren lädt die KinderKulturKarawane Gruppen aus Afrika, Asien und Lateinamerika nach Deutschland ein. Die Projektbeschreibungen und buchbaren Zeiträume finden Sie unter:

www.kinderkulturkarawane.de