Newsletter Nr. 5 vom 03.02.2012

Mit Herz gesehen: Reich-Ranicki über Deutschsein und deutsche Leitkultur

Auszug aus einem Interview mit Michel Friedman am 28. März 2001 (Transkription des Interviews)

Michel Friedman: Herr Reich-Ranicki, seit 50 Jahren leben Sie in Deutschland. Sie haben den deutschen Pass. Sie sprechen die deutsche Sprache. Die Menschen mögen Sie, und die, die Sie nicht mögen, beachten Sie. Und Sie sagen, Sie sind kein Deutscher?

Marcel Reich-Ranicki: Ich verwende das Wort „deutsch“ bezüglich meiner Person oft und gern, aber immer als Adjektiv. Ich bin ein deutscher Kritiker, ein deutscher Literaturkritiker, vielleicht ein deutscher Schriftsteller. Ein Deutscher bin ich nicht. Es wird nichts mehr daraus werden.

MF: Warum nicht?

MRR: Vielleicht ist es der Widerstand dagegen, dass Leute kommen und mir mein Deutschtum aberkennen. Das können sie nicht. Sie können höchstens sagen, dass ich von Kleist oder Thomas Mann zu wenig verstehe. Das ist aber etwas ganz anderes.

MF: Herr Reich-Ranicki, sind Sie noch verwundbar an dieser Stelle? Tut es Ihnen weh, wenn man Ihnen sagt, Sie gehören nicht dazu?

MRR: Nein, manches tut mir sehr weh. Natürlich bin ich verwundbar, aber das mit dem Dazugehören nun nicht. ...

MF: Warum ließ sich Ignaz Bubis in Israel begraben?

MRR: Das war das Ergebnis eines furchtbaren Missverständnisses. Er hielt sich die ganze Zeit für einen Deutschen. Und er war immer empört, wenn ihn die Leute fragten: „Verbringen Sie den Urlaub in Ihrer Heimat?“ – womit Israel gemeint war. Oder: „Sehen wir uns bei Ihrem Botschafter?“ – womit der israelische Botschafter damals in Bonn war gemeint.

Das kann mir nicht passieren. Sehen Sie, ich habe diese Illusion nicht, und diese Befürchtungen, die sie haben, betreffen mich nicht. Deshalb ist ein solcher Satz von mir völlig unmöglich. … Meine Heimat liegt in der Literatur und in der Musik.“

MF: Was geht in Ihnen vor, wenn neuerdings in Deutschland eine Diskussion stattfindet, wo gesagt wird: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein.“?

MRR: Das ist mir schon sehr fremd aus einem Grund: Ich bin überhaupt nicht stolz, auf gar nichts bin ich stolz. … Das Gerede: ‚Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein‘, hat ja einen Hintergrund. Das sagen ja Leute mit irgendwelchen nationalen Minderwertigkeitskomplexen. Die Engländer sagen das zum Beispiel nicht. ….

Der deutsche Minderwertigkeitskomplex ist ganz alt. Er kommt noch aus dem 18. Jahrhundert. Vergessen Sie bitte nicht, eine solche Hymne: ‚Deutschland, Deutschland über alles“. Warum hat Hoffmann von Fallersleben das geschrieben? Weil es kein Deutschland gab. Das war zu einem Zeitpunkt geschrieben, als es kein Deutschland gab.

Ein schlechter deutscher Dichter, der schon vergessen wurde, Emanuel Geigen, schrieb: ‚Am deutschen Wesen soll die Welt genesen‘. Warum? Das hat er 1861 geschrieben, weil es das Deutsche Reich nicht gab. Das sind nationale Minderwertigkeitsgefühle, die dann zu solch unverschämten Äußerungen führten.

MF: Erschreckt es Sie, dass es solche Äußerungen heute wieder gibt und dass sie in der politischen Diskussion wieder dazugehören?

MRR: Nein, ich empfinde es nur als Armutszeugnis, dass die Leute immer wieder vom deutschen Nationalstolz reden. Es ist nicht sehr imponierend, nicht sehr überzeugend. ….

MF: Was halten Sie von dem Begriff der deutschen Leitkultur?

MRR: Da hat mich nur verblüfft, dass die Leute so dumm sind und des Deutschen nicht mächtig sind. Was heißt denn Leitkultur? Ist das eine Kultur, die jemanden leiten soll? Wen? Europa leiten soll? Oder Deutschland, oder Bayern leiten soll? Was hat das für einen Sinn?

Die Leute gebrauchen das Wort, einer hat es gebraucht, und die anderen haben es nachgeplappert. Ich verstehe nicht, was damit gemeint ist.

MF: Wenn Sie heute noch einmal darüber entscheiden sollten, ob Sie in Deutschland leben sollten, würden Sie sich wieder für Deutschland entscheiden?

MRR: Ach, ich glaube, ja. …

Das Interview ist auf der Plattform Bei Youtube.com anzusehen:

http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=4fteRP4a-y4&feature=endscreen

Der Literaturkritiker und Holocaust-Überlebende Marcel Reich-Ranicki hat am 27.01.2012 als Zeitzeuge im Bundestag über der Deportation der Juden aus dem Warschauer Ghetto berichtet. An diesem Tag wird weltweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Marcel Reich-Ranicki schloss seine Rede mit den Worten: „Sie [die Deportation] hatte nur ein Ziel, sie hatte nur einen Zweck: den Tod.“

Die Rede Reich-Ranickis kann ebenfalls bei Youtube.com gesehen oder nachgelesen werden unter

http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/37432080_kw04_gedenkstunde/rede_ranicki.html

Bundeskanzlerin fordert: Mehr Migranten in den öffentlichen Dienst

Am Dienstag, dem 31. Januar 2012 tagte im Berliner Bundeskanzleramt der
fünfte Integrationsgipfel. Dabei wurde der „Nationale Aktionsplan Integration“ verabschiedet. Sein Ziel ist nach Angaben der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung Maria Böhmer, die Chancen jedes einzelnen Migranten auf gleichberechtigte Teilhabe zu vergrößern. Zugleich werden der Zusammenhalt und das Miteinander gestärkt, wovon alle Menschen profitierten.

Zum Gipfel hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel rund 120 Persönlichkeiten eingeladen, die an der Erarbeitung des Aktionsplans mitgewirkt hatten. Dazu gehören mehr als 30 Migrantenorganisationen, Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Länder, der Kommunen, der Wohlfahrtsverbände, von Wirtschaft und Gewerkschaften, der Wissenschaft, von Sport, Kultur, Medien und Religionsgemeinschaften. Ausgangspunkt dieser Arbeit war der Nationale Integrationsplan von 2007, der im vergangenen Jahr in elf Dialogforen weiterentwickelt und mit konkreten Maßnahmen untersetzt wurde.

Martin Gillo hat im Dialogforum „Arbeitsmarkt und Erwerbsleben“ mitgewirkt. Als konkrete Ziele wurde dabei die Erhöhung der Beschäftigungs- und Erwerbschancen durch Bildung, Spracherwerb und die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen benannt. Weitere Schwerpunkte für eine gelingende Arbeitsmarktintegration werden in der interkulturellen Öffnung der Institutionen und der interkulturellen Qualifizierung des Beratungspersonals gesehen.

Der Nationale Aktionsplan setzt mit den konkreten Maßnahmen Schwerpunkte in den Bereichen Sprache, Bildung und Ausbildung und Arbeitsmarkt, sowie im Bereich Gesundheit und Pflege.

Außerdem will die Bundesregierung den Anteil von Migranten im öffentlichen Dienst deutlich erhöhen. Künftig solle es auch mehr Migranten in Spitzenfunktionen geben.

Die Bundeskanzlerin verwies auf eine neue Kampagne, mit der gezielt um Bewerber aller Nationalitäten im öffentlichen Dienst geworben werden wird.

Der Anteil von Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund im sächsischen öffentlichen Dienst ist nicht bekannt. Martin Gillo sagte unter Verweis auf die Kampagne der Bundesregierung:

„Aus unserer Arbeit am Runden Tisch ‚Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse’ wissen wir, dass in Sachsen viele Menschen mit guten Ausbildungen leben. Geben wir ihnen die Chance, sich auch im öffentlichen Dienst einzubringen: sei es als Lehrer, Erzieher, Polizist oder an anderen Stellen. Das ist ein wichtiger Schritt für eine Willkommensgesellschaft.“

Die Kampagne der Bundesregierung finden Sie unter: http://www.wir-sind-bund.de/WSB/DE/Startseite/startseite-node.html

Alle weiteren Informationen zum Nationalen Aktionsplan finden Sie unter: www.integrationsbeauftragte.de

Menschenwürde messbar machen: „Heim-TÜV“ Faktor 2

Im Dezember 2011 haben wir unseren Bericht „Mitmenschen im Schatten: ‚Heim-TÜV‘ 2011 über das Leben in sächsischen Gemeinschaftsunterkünften“ veröffentlicht und alle sächsischen Unterkünfte nach einem Ampelsystem bewertet.

Dieser „Heim-TÜV“ prüft die menschenwürdige Unterbringung von Asylsuchenden im Freistaat Sachsen anhand von zehn Faktoren. Heute geht es um die

Sicherheit in Gemeinschaftsunterkünften

Wenn der Freistaat Sachsen Menschen in Gemeinschaftsunterkünften (Heimen) unterbringt, dann trägt er auch Verantwortung für die Sicherheit der Bewohner im Heim und indirekt auch für die Sicherheit im Umfeld der Heime.

Die Sicherheit innerhalb der Heime sollte genauso hoch sein wie der Grad der Sicherheit in der Öffentlichkeit. Regeln, Verantwortungsbewusstsein, Hilfe in Notfällen und Vorbeugung gegen erkennbare Bedrohungen müssen auch innerhalb der Heime gelten und umgesetzt werden. Da die Bewohner meist aus Ländern stammen, in denen andere Regeln für Sicherheit gelten und ein anderer Umgang damit gelebt wird, ist es auch wichtig, unsere Vorstellungen eines würdevollen und sicheren Zusammenlebens zu vermitteln.

Wenn in Heimen mehr als 100 Bewohner leben, dann multiplizieren sich die Herausforderungen im Sicherheitsbereich. Nach unseren Erfahrungen gehen steigende Bewohnerzahlen in der Regel mit einem Anstieg problematischer Konstellationen und sicherheitsrelevanten Vorkommnissen einher.

Den Faktor Sicherheit in Gemeinschaftsunterkünften haben wir deshalb entlang von sechs Fragen untersucht:

Wie viele Personen wohnen in der Unterkunft?
Grün: weniger als 100 Bewohner
Rot: über 180 Bewohner

Wird Präsenz/Wachdienst rund um die Uhr angeboten?
Grün: 7 x 24 Stunden pro Woche oder verschließbare Eingangstüren im Heim mit Wohneinheiten
Rot: nur tagsüber Personal in der Gemeinschaftsunterkunft präsent

Wie wird innere Sicherheit der Heimbewohner gewährleistet?
Grün: regelmäßige Kontrollen des Wachdienstes
Rot: keine Maßnahmen

Gibt es Hinweise auf repressive Hierarchien im Heim?
Grün: keine Beschwerden der Heimbewohner; positives soziales Gefüge
Rot: deutliche Hinweise auf Hierarchieführer

Hinweise auf Spannungen Heimpersonal – Heimbewohner?
Grün: freundlich-offenes Verhältnis; Gespräche entspannt und zwischenmenschlich
Rot: massive Beschwerden der Heimbewohner oder der Betreiber

Welche Straftaten sind im Heim aufgetreten?
Grün: Straftatenfreiheit zu Personen oder Sachen
Rot: immer wieder vorkommende erkennbare oder berichtete Straftaten gegen Personen und Gegenstände

Die von uns als grün eingestuften Heime engagieren sich aktiv für ein Klima des konstruktiven Zusammenlebens. Das vermeidet repressive Hierarchien, Gefahren von Alkohol- und Drogenkonsum und Beschaffungskriminalität. Außerdem wirkt sich dieser Umgang mit der inneren Sicherheit positiv auf das Umfeld der Gemeinschaftsunterkunft und die äußere Sicherheit aus.

Das konstruktive Engagement für die innere Sicherheit und die entsprechende Ausstattung der Gemeinschaftsunterkünfte ist deshalb nicht nur im Interesse der Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte, sondern auch im Interesse unserer Gesellschaft und der Menschen, die in der Nachbarschaft von Gemeinschaftsunterkünften leben.

Kanzleramtsminister Pofalla beim Sächsischen Ausländerbeauftragten

Der Chef des Bundeskanzleramtes Ronald Pofalla war am 1. Februar 2012 Gast beim Sächsischen Ausländerbeauftragten, um sich mit einem jüdischen Ehepaar zu treffen, die als Überlebende des Holocausts durch die direkte Unterstützung des Bundeskanzleramtes Aufnahme in Deutschland fanden. Das Schicksal dieser Familie aus der Ukraine haben wir unter dem Synonym „Daniel“ bereits im Jahresbericht 2010 vorgestellt. „Daniel“ hätte als sogenannter „jüdischer Kontingentflüchtling“ die Möglichkeit gehabt, regulär nach Deutschland einzureisen, konnte diese Möglichkeit aber wegen schwerer Krankheit nicht im vorgegebenen Zeitfenster wahrnehmen.

Nachdem Bemühungen beim Auswärtigen Amt und beim Bundesinnenministerium erfolglos geblieben waren, hatte sich Martin Gillo mit Unterstützung der Dresdner Oberbürgermeisterin, Helma Orosz, der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, Gerhard Ehninger vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und des Sächsischen Innenministers Markus Ulbig direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt und um Unterstützung gebeten. Seit September 2011 lebt die Familie in Dresden.

Ronald Pofalla betonte seine Freude, dass im Auswärtigen Amt eine Lösung für diesen humanitären Einzelfall gefunden werden konnte.

Kostenfreie Seminare für ausländische Unternehmer in Leipzig

Das Referat für Migration und Integration der Stadt Leipzig macht auf die kostenfreien MIQUA-Seminare für ausländische Unternehmer und Gründer aufmerksam. MIQUA steht für – Mikrofinanzierung für Quartiere. Ab sofort können sich russische Muttersprachler anmelden. Die Seminarreihe wird seit dem
31. Januar 2012 durch das Amt für Wirtschaftsförderung für Existenzgründer und Unternehmer mit russischem Sprachhintergrund angeboten. In besonders leicht verständlicher deutscher Sprache werden Fragen der Unternehmensführung, zu Marketing, Finanzierung und Förderung, zu Versicherungen oder Steuern beantwortet. Ein russischer Sprachmittler hilft bei Verständnisschwierigkeiten.

Die Seminare finden in den Räumen der OstWerkStadt am Torgauer Platz 1, 04315 Leipzig, jeweils in der Zeit von 17:00 – 19:00 Uhr statt:

31.01.2012 Selbständigkeit – eine Alternative?!

14.02.2012 Finanzielle und andere Hilfe für Existenzgründungen - Mikrofinanzierung

28.02.2012 Grundlagen von Marketing & Werbung

13.03.2012 Buchführung & Steuern

27.03.2012 Einstellung von Mitarbeitern

10.04.2012 Recht und Versicherung

24.04.2012 Abschlussworkshop / Mikrofinanzierung intensiv

Seminarreihen für weitere Sprachgruppen sind in Vorbereitung. Kontakt und Anmeldungen für die gesamte Seminarreihe und auch für einzelne Themen:

Jörg Wächtler

MIQUA Quartiersberater

Telefon 0341 – 591 3367

Leipzig unterstützt mit MIQUA die Unternehmer besonders in den Förderquartieren Leipziger Osten und Leipzig- Grünau. Im Projekt soll für Selbständige der Zugang zu Fremdkapital erleichtert werden. Es wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms BIWAQ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

Ausschreibung für START-Stipendium startet

Zum zehnten Mal vergibt die START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH in Sachsen Stipendien an engagierte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. START unterstützt die Jugendlichen auf dem Weg zum Abitur und stärkt ihre Bildungschancen. Für die Teilnahme sind neben dem familiären Migrationshintergrund gesellschaftliches Engagement und gute Schulnoten nötig. Das Stipendium richtet sich ausdrücklich an Schülerinnen und Schüler aller Schulformen. Die Bewerber sollten die Klassenstufen 8 oder 9 der Gymnasien bzw. 9 oder 10 der Mittelschulen besuchen.

Kurzbewerbungen können ab sofort bis zum 1. März 2012 im Internet abgegeben werden. Überzeugt diese, erhält der Kandidat die Aufforderung, sein Onlineprofil bis zum 20. April 2012 zu ergänzen. Die endgültige Auswahl der neuen Stipendiaten erfolgt anschließend nach persönlichen Bewerbungsgesprächen, die vor den Sommerferien stattfinden.

START fördert finanziell und ideell. Neben einer monatlichen Zahlung von 100 € für bildungsrelevante Anschaffungen und Aktivitäten beinhaltet das Stipendium einen Laptop mit Drucker und Internetanschluss. Im Zentrum der ideellen Förderung stehen Seminare aus den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Rhetorik, Demokratie, Medien- und interkulturelle Kompetenz. Zusätzlich können die Stipendiaten Veranstaltungen mit künstlerischem, sozial- und naturwissenschaftlichem sowie wirtschaftlichem und sportlichem Schwerpunkt besuchen.

In Sachsen ermöglichen acht Förderer die finanzielle und ideelle Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

www.start-stiftung.de

Ausbildung zur Betreuungskraft in Pflegeheimen

Die Weiterbildungsakademie gGmbH Dresden bietet eine Ausbildung zur Betreuungskraft in Pflegeheimen (nach § 87b Abs. 3 SGB XI)

unter spezieller Berücksichtigung der kultursensiblen Betreuung und Pflege Demenzkranker.  

 

Diese Qualifizierung richtet sich ausschließlich an arbeitssuchende Spätaussiedler und daueraufenthaltsberechtigte Ausländer mit Hauptwohnsitz im Freistaat Sachsen ohne Anspruch auf ALG I. Sie endet mit einem qualifizierten und deutschlandweit anerkannten Zertifikat.

 

Bewerbungen zum Kursbeginn am Montag, dem 6. Februar 2012 sind noch möglich.

Modul 1: Betreuungskraft in Pflegeheimen gem. § 87b Abs. 3 SGB XI (200 Std), einschließlich des Erwerbs des „Erste-Hilfe-Scheins“

Modul 2: Pflegebezogenes Deutsch (180 Std)

Modul 3: Kultursensible Pflege (120 Std)

Modul 4: Pflegedokumentation (einschließlich PC-Nutzung) (80 Std)    

Modul 5: (Selbst-)Organisation und Gesunderhaltung im Pflegealltag (30 Std)

Modul 6: Orientierung & Aktivierung auf dem Betreuungs- und Pflegemarkt (30 Std)

Modul 7: Praktikum (320 Std)  

Die Teilnehmer/innen werden individuell und auch in russischer Sprache betreut. Während des Kurses wird eine sozialpädagogische Betreuung angeboten. Fahrtkosten werden erstattet und ein Zuschuss von 5 Euro pro Maßnahmetag gezahlt. 

 

Kristin Winter
WAD Weiterbildungsakademie gGmbH Dresden
Gustav-Adolf-Straße 2

01219 Dresden
Telefon 0351 - 454 1731

Mobil 0176 326 692 86

Telefax: 0351 - 471 5675

E-Mail: Kristin.Winter@wad.de

Web: www.wad.de

Film „Fernes Land“ aktuell im Kino

Der im Newsletter 03/12 vom 20. Januar 2012 vorgestellte Film von Kanwal Sethi steht ab morgen in Leipziger und Dresdner Kinos auf dem Programm.

Leipzig

03.02.12 21 Uhr Kinobar Prager Frühling (Premiere in Anwesenheit von Kanwal Sethi)

03.-05.02.12 21 Uhr Kinobar Prager Frühling

16.02.12 Cineding (Filmgespräch mit Kanwal Sethi)

16.02.-29.02.12 Cineding

16.04. 12 18 Uhr Rosa Luxemburg Stiftung

Dresden

05.02.12 19 Uhr Kino im Dach (Premiere in Anwesenheit von Kanwal Sethi)

09.02.-15.02.12 Kino im Dach

D 2011 - 89 min - Farbe - Digital

Mark und Haroon treffen durch einen Unfall aufeinander, Auftakt einer nächtlichen Odyssee durch die fremde Welt der Illegalität. Die jungen Männer werden unfreiwillig zu Komplizen. Doch aus Zwang entsteht Hilfsbereitschaft, aus Abenteuerlust wird Freundschaft – in einer einzigen Nacht. Der Film spielt in Leipzig und Umgebung.

Kriminalbeamten fordern Maßnahmen zur Strafverfolgung bei Genitalverstümmelung bei Mädchen

Am 6. Februar 2012 ist der Internationale Tag "Zero Toleranz gegenüber Genitalverstümmelung". Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und der Verein TaskForce weisen darauf hin, dass in Deutschland bis zu 50.000 minderjährige Mädchen als akut gefährdet gelten. Besonders in den Hochrisikogruppen (z.B. aus den Herkunftsländern Somalia, Äthiopien, Ägypten, Sierra Leone, Mali, Gambia u.v.m.) werden bis zu 80% der Mädchen tatsächlich der Verstümmelung unterworfen, meist während "Ferienreisen" in das Heimatland der Eltern.


Wie der BDK am Donnerstag erklärte, verfehle der noch immer häufig geforderte Ansatz der "Information und Aufklärung" sowohl in den Herkunftsländern als auch in Europa sein Ziel, denn er geht von der falschen Annahme aus, Eltern misshandelten ihre Töchter aus Unwissenheit. So belegten Untersuchungen, dass den Tätern die Strafbarkeit der Verstümmelungen in Europa bekannt ist und sie gerade deshalb für die Taten ins Ausland ausweichen.
Bernd Carstensen vom BDK fordert vor diesem Hintergrund Politiker, Staat und Behörden auf, den gefährdeten Mädchen umfassenden Schutz zu gewähren. „Gleichzeitig muss es darum gehen, die Weichen für konsequente Strafverfolgung der Täter zu stellen".

Als Beispiele nannte er die Einführung der ärztlichen Meldepflicht kombiniert mit einer Untersuchungspflicht, sowie die Durchsetzung familienrechtlicher Maßnahmen für alle gefährdeten Mädchen, um die Taten in den Herkunftsländern der Eltern effektiv zu unterbinden. Der BDK bezieht sich dabei auch auf Veröffentlichungen der TaskForce für eine effektive Prävention von Genitalverstümmelungen.

www.bdk.de

http://www.taskforcefgm.de/situation/europa/

Aus Liebe zur zweiten Heimat: Chinesen in Freiberg nennen Sohn „Frei“

Wie die Stadt Freiberg am Mittwoch, dem 1. Februar 2012 bekannt gab, haben zwei im sächsischen Freiberg lebende Chinesen ihren am Mittwoch geborenen Sohn „Frei“ genannt. Der Grund für die besondere Namenswahl ist für Huixian Yang und Hong Shen die Liebe zu Freiberg. „In China kann jedes Wort, das im Wörterbuch steht, als Name verwendet werden“, erklärt der stolze Vater Hong Shen. „Die meisten Eltern wollen ein Namen, der einzigartig ist. Oft spiegeln sich ihre Wünsche für das Baby in diesem Namen wider.“ „Frei“ habe im Deutschen wie im Chinesischen eine sehr schöne Bedeutung. „Auf Chinesisch heißt es so viel wie ‚das Glück kommt’“.

Sollten die 30-Jährige und ihr 27 Jahre alter Mann ein zweites Kind bekommen, wollten sie es „Berg“ nennen, teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit.

Bürgermeister Bernd-Erwin Schramm (parteilos) hat die Ehrenpatenschaft für „Frei“ übernommen. Außerdem soll sich die Familie in ein paar Tagen in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

Freis Mutter lebt bereits seit acht Jahren in Freiberg. Sie arbeitet an ihrem Master-Abschluss als Wirtschaftsmathematikerin. Ihren Mann lernte sie in Sachsen kennen. Er kam nach Angaben des Rathauses vor drei Jahren für seine Promotion an die TU Bergakademie. „In China hätten wir uns nie getroffen. In Freiberg haben wir uns kennen und lieben gelernt“, erklärte Hong Shen.