Newsletter Nr. 4 vom 25.01.2013

Mit Herz gesehen - Zu Weihnachten tauschte sächsische Kirchgemeinde Gutscheine in Bargeld

Zwölf von dreizehn Landkreisen und Kreisfreien Städten in Sachsen haben sich entschlossen, den Asylsuchenden ihre Unterstützung nicht in Sachleistungen sondern in Bargeld auszuzahlen. Das hat sich aus der Sicht der Verwaltung und der betroffenen Asylsuchenden sehr bewährt.

Bei einer öffentlichen Veranstaltung des MDR im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig zum Umgang mit Asylsuchenden bekannte sich der Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht (CDU) ebenfalls zu den Vorteilen von Bargeld im Umgang mit den Asylsuchenden.

Ein Landkreis in Sachsen hat sich allerdings noch anders entschlossen. Aus verschiedenen logisch nachvollziehbaren Gründen hat er beschlossen, Leistungen über Gutscheine zur Verfügung zu stellen. Die Asylsuchenden können mit diesen Gutscheinen in einigen Ladenketten ihre Lebensmittel einkaufen, nehmen dafür aber auch einen längeren Weg zu den Einkaufsmöglichkeiten hin.

Im Nachgang zur Veranstaltung in Leipzig kam ein Mann auf mich zu, der in einer Kirchgemeinde des betreffenden Landkreises aktiv ist. Und er erzählte mir, dass in seiner Gemeinde vor Weihnachten eine Tauschaktion stattgefunden hat. Die Asylsuchenden konnten ihre Gutscheine gegen Bargeld bei Mitgliedern der Gemeinde eintauschen.

Die Gemeindemitglieder konnten die Gutscheine bei ihren normalen Einkäufen (per Auto) bequem nutzen. Und die Asylsuchenden hatten die kleine Freiheit, zu entscheiden, was sie ihren Freunden und der Familie zu Weihnachten schenken wollten. Sie hatten somit die Freiheit, auch Dinge zu kaufen, die nicht auf der Liste der für Gutscheine erlaubten Produkte standen.

Ich denke, solch ein praktisches Handeln zeigt Herz. Und das sollte sich auch in unserem Verwaltungshandeln widerspiegeln. Oder?

Martin Gillo

Neuer Bischof Koch: Ausländer gehören zu uns

Am Mittwoch stellte sich der designierte Bischof des Bistums Dresden-Meißen in einem Pressegespräch in seinem neuen Wirkungskreis vor. Dr. Heiner Koch wird am 16. März 2013 in sein Amt eingeführt.

Angesprochen auf seine Erfahrung und Haltung in der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz sagte Koch, er sei im Bistum Köln für die Betreuung von etwa 240.000 ausländischen Gemeindemitgliedern zuständig gewesen. Diese hätten in Köln starke selbstständige Gemeinden, wie z.B. die polnische, kroatische und italienischen Gemeinde. Zunehmend gebe es unter ihnen auch Flüchtlinge aus Afrika oder Iran und Irak und damit wären auch Themen wie Legalität – Illegalität, Kinder und Familienzusammenführung in den Fokus gerückt. Das Thema Migration und diese Menschen seien ihm an´s Herzen gewachsen. Er sei froh, in dieser Kommission zu sein und werde dort bleiben. Wörtlich sagte er mit Blick auf Flüchtlinge und Ausländer: „Die gehören zu uns und wir zu ihnen.“.

Mehr Ehrenamtsförderung für Migrationsarbeit

Über das Förderprogramm "Wir für Sachsen" erhielten im Jahr 2012 etwa 18.200 Bürgerinnen und Bürger eine Aufwandsentschädigung für ihr ehrenamtliches Engagement. Bis zu 40 Euro pro Monat wurden an die Antragssteller gezahlt, insgesamt 6,2 Millionen Euro. Durchschnittlich erhielt jeder ehrenamtliche Helfer 340 Euro als Aufwandsentschädigung. Darüber informiert das Beiratsmitglied, Hannelore Dietzschold, CDU am Sonntag. Die meisten Freiwilligen seien in Sportvereinen, in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Seniorenarbeit tätig.

Für 2013 liegen 5.149 Anträge für 23.624 Personen vor. Künftig sollen verstärkt Vereine gefördert werden, die sich um Familien kümmern – etwa Mutter-Kind-Gruppen anbieten.

Auch dem Engagement von und für Migranten komme ein besonderer Stellenwert zu: "Zukünftig werden wir auch die Gremienarbeit von jungen Menschen bis zum Alter von 27 Jahren fördern", kündigte die Landtagsabgeordnete an. Jugendliche und junge Erwachsene sollen so stärker für das gesellschaftliche Engagement gewonnen werden. Bislang war die Mitarbeit in Gremien und Vorständen von einer Förderung ausgeschlossen.

Weitere Informationen zur Ehrenamtsförderung
www.ehrenamt.sachsen.de

EU-Förderprogramme „Gesundheit 2008 – 2013“ und „Europäischer Integrationsfonds“

Die Europäische Union stellt 2013 rund zwölf Millionen Euro für Projekte zur Verfügung, die dem Schutz und der Förderung der Gesundheit dienen. Auch sächsische Vereine, Kommunen und Behörden sind aufgefordert, Projektanträge zu stellen. Inhaltlich werden vor allem Maßnahmen gefördert, die sich einer rechtzeitigen Behandlung und der Versorgung von HIV/AIDS Erkrankten widmen bzw. die präventiv arbeiten. Zudem sind im Bereich Migration und Integration die Förderbereiche Verbesserung der Situation „chronisch Erkrankter“ und die „Förderung der Gesundheit im Alter“ interessant.

Der Förderumfang kann bis zu 60 Prozent der Gesamtkosten betragen. Es werden insbesondere Kofinanzierungen gefördert. Bewerbungsschluss für Anträge ist der 22. März 2013.

Außerdem können Vorschläge für den Europäischen Fonds zur Integration von Drittstaatsangehörigen (EIF) für das Förderjahr 2013 eingereicht werden. Die Projekte müssen sich mindestens mit einer der drei folgenden Themenschwerpunkte befassen: Lokale Maßnahmen zur Verbesserung der ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Partizipation von Migranten; Kooperation mit den Herkunftsländern; Steuerung und Effektivität von Integrationsmaßnahmen.

Projektanträge können regionale und lokale Gebietskörperschaften, NGOs, Universitäten und Forschungszentren sowie internationale Organisationen stellen. An einem Projekt müssen wenigstens vier Einrichtungen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten (darunter der Antragsteller) beteiligt sein. Die Projektlaufzeit soll 18 Monate betragen. Die Anträge müssen bis zum 26. Februar 2013 (12 Uhr) online über das PRIAMOS-System eingereicht werden.

Weitere Informationen, der Leitfaden sowie die Antragsformulare sind unter
http://ec.europa.eu/dgs/home-affairs/financing/fundings/migration-asylum-borders/integration-fund/calls/call_20121213/index_en.htm

BAMF will Migrantenorganisationen strukturell fördern

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will bundesweit agierende Migrantenorganisationen bei ihrer Professionalisierung unterstützen. Zu diesem Zweck werden Projekte gefördert, die den Aufbau von Strukturen und Netzwerkbildung dieser Migrantenorganisationen zum Ziel haben. Die Förderung kann - je nach Bedarf des Projektträgers - für zunächst drei Jahre und in Höhe von bis zu 110.000 Euro pro Jahr gewährt werden. Die ausgewählten Projekte sollen im zweiten Quartal 2013 beginnen. Das Auswahlverfahren im Bundesamt wird im März 2013 durchgeführt. Interessierte Migrantenorganisationen können bis zum 28. Februar 2013 eine entsprechende Interessensbekundung beim Bundesamt einreichen.

Ausführliche Informationen in der öffentlichen Bekanntmachung des Interessenbekundungsverfahrens

http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2013/20130121-interessensbekundungsverfahren-projekt-migrantenorganisationen.html

Fortschrittsbericht 2012 zum Fachkräftekonzept liegt vor

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Fortschrittsbericht zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung beschlossen. Der demografische Wandel in Deutschland führe perspektivisch zu einem dramatischen Rückgang des Erwerbstätigenpotentials, heißt es seitens des Arbeitsministeriums. Bereits heute gäbe es Engpässe an qualifizierten Arbeitskräften in verschiedenen Berufen und Regionen. Es fehlten nicht mehr nur Akademiker wie Mediziner oder Ingenieure, sondern auch Nicht-Akademiker wie Lokführer, Klimatechniker oder Handwerker.

Die Erwerbsbeteiligung sei gestiegen und ausländische Fachkräfte könnten leichter zuwandern, so die Bundesregierung. Doch gebe es auch in Zukunft noch viel zu tun, um den Fachkräftebedarf zu sichern. Um die Attraktivität Deutschlands für diese Menschen zu erhöhen, habe die Bundesregierung bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt: die Blaue Karte EU, kommunale „Welcome-Center“ oder Internetangebote mit Informationen zum Standort Deutschland.

Bei der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt gebe es „weiterhin hohen Handlungsbedarf“, heißt es in dem Bericht. Danach sind vor allem Frauen mit Migrationshintergrund erwerbslos – nur jede Zweite habe einen Job. Bei den Müttern ohne Migrationshintergrund seien es dagegen 72 Prozent. Laut Fortschrittsbericht war die Arbeitslosigkeit von Ausländern Ende vergangenen Jahres doppelt so hoch wie bei den Deutschen.

Mitteilung des Bundesarbeitsministeriums
http://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/fortschrittsbericht-fachkraefte-2013-01.html;jsessionid=EDB84B418E98F0CA75B3846AF8C96058

Zum Fortschrittsbericht 2012

http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Pressemitteilungen/2013/fortschrittsbericht-fachkraefte-2013-01.pdf?__blob=publicationFile

Tagung zur Interkulturellen Woche - Wer offen ist, kann mehr erleben

Am 22. und 23. Februar findet die bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2013 unter dem Motto „Wer offen ist, kann mehr erleben.“ im Tagungszentrum Evangelisches Johannesstift in Berlin Spandau statt. Als Termin für die Interkulturelle Woche 2013 wird der Zeitraum vom 22. bis 28. September 2013 empfohlen. Der Tag des Flüchtlings ist am Freitag, den 27.September 2013.

Offen sein für Andere, dies ist eine Bereicherung des eigenen Lebens, so die Organisatoren. Deutschland präsentiere sich immer wieder als weltoffenes, in die Zukunft gewandtes Land. Rassistische und ausgrenzende Haltungen sind aber in Deutschland weit verbreitet. Die Herausforderungen von Flucht, Migration und Integration sind wegweisende Fragestellungen in Deutschland und Europa. Auf der Vorbereitungstagung werden zentrale Themen und Perspektiven vorgestellt und miteinander diskutiert.

Zum vollständigen Tagungsprogramm
www.interkulturellewoche.de

Bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2013

Die Anmeldung kann auf der Internetseite, per Post oder Telefax erfolgen.

Bianca Brohmer
Ökumenischer Vorbereitungsausschuss
zur Interkulturellen Woche
Postfach 16 06 46
60069 Frankfurt am Main
Telefon 069 230605
Telefax 069 2306 50
E-Mail info@interkulturellewoche.de

Wettbewerb: Das Europäische Sprachensiegel 2013

Das Europäische Sprachensiegel 2013, verliehen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, fördert Initiativen im Bereich des Sprachenlehrens und –lernens mit dem Ziel, erfolgreiche Konzepte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die diesjährige Ausschreibung steht unter dem Motto "Erfolgreiches Lernen in mehrsprachigen Gruppen - Innovative Projekte zur außerschulischen und schulischen Förderung von Mehrsprachigkeit als Schlüssel zum Bildungserfolg und zum Erwerb interkultureller Kompetenzen in Europa".

Honoriert werden neue Techniken der Sprachvermittlung. Die Unterstützung innovativer Projekte auf lokaler und nationaler Ebene soll die Qualität des Sprachunterrichts europaweit verbessern. Beteiligen können sich Institutionen aus allen Bildungsbereichen, die in Deutschland ansässig sind – von der Kleinkindbildung über die Schul- und Hochschulbildung bis zur Berufs- und Erwachsenenbildung.

Aus der Ausschreibung:

Wie sichern oder erhöhen Sie den Bildungserfolg, indem Sie die Mehrsprachigkeit

von Personen mit Migrationshintergrund als Ressource nutzen? Inwieweit geht Ihr Projekt über die Vermittlung reiner Sprachkenntnisse hinaus und fördert die interkulturelle Kompetenz? Wie sichert Ihr Projekt ab, dass auf der einen Seite die verschiedenen Herkunftssprachen der Lernenden, aber auch eine stetige Verbesserung der Kompetenz in Schrift und Wort in der Zielsprache gefördert wird?

Auf welche Art und Weise reflektieren und messen Sie den Erfolg Ihres Projektes?

Bewerbungen sollen bis zum 10. März 2013 eingereicht werden und den nationalen Themenschwerpunkt und die europäischen Kriterien gleichermaßen berücksichtigen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und die Bewerbungsunterlagen finden Sie auf der Website des DAAD unter
www.eu.daad.de/sprachensiegel

Magdeburger Bischof setzt Zeichen für Integration und Toleranz

Zu seinem Neujahrsempfang am Samstag, dem 25. Januar, hat der Magdeburger Bischof Gerhard Feige ausländische Gemeindemitglieder seines Bistums eingeladen. Mit der Begegnung wolle der Bischof ein sichtbares Zeichen für ein gutes Miteinander sowie für Integration und Toleranz setzen. Die Feier solle zudem deutlich machen, dass die Integration ausländischer Mitbürger für die katholischen Christen in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus einen besonderen Stellenwert einnehme. Die Kirche sei ein Ort, der jedem unabhängig von seiner Nation oder Rasse eine Heimat biete. In der bischöflichen Verwaltung rechnet man mit rund 200 Teilnehmern verschiedenster Nationen.

Bundesweit 64.539 Asylerstanträge in 2012

Im Jahr 2012 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 64.539 Asylerstanträge gestellt. Es waren 18.798 mehr als im Jahr 2011, das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um etwa 41 Prozent.

Insgesamt 8.764 Personen (14, 2 Prozent) aller Asylbewerber erhielten im Jahr 2012 die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention. Zudem erhielten 8.376 Personen (13,5 Prozent) sogenannten „subsidiären Schutz“ (Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 2, 3, 5 und 7 Aufenthaltsgesetz), darunter 5.480 Syrer, heißt es aus dem Bundesamt.

Der erneute Anstieg der Asylbewerberzahlen ist vor allem auf den vermehrten Zugang aus den Hauptherkunftsländern (insbesondere aus Serbien, Mazedonien, Syrien, Bosnien-Herzegowina und der Russischen Föderation) sowie auf die weiterhin hohen Zugangszahlen aus Afghanistan und dem Irak zurückzuführen.