Newsletter Nr. 7 vom 28.02.2014

Mit Herz gesehen - Bereit für ein friedliches Miteinander der Religionen?

In politischem Streit hören wir immer wieder von der Gefahr anderer Religionen. Dass es auch anders geht, zeigen die folgenden Ausschnitte aus einer Presseerklärung über eine „Konferenz der Weltreligionen“ in Großbritannien, die kürzlich von der muslimischen Ahmadiyya Gemeinschaft organisiert war.

Rund 500 Delegierte aus 26 Ländern nahmen an der Konferenz teil, darunter Glaubensoberhäupter verschiedener Länder, Politiker, Regierungsvertreter, Diplomaten, Akademiker und Vertreter verschiedener NGOs. Die Konferenz wurde zudem von vielen wichtigen Persönlichkeiten mit Botschaften unterstützt. Darunter waren Königin Elisabeth II., der Dalai Lama, der Erzbischof von York, der Erzbischof von Wales, der Vatikan und Premierminister David Cameron.

Die „Konferenz der Weltreligionen“ in der Guildhall in London veranstaltete die Ahmadiyya-Gemeinschaft im Rahmen ihrer Hundertjahrfeier. Sie stand unter dem Thema „Gott im 21. Jahrhundert“. Die Redner, Oberhäupter verschiedener Religionen, befassten sich mit der Frage, welche Rolle Religion in der heutigen Welt spielen kann und ob Religion weiterhin eine positive Kraft ist.

Das Ahmadiyya-Oberhaupt, Hazrat Mirza Masroor Ahmad, stellte heraus, dass alle wichtigen Religionen der Welt die Verehrung Gottes und Liebe und Barmherzigkeit unter den Menschen lehren. Er sagte, dass es bei Einhaltung dieser ursprünglichen Lehren heute eine harmonische Gesellschaft ohne Konflikte und Kriege geben würde:

"Was die Welt heute unbedingt braucht, ist Frieden und Glaube an Gott. Wenn diese Realität in allen Ländern der Welt anerkannt würde, ob groß oder klein, würden nicht im Namen der Verteidigung Millionen und Milliarden Dollar für immer größere militärische Macht ausgegeben. Stattdessen würden die Mittel genutzt werden, um die Hungrigen zu ernähren, allgemeine Schulbildung bereitzustellen und den Lebensstandard in der sich entwickelnden Welt zu erhöhen."

Erzbischof Kevin McDonald sprach als Repräsentant der katholischen Kirche über den Weltgebetstag für Frieden, den Papst Johannes Paul II. 1986 initiierte. Er sagte, dass „die heutige Konferenz ein weiterer Moment des Zusammenkommens von Menschen verschiedener Religionen in Frieden und Gerechtigkeit ist."

Eine Botschaft vom Dalai Lama war: „Liebe und Altruismus sind Tugenden, die allen Religionen zu Grunde liegen, und deshalb verdienen alle Religionen Respekt. Alle Religionen sind Mittel für den inneren Frieden. Ich unterstütze die Konferenz der Weltreligionen von ganzem Herzen."

Rabbi Prof. Daniel Sperber sagte als Vertreter des Oberrabbiners von Israel: „Die Menschen sind nicht Meister der Welt, sondern ihre Wächter. Lasst uns zu den einfachen Konzepten des Glaubens und der Heiligkeit Gottes zurückkehren."

Baronin Warsi, Staatsministerin im britischen Außenministerium, sagte: „Der Abend war eine hervorragende Gelegenheit, den selbstlosen Dienst von Menschen aller Religionen zu demonstrieren und zu zeigen, dass Menschen mit Gott Gutes tun."

Dominic Grieve, britischer Abgeordneter und Generalstaatsanwalt, sagte: „Individuelle Gewissensfreiheit ist die Grundlage für alles und die Menschen müssen die Freiheit haben, ihre Religion ohne jeglichen Zwang auszuüben. Ich möchte … der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft für ihren erstaunlichen Beitrag zum Vereinigten Königreich danken."

Weitere Redner waren Scheich Moafaq Tarif, geistlicher Führer der Gemeinschaft der Drusen in Israel, Umesh Sharma, Vorsitzender des Hindu-Rats von Großbritannien, Rabbi Jackie Tabick, Mitvorsitzende des World Congress of Faiths, Dr. Katrina Lantos-Swett, Vizevorsitzende der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit, Baronin Berridge, Vorsitzende des britischen Parlamentsausschusses für internationale Religionsfreiheit…

Mit solch einem konstruktiven Religionspluralismus könnten auch wir in Sachsen gut leben, egal, ob wir uns als religionszugehörig oder säkular definieren. Oder?

Martin Gillo

Innenministerium verlängert Frist für syrische Flüchtlinge

In Anbetracht der Situation in Syrien hat das Sächsische Staatsministerium des Innern die Anordnung vom 6. November 2013 nach § 23 Abs.1 AufenthG zur Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen an syrische Flüchtlinge, die eine Aufnahme durch ihre in Deutschland lebenden Verwandten beantragen, bis zum 30.September 2014 verlängert.

„Das neue Deutschland – von Migration und Vielfalt“ Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum

Ab dem 8. März wird im Deutschen Hygiene Museum in Dresden die Ausstellung „Das neue Deutschland – Von Migration und Vielfalt“ präsentiert. Schwerpunkt der Ausstellung sind Personen und ihre Vielfältigkeit, die hinter dem Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund“ stehen. Die Ausstellung macht deutlich, dass Migration normal ist; eine Normalität, die es seit jeher gab. Auch Deutschland sieht sich mittlerweile als Einwanderungsland. Manche Menschen sehen diese Entwicklung als bereichernd an, andere wiederum begegnen ihr Entwicklung mit Angst und auch mit Gewalt. Daraus entsteht die Frage, wie Deutschland aussieht und zukünftig aussehen soll, da das Leben in einer Einwanderungsgesellschaft geprägt ist von einem stetigen Aushandlungsprozess. Parallel zu der Ausstellung werden eine Veranstaltungsreihe und Bildungsprogramme für Schulklassen, Jugendgruppen, Familien und Erwachsene angeboten.

Weitere Informationen zu den begleitenden Veranstaltungen finden Sie unter folgendem Link: http://dhmd.de/index.php?id=2281

Kongress in Dresden zum Thema „Mehrsprachigkeit im Dialog. Gemeinsam Übergänge gestalten“

Am 14. März findet im Haus an der Kreuzkirche in Dresden der Kongress „Mehrsprachigkeit im Dialog. Gemeinsam Übergänge gestalten“ statt. Er wird von PHOENIX Köln e.V. in Kooperation mit dem Russisch-Deutschen Kulturzentrum e.V. in Nürnberg und dem Ausländerrat Dresden e.V. im Rahmen des Bundesprojektes „Mehrsprachigkeit als Brücke und Ressource zur Integration in Bildung und Beruf“ veranstaltet.

Geplant sind sowohl Vorträge aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Verwaltung als auch die Vorstellung der praktischen Arbeit verschiedener Organisationen rund um das Thema Mehrsprachigkeit. Eine Podiumsdiskussion schließt sich an.

Weitere Informationen zum Kongress und zur Anmeldung finde Sie unter
http://www.auslaenderrat-dresden.de/

Treffen des bundesweiten Netzwerks Migration und Entwicklung auf kommunaler Ebene in Leipzig

Die Servicestelle Kommunen in einer Welt lädt zusammen mit dem Referat für Migration und Integration und dem Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig zum 4. Treffen des bundesweiten Netzwerks Migration und Entwicklung auf kommunaler Ebene ein. Es wird am 2. April von 9.00 – 16.30 Uhr im Neuen Rathaus in Leipzig stattfinden. Der Schwerpunkt des Treffens liegt auf dem gegenseitigen Fach- und Erfahrungsaustausch aller Beteiligten zu aktuellen Thematiken, neuen Ideen und Problemen. Gleichzeitig soll die bundesweite Vernetzung gefestigt werden. Die Servicestelle stellt neue Angebote vor, die sie aufgrund des benannten Bedarfs des Netzwerkes entwickelt hat.

Weitere Informationen zum Treffen und der Anmeldung unter:
http://www.service-eine-welt.de/migration/migration-ankuendigung-netzwerktreffen-2014.html

Deutscher Landkreistag mit Handreichung zur interkulturellen Öffnung

Der Deutsche Landkreistag hat eine Handreichung zur interkulturellen Öffnung der Landkreisverwaltungen herausgegeben. Sie beschreibt den Stand und die Perspektiven von Integration im ländlichen Raum und weist auf die Potenziale von wachsender Zuwanderung im Kontext des demografischen Wandels hin. Darüber hinaus werden die Begriffe interkulturelle Öffnung, interkulturelle Kompetenz sowie Willkommens- und Anerkennungskultur näher erläutert und als Schlüsselelemente kommunaler Integrationspolitik beschrieben. Zudem werden konkrete Handlungsvorschläge - etwa im Hinblick auf die Ausgestaltung von Verfahren der Personalauswahl - gemacht.

Die Handreichung finden Sie unter folgendem Link: http://www.landkreistag.de/images/stories/publikationen/bd-116.pdf.

Bischöfe fordern EU zu humanitärer Flüchtlingspolitik auf

Im Rahmen der deutsch-italienischen Bischofskonferenz zu Migrationsfragen forderten die Bischöfe ein Umdenken in der EU Flüchtlingspolitik. Sie kritisierten vor allem das Asylverfahrenssystem, das dafür sorge, dass mehr als 20.000 Menschen in den vergangenen Jahren an den EU - Außengrenzen oder auf dem Weg zu diesen starben. Es müsse ein faires und transparentes Asylverfahrenssystem entwickelt werden, bei dem sowohl die Interessen aller EU – Mitgliedsländer beachtet würden, als auch genauso die Anliegen der Flüchtlinge.

Es gehe vor allem darum „die Überwachung der Grenzen und die Wahrung der Menschenrechte in Einklang zu bringen", sagte Erzbischof Montenegro, zu dessen Bistum auch die Mittelmeerinsel Lampedusa gehört. Zusätzlich sollten auch die Möglichkeiten legaler Zuwanderung weiter diskutiert werden, da ansonsten keine Konsequenzen aus den Tragödien wie dem Untergang von Flüchtlingsschiffen vor Lampedusa gezogen würden.

Ein weiteres Thema war die Zukunft der „muttersprachlichen Seelsorge“ der italienischen Migranten in Deutschland. Seit den 1960er Jahren wurden 83 italienische Gemeinden in Deutschland eingerichtet, die die Migranten durch Seelsorge und Sozialarbeit begleiten sollten. Aktuell kommen jährlich etwa 40.000 Italiener nach Deutschland. Bischof Trelle betonte: „Die muttersprachliche Seelsorge leistet einen wichtigen Beitrag für ihre Integration in Kirche und Gesellschaft.“

Die Pressemitteilung der deutschen Bischofskonferenz unter folgendem Link: http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=2491&cHash=9753831a669199c5a4465a

Sachverständigenrat: Migrantenorganisationen können Bildungserfolg nachhaltig steigern

Migrantenorganisationen können durch kooperative Elternarbeit den Bildungserfolg von Schülern mit Migrationshintergrund nachhaltig steigern. Zu dieser Einschätzung kommt der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen (SVR) in seinem Policy Brief, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Migrantenorganisationen können Familien mit Migrationshintergrund besser erreichen als andere Institutionen oder Einrichtungen. Die Arbeit reicht dabei von der Hausaufgabenhilfe über Elterninformationsveranstaltungen bis hin zur Ausbildung von Elternlotsen als Ansprechpartner an Schulen.

Gleichzeitig wurde festgestellt, dass Migrantenorganisationen unter schwierigen Bedingungen arbeiten, da auf Grund der finanziellen Situation häufig nur Ehrenamtliche Teil der Organisation sind, wobei eine Professionalisierung und Verfestigung der Arbeit nötig wäre. Der SVR hat eine Reihe von Handlungsempfehlungen entwickelt, durch die die Rolle von Migrantenorganisationen in der kooperativen Elternarbeit gestärkt werden könnte.

Den Policiy Brief kann geladen werden unter
http://www.svr-migration.de/content/wp-content/uploads/2014/02/SVR-FB_Elternarbeit_Migrantenorganisationen.pdf

DGB-Woche der Weiterbildung 2014

Die Woche der Weiterbildung des Deutschen Gewerkschaftsbundes findet dieses Jahr vom 19. bis zum 23. Mai statt und zielt darauf ab, Qualifizierungsmöglichkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Bildungseinrichtungen, große und kleine Betriebe, öffentliche Verwaltungen, Mittelgeber und Migrantenorganisationen sollen in dieser Woche durch spezielle Veranstaltungen auf ihr Angebot aufmerksam machen. Das gibt den Migranten die Möglichkeit, sich zu informieren, sich beraten zu lassen und die passende Weiterbildung zu finden. Alle Einrichtungen, Institutionen und Organisationen können an der Woche der Weiterbildung teilnehmen.

Weitere Informationen finden unter folgendem Link:
http://migration-online.de/beitrag._aWQ9OTIwMw_.html

Sachbearbeiterin/Sachbearbeiter für die Geschäftsstelle des SAB gesucht

In der Verwaltung des Sächsischen Landtags ist ab April 2014 in der Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten eine halbe Stelle als Sachbearbeiterin/ Sachbearbeiter befristet bis zum 31. März 2016 zu besetzen. Die ausführliche Stellenbeschreibung, Aufgaben und Anforderungen stehen unter

http://www.landtag.sachsen.de/de/landtag/verwaltung/5466_10714.aspx