Newsletter Nr. 4 vom 31.01.2014

Mit Herz gesehen - Einladung zum Wellenreiten

Unsere Welt verändert sich. Auch Deutschland befindet sich in einer unaufhaltsamen Bewegung in Richtung einer Vielfalt von verschiedenen Völkern, Kulturen und Religionen.

Das alles geschieht schon heute und hier, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Menschen aus den verschiedensten Ländern, Kulturen und Religionen leben Seite an Seite, Tür an Tür, und immer öfter gehören sie zu einer Familie.

Das waren wir bisher in unserer Vergangenheit nicht gewohnt. Besonders Deutschland bildete sich häufig Probleme ein, die es gar nicht gab. In unserer Vergangenheit wurden Juden als Erzfeinde gebrandmarkt und bis in den Tod verfolgt, obwohl sie gerade mal 1 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausmachten, voll integriert waren und uns viele wichtige Impulse für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft gaben. Mehr noch: Die Aufklärung in Europa wäre ohne jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger unvorstellbar.

Wenn wir ehrlich sind, dann merken wir, dass wir heute viele und wichtige Veränderungen, die bereits stattgefunden haben, verschlafen, ignoriert oder bewusst verschwiegen haben.

Deshalb sehe ich meinen Beitrag bei dieser Entwicklung auch darin, offen auf unsere Zukunft zu schauen und darüber Klartext zu sprechen. Wir sollten genau wissen, was auf unsere Gesellschaft zukommen könnte und wir sollten vor allem das Beste daraus machen. Denn auf dieses Handeln kommt es bei aller Zukunftsschau schließlich an.

Um es bildlich auszudrücken: Ich verhalte mich wie ein Surfer, der auf seinem Brett im Ozean sitzt, und auf die Wellen schaut, die aus dem Meer kommen. Wer eine große Welle reiten will, der muss nach vorne schauen. Wer die Chancen in einer Situation erkennen und nutzen will, der sollte dasselbe tun und den Blick nach vorne richten.

Genau das mache ich seit einigen Jahren, nicht nur, was die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland angeht. War bislang meine Bekanntheit meist moderat, so geben sich in der letzten Zeit einige Autoren viel Mühe, meinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Normalerweise hätte ich nichts dagegen.

In diesem Fall hat mich die rechte Szene als Symbol der Zukunft entdeckt. Für sie scheine bin ich zu einem Paradebeispiel für einen Politiker geworden zu sein, der bewusst eine „Umvolkung“ Deutschlands und eine Überwindung der deutschen Identität anstrebt.

Solche Menschen mag es vielleicht geben, ich zähle mich jedenfalls nicht dazu. Meine Welt ist nicht das Schieben von Flüssen, sondern das Navigieren darauf.

Ich werde also jetzt in Internetforen, auf Facebook und per Emails für etwas bekannt gemacht, was auf mich nicht zutrifft. Das anzunehmen, wäre wie ein Schmücken mit fremden Federn. Neulich wurde ich deshalb sogar in einer Straßenbahn von einem ganz in schwarz gekleideten Mann lautstark angegangen und mit Namen angesprochen.

Ich habe nichts gegen Kritik, wenn sie berechtigt ist. Das gehört zu meinem Geschäft, und solche Kritik erhalte ich auch zu Genüge. Aber bitte auf Grund von richtigen Inhalten. Wie soll ich auf Kritik antworten, die mich gar nicht betrifft? Solange ich Kritik per E-Mail bekomme, gehe ich auf alle Beiträge ein, auch wenn sie ungewöhnlich sind.

Was mich ein wenig ärgert? Ein Buchautor benutzt mich derzeit, um sein eigenes Buch voller Unkenrufe über die Zukunft unseres Landes zu vermarkten. Er hat mich also zu einem Symbol für etwas erhoben, dass ich nicht bin. Und er macht damit Geld auf meine Kosten.

Deshalb noch einmal: Was bewegt mich im Herzen?

Ich sehe, dass viele Veränderungen auf uns zukommen. Ich erkenne verschiedene positive und auch negative Trends.

Ich bin überzeugt, wir alle sollten vor allem die positiven Entwicklungen stärken und die vielen Chancen nutzen, die wir haben.

Ich setze mich für eine lebenswerte Zukunft ein, die aus dem, was ist und dem, was auf uns zukommt, das Beste macht. Zum Vorteil für Alle, Sie und mich eingeschlossen.

Wollen Sie dabei nicht mitmachen?

Ihr Martin Gillo

Landesdirektion informiert zu erwarteten Flüchtlingszahlen

Sachsen erwartet für das Jahr 2014 etwa 8.000 Asylsuchende, die aufgenommen werden müssen. Darüber informierte die Landesdirektion Sachsen am Montag die Landräte und Oberbürgermeister und legte eine Aufschlüsselung vor. Die Flüchtlinge würden auf die unterschiedlichen Kreise und Städte verteilt. 2013 hatte Sachsen insgesamt etwas mehr als 5.800 Flüchtlinge aufgenommen. In den Städten und Gemeinden müssten nun neue Unterkünfte für die Menschen bereitgestellt werden. Etwa zehn Prozent der 8.000 Asylsuchenden seien Folgeanträge von Menschen, deren Asylgesuch in Deutschland schon einmal abgelehnt wurde.

Die Prognose ergibt sich aus Berechnungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dort rechnet man für die Bundesrepublik für 2014 mit bis zu 140.000 neuen Flüchtlingen und 20.000 Folgeanträgen auf Asyl.

Die Pressemitteilung der Landesdirektion mit der Aufschlüsselung finden Sie unter:
http://www.lds.sachsen.de/index.asp?ID=7022&art_param=371

Aktuelle Erlasse zur Aufnahme von syrischen Schutzbedürftigen mahnen zur Eile

Für syrische Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz suchen können, drängt die Zeit. Aktuell wird auf mehrere Erlasse hingewiesen:

Das Bundesministerium des Innern hat mit seinen Aufnahmeanordnungen vom 30.5.2013 und vom 23.12.2013 ein Kontingent von insgesamt 10.000 Personen geschaffen. Bei der zweiten Anordnung ist nicht mehr die Beteiligung von UNHCR bzw. Caritas im Libanon erforderlich.

Das Sächsische Staatsministerium des Innern hat am 06.11.2013 eine Aufnahmeanordnung ohne zahlenmäßige Beschränkung getroffen. Allerdings sind hier das Visumverfahren einzuhalten und die Sicherung des Lebensunterhalts durch Verpflichtungserklärungen nachzuweisen.

Mit Erlassen vom 27.1.2014 und vom 16.01.2014 hat das Sächsische Innenministerium seine Aufnahmeanordnung zu der des Bundes ins Verhältnis gesetzt und die Ausländerbehörden insbesondere darum gebeten,
bis zum 7. Februar 2014 entsprechende Schutzbedürftige, die wegen fehlender Verpflichtungserklärung von der sächsischen Aufnahmeanordnung unberücksichtigt bleiben, zu benennen.

Erlasse und Hinweise des Bundesministeriums des Innern und Hinweise des UNHCR

Erlasse und Hinweise des Sächsischen Innenministeriums

START – Schülerstipendien wieder ausgeschrieben

Die START-Stiftung sucht engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Die Stiftung setzt sich seit zwölf Jahren für mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ein. Mit dem Stipendienprogramm wollen die START-Stiftung gGmbH und ihre Partner engagierte Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Weg zu einem höheren Schulabschluss begleiten, ihren Einsatz für andere würdigen und sie in der Übernahme sozialer Verantwortung stärken. Dank einer ideellen und finanziellen Förderung kann START die Entwicklungschancen der Stipendiaten verbessern.

Die Stipendiaten erhalten bis zum Erreichen des Schulabschlusses monatlich 100 € Bildungsgeld sowie einen Laptop und Drucker. Sie profitieren von einem gefächerten Bildungsangebot an Seminaren, Workshops und Exkursionen. Im Schuljahr 2013/14 wurden rund 700 Stipendiaten aus etwa 80 verschiedenen Nationen durch START gefördert. In Sachsen erhalten derzeit 26 Schülerinnen und Schüler ein START-Stipendium.

Gesucht werden Schülerinnnen und Schüler, die aktuell die Klassenstufen 9 und 10 der Oberschulen bzw. 8 und 9 der Gymnasien besuchen und aktiv für andere da sind. Insgesamt gibt es 140 Plätze für das Schuljahr 2014/15 in insgesamt 14 Bundesländern (alle außer Bayern und Baden-Württemberg).

Jugendliche können bis zum 1. März 2014 ihre Kurzbewerbung abgeben.
www.start-stiftung.de

Kontakt in Sachsen
Landeskoordination START in Sachsen
Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Carolaplatz 1
01097 Dresden
Telefon 0351 564 2759
E-Mail Bashar.Alwan@smk.sachsen.de

Bistum Dresden-Meißen stellt 50.000 Euro Flüchtlingshilfe bereit

Das katholische Bistum Dresden-Meißen stellt ab sofort Hilfen in einer Gesamthöhe von 50.000 Euro für Flüchtlinge und Asylsuchende bereit. Mit der Verwaltung und Vergabe ist der Caritasverband im Bistum Dresden-Meißen beauftragt, so ein Bistumssprecher am Mittwoch in Dresden. Damit soll insbesondere Familien mit Kindern geholfen werden. Die Mittel stehen für die Beschaffung von Einrichtungsgegenständen und Hausrat wie Waschmaschine, Geschirr, Herd sowie Bekleidung und medizinische Hilfe zur Verfügung.

In der Regel können bis zu 500 Euro bezuschusst werden, informierte die Caritas. Der Zuschuss gelte für Menschen in einer Notlage und soll die Lebenssituation der Betroffenen verbessern. Beantragt werden können die Hilfen bei den Beratungsstellen der Caritas im Bistum Dresden-Meißen und bei den Pfarreien. Den Anträgen müssen Identitätsnachweise, zum Beispiel der Aufenthaltstitel, beigefügt werden. Antragsberechtigt sind Flüchtlinge und Asylsuchende, die von der Caritas oder von den Pfarreien begleitet werden und von ihnen eine Bestätigung ihres Unterstützungsbedarfes erhalten.

Kontakt und Infos
Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen
Abteilung Fachberatung und Sozialpolitik
Mechthild Gatter
Telefon 0351 4983734
E-Mail gatter@caritas-dicvdresden.de

Opferberatung der RAA Sachsen e.V. sucht Beraterin

Die Opferberatung des RAA Sachsen e.V. hat zum 1. März 2014 eine Stelle als Berater/in ausgeschrieben. Die Stelle hat einen Arbeitsumfang von 50 Prozent (20 Wochenarbeitsstunden). Dienstort ist das Büro der Opferberatung in Leipzig.

Die Opferberatung unterstützt seit 2005 Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt, deren Angehörige sowie Zeugen. Zudem informieren sie regelmäßig über die Situation von Betroffenen rechtsmotivierter Gewalt in Sachsen und verweist auf gesellschaftliche Zusammenhänge solcher Angriffe.

Stellenangebot und Bewerbungsinformationen:
http://www.raa-sachsen.de/newsbeitrag/items/stellenausschreibung-opferberaterin-fuer-betroffene-rechter-und-rassistischer-gewalt-des-raa-sachsen-ev.html

Begegnungswochenende für deutsch- und russischsprachige Menschen aus dem Landkreis Leipzig

Das ost-west-forum Gut Gödelitz e.V lädt herzlich zu einem Begegnungswochenende für deutsch- und russischsprachige Menschen aus dem Landkreis Leipzig ein. Die Veranstaltung findet vom 14. bis 16. März auf Gut Gödelitz bei Döbeln statt. An diesem Wochenende treffen sich zehn Menschen, um sich über ihre Lebensgeschichten ein Stück näher zu kommen. Sie hören einander zu, ohne zu bewerten oder zu unterbrechen und lernen ihr Gegenüber kennen. Das sind die ersten Schritte hin zu gegenseitigem Verständnis und einem vertrauensvollen Miteinander. Die Gespräche werden von einem deutsch-russischen Moderatorinnenteam geleitet.

Die Veranstaltung findet für Menschen aus dem Landkreis Leipzig im Rahmen des Projektes „Migrationsgeschichte(n) stark machen“ des Netzwerkes für Demokratische Kultur e.V. statt. Für die Teilnahme entstehen keine Kosten – Unterkunft und Verpflegung werden gestellt.

Seit 1998 setzt das ost-west-forum Gut Gödelitz e.V. das „Gödelitzer Biografienmodell“ ein, um den Dialog zwischen Ost- und Westdeutschen anzuregen. Dieser Ansatz wurde 2009 auf interkulturelle Begegnungen – zunächst zwischen Deutsch-und Türkeistämmigen – übertragen. Seit 2011 werden Deutsch-Russische sowie Deutsch-Polnische Biografierunden durchgeführt.

Anmeldung bis zum 20. Februar
Miroslav Bohdalek
Netzwerk für Demokratische Kultur e.V.
Domplatz 5
04808 Wurzen
E-Mail mirek.bohdalek@ndk-wurzen.de

Bundesbauministerin Hendricks unterstützt Kommunen

Bei einem Treffen mit Vertretern der Kommunen, der Länder und des Bundes sicherte die Bundesbau- und Umweltministerin Barbara Hendricks den Kommunen ihre Unterstützung bei der Bewältigung der Herausforderungen im Kontext der Zuwanderung sozial schwacher europäischer Bürger zu.

Der Bund werde das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ weiter ausbauen und verbessern. Das Programm „Soziale Stadt“ fördert sowohl den Bau und die Sanierung von sozialen Einrichtungen für Stadtteile, aber auch die Arbeit von Quartiersmanagern, die den direkten Kontakt zu den Bürgern suchen und so Konflikte vermeiden.

Hendricks wies darauf hin, dass Zuwanderung ein großer Gewinn für das Land sei, dass die Städte aber auch konkrete Unterstützung bei der Bewältigung sozialer Probleme bedürfen. Dies sei eine Aufgabe, an der alle Ebenen gemeinsam mitwirken müssten. Die Gespräche sollen auf konkreter Ebene weitergeführt werden, um die Ansatzpunkte für die Förderung zu entwickeln.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.bmub.bund.de/bmu/presse-reden/pressemitteilungen/pm/artikel/bauministerin-hendricks-will-kommunen-bei-integration-helfen/

Jahrestagung zum Thema Illegalität in der Katholischen Akademie Berlin

Vom 19. bis zum 21. März findet die 10. Jahrestagung „Irreguläre Migration im Wandel“ in der Katholischen Akademie Berlin statt. Rückblickend werden die letzten zehn Jahre der irregulären Migration betrachtet. Dabei werden sowohl der politische Diskurs als auch die empirische Entwicklungen thematisiert, sowie die politische Maßnahmen im In- und Ausland. Daran anschließend sollen Institutionen und Initiativen ihre Rollen im politischen Prozess und ihr Verständnis von Interessenvertretung und „Advocacy“ darstellen und bewerten. Abschließend sollen die Ziele für die zukünftige Migrationspolitik betrachtet werden.

Das Tagungsprogramm, organisatorische Hinweise sowie den beigefügten Anmeldebogen finden Sie unter:
http://www.katholische-akademie-berlin.de/_pdf/2014/Mrz/Programm-Illegalitaetstagung2014-Einladung-mit-Anmeldebogen-2.pdf