Newsletter Nr. 24 vom 25.06.2012

Einbürgerungsfest am 16. Juni 2012 – Ein Fest machte Zukunft sichtbar

Jedes Jahr kommen andere Gäste zum Einbürgerungsfest und trotzdem ist die Atmosphäre fast identisch: festlich, unbeschwert und hoffnungsvoll. Sachsens Innenminister Markus Ulbig und der Ausländerbeauftragte Martin Gillo hatten eingeladen und etwa 300 Gäste folgten der Einladung in den Landtag. Ganze Familien kamen festlich gekleidet, erwartungsfroh und augenschein-lich bewegt in den sonnendurchfluteten Plenarsaal.

Bild 6

Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois, Markus Ulbig und Martin Gillo sprachen aus, was ihnen auf dem Herzen lag: Herzlich willkommen in unserer Gesellschaft! Festredner der besonderen Art war Sebastian Krumbiegel. Der Sänger, dessen Name eng mit den Leipziger Prinzen verbunden ist, engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für die Rechte von Menschen mit Migrationshintergrund. Sein musikalischer Festvortrag stand unter dem Titel „Meine Nation sind die Liebenden“, und beinhaltete bewegende Geschichten und Lieder über Flucht, Heimat, Schicksale, Freude und Hoffnung.

Engagieren wir uns gemeinsam!

Bild 7

In diesem Jahr setzten die Veranstalter einen Schwerpunkt auf die interkulturelle Öffnung von Freiwilligendiensten. Unterstützt wurden sie dabei vom Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz und von den Sächsischen Mehrgenerationenhäuser. In dem Wissen darum, dass die Organisation von Freiwilligendiensten in Deutschland sehr spezifisch ist, legten die Dienste vor allem Wert darauf, ihre Arbeit vorzustellen und mit den Gästen des Festes ins Gespräch zu kommen. Ihnen war wichtig zu verstehen, wo Hindernisse und Missverständnisse entstehen können und wo es Zugangshürden gibt, die bisher nicht bekannt waren.

So staunten einige Besucher des Landtags nicht schlecht, als sie auf dem Platz vor dem Landtag nicht nur den obligatorischen Ballonstart sehen konnten, sondern auch einen Krankentransporter des DRK und zwei Einsatzwagen des THW.

Eine ausführliche Dokumentation des Festes am 16. Juni 2012 und einige Impressionen finden Sie auf der Website www.offenes-sachsen.de

Sächsischer Migrantenbeirat lehnt Integrationskonzept ab

Zu dem am 20. März 2012 von der Sächsischen Staatsregierung vorgestellten Integrations- und Zuwanderungskonzept (ZIK) hat der Sächsische Migrantenbeirat am vergangenen Mittwoch folgende Erklärung abgegeben:

„Das erst jüngst von der Landesregierung beschlossene Papier muss in vielen Punkten überarbeitet werden. Sachsen hat als letztes Bundesland endlich ein Zuwanderungs- und Integrationskonzept. Dies war aber auch schon das einzig Positive, was die Mitglieder des Sächsischen Migrantenbeirates bei ihrem Treffen am Sonnabend in Dresden über das 68-seitige Papier sagen konnten. „Das im März beschlossene Konzept ist rückständig, völlig ungenügend und eröffnet keine ausreichende Integrationsperspektive“, bringt Beiratssprecher Marc Lalonde, Vorsitzender des Ausländerbeirates der Stadt Dresden, die Verärgerung auf den Punkt. So erhalte das Integrationskonzept keinerlei Aussagen über die Partizipationsmöglichkeiten der in Sachsen lebenden Migranten/-innen. Außerdem spreche es ausschließlich die schon eingebürgerten Migranten/-innen an. Über Asylbewerber finde sich dagegen kein Wort in dem Papier.

„Das Konzept ist hauptsächlich eine Beschreibung und Auflistung bestehender Ansätze der jetzigen, völlig ungenügenden Integrationspolitik des Freistaates“, ergänzt Sebastian Vogel, Vorsitzender des Ausländerrates Dresden e.V. und ebenfalls Mitglied im Beirat.

Die Beiratsmitglieder vermissen konkrete Maßnahmen und vor allem neue Wege und Perspektiven in der aktuellen Integrationsarbeit. Die Landesregierung hätte sich dabei ein Beispiel an anderen Bundesländern oder auch kommunalen Integrationskonzepten nehmen können. Aber auch der Sächsische Migrantenbeirat selbst hatte immer wieder grundlegende Forderungen und Anregungen eingebracht. Allerdings findet sich davon keine in dem vorliegenden Integrationskonzept wieder. „Wir sind verärgert darüber, dass sich keiner unserer Vorschläge aus der jahrelangen, vermeintlich offenen Beteiligung der sächsischen Vereine und Migrantenselbstorganisationen am Entstehungsprozess des Konzeptes nun in der beschlossenen Fassung wiederfindet“, sagt Marc Lalonde. Dies zeige auch das Desinteresse der Staatsregierung an einem wahrhaft weltoffenen Sachsen. Die Konsequenz für den Sächsischen Migrantenbeirat ist klar: Das vorliegende Zuwanderungs- und Integrationskonzept wird rundweg abgelehnt. Es muss überarbeitet werden. "Ein Integrationskonzept muss seinen Namen vom Prozess der Erstellung bis zu den Umsetzungsmaßnahmen verdienen", fordert Sebastian Vogel.

Der Sächsische Migrantenbeirat ist ein Netzwerk sächsischer Migranten(selbst) organisationen, Flüchtlingsinitiativen und Ausländerbeiräte. Er tagt vierteljährlich in Kooperation mit den Ausländerbeauftragten des Freistaates und der Kommunen.“

Download des ZIK

https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/14432

Martin Gillo: „Es gibt Redebedarf!“

Sachsens Ausländerbeauftragter erneuerte seinen Vorschlag, sich konstruktiv mit dem Ansatz und den Vorschlägen des Konzeptes auseinandersetzen. „Um es erfolgreich mit Leben zu füllen, sollte jetzt gemeinsam mit den bereits hier lebenden Migrantinnen und Migranten überlegt werden, wie es weiterentwickelt und umgesetzt werden kann.“, sagte Gillo. Er verwies darüber hinaus, dass es um die angemessene gesellschaftliche Einbindung aller in Sachsen lebenden Migrantinnen und Migranten ginge – unabhängig davon, ob sie Eingebürgerte, Spätaussiedler, Daueraufenthaltsberechtigte, Fachkräfte, Forscher oder Flüchtlinge seien.

Veranstaltungen zum Gedenken an Marwa El-Sherbini

Am 1. Juli 2009 starb Marwa El-Sherbini durch ein Attentat während eines Prozesses im Dresdner Landgericht, als sie als Zeugin gegen den späteren Täter aussagte. Der Ausländerrat Dresden lädt alle interessierten Menschen zu folgenden Gedenkveranstaltungen ein:

Donnerstag, 28. Juni, 19 Uhr

Ausländerrat Dresden (IBZ), Heinrich-Zille-Straße 6

„Der Fall Marwa El-Sherbini“, Gesprächsrunde mit Christian Avenarius

Rückschau und Betrachtung der juristischen Aufarbeitung mit Oberstaatsanwalt Christian Avenarius, der zum Zeitpunkt des Mordes als Pressesprecher des Dresdner Landgerichts tätig war.

Sonntag, 1. Juli, 15 - 17 Uhr

Marwa-El-Sherbini Kultur- und Bildungszentrum, Marschnerstraße 2

„Umgang mit Leiden, mit Trauer und Tod im Christentum und im Islam“,

Gespräch mit Ender Cetin, Sehitlik-Moschee (Berlin) und Michael Leonhardi, Krankenhausseelsorger (Dresden)

(Christlich-Islamischer Dialog, veranstaltet von ÖIZ und MKEZ)

Montag, 2. Juli, 17 Uhr, Kreuzkirche (am Altmarkt)

Ökumenisches Friedensgebet

Montag, 2. Juli, 18 Uhr, Landgericht Dresden, Lothringer Straße 1

Gedenkveranstaltung mit Blumenniederlegung

Mit ausgewählten Worten der Trauer und der Rückschau wird vor dem Landgericht an den Tod Marwa El-Sherbinis erinnert.

Montag, 2. Juli, 19 Uhr

Marwa-El-Sherbini Kultur- und Bildungszentrum, Marschnerstraße 2

Offener Begegnungsabend

Die Dresdner muslimischen Gemeinden laden recht herzlich zu einem Abend des Kennenlernens und des Dialogs in das Marwa-El-Sherbini-Kultur- und Bildungszentrum ein.

Sonntag, 8. Juli, 10 Uhr, Heinz-Steyer-Stadion, Pieschener Allee 1

Antirassistisches Fußballturnier „kick racism“

zeitgleich: Ausstellung „Strafraum“ zum Thema Rassismus im Stadion

Mittwoch, 11. Juli, 16 bis 20 Uhr, Stadtmuseum, Wilsdruffer Straße 2

„Muslimisches Leben in Dresden“

Miteinander reden, erfahren wie Musliminnen und Muslime in Dresden leben, weit ab von Klischee und Vorurteil.

Stadt Zwickau sucht Gleichstellungs-, Ausländer- und Frauenbeauftragte

In der Stadt Zwickau ist ab 1. November 2012 die Stelle der „Gleichstellungs-, Ausländer- und Frauenbeauftragte“ ausgeschrieben. Bewerbungsende ist der 4. Juli 2012. Die Stellenausschreibung mit näheren Informationen ist auf der Website der Stadt zu finden.

http://www.zwickau.de/de/politik/buergerservice/aemter/obundbau/personal_hauptamt/bilder/GleichstellungAuslaenderFrauensbeauftragte.pdf

Gutes Beispiel: Heidenauer Schüler begegnen Asylsuchenden

Im Rahmen von vier Events setzen sich die Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums Heidenau mit der Frage auseinander, wie unsere Gesellschaft in Zukunft leben möchte, auf welche Werte eine zukunftsfähige deutsche Gesellschaft aufbauen und welche Rolle dabei Menschen aus anderen Kulturkreisen spielen können. So haben die Schüler mit Bewohnern der Asylbewerberunterkunft in Heidenau Gerichte aus deren Heimat sowie der deutschen Küche gekocht. Ein gemeinsames Fußballspiel ist geplant. Einen besonderen Stellenwert haben aber die Gespräche mit Asylsuchenden, um mehr über ihre Herkunft, ihre Fluchtgründe und ihre Wünsche für die Zukunft zu erfahren.

Höhepunkt des Projektes „Begegnung wagen - Zukunft gestalten 2012" ist die Abschlussveranstaltung am 17. Juli 2012. Zu dieser kommt der frühere Bundespräsident Roman Herzog. In einem Podiumsgespräch wird er mit den deutschen und ausländischen Gästen darüber diskutieren, ob 15 Jahre nach seiner "Ruck"-Rede dieses Umdenken tatsächlich durch die Gesellschaft gegangen ist - vor allem auf dem Gebiet der Integration.

Schüler und Lehrer des Gymnasiums sind überzeugt, dass dieses Projekt einen Impuls geben wird, um ausländische Mitbürger besser in unsere Gesellschaft zu integrieren. "Wir denken, ein Ruck muss auch durch unsere Art und Weise des Umgangs mit den Asylbewerbern gehen. Statt über sie, wollen wir mit ihnen reden.“, so Schülersprecher Sebastian Schwab, der das Projekt leitet. Landrat Michael Geisler hat die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen.

Kontakt:

Jonas Danner

PR-Beauftragter des Projektes

bw-zg@pestalozzi-gymnasium-heidenau.info

 

Pestalozzi-Gymnasium Heidenau

Hauptstraße 37

01809 Heidenau

Telefon 03529 512371

Bundesbeauftragte: Anerkennungsgesetze der Bundesländer kommen im Herbst 2012

„Die Anerkennungsgesetze der einzelnen Bundesländer werden im Herbst 2012 verabschiedet.“ Diese Ankündigung machte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Frau Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer auf den Nürnberger Tagen für Integration des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Sie fanden am 20. und 21. Juni statt und standen unter dem Motto „Gelebte Vielfalt – von der Realität zur Normalität“.

Die Teilnehmer setzten sich unter anderem damit auseinander, welche konkreten Maßnahmen eine Willkommensgesellschaft ausmachen und was man dafür tun kann, dass die Lebenswirklichkeiten von Migranten und Migrantinnen in Deutschland in ihrer Normalität wahrgenommen werden. Frau Professor Böhmer betonte, dass die Anerkennung der ausländischen Qualifikationen eine wesentliche Voraussetzung sowohl für ein konstruktives Zusammenleben als auch für eine erfolgreiche Zuwanderungspolitik sei.

In Sachsen leben derzeit etwa 10.000 Menschen mit Migrationshintergrund, deren Abschlüsse nicht anerkannt sind. In vielen Berufen ist die Anerkennung von ausländischen Qualifikationen notwendige Vorrausetzung für ihre Ausübung.

UNHCR Jahresbericht 2011 – vier Fünftel aller Flüchtlinge bleiben in ihren Nachbarländern

Für das Jahr 2011 verzeichnet der Jahresbericht 4,3 Millionen neue Flüchtlinge. 800.000 von ihnen mussten ihr Land verlassen. Weltweit waren im letzten Jahr 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht: 15 Millionen Flüchtlinge, 26 Millionen Binnenvertriebene und 895.000 Asylsuchende.

Die massiven Krisen des letzten Jahres in Libyen, Cóte d´Ivoire, Somalia und Syrien spiegeln sich deutlich im Report wieder, der am 18. Juni 2012 vorgestellt wurde. Auffällig sei, dass die meisten Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Irak, Somalia und dem Kongo kämen und vorrangig in den direkten Nachbarländern Schutz gesucht haben.

Der ganze Bericht ist im Internet ladbar unter:

www.unhcr.org/news/UNHCR_Global_Trends_2011_WEB_EMBARGOED.pdf

Gemeinschaftsbroschüre stellt mehrsprachige Kinderbücher vor

Das Netzwerk Mehrsprachigkeit e.V. präsentiert in seiner fünften Ausgabe über 200 zwei- und mehrsprachige Bücher in 27 Sprachen. Das Inhaltsverzeichnis ist nach Sprachen geordnet und listet von albanisch bis türkisch die Angebote der beteiligten Verlage auf. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Verlegern, Buchhändlern, Erziehern, Lehrern, Bibliothekaren, Wissenschaftlern und Sprachförderern, die sich für Mehrsprachigkeit und Fremdsprachenerwerb in Theorie und Praxis einsetzen.

www.verein-mehrsprachigkeit.de

Buchtipp: Diversity in und durch Verwaltungen

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat eine Handreichung zum Projekt „Chancen gleich(heit) prüfen – Diversity Mainstreaming für Verwaltungen“ vorgelegt. Sie trägt den Titel „Diversity-Prozesse in und durch Verwaltungen anstoßen: von merkmalspezifischen zu zielgruppenübergreifenden Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit“ und kann ab sofort als Heft bestellt werden. Institutionen und Einrichtungen können bis 15 Exemplare erhalten.

www.antidiskriminierungsstelle.de

Ostrale´012: 245 Künstler aus 33 Nationen

Vom 13. Juli bis zum 16. September 2012 findet die internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste in Dresden statt. Die Ostrale präsentiert sich zum sechsten Mal als gattungsübergreifendes Festival der Gegenwartskunst.

www.ostrale.de