Newsletter Nr. 36 vom 04.11.2013

Landesbischof Bohl mahnt Barmherzigkeit mit Flüchtlingen an

Im zentralen Gottesdienst in Sachsen zum Reformationstag thematisierte der Landesbischof Bohl im Meißener Dom den Umgang mit Flüchtlingen. Er kritisierte dabei sowohl die europäische Flüchtlingspolitik als auch die rassistischen Demonstrationen vor den Asylbewerberheimen in Sachsen. Diese seien „beschämend für unser Land“. Bohl forderte eine Politik, die die Flüchtlinge dabei unterstützt, eine positive Zukunft zu gestalten, anstatt ihnen weitere Hindernisse in den Weg zu legen. In seiner Predigt appellierte er an einen „barmherzigen Umgang mit den Flüchtlingen“, der sich mahnend durch die ganze Bibel hindurch ziehe.

Zu den Veröffentlichungen der Evangelischen Landeskirche Sachsen
http://www.evlks.de/aktuelles/nachrichten/22661.html

Weiterbildungsangebote für Multiplikatoren durch pokuBi in Sachsen

Die Landesarbeitsgemeinschaft politisch kulturelle Bildung („pokuBi“) Sachsen e.V. bietet eintägige Weiterbildungen und Trainings in den Bereichen Neonazismus, Rassismus, Demokratieentwicklung, demokratische Konfliktlösungen und Migrationsgesellschaft an. Die Seminare richten sich vor allem an Menschen, welche mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten sowie an Personen in Leitungsfunktion. Für Gruppen ab acht Personen kommt „pokuBi“ auf Anfrage in die gewünschte Region. Die Kosten sind unterschiedlich und richten sich nach Trainer-Honoraren, Reisekosten, Raummiete sowie Material- und Verwaltungsaufwand. Sollten die zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausreichen, wird gemeinsam nach anderen Wegen gesucht. „pokuBi“ bietet seit zehn Jahren Weiterbildungen an und wird gefördert durch das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“.

Kontakt
LAG politisch-kulturelle Bildung Sachsen e.V.
Schützengasse 18
01067 Dresden
Telefon 0174 8032 276
Mittwoch von 10 bis 14 Uhr und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr
E-Mail kontakt@pokubi-sachsen.dewww.pokubi-sachsen.de

Sitzungen des Dresdner Ausländerbeirates nun öffentlich

Der Dresdner Stadtrat beschloss am 17. Oktober, dass der Ausländerbeirat Dresden zukünftig seine Sitzungen im Regelfall öffentlich durchführen wird. Nur in Ausnahmefällen kann die Nichtöffentlichkeit hergestellt werden.

Neu im Paragraf 25 der Hauptsatzung der Landeshauptstadt Dresden sind folgende Passagen: Der Ausländerbeirat tagt grundsätzlich in öffentlicher Sitzung. Einzelne Tagesordnungspunkte werden nichtöffentlich behandelt, wenn das öffentliche Wohl oder berechtigte Interessen Einzelner dies erfordern. Über Anträge aus der Mitte des Ausländerbeirates, einen Verhandlungsgegenstand entgegen der Tagesordnung in öffentlicher oder nichtöffentlicher Sitzung zu behandeln, wird in nichtöffentlicher Sitzung beraten und entschieden. In nichtöffentlicher Sitzung gefasste Beschlüsse sind in öffentlicher Sitzung bekannt zu geben, sofern nicht das öffentliche Wohl oder berechtigte Interessen Einzelner entgegen stehen.

Die bisherige Regelung in der Hauptsatzung der Landeshauptstadt sah die Nichtöffentlichkeit als Regelfall vor. Der Beschluss sorgt für mehr Transparenz in Verwaltungsangelegenheiten, welche Migranten betreffen.

Informationen zu den Aufgaben und zur Zusammensetzung des Beirates sind im Internetangebot der Stadt Dresden zu finden.
http://www.dresden.de/de/02/030/c_04.php

Seminar „Aktuelle Probleme des Ausländerrechts“ in Leipzig am 14. November

Das Referat für Migration und Integration Leipzig sowie die Friedrich-Ebert-Stiftung veranstalten am 14. November 2013, von 9 bis 16 Uhr, ein Seminar zu aktuellen Änderungen des Ausländerrechts. Veranstaltungsort ist das Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung auf der Burgstraße 25 in Leipzig. Das Seminar richtet sich an Personen mit Vorerfahrungen im Aufenthaltsrecht. Referenten sind die Rechtsanwälte Tim Kliebe und Peter von Auer aus Frankfurt am Main. Die Teilnahmegebühr beträgt zehn, ermäßigt fünf Euro.

Eine Anmeldung zum Seminar ist möglich bis zum 8. November 2013.
E-Mail sachsen@fes.de

Netzwerk IQ-Themenreihe – Kompetent durch Wissen

Zu fundierter interkultureller Kompetenz möchte das Netzwerk IQ mit einer Themenreihe verhelfen. Es geht um das Wissen, auf welche alltäglichen Probleme Menschen mit Migrationshintergrund stoßen und wie man ihnen begegnen kann. Das Modul „Verstehen & Verstandenwerden“ wird dreimal im November angeboten. Dabei geht es um mündliche und schriftliche Kommunikation mit Nichtmuttersprachlern. Wie können komplexe Sachverhalte einfach erklärt werden? Das Seminar vermittelt Wissen über den Europäischen Referenzrahmen, Sprachkurse und Zertifikate. Außerdem gibt es Regeln und Übungen zur schriftlichen und mündlichen Kommunikation in Situationen der Beratung. Es werden keine Kosten erhoben. Beginn ist jeweils 9 Uhr, Ende 15 Uhr.

Dresden Dienstag 5.11.2013

Leipzig Dienstag 12.11.2013

Zwickau/Chemnitz Dienstag 26.11.2013

Informationen und Anmeldung bitte unter
Telefon 0375 390 93 65
E-Mail post@exis.de

Weitere aktuelle Angebote der Akteure des IQ Netzwerkes Sachsen:

Kompaktkurs „Anerkennung ausländischer Qualifikationen - Grundlagen der Beratungsarbeit“

Workshop „Interkulturelle Beratung in der Praxis“

Train the Trainer - Interkultureller Wind für den Trainingsalltag für Aktive in der Erwachsenenbildung mit den Modulen „Kultur und Begegnung“, „Sprache und Fachtexte“ und „Didaktik und Methodik“.

Studienbegleitprogramm für ausländische Studierende an Hochschulen in Sachsen

Das Studienbegleitprogramm (STUBE) Sachsen bietet Studierenden aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa eine Ergänzung zum Hochschulangebot. Bei verschiedenen Veranstaltungen bekommen die Studenten die Möglichkeit, mit anderen über ihr Herkunftsland und ihr Leben und Studium in Deutschland zu sprechen oder Lesungen und Filmvorführungen zu organisieren. Die Studierenden erhalten zudem Stipendien, wenn sie die Reisekosten für berufsvorbereitende Praktika- oder Studienaufenthalte (BPSA) in ihrer Heimat nicht selbst übernehmen können. Das Programm gibt es seit 2002.

Aktuelle Termine:

8.-10. November 2013 in Pirna
Umweltschutz und Nachhaltigkeit/environment and sustainability

6.-8. Dezember 2013 in Dresden
Gesundheit für alle!/health for everybody!

11. Januar 2014 in Dresden
Klimawandel – Fata Morgana oder Realität?

http://www.stube-sachsen.de/

Bundesamt mit Modellprojekt “Ausländerbehörden – Willkommensbehörden“

Am 10. Oktober startete das Projekt “Ausländerbehörden – Willkommensbehörden“ in Nürnberg. Unter dem Motto “Willkommenskultur etablieren“ unterstützen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie zehn Bundesländer das für zwei Jahre ausgelegte Modellprojekt. An insgesamt zehn Standorten in Deutschland werden Ausländerbehörden bei ihrer Entwicklung zu einer Willkommensbehörde begleitet. Zentrale Aspekte sind Organisation, Stärkung von interkulturellen Kompetenzen sowie Vernetzung mit relevanten Akteuren. Durch Handlungsempfehlungen sollen künftig auch andere Behörden von den Ergebnissen des Projekts profitieren können. Sachsen wird durch die Ausländerbehörde Chemnitz vertreten.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.bamf.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2013/20131011-0029-pressemitteilung-auslaenderbehoerden-willkommensbehoerden.html

Sachverständigenrat schlägt Verfahren zur europäischen Lastenteilung in der Flüchtlingspolitik vor

Die Vorsitzende des Sachverständigenrats für Integration und Migration, Christine Langenfeld, präsentierte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung ein Verfahren der europäischen Lastenteilung für die Flüchtlingspolitik. Langenfeld forderte „klare Kategorien, die festlegen, welche Form der Hilfeleistung erfolgt […] und was ein Staat wirklich an Unterstützung benötigt. […] Außerdem könnten bei einem großen und plötzlichen Flüchtlingsansturm, den das betreffende Land nicht bewältigen kann, andere EU-Staaten einen Teil der Flüchtlinge übernehmen.“ Ausschlaggebende Kriterien seien dabei vor allem Größe und Bevölkerungszahl sowie Wirtschaftskraft und Arbeitslosenquote eines EU-Staates. Die Vorsitzende sprach sich zudem für eine Steigerung der Akzeptanz der Aufnahme von Flüchtlingen aus.

Das Interview finden Sie unter:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/579360/Im-Fall-Syrien-hat-Europa-laengst-nicht-genug-getan

Arbeiterwohlfahrt hilft Armeniern bei der Rückkehr in ihr Heimatland

Die Arbeiterwohlfahrt „Heimatgarten“ in Bremerhaven initiiert ein Rückkehrprogramm für in Deutschland lebende Armenier. Insbesondere Kinder und Jugendliche erhalten künftig in einem Adaptionszentrum in Jerewan Hilfe in Form von sprachlichen, sozialen, psychologischen, kulturellen und geschichtlichen Angeboten. Außerdem werden die Eltern bei der beruflichen Existenzgründung begleitet. Das Projekt „Reintegration Center Armenia“ unterstützt Armenier mit der Absicht der Rückkehr und Wiederansiedlung in ihr Heimatland auch, indem es Reisemittel, Starthilfen und Existenzgründungszuschüsse zur Verfügung stellt.

http://www.heimatgarten.de/index.php?id=312

Bundesprogramm bringt Jugendliche mit Migrationshintergrund und Unternehmen durch Matching-Verfahren zusammen

Im Rahmen des Bundesprogramms „XENOS – Integration und Vielfalt“ startete 2012 das Projekt „GEmeinsam neue Wege gehen – INtegration von Migranten und Migrantinnen in berufsrelevante Qualifizierungen durch Matching mit migrationsoffenen sächsischen Unternehmen mit öffentlichen EinrichtungeN“ (GE.W.IN.N.). Ziel von GE.W.IN.N. ist es einerseits, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund berufliche Perspektiven zu bieten und andererseits Unternehmen bei der Mitarbeitersuche zu helfen. Die Teilnehmer erhalten Unterstützung, um ihr persönliches Qualifikationsprofil zu erstellen, geeignete Bildungsangebote zu finden und Kontakte mit passenden Unternehmen zu knüpfen. Dadurch können die Unternehmen geeignete Bewerber auswählen und außerdem in Workshops ihre interkulturellen und fremdsprachlichen Kompetenzen stärken. Das Projekt dauert bis Ende 2014 an.

http://www.xenos-gewinn.de

Bundesstatistiker: Fast 7 500 ausländische Berufsqualifikationen im Jahr 2012 anerkannt

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt gab, wurden im Jahr 2012 bundesweit 7458 im Ausland erworbene berufliche Abschlüsse als vollständig oder eingeschränkt gleichwertig zu einer in Deutschland erworbenen Qualifikation anerkannt. Bei den zuständigen Stellen gingen 2012 10 989 Anerkennungsanträge nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) ein. 522 Anträge wurden ab Inkrafttreten des BQFG bis Jahresende 2012 negativ beschieden. Für 3009 Anträge war Ende 2012 noch keine Entscheidung gefallen.

Die meisten Anerkennungsverfahren – nämlich 6 837 - betrafen medizinische Gesundheitsberufe. Darunter waren 5121 von Ärztinnen und Ärzten. Über 100 erfolgreiche Verfahren gab es zudem in der Gruppe der Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe.

Rund die Hälfte der 10 989 Anerkennungsverfahren – 5538 Verfahren – bezog sich auf Abschlüsse, die innerhalb der EU erworben wurden. Weitere 3015 Verfahren hatten Abschlüsse aus dem übrigen europäischen Ausland zum Gegenstand. 2268 Verfahren befassten sich mit Qualifikationen aus dem außereuropäischen Ausland, 1464 davon mit in Asien erworbenen Abschlüssen.

Das BQFG regelt seit April 2012 die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, deren Referenzberufe in Deutschland dem Bundesrecht unterliegen. Zuständig für die Durchführung der Anerkennungsverfahren sind überwiegend die gleichen Stellen, die auch für die Anerkennung der entsprechenden in Deutschland erworbenen Abschlüsse zuständig sind, beispielsweise Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Behörden.

Die Angaben entstammen der ersten amtlichen Datenerhebung auf Grundlage des am 1. April 2012 in Kraft getretenen neuen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (BQFG). Das Bundesamt verweist darauf, dass die vorgelegten Zahlen nur eine Untergrenze darstellten. Einige für die Anerkennung zuständigen Stellen wurden erst im Laufe des Berichtsjahres bestimmt und mussten ihre Berichtssysteme neu aufbauen.