Newsletter Nr. 19 vom 11.05.2012

Mit Herz gesehen: Wir prüfen alles.

Ein kompliziert klingender Anruf in der Geschäftsstelle. Der Anrufer klingt aufgeregt, und es ist schwer, die wichtigsten Eckdaten zu erfragen. Er betont immer wieder, wie akzeptiert und fleißig sein Schützling ist. Es geht um einen jungen EU-Bürger, der in Sachsen einen Ausbildungsvertrag unterschreiben will. Er möchte, der Ausbildungsbetrieb will ihn, die Finanzierung ist klar und die Fallmanagerin der Arbeitsagentur hat auch alles geregelt, aber: eine Bundesstelle hat die Arbeitserlaubnis verweigert, die der Anrufer beantragt hatte.

Für den jungen Mann und seine Betreuer ist das schwer verstehbar. Wurde der Antrag falsch gestellt? An welchen einzelnen Angaben ist das Anliegen gescheitert? Für Laien in Sachen EU-Arbeitsrecht stellt sich alles sehr widersprüchlich dar.

Nun gut, miteinander reden hilft ja immer und so rufen wir bei der Bundesstelle an. Die Damen am anderen Ende der Leitung sind freundlich und erklären, aus welchen Gründen der Antrag abgelehnt werden musste. Sie würden sogar einen erneuten Antrag bevorzugt bearbeiten.

Auch wir wollen alles richtig machen, suchen nach Material, und finden ein Merkblatt der Bundesagentur. Und wir sind wieder verwirrt. Im Merkblatt steht, dass für diesen Fall keine Arbeitserlaubnisprüfung erforderlich ist.

Also alles wieder auf Null und ran an´s Telefon. Die Dame von der Bundesstelle betont: Prüfung und Bescheid des gestellten Antrag seien korrekt verlaufen. Aber im offiziellen Merkblatt der BA steht doch, dass eine Prüfung nicht benötigt wird. „Dann ist das wohl so.“, ist die Auskunft.

So langsam dämmert es uns: Der Bescheid auf den Antrag war zwar vollkommen korrekt, aber der Antrag selber war vollkommen unnötig. Das hat die Behörde nicht im Blick, sie prüft alle Anträge, egal ob sie notwendig sind oder nicht. Wir haben vier Stunden benötigt, dass korrekt beschiedene Missverständnis zu klären.

Es wird geprüft, was auf den Tisch kommt.

Soviel ist schon sicher; alles wird gut werden mit der Lehre des jungen Mannes. Deutlich wird aber auch: Im System aus Beratung und Verwaltung ist noch viel Potential drin.

Ihr Martin Gillo

Offener Projekttag des Ausländerrates zu Christi Himmelfahrt

Zu einem Projekttag lädt der Ausländerrat Dresden für den 17. Mai 2012 in das Internationale Begegnungszentrum auf der Zillestraße ein. Kommen sollen alle Mitglieder und Freunde des Vereins mit ihren Kindern, Freunden und Verwandten.

Neugierige sind besonders eingeladen, den Ausländerrat beim ständigen Neu- und Erfinden kennen zu lernen. Der Tag soll Raum geben für Begegnung, für kreative und handwerkliche Dinge. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.

MITMACHEN UND MITGESTALTEN FÜR ALLE

17. Mai 2012, 11.00 bis 15.00 Uhr

im Ausländerrat Dresden e.V. (Heinrich-Zille-Str. 6)

Für Vorschläge und bei Nachfragen:

E-Mail mitmachen@auslaenderrat.de

Internationales Begegnungszentrum

Heinrich-Zille-Str. 6

01219 Dresden

Mehrsprachige Plakatserie "Achtung: Giftig!"

Nur ein geringer Teil von Informationen zur Kindersicherheit und Vergiftungsprävention wendet sich an mehrsprachige Familien. Deshalb hat die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ eine mehrsprachige Plakatserie mit dem Titel „Achtung: Giftig!“ herausgegeben.

Die Plakate vermitteln in den Sprachen Deutsch-Russisch, Deutsch-Arabisch, Deutsch-Türkisch, Deutsch-Serbokroatisch und Deutsch-Persisch wichtige Informationen darüber, wie man Vergiftungsunfällen vermeiden kann.

Die Plakate wurden innerhalb des Projektes „Vergiftungsprävention von Migrantenfamilien“ mit Unterstützung von Bonner Frauen aus dem Internationalen Zentrum der AWO entwickelt.

Die Plakate können kostenlos zzgl. Portokosten online bestellt werden unter: http://www.kindersicherheit.de/html/bestellung_werbemittel.html#plakat

oder im pdf-Format heruntergeladen werden unter: http://www.kindersicherheit.de/html/medien_download.html#plakat

Diakonie fordert mehr Hilfe für Migranten mit Behinderung

Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am vergangenen Samstag haben Kirchen, Hilfswerke und Politiker für mehr Integration geworben. Die Diakonie der evangelischen Kirche forderte, Belange von Migranten mit Behinderung stärker zu berücksichtigen. Die Verbände und Hilfswerke kritisieren die Situation schwerbehinderter Menschen am Arbeitsmarkt. Geschätzt leben in Deutschland rund zehn Millionen Menschen mit einer Behinderung.

Johannes Stockmeier, Präsident der Diakonie, forderte für Migranten mit Behinderungen die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass diese einen problemlosen Zugang zu den Leistungen des Sozialsystems bekommen. In der Praxis nehmen behinderte Menschen mit Migrationshintergrund entsprechende Angebote seltener in Anspruch oder ständen vor zusätzlichen Herausforderungen. Wichtig sei eine Beratung in verschiedenen Sprachen, die auf kulturelle Unterschiede eingehe.

Zur Pressemitteilung des Bundesverbandes der Diakonie:

http://www.diakonie.de/pressemitteilung-dw-ekd-1330-beduerfnisse-von-menschen-mit-behinderung-und-9130.htm

Kleiner Einbürgerungsrekord in Brandenburg – erstmals Zuwachs in Berlin

Im Land Brandenburg hat sich im Jahr 2011 die Zahl der Einbürgerungen von 407 im Jahr 2010 auf 788 nahezu verdoppelt. Das teilte das Statistikamt Berlin-Brandenburg am Montag in Potsdam mit. In den Vorjahren lagen die Zahlen regelmäßig zwischen 300 und 500 Einbürgerungen. Die größte Gruppe der neuen Deutschen stammt mit 111 Personen aus der Ukraine.

Im Land Berlin steigt nach kontinuierlichen Rückgängen in den letzten vier Jahren die Zahl der Einbürgerungen wieder leicht. Amtlichen Angaben zufolge erhielten im vergangenen Jahr 6.959 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit. Im Jahr davor war mit 5.537 Einbürgerungen in Berlin der niedrigste Stand seit Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahre 2000 registriert worden. Die meisten Neuberliner kamen aus der Türkei, nämlich 26 Prozent beziehungsweise 1.814 Personen. Der Anteil von Personen aus EU-Staaten sei leicht von 10,7 auf 12,3 Prozent angestiegen. Knapp die Hälfte der Neubürger war jünger als 25 Jahre. Nur drei Prozent betrug der Anteil der über 60-Jährigen. Die Hälfte war zwischen 25 und 60 Jahre alt.

Gutes Beispiel – Theatersprachcamp

Deutsch lernen Kinder in Hamburg mal ganz anders – spielend, lachend, tanzend. Mit und ohne Migrationshintergrund können sie am TheaterSprachCamp teilnehmen und Sprache auf eine andere Art lernen. Das Konzept ist maßgeschneidert und entspricht den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Eine Studie des Max-Planck-Instituts hatte erbracht, dass Deutschförderung mittels einer Kombination aus Theater und Sprachunterricht die größten Effekte und erfreulichsten Erfolge bei den Kindern erzielt. Ein Projekt zum Nachahmen.

http://www.migazin.de/2012/05/04/deutsch-lernen-mal-ganz-anders/

20 Jahre Sächsischer Ausländerbeauftragter

Am 14. Mai 1992 wurde der damalige Vizepräsident des Landtags Heiner Sandig in geheimer Wahl auf Vorschlag der CDU-Fraktion gewählt. Es war die 44. Sitzung der 1. Wahlperiode. 135 Abgeordnete gaben ihre Stimme ab, von ihnen stimmten 113 für Sandig. Er blieb bis zum Ende der 3. Wahlperiode Ausländerbeauftragter. Von 2004 bis 2009 hatte Friederike de Haas das Amt inne. Seit dem 9. Dezember 2009 ist Martin Gillo Landesbeauftragter.

Vorangegangen war der Wahl der Beschluss des Innenausschusses am 3. April 1992, dem Antrag der SPD-Fraktion DS 1/1002 zur Errichtung des Amtes eines Ausländerbeauftragten zu entsprechen und dem Plenum zur Zustimmung zu empfehlen. In einer der folgenden Plenarsitzungen stimmte die übergroße Mehrheit der Abgeordneten am 10. April 1992 für die Einrichtung des Amtes beim Sächsischen Landtag.

Der erste Beauftragte wurde nur für die restliche Dauer der 1. Legislaturperiode gewählt. Das Gesetz über den Sächsischen Ausländerbeauftragten SächsAuslBeauftrG wurde am 28. Januar 1994 noch durch den 1. Sächsischen Landtag beschlossen. Es gilt seit dem 9. März 1994 und wurde  von Landtagspräsidenten Erich Iltgen, Ministerpräsidenten Prof. Dr. Kurt Biedenkopf und dem Staatsminister des Innern Heinz Eggert unterzeichnet.