Newsletter Nr. 41 vom 20.12.2013

Mit Herz gesehen: Mandelas Vermächtnis

„Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Ketten abzustreifen, sondern auch so zu leben, dass es die Freiheit der Anderen respektiert und fördert.“ Nelson Mandela.

Wir bekennen uns zur Willkommensgesellschaft. Der Begriff wird von vielen unterschiedlich benutzt. Ich schlage vor, unser Bekenntnis zur Willkommensgesellschaft an Nelson Mandelas Definition zu messen.

Machen wir uns seinen Begriff der verantwortungsvollen Freiheit zu Eigen und unterstützen wir auch die mit uns lebenden Migranten, diese Freiheit zu verwirklichen. Dieses Geschenk ist ein Geschenk für uns alle, und es reicht über weit über Weihnachten hinaus.

Mit den besten Wünschen für friedvolle Weihnachtstage und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2014

Ihr Martin Gillo

Sächsischer Landtag beschließt Anerkennungsgesetz

Am Dienstag verabschiedete der Landtag in seiner 88. Sitzung das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" (Drucksache 5/12266). Durch das Gesetz sollen die Hürden bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse gesenkt und das Potenzial von Fachkräften mit ausländischen Berufsabschlüssen besser genutzt werden. Abschlüsse von Universitäten und Berufsausbildungen können nun schneller und unbürokratischer anerkannt werden. Kern des Gesetzes ist es, die schon gültige Regelung für Ausländer aus EU-Staaten auf alle Länder zu erweitern. Auch die Berufserfahrung von Antragstellern soll stärker eine Rolle spielen. Sachsen strebt eine Anerkennung innerhalb von drei Monaten an.

Der Ausländerbeauftragte Martin Gillo begrüßte das Gesetz grundsätzlich. Er hatte bereits im Zusammenhang mit dem Runden Tisch Anerkennung, den er im Jahr 2011 moderierte, verbindliche Regelungen eingefordert. Zwar seien nicht alle Aspekte so klar und transparent geregelt worden, wie er es sich in seiner fachlichen Stellungnahme gewünscht hatte. Nicht zuletzt wegen der zahlreichen fachgesetzlichen Ausnahmen und untergesetzlichen Ausgestaltungen seien die praktischen Auswirkungen des Gesetzespaketes in seiner Gesamtheit nicht umfassend abzusehen. Er begrüßte deshalb, dass die Sächsische Staatsregierung zugesagt habe, die Ergebnisse der vorgesehenen Evaluierung des Gesetzes nach vier Jahren öffentlich zu machen. Das biete die Chance für Nachbesserungen.

Orientierungshilfe für Asylsuchende vorgestellt

Grafik 2

Die Broschüre „Orientierungshilfe für Asylsuchende in Sachsen“ wurde am Montag gemeinsam vom Sächsischen Innenminister und dem Ausländerbeauftragten der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Orientierungshilfe soll Asylsuchenden Ankunft und Aufenthalt in Sachsen erleichtern. Rechte und Pflichten von Asylsuchenden werden ebenso aufgeführt wie praktische Hinweise zur medizinischen Versorgung, zu Sprachkursen und zum Kita- und Schulbesuch von Kindern.

Martin Gillo wies darauf hin, dass es sowohl im Sinne einer menschenwürdigen Behandlung der Flüchtlinge, als auch im Interesse unserer Gesellschaft sei, den Asylsuchenden mehr Orientierung zu geben: „Es ist eine echte Herausforderung, sich in einem fremden Land richtig zu verhalten, besonders wenn man die Sprache nicht beherrscht. Vieles kann man aus reiner Unkenntnis falsch machen. Wir als aufnehmende Gesellschaft stehen deshalb auch in der Verantwortung zu erklären, was uns wichtig ist und was wir nicht wollen. Die Flüchtlinge kommen aus anderen Kulturen zu uns. Unsere Selbstverständlichkeiten sind nicht ihre Selbstverständlichkeiten. Das ist normal. Normal ist aber auch, dass man sich in solchen Situationen darüber verständigt, was geht und was nicht. Die Orientierungshilfe ist dafür ein wichtiger Baustein.“

Die Broschüre könne auch neue Impulse für die Flüchtlingssozialarbeit und für den Dialog in den Kommunen setzen. „Wir brauchen den Dialog darüber, was die gemeinsame Basis unseres Zusammenlebens in Deutschland ist. Bei aller Vielfalt vereint uns das gleiches Recht für alle, egal welcher Herkunft, Religion oder Kultur. Dieses einheitliche Recht ist der Rahmen für unsere Gesellschaft und garantiert unser friedliches Zusammenleben.“, so Gillo. Auch hier würde klar, dass Menschenwürde und Ordnungsstaatlichkeit zusammengehören.

Den Impuls für die Orientierungshilfe für Asylsuchende gab die Leiterin der Abteilung Ordnungsangelegenheiten des Landkreises Sächsische Schweiz - Osterzgebirge Kerstin Körner. Die Inhalte der Orientierungshilfe wurden seit Dezember 2012 gemeinsam mit den Kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten und Vertretern aus anderen Ordnungs- und Sozialbehörden Sachsens erarbeitet. Für Körner ist die Orientierungshilfe ein wesentlicher Baustein der Unterbringungsstrategie ihres Landkreises: „Mit der Orientierungshilfe können wir interkulturelle Missverständnisse und damit Reibungspunkte im Zusammenleben zwischen Einheimischen und Asylsuchenden vermindern helfen.“

Die Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten übernahm die redaktionelle Arbeit und arbeitete dafür mit spezialisierten Sprachmittlern, Vertretern des Sächsischen Flüchtlingsrates und Mitarbeitenden des Dresdner Jugendmigrationsdienstes der Caritas zusammen. Die Illustrationen gestaltete der Dresdner Zeichner Marian Meinhardt-Schönfeld.

Die Broschüre liegt auf Deutsch, sowie in Englisch, Russisch, Französisch, Arabisch, Persisch und Vietnamesisch vor. Sie wird ab der zweiten Januarwoche zunächst in der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz bzw. Schneeberg angeboten. Außerdem wird sie ab Januar den Landkreisen und Kreisfreien Städten und weiteren Interessierten zur Verfügung gestellt. Über die Bestellmöglichkeit wird im Januar informiert. Online können die 24-seitigen Broschüren unter folgender Adresse geladen werden:

http://www.landtag.sachsen.de/de/integration_migration/service/6759.aspx

Messe Karrierestart 2014 in Dresden mit Lotsen für Migranten

Innerhalb der Bildungs-, Job- und Gründermesse „KarriereStart“ gibt es am 24. Januar 2014 in Dresden ein Integrationslotsenangebot, das Migranten stärker in das Messegeschehen integrieren soll. Die Dresdner Gemeindedolmetscher stehen als Begleiter beim Messebesuch zur Verfügung und können die Verständigung zwischen Arbeitgebern und Migranten unterstützen.

Die Integrationslotsen sind ein gemeinsames Projekt des Amtes für Wirtschaftsförderung mit dem Gemeindedolmetscherdienst, den Migrationsberatungsstellen und der IBAS Dresden.

Inhalte der Führungen für Migranten sind die Themen: Was gibt es an Weiterbildungen? Wo gibt es Informationen? Welche Branchen suchen Personal? Treffpunkt ist der Stand der Integrationslotsen am Eingang Glashalle der Messe Dresden am Messering 6. Eintrittskarten für die Messe kosten 3,50 Euro.

Video „Asyl in Sachsen“

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung hat die Aufzeichnung des ersten Donnerstagsgesprächs von Professor Werner J. Patzelt (TU Dresden) mit dem Sächsischen Ausländerbeauftragten Martin Gillo online gestellt. Das Gespräch fand am 5. Dezember statt und stand unter dem Thema „Asyl in Sachsen“

Patzelt moderiert das Format ab Dezember jeden ersten Donnerstag im Monat in der Landeszentrale für Politische Bildung. Er will mit der Sendung zeigen, wie Politik funktioniert und wie es hinter den Kulissen der Macht aussieht.

http://www.youtube.com/watch?v=wAEfSBSkhEs

Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2014 (IKW)

Grafik 3

Vom 14. bis 15. Februar 2014 findet die bundesweite Vorbereitungstagung im Augustinerkloster zu Erfurt statt. „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern.“ – so lautet das Motto der Interkulturellen Wochen im Herbst 2014.

Auf der Agenda stehen neben organisatorischen Vorbereitungen und Hilfestellungen zur IKW auch Referate, Podiumsdiskussionen und Arbeitsgruppen zu aktuellen Themen der Migrations- und Integrationspolitik.

Das Tagungsprogramm und die Anmeldemodalitäten sind einsehbar unter
www.interkulturellewoche.de

Reportage des Deutschlandradio zu Lebensmittelgutscheinen

Eine Bürgerinitiative aus dem brandenburgischen Landkreis Oberhavel tauscht Lebensmittelgutscheine gegen Bargeld und unterstützt damit Flüchtlinge, die im Landkreis in einer Gemeinschaftsunterkunft leben, nicht über Bargeld verfügen und mit Gutscheinen einkaufen müssen.

Gutscheine im Wert von 5000 Euro werden so derzeit pro Monat umgetauscht – und immer mehr Bürgerinnen und Bürger aus Berlin und Brandenburg machen sich mit Gutscheinen auf den Weg in den Supermarkt. Wie das funktioniert? Ellen Häring vom Deutschlandradio hat sich der Aktion angeschlossen und ist im Selbstversuch mit Lennart Pyritz losgezogen.

http://www.deutschlandradiokultur.de/tauschaktion-gutscheine-fuer-fluechtlinge.947.de.html?dram:article_id=272329

Europäischer VIVIS Medienpreis 2014

Vom 6. Dezember 2013 bis zum 20. Januar 2014 läuft der Wettbewerb um den Europäischen CIVIS Medienpreises 2014. Ausgezeichnet werden Radio- und TV-Programme und Online-Angebote zum Thema Integration und kulturelle Vielfalt. Die Preise sind dotiert und werden in fünf Kategorien verliehen.

Europäischer CIVIS Radiopreis

Europäischer CIVIS Fernsehpreis

Deutscher CIVIS Fernsehpreis

Europäischer Film- und Fernsehpreis für junge Teilnehmer (m/w)

Europäischer Online Medienpreis

Teilnahmebedingungen und Anmeldungen zum Wettbewerb unter
www.civismedia.eu

Fulbright Diversity Initiative 2014 - Ausschreibung

Das Fulbright-Programm verfolgt den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch mit den USA. Mit der Diversity Initiative unterstützt die Fulbright-Kommission besonders leistungsstarke und engagierte Abiturienten und Studierende mit Migrationshintergrund. Die Förderung bezieht sich auf die Teilnahme an einem mehrwöchigen Studienprogramm an ausgewählten amerikanischen Universitäten im Sommer 2014. Durch den Besuch von Sprach- und Fachkursen lernen die Teilnehmer die Studienkultur der amerikanischen „Undergraduate Studies“ kennen. Sie erweitern ihre englischsprachige und interkulturelle Kompetenz und eignen sich wichtige akademische Fertigkeiten an. Die Programmteilnehmer sind zudem in die vielseitigen kulturellen Angebote der jeweiligen amerikanischen Hochschulgemeinde eingebunden. Das deutsch-amerikanische Fulbright-Programm wird von der Fulbright-Kommission in Berlin verwaltet. Es umfasst mehr als 155 Länder.

Im Sommer 2014 stellt die Fulbright-Kommission Stipendien für folgendes Diversity-Programm bereit: Discover the USA. Zielgruppe sind Abiturienten des Jahres 2014 bzw. junge Studierende (1.-4. Semester).

Termin: 22. August bis 20. September 2014
Gasthochschule: University of Kentucky, Lexington

Bewerbungsschluss: 7. Januar 2014 (Posteingang)

Informationen zur Bewerbung und zur ausführlichen Programmbeschreibung finden Sie auf der Internetseite der Fulbright-Kommission unter:
www.fulbright.de/diversity