Newsletter Nr. 17 vom 11.12.2015

Sächsischer Integrationspreis 2015 an drei Initiativen verliehen

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In diesem Jahr wurden drei Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten in unsere Gesellschaft einsetzten, sie unterstützten, förderten und vorlebten. Neben den Eilenburger Flüchtlingspaten waren dies der Coswig- Ort der Vielfalt e.V. und das Projekt „Schüler für Flüchtlinge“ des Bischofswerdaer Goethe-Gymnasiums.

Informationen zum Wettbewerb und Bilder der Preisträger
http://www.saechsischer-integrationspreis.de/

Zur Pressemitteilung der Preisverleihung mit Auszügen aus den Laudationes
http://sab.landtag.sachsen.de/de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/14014.cshtml

Der mittlerweile sechste Sächsische Integrationspreis stand unter dem Motto „Stärker durch Vielfalt“. Insgesamt waren 4.500 € Preisgeld ausgelobt worden. 54 Initiativen, Bündnisse und Vereine hatten sich im Bewerbungszeitraum vom 2. September bis zum 5. Oktober um die Auszeichnung beworben oder wurden vorgeschlagen. Der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth hatte den Preis gemeinsam mit der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping ausgelobt.

Die Preisverleihung fand am 4. Dezember im Plenarsaal des Sächsischen Landtags statt. Zu der Abendveranstaltung waren alle Bewerber des diesjährigen Integrationspreises eingeladen worden. In Vertretung des Schirmherrn der Veranstaltung, Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, begrüße Vizepräsident Horst Wehner die rund 170 Gäste und hielt die Laudatio auf die Eilenburger Flüchtlingspaten.

Im Rahmen der Preisverleihung wandte sich Geert Mackenroth bewusst und ausdrücklich an alle Gäste und stellte fest: „Sie alle werden heute für Engagement gewürdigt und ich danke Ihnen aufrichtig dafür. […] Ohne Sie wären unser Freistaat und unsere Gesellschaft wesentlich ärmer.“

Petra Köpping, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, sagte: „Es macht mich sehr zuversichtlich, dass es in Sachsen so viele Menschen gibt, die sagen: Es ist mir nicht egal, wie es den Menschen in meiner Umgebung geht. Dass es in Sachsen so viele Menschen gibt, die sich für Flüchtlinge engagieren, das macht auch mir Mut.“

Im Anschluss an die Bekanntgabe und die Laudationes lud der Sächsische Ausländerbeauftragte zum Austausch und zur Begegnung in der Landtagslobby ein.

Alle nominierten Teilnehmer des Wettbewerbes wurden in einer Broschüre dokumentiert. Sie kann kostenfrei bei der Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten bestellt werden unter
http://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml

Aktualisierte Orientierungshilfe und Refugee Guide Book in Erstaufnahmeeinrichtung vorgestellt

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Integrationsministerin Petra Köpping und der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth haben die aktualisierte Orientierungshilfe für Asylbewerber am Montag, dem 7. Dezember, in der Erstaufnahmeeinrichtung Dresden 2 des Freistaates Sachsen vorgestellt.

Die Broschüre erscheint bereits in der dritten Auflage. Neben gesetzlichen Änderungen wurde das Heft auch um Auszüge aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik ergänzt. Die Broschüre wurde inhaltlich von der Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten erstellt. Die Kosten werden hälftig vom Geschäftsbereich der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration und dem Sächsischen Ausländerbeauftragten übernommen.

Der Wegweiser hilft Asylsuchenden, sich in einer noch unbekannten Gesellschaft zurecht finden, erklärte der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth. „Es geht um praktische Hinweise, Gesetze sowie Rechte und Pflichten.“

Parallel stellte der DRK-Landesverband Sachsen e.V. als Betreiber der Erstaufnahmeeinrichtung Dresden 2 ein spezielles „Refugee Guide Book“ für den Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung und in Notunterkünften vor. Darin sind Informationen allgemeiner Art, zum Ablauf des Asylverfahrens und zur Rückkehrberatung sowie die Hausordnung in den Einrichtungen enthalten.

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Die aktualisierte Orientierungshilfe kann beim Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung bestellt werden. Sie liegt auf Deutsch, Englisch, Arabisch Farsi und Russisch vor. Online gibt es sie außerdem auch in Französisch.

Download der Orientierungshilfen unter
http://sab.landtag.sachsen.de/de/service/downloads/download-6759.cshtml

Bestellungen über den Broschürenversand der Sächsischen Staatsregierung
www.publikationen.sachsen.de

Leichterer Hochschulzugang für Flüchtlinge

Die Kultusministerkonferenz (KMK) beschloss am 3. Dezember ein dreistufiges Zulassungsverfahren für Flüchtlinge. Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange begrüßte die Einigung der Länder und den Beschluss der KMK. Er schaffe eine wichtige Voraussetzung, dass Flüchtlinge mit Hochschulreife oder bereits in der Heimat begonnenem Studium in Sachsen unkompliziert studieren können, auch wenn sie fluchtbedingt keine Nachweise erbringen können. Stange verwies auf den Weg der fachspezifischen Eignungsfeststellung in Sachsen und begrüßte die nun geschaffene Rechtssicherheit in den Hochschulen.

Beschluss der KMK
http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/PresseUndAktuelles/2015/BS_151203_HochschulzugangHochschulzulassung_Fluechtlinge_01.pdf

Innenministerium informiert zu Asylzahlen, EAE und Abschiebungen

Die Anzahl der monatlich neu aufzunehmenden Flüchtlinge in Sachsen stieg seit Jahresbeginn stark. Wurden im Januar 2015 noch 1.640 Neuzugänge in den Erstaufnahme-Einrichtungen (EAE) registriert, so stieg die Anzahl der zugewiesenen Flüchtlinge im Monat November 2015 auf 16.859 an. Momentan ist eine durchschnittliche Zugangsrate von circa 550 Flüchtlingen pro Tag in Sachsen zu verzeichnen.

Im laufenden Jahr hat das Land Sachsen bis Ende November 2015 rund 62.000 Flüchtlinge und Asylsuchende aufgenommen.

Zum Stand Oktober lebten 40.465 Asylbewerber in Sachsen. Davon waren 27.450 in Kommunen und 13.015 in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht.

Erstaufnahmeeinrichtungen

Im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage informierte das Innenministerium über die Anzahl und die Laufzeit von Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften. Demnach waren im November in den früheren Regierungsbezirken Leipzig acht Unterkünfte, in Dresden 15 und in Chemnitz 20 Unterkünfte in Betrieb. Die Belegung der Unterkünfte variiert zwischen 30 und 1700 Personen.

Kein Winterabschiebestopp

In einer Mitteilung vom 9. Dezember informiert das Sächsische Innenministerium, dass es aufgrund der enorm gestiegenen Flüchtlings- und Asylbewerberzahlen in Sachsen auch in diesem Jahr keinen Winterabschiebestopp geben wird.

Im laufenden Jahr hat Sachsen bisher rund 1.500 ausreisepflichtige Menschen abgeschoben, etwa 500 mehr als 2014. Davon wurden insgesamt 891 ausreisepflichtige Asylbewerber in den Westbalkan rückgeführt. Diese teilen sich wie folgt auf: Albanien 145, Bosnien und Herzegowina 13, Kosovo 320, Mazedonien 83, Montenegro 1 sowie Serbien 329.

Zur Erklärung des Innenministers Markus Ulbig
http://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/201010

Gutes Beispiel einer sächsischen Gemeinde – Willkommen in Klipphausen

Das Asyl-Netzwerk Klipphausen veröffentlicht seine erste Broschüre mit dem Titel „Willkommen in Klipphausen“. Die Broschüre soll ein Wegweiser für Asylsuchende im Gemeindegebiet Klipphausen sein.

Die Broschüre kann auf den Internetseiten des Netzwerks geladen werden
http://netzwerk-klipphausen.de/wp-content/uploads/2015/11/Willkommen-in-Klipphausen-03-2015-11-04.pdf

Neue Onlineangebote zur Flüchtlingshilfe: Volkshochschule, Deutsche Welle und ARD

Deutscher Volkshochschulverband bietet umfangreiches Onlineangebot zum Spracherwerb an

Mit dem Portal „ich-will-deutsch-lernen“ stellt der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) ein Instrument zur Unterstützung der sprachlichen, gesellschaftlichen und beruflichen Integration von Zugewanderten zur Verfügung. Das Portal ist für selbstständig Lernende ebenso nutzbar wie als Material und Begleitmedium im Kontext von Integrations- oder anderen Deutschkursen. Die Nutzung des Portals ist kostenfrei. Erforderlich ist für die Anmeldung lediglich eine E-Mail-Adresse.

Das Angebot umfasst einen Deutschkurs auf den Niveaustufen A1 – B1, der das Rahmencurriculum für Integrationskurse mit digitalen Lernmaterialien umsetzt. Außerdem bietet das Portal einen Deutschkurs auf A1-Niveau mit umfangreichem Material zur Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch. Darüber hinaus kann die Arbeits- und Berufssprache Deutsch in 30 branchenübergreifenden Szenarien aus elf berufsbezogenen kommunikativen Handlungsfeldern erlernt und verbessert werden.

Kursleitende können nach der Registrierung eigene Lerngruppen anlegen. Sie betreuen diese Gruppen dann als Online-Tutoren. Lernende, die sich individuell anmelden, werden von DVV-Tutoren betreut.

Das Portal des Deutschen Volkshochschulverbands finden Sie unter
www.ich-will-deutsch-lernen.de

Deutsche Welle stellt Onlinekurse auf ihrer Internetseite bereit

Angeboten werden verschiedene Deutschkurse, welche die Niveaustufen A2 bis C des europäischen Referenzrahmens umfassen. Die Seite ist interaktiv gestaltet und ermöglicht eine schnelle Prüfung des Lernerfolgs. Viele der Inhalte und Materialien sind in verschiedenen Sprachen verfügbar und können auch in traditionellen Sprachkursen genutzt werden.

Das Onlineangebot der Deutschen Welle ist abrufbar unter
http://www.dw.com/de/deutsch-lernen/s-2055

ARD stellt breites Angebot für Asylsuchende und Helfer ins Netz

Die Internetseite umfasst unter anderem einen Wegweiser zum Asylverfahren und arabisch- und englischsprachige Hinweise zum Alltagsleben in Deutschland.

Außerdem enthält sie zahlreiche Informationsvideos, Videos speziell für Kinder und Videosprachkurse. Unter der Rubrik „Wie kann ich helfen?“ erhalten Interessierte einen Überblick über die Initiativen- und Bündnislandschaft.

Die Inhalte der Internetseite wurden gemeinsam mit der Deutschen Welle erarbeitet und sind verfügbar unter
www.refugees.ard.de

Sonderprogramm Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug

Seit dem 24. November diesen Jahres besteht die Möglichkeit, Personen über das Sonderprogramm Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug zu beschäftigen.

Das Sonderprogramm ist zeitlich bis Ende 2018 befristet.

Bis zu 10.000 Vereinbarungen sind pro Jahr möglich. Die Verteilung der Stellen erfolgt hälftig auf die Zentralstelle des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) sowie auf verbandliche Zentralstellen. Das BAFzA-Kontingent wird nach dem Königsteiner Schüssel auf die Länder verteilt, wobei Differenzen zwischen dem Königsteiner Schlüssel und der realen Verteilung berücksichtigt werden. Ein solches Verfahren wird auch den verbandlichen Zentralstellen nahegelegt.

Die Belegung der Plätze muss einen Bezug zur Flüchtlingshilfe haben. Entweder muss der Einsatz in der Flüchtlingshilfe erfolgen oder der Dienst durch Geflüchtete absolviert werden. Auch sonst gelten einige Sonderregelungen gegenüber dem Regel-BFD.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.bundesfreiwilligendienst.de/aktuelles/news/detail/News/sonderprogramm-bundesfreiwilligendienst-mit-fluechtlingsbezug.html

Kostenfreie Online-Bildergeschichte als Unterrichtshilfe

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Kirsten Boie hat eine bewegende Geschichte über die syrischen Kinder Rahaf und Hassan geschrieben. Darin erzählt sie von dem Leben der Kinder in Syrien, der nervenaufreibenden Flucht der Familie und der Ankunft in Deutschland. Die Geschichte lädt dazu ein, mit Schülern über das Schicksal von Flüchtlingen zu sprechen und dadurch die Empathie und Verständigungsbereitschaft zu erhöhen.

Die animierte Geschichte eignet sich sowohl für den Deutsch- als auch für den Religions- und Ethikunterricht. Sie ist auch in englischer Sprache erhältlich: "Everything will be all right" und bis zum 31.12.2015 kostenlos verfügbar!

https://www.onilo.de/boardstories/ansicht/boardstory/bestimmt_wird_alles_gut/?tx_enetboardstorywebstore_presentation[action]=showPresentation&tx_enetboardstorywebstore_presentation[controller]=Product&cHash=f5e22a87067bc20194279ac3d03aa513

Neuerscheinungen zur Orientierung in Deutschland

Begleitheft „Leben in Deutschland“

Vereine, Flüchtlingsbeauftragte, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und Deutsche mit Migrationshintergrund haben sich zusammengeschlossen und das Begleitheft „Willkommen in Deutschland“ entwickelt. Es enthält zahlreiche bildliche Darstellungen unserer Umgangsformen und Lebensweise, die auch für Menschen ohne Sprach- und Lesekenntnisse verständlich sind. Ergänzt werden diese durch Informationstexte. Das Heft wird zuerst in Arabisch erscheinen, Farsi, Dari und Somali werden folgen. Das Begleitheft unterstützt die interkulturelle Verständigung und kann vielfältig bei der Arbeit mit Flüchtlingen eingesetzt werden.

Das Begleitheft kann für 2,95€ erworben werden. Weitere Informationen zum Projekt und zur Bestellung sowie Auszüge aus dem Begleitheft finden Sie unter
http://www.lid-integration.de/

Kostenloser Refugee Guide des Klett-Verlages in Deutsch, Arabisch, Englisch und Französisch

Angeregt von Fragen, die Geflüchtete immer wieder stellen, hat der Klett-Verlag in Zusammenarbeit mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und Übersetzern eine Orientierungshilfe erstellt. Die Tipps und Informationen für das Leben in Deutschland beschreiben die üblichen Verhaltensweisen der meisten Menschen in Deutschland. Thematisiert werden persönliche Freiheiten und das gesellschaftliche Zusammenleben, Gleichberechtigung und Umweltschutz oder Formalitäten und Notfälle.

Kostenloser Download des Guide
http://www.klett-sprachen.de/download/8659/W100254_Refugee_Guide.pdf

In eigener Sache: Sprachlernhefte vergriffen, Bestellungen weiter möglich

Die erste Druckauflage von 10.000 Heften „Deutsch lernen!“ und über 5.000 Plakaten wurde von der Geschäftsstelle des Ausländerbeauftragten bereits versandt. Die Hefte waren innerhalb von zwei Tagen vergriffen. Eine Neuauflage ist im Druck - auch bei der zweiten Auflage gilt: First come, first serve. Bereits eingegangene Bestellungen werden berücksichtigt, die Auslieferung der Hefte erfolgt zu Jahresbeginn 2016.