Newsletter Nr. 7 vom 01.08.2017

Ausschreibung des Sächsischen Integrationspreises 2017 beginnt am 1. August und endet am 30. September

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„Integration gestalten. Zusammen gewinnen.“ ist das Motto des 8. Sächsischen Integrationspreises. Den mit dreimal 2.000 € dotierten Preis loben die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, und der Sächsische Ausländerbeauftragte, Geert Mackenroth, wieder gemeinsam aus.

Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 30. September eingereicht werden. Am 17. November werden die drei Initiativen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten eingesetzt haben, bei einer Festveranstaltung im Sächsischen Landtag ausgezeichnet. Die Schirmherrschaft über die feierliche Verleihung hat Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler.

Die Entscheidung fällt eine sechsköpfige Jury, in welcher auch Vertreter der Preisträger des Vorjahres stimmberechtigt sind.

Alle eingereichten Projekte und Initiativen, die die Teilnahmebedingungen erfüllen, werden außerdem in einer Broschüre dokumentiert und veröffentlicht.

Teilnehmen kann jeder, der Menschen mit Migrationshintergrund unterstützt, ihnen beim Erlernen der deutschen Sprache hilft, Zugang zu Ausbildung und Erwerbsarbeit ermöglicht oder ihre Teilhabe an der Gesellschaft fördert.

Ausführliche Informationen zum Wettbewerb und den Vorjahressiegern unter www.offenes-sachsen.de

Oder gleich direkt bewerben auf der Website des Wettbewerbes unter www.saechsischer-integrationspreis.de

Piktogrammheft „Deutsch lernen!“ und Plakat wieder lieferbar

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Das 50-seitige Heft zum Erlernen der deutschen Sprache kann wieder kostenfrei bei der Geschäftsstelle bestellt werden. Es dient der Orientierung und dem Erlernen des Basiswortschatzes. Die Broschur enthält 576 Piktogramme, 231 mehr als die Vorgängerversion; darunter Verkehrszeichen, Logos, Beziehungen, Regeln und Zustände. In die erweiterte Auflage wurden Hinweise von Vereinen, Sprachmittlern, ehrenamtlichen Deutschlehrern und Beratern aufgenommen. Die Substantive wurden um ihre Artikel erweitert, auch ein Alphabet wurde angefügt.

Der Basiswortschatz deckt die wichtigsten Bereiche der deutschen Sprache ab und hilft im Alltag beim Einkaufen, bei Notfällen - erklärt Körper, Zahlen, Kleidung, Amt oder Möbel. Die Piktogramme sind auf beschreibbarem Papier gedruckt und werden kostenfrei abgegeben. Plakat und Heft wurden durch die Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten zusammen mit der Agentur Ö-Grafik aus Dresden entwickelt. Bislang wurden bereits 45.000 Hefte und 15.000 Plakate ausgeliefert.

Kostenfreie Bestellung ist möglich unter
http://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml

Fallsupervisionen für professionelle und ehrenamtliche Betreuer von Geflüchteten und Migranten

Die HELIOS Klinik Schwedenstein bietet Gruppen und Teams der professionellen oder ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe die Möglichkeit der Fallsupervision. Flüchtlingshelfer sehen sich in der Betreuung von Flüchtlingen und Migranten mit den psychischen Folgen von Flucht, Vertreibung und Migration konfrontiert. Eine Situation richtig zu beurteilen, Verhaltensmuster zu verstehen und die passende Hilfe anzubieten, ist nicht leicht. Der persönliche Austausch und professioneller Rat können dann sehr hilfreich sein.

In diesem Rahmen können Fallbeispiele und psychologische Problemstellungen im Umgang und Verhalten der Geflüchteten besprochen und ein Lösungsansatz erarbeitet werden. Die Supervisionen werden von Dr. Rayshat Liyanov durchgeführt. Sie ist Chefärztin und ärztliche Direktorin der HELIOS Klinik Schwedenstein, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Therapeutin für Psychotraumatologie und traumazentrierte Psychotherapie. Frau Dr. Liyanov verfügt über eine umfassende Expertise auf dem Gebiet der Interkulturalität.

Pro Supervision können maximal 15 Teilnehmer eines Trägers teilnehmen. Kosten und Termine (Mittwochs ab 15 Uhr) müssen vereinbart werden. Eine Sitzung dauert etwa 1,5 Stunden.

HELIOS Klinik Schwedenstein Pulsnitz
Obersteinaer Weg
01896 Pulsnitz

Kontakt:
Frau Silke Planert-Müller
Telefon 035955 47501
E-Mail silke.planert-mueller@helios-kliniken.de

Bundesweite Asylentscheidungen im Jahr 2016 und 2017

Im vergangenen Jahr sind 2.120 Menschen in Deutschland als asylberechtigt anerkannt worden. 254.016 erhielten Flüchtlingsschutz und 153.700 subsidiären Schutz. Ein Abschiebungsverbot nach Paragraph 60 V/VII des Aufenthaltsgesetzes wurde in 24.084 Fällen festgestellt.

Dabei war Syrien mit insgesamt 288.992 Fällen Hauptherkunftsland vor dem Irak mit 48.152 und Afghanistan mit 38.090 Personen. Zudem gab es bei 167 Syrern, 14.248 Irakern und 24.817 Afghanen ablehnende Asylentscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Angaben gehen auf eine Antwort der Bundesregierung (18/12725) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/12272) zurück.

Anhängige Verfahren

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind Ende Mai dieses Jahres noch rund 114.000 Asylverfahren aus dem Jahr 2016 und den Vorjahren anhängig gewesen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (18/12752) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/12577) hervor. Im Jahr 2017 sollen alle anhängigen Altverfahren abgebaut sein. Ende dieses Jahres solle eine Umlaufmenge von bis zu rund 50.000 anhängigen Verfahren erreicht werden. Dies sei der normale Bestand, von dem das BAMF bei gleichbleibenden Zugangszahlen ausgehe.

90.389 Asylsuchende im ersten Halbjahr 2017

Im ersten Halbjahr 2017 wurden 90.389 Asylsuchende in Deutschland registriert. Diese kamen vor allem aus Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 waren im ersten Halbjahr 2016 noch etwa doppelt so viele Asylsuchende nach Deutschland gekommen, im zweiten Halbjahr 2015 sogar mehr als achtmal so viele. Das teilt das Bundesministerium des Innern am 7. Juli mit.

Entscheidungsstatistik Januar bis Juni 2017

Das Bundesamt entschied im ersten Halbjahr 2017 über die Anträge von 408.147 Personen, rund 44 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

85.283 Personen (20,9 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 2.177 Personen (0,5 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 83.106 Personen (20,4 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

69.921 Personen (17,1 Prozent) erhielten nach § 4 des Asylgesetzes subsidiären Schutz im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt bei 27.265 Personen (6,7 Prozent) Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 159.777 Personen (39,2 Prozent). Anderweitig erledigt wurden die Anträge von 65.901 Personen (16,1 Prozent). Dazu gehören zum Beispiel Entscheidungen im Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages.

Offene Fälle beim Bundesamt

Die Anzahl der offenen Fälle beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurde im ersten Halbjahr 2017 abgebaut. Hatte es dort am 1. Januar 2017 noch 433.719 unerledigte Verfahren gegeben, so waren es zum 30. Juni 2017 noch 146.551, also 66 Prozent weniger.

Die Zahl der beim Bundesamt gestellten förmlichen Asylanträge lag im ersten Halbjahr 2017 bei 111.616, rund 72 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2016.

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet Beratung in 17 Sprachen an

Für Frauen, die in ihrem Heimatland, auf der Flucht oder in Deutschland weiterhin unter Gewalt leiden mussten und müssen, ist es besonders schwierig, sich aus dieser Situation zu befreien. Eine große Hürde stellt vor allem die fehlende Kenntnis der deutschen Sprache und der existierenden Hilfsangebote dar. Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hat daher ein Hilfetelefon eingerichtet, das Beratungen in 17 Fremdsprachen anbietet, darunter Albanisch, Kurdisch, Arabisch und Farsi/Dari. Die qualifizierten Mitarbeiterinnen beraten in anonymen Gesprächen, per E-Mail und auch im Sofort-Chat unter www.hilfetelefon.de.

Um mehr hilfsbedürftige Frauen zu erreichen, gibt es nun auch die Informationsmaterialien in zahlreichen Sprachen. Diese sind bestellbar unter https://www.hilfetelefon.de/materialien/materialien-bestellen

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will tausende Asylbescheide erneut untersuchen

Als Reaktion auf die schwerwiegenden Fehler im Verfahren um Franco A. wurden vom BAMF 2000 Asylbescheide stichprobenartig auf Verfahrensfehler untersucht. Dem deutschen Soldaten war es 2016 gelungen, sich als syrischer Flüchtling auszugeben und einen Schutzstatus in Deutschland zu erhalten. Die erneute Untersuchung weiterer Asylverfahren zeigte zwar, dass in keinem dieser Verfahren die Sicherheitsstandards so wie im Fall Franco A verletzt wurden. Dennoch wurden einige Verfahrensfehler deutlich. In 480 Fällen sei die Asylentscheidung „nicht plausibel“ gewesen. Die hohe Anzahl an fehlerhaften Entscheidungen sei unter anderem mit dem hohen Erledigungsdruck im Zuge der Flüchtlingskrise und der verkürzten Schulung des zuständigen Personals zu begründen. Um die Qualität der Verfahren in Zukunft zu verbessern, sollen zusätzliche Schulungen und Nachqualifizierungen durchgeführt werden. Außerdem erklärte Innenminister Thomas de Maizière, dass noch im Sommer dieses Jahres über 80.000 getroffene Entscheidungen überprüft und möglicherweise neu beschieden werden sollen.

Presseerklärung BAMF: http://www.bamf.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/20170531-017-pm-statement-cordt-innenausschuss.html?nn=1366068

BMI: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2017/05/pressestatement-innenausschuss.html

Neuer Integrationspreis für Kommunen durch Bundesinnenministerium ausgeschrieben

Am 12. Juni startete der neue Integrationspreis für Kommunen. Das Bundesministerium des Innern möchte mit diesem Landkreise, Städte und Gemeinden für ihr Engagement in der Integration von Zuwanderern belohnen. Bewerbungsfrist ist der 31. Dezember dieses Jahres, die Preisverleihung findet im Juni 2018 statt. Insgesamt stehen eine Millionen Euro für die Preisträger zur Verfügung. Mit dem Wettbewerb sollen Kommunen zu eigenen Initiativen angeregt werden. Bereits bestehenden guten Ansätzen soll eine größere Öffentlichkeit gegeben und ihre Verbreitung in der Praxis vorangetrieben werden.

https://kommunalwettbewerb-zusammenleben.de/

Diskriminierungsschutz in Deutschland mit Ratgeber für Geflüchtete und Neuzugewanderte und Beratungsangeboten

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat die Broschüre „Diskriminierungsschutz in Deutschland. Ein Ratgeber für Geflüchtete und Neuzugewanderte“ veröffentlicht. Die Broschüre erklärt mit einfachen Worten und Fallbeispielen, was Diskriminierung bedeutet, wie man sich verhalten kann und wo betroffene Personen Unterstützung finden können.

Die Broschüre ist als Druckfassung auf Deutsch, Englisch und Arabisch erhältlich. Online gibt es sie auf Dari/Farsi, Französisch, Kurdisch, Paschto, Russisch, Serbisch und Türkisch.

Der Ratgeber kann unter folgender Internetadresse aufgerufen werden www.antidiskriminierungsstelle.de/refugees

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes berät kostenlos und vertraulich. Die Beratung kann telefonisch, online oder persönlich erfolgen.

Telefon +49 (0) 30 18555-1865 (Mo.–Fr.: 9–12 Uhr und 13–15 Uhr)

Kontaktformular im Internet:
www.antidiskriminierungsstelle.de/beratung

Beratungsstellen:
www.antidiskriminierungsstelle.de/beratungsstellen

Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2017

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) schreibt den bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ aus.

Seit 2001 wird der Preis jährlich für zivilgesellschaftliche Aktivitäten im Bereich der praktischen Demokratie- und Toleranzförderung verliehen. Gute Projekte für Demokratie, Toleranz, Integration, Gewaltprävention und gegen Extremismus und Antisemitismus sollen bekannt werden und zum Nachahmen anregen.

Der Preis ist in Höhe von 1.000 bis 5.000 Euro dotiert und die Preisträger erhalten eine verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit.

Einsendeschluss ist der 24. September 2017. Alle Informationen zur Teilnahme sind zu finden unter www.buendnis-toleranz.de