Newsletter Nr. 15 vom 27.10.2015

Aktuelle Asylzahlen des Bundesamtes für September in Sachsen

Bis zum 30. September wurden in Sachsen in diesem Jahr 18.609 Asylanträge gestellt. Dies geht aus der aktuellen Antrags-, Entscheidungs- und Bestandsstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es noch 5.210 Anträge gewesen. Dies entspricht einem Zuwachs von 257,2 Prozent. Die Anträge unterteilen sich in 17.694 Erst- und 915 Folgeanträge.

Die Zahl der Asylerstanträge im bisherigen Jahr 2015 (17.694) stieg damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (4.576) um 286,7 Prozent. Die meisten Erstanträge wurden von Personen aus Syrien, Albanien und Kosovo gestellt.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im bisherigen Jahr 2015 (915) stieg im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum (634) um 44,3 Prozent. Die meisten Folgeantragsteller kamen aus Serbien, Mazedonien und Syrien.

Entscheidungen

Von Januar bis Ende September 2015 traf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 8.958 Entscheidungen über Asylanträge in Sachsen (Vorjahreszeitraum: 4.263). 2.011 Personen erhielten in diesem Zeitraum die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention (22,45 Prozent aller Asylentscheidungen). 37 Personen wurden nach Artikel 16a GG und Familienasyl als asylberechtigt anerkannt (0,41 Prozent aller Asylentscheidungen). Zudem erhielten 14 Personen (0,16 Prozent) subsidiären Schutz. Bei 20 Personen (0,22 Prozent) wurden Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt. Abgelehnt wurden die Anträge von 5.079 Personen (56,7 Prozent). Anderweitig erledigt haben sich die Anträge von 1.797 Personen (20,1 Prozent).

Herkunftsländer

Bisher kamen in diesem Jahr die meisten der Antragssteller aus Syrien (4.985). Es schließen sich Albanien (2.108) und Kosovo (1.946) als häufige Herkunftsländer an. Die meisten dieser Asylanträge wurden bereits in der ersten Hälfte dieses Jahres gestellt. In den letzten Monaten ist insbesondere die Zahl der Asylantragsteller aus Afghanistan gestiegen. Dieses ist mit 1.369 Erstantragstellern das vierthäufigste Herkunftsland von Asylantragstellern in Sachsen.

Antragsstau

Ende September lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 14.966. Zum Vorjahreszeitpunkt waren es 5.310 gewesen. Zum Stichtag 30.09.15 waren 13.943 Verfahren aufgrund von Erstanträgen anhängig. Dies entspricht 93,2 Prozent der gesamten anhängigen Verfahren. Die 1.023 Verfahren aufgrund von Folgeanträgen machten 6,8 Prozent der offenen Verfahren aus. Die Anteile der Erst- und Folgeanträge an den noch anhängigen Verfahren sind im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt in etwa gleichgeblieben.

Vollziehbar ausreisepflichtige Ausländer, Rückführungen und Abschiebungen

Zum 30. September waren in Sachsen 31.096 vollziehbar ausreisepflichtige Ausländer erfasst; davon 24.787 mit unbekannten Aufenthaltsort und 6.309 anwesende Personen (davon 2.255 geduldet). Zwischen dem 1. Januar und dem 30. September 2015 erfolgten 953 Rückführungen. Davon waren 520 Abschiebungen und 433 behördlich bestätigte Ausreisen.

Ausführliche Informationen der Landesdirektion Sachsen zu vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländern
https://www.lds.sachsen.de/asyl/?ID=9646&art_param=720

Gebündeltes Asylportal des Freistaates Sachsen

Die Sächsische Staatsregierung hat ein neues Asylportal online geschaltet. Neben aktuellen Zahlen bietet es Informationen zu Gesundheitsversorgung, Schule, Beschäftigung, Unterbringung, Asylverfahren und Hilfemöglichkeiten.

www.asylinfo.sachsen.de

Das Portal der Landesdirektion, welches speziell über die Erstaufnahme informiert ist weiterhin aktiv.

https://www.lds.sachsen.de/asyl/

Internetauftritt des Sächsischen Ausländerbeauftragten überarbeitet

Gemeinsam mit dem Internetauftritt des Sächsischen Landtags wurde der Auftritt des Sächsischen Ausländerbeauftragten neu gestaltet. Das Angebot wurde optisch sowie technologisch und inhaltlich weiterentwickelt. Größere Bilder und Texte dienen der Übersichtlichkeit und verbessern die Lesbarkeit auf mobilen Endgeräten.

Die Suche ist nun auf Inhalte des Sächsischen Ausländerbeauftragten begrenzt und kann gefiltert werden. Damit kann zum Beispiel nach Handreichungen für Arbeitsgelegenheiten oder Beschäftigung gesucht werden. Auch die Inhalte aller älteren Newslettern im Archiv werden erfasst.

Bei der derzeitigen Vielzahl von neuen regionalen Angeboten wählt die Redaktion vor allem überregionale Themen aus und beschränkt sich auf neuartige Initiativen und Angebote, die nachgenutzt werden können.

Frisch überarbeitet wurden das Glossar, Häufige Fragen und die Rechtsgrundlagen.

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www.offenes-sachsen.de

Studie der TU Dresden zur Einstellung von Dresdnern zu Asyl

Die Technische Universität Dresden und das Kulturbüro Sachsen stellten eine Studie mit dem Titel „Wie stehen die Dresdner zum Thema Asyl?“ vor. Die repräsentative Studie wurde im Zeitraumvom 1. bis 19. Juni 2015 telefonisch erhoben. Schwerpunkte waren die Fragen nach Asyl, Zuwanderung, Demokratie, Medien, Partizipation und Pegida. Geführt wurden 421 Telefoninterviews in zufällig ausgewählten Haushalten. 219 Personen wurden dabei über ihre Einstellung gegenüber Asylsuchenden befragt.

http://tu-dresden.de/aktuelles/news/Downloads/asyl-studie-dresden

Parlamentarischer Abend des Sächsischen Ausländerbeauftragten im Landtag für Wissenschaftler

Für den Abend des 17. November 2015 hat Geert Mackenroth gemeinsam mit dem Landtagspräsidenten, Dr. Matthias Rößler, die ausländischen Mitarbeiter und Forscher der sächsischen Hochschulen eingeladen. Geplant sind ein Austausch mit den Abgeordneten, den Mitgliedern des Kabinetts und den Hochschulleitungen. Ziel sei es, so Geert Mackenroth, den „wertvollen Beitrag für die Qualität unseres Wissenschaftsstandorts Sachsens sichtbarer zu machen und zu würdigen.“ Hochschullehrer, Juniorprofessoren und Dozenten seien eine feste Größe und tragende Stütze an Forschungseinrichtungen, Universitäten und Hochschulen.

Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche im Bereich Flüchtlingshilfe und Sonderpreis für Nachbarschaftsinitiativen

Seit kurzem ermöglicht der Freistaat Sachsen die Zahlung einer pauschalen Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche, die die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern unterstützen. Für einen Einsatz von durchschnittlich mindestens 20 Stunden monatlich können Bürger eine Entschädigung von bis zu 40 Euro monatlich, für den Zeitraum August bis Dezember 2015 erhalten. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz möchte das beeindruckende Engagement der Sachsen unterstützen. Sozialministerin Barbara Klepsch dankte den ehrenamtlichen Helfer für ihre großartige Hilfe bei der Bewältigung der derzeitigen Herausforderungen.

Ab sofort und bis spätestens 30. November 2015 können in Anlehnung an das Verfahren nach der Richtlinie „Wir für Sachsen“ durch Vereine, Verbände, Stiftungen, Kirchen sowie Städte und Gemeinden entsprechende Anträge bei der Bürgerstiftung Dresden eingereicht werden.

Hinweise zur Antragstellung sowie die aktuellen Formulare finden Sie unter www.ehrenamt.sachsen.de

Sonderpreis der Sächsischen Sozialministerin für Nachbarschaftshilfe zur Integration von Asylbewerbern

Im Rahmen des Wettbewerbs „Die schönsten Nachbarschafts-Aktionen 2015“ des Netzwerks Nachbarschaft lobt die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Barbara Klepsch, einen Sonderpreis aus. Gesucht werden bürgerschaftliche Nachbarschaftsinitiativen, die sich in besonderer oder beispielhafter Weise bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen in Sachsen engagieren. Der Sonderpreis von 1.000 Euro wird zusätzlich zu den regulären Preisen des Wettbewerbs gestiftet. Gefragt sind originelle Ideen, vorbildliches Engagement und gute Beispiele bei der unmittelbaren Aufnahme und Integration von Asylbewerbern

http://www.ehrenamt.sachsen.de/16724.html

Onlinesprachhilfe aus Leipzig – ohne Dolmetscher in Arabisch, Kurdisch und Persisch

Sprachbrücke für Flüchtlinge und Helfer heißt das Angebot des Orientalischen Instituts der Universität Leipzig. In Kürze soll eine kostenfreie Sprachbrücke für Helfer und Flüchtlinge in Form eines Online-Sprechbuches zur Verfügung stehen. Es soll die Kommunikation von und mit Flüchtlingen auch ohne Dolmetscher in Arabisch, Persisch, Kurdisch und Deutsch möglich machen.

Zahlreiche Gesprächssituationen, wie sie bei Behörden, in Schulen oder beim Arzt auftreten, können abgerufen und auch als Audio abgespielt werden.

Eine Beta-Version des Sprechbuchs unter dem Titel "Miteinander, das Phrasenbuch!" ist bereits online.

Das Sprechbuch ist thematisch geordnet und bildet eine Vielzahl Situationen ab, die bei Behörden, Vermietern, Schulen oder beim Arzt oder Krankenhausaufenthalt üblicherweise auftreten. Das Sprechbuch bietet Antwort- und Rückfragemöglichkeiten für beide Gesprächspartner. „Das Konzept der Sprachbrücke ist offen für die Erweiterung durch Sprachen wie Dari, Paschtu oder Urdu", erläutert der Initiator Professor Eckehard Schulz.

Weitere Informationen und eine Betaversion finden Sie unter
http://www.miteinander-phrasenbuch.de/de/pages/welcome

Unternehmernetzwerk will Flüchtlingen bei Wohnraum und Arbeit helfen

Die Mitglieder des sächsischen Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft schlossen sich Anfang 2015 zum Netzwerk „Ankunft Zukunft“ zusammen, um ihrer Verantwortung gegenüber Flüchtlingen gerecht zu werden. Ein Dutzend Unternehmen arbeitet gemeinsam daran, Flüchtlingen Wohnraum zu vermitteln und die Aussicht auf Arbeit zu verbessern. Ankommen soll mehr bedeuten, als ein Dach über dem Kopf. Das Projekt plant in drei Bausteinen:

Baustein: Wohnraum schaffen

Mit einzelnen Schritten können Unternehmen Flüchtlingen auf dem Weg zu einem neuen Leben in Frieden und Sicherheit helfen. Basis dafür ist die Bereitstellung einer geeigneten Unterkunft.

Baustein: Beschäftigungsmöglichkeit

Für die Betroffenen sollen erste Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden; von einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung, über ein erstes Praktikum zur beruflichen Orientierung bis hin zur Ausbildungsstelle für junge Bewerber.

Baustein: vollwertiger Arbeitsplatz

Die Asylsuchenden sollen aus der Beschäftigungsmöglichkeit in ein vollwertiges Arbeitsverhältnis übergehen können.

Das Portal richtet sich direkt an Unternehmen. Sie können ihre Angebote strukturiert über Eingabemasken einpflegen. Über die empfohlenen Punkte hinaus können sie weitere Hilfsmaßnahmen anbieten. Das Angebot wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und vom Sächsischen Innenministerium unterstützt.

www.ankunft-zukunft.de

Tagung der Evangelischen Akademie Meißen zu Grundrechten und Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Der Studienbereich Jugend lädt gemeinsam mit der Evangelischen Hochschule Dresden, der Diakonie Großenhain und dem Ausländerbeauftragten der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens zu einer Tagung am 10. und 11. November in die Evangelische Akademie Meißen ein. Unter dem Titel „Sind DIE überhaupt schutzbedürftig?" werden Fachvorträge und Diskurse zu Grundrechten und Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in unserer Migrationsgesellschaft angeboten. Thematische Handlungsfelder sind Job-Center, Kita, Schule, Jugendarbeit, Ämter, Hilfen zur Erziehung und Wohnen.

Die Veranstaltungsnummer ist 15-111; Anmeldung und weitere Informationen: http://bit.ly/1MnXYAM

Infoportal Flüchtlingsarbeit

Ein neues Online-Infoportal zur ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit bietet praktische Unterstützung zur Ehrenamtsarbeit mit Flüchtlingen. Beispielsweise werden praktische Tipps gegeben, wie man Ehrenamtsarbeit koordiniert, worauf man im Umgang mit Flüchtlingen achten muss, wie man sich selbst vor Überforderungen schützt oder welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Außerdem stehen umfangreiche Materialien zur Flüchtlingsarbeit und konkrete Hilfen zum ehrenamtlichen Sprachunterricht, Sachspenden, Ideen für Kultur und Freizeitangebote bereit.

www.soziokultur-sachsen.de/infoportal-flucht-asyl

Verlag Herder gibt Sachbuch für Flüchtlinge heraus

Ende Oktober 2015 erscheint beim Verlag Herder das Buch „Deutschland. Erste Informationen für Flüchtlinge“ als erster Wegbegleiter für arabischsprachige Flüchtlinge in Deutschland. Das Buch dient als Einführung und fasst die wesentlichen Informationen über Deutschland zusammen. Das reicht von grundlegenden Fakten, rechtlichen Fragen bis hin zu wichtigen ethischen Gesichtspunkten, welche die Grundlage des Zusammenlebens in einem demokratischen Rechtsstaat bilden. Alltagspraktische Hinweise für die ersten Schritte in der neuen Umgebung und ein kurzer Sprachteil runden das Buch ab.

Die avisierten Preise für das Buch sind stark gestaffelt. So kostet ein Einzelexemplar etwa zehn Euro. Bei einer Bestellung von 1.000 Stück sinkt der Einzelpreis bereits auf 2,80 Euro. Das Buch kann direkt über den Herdershop24 bezogen werden. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier unter

http://www.herdershop24.de/Buecher/Sachbuch/Gesellschaft-Politik/Deutschland.html?campaign=buch/email/fluechtlinge