Newsletter Nr. 9 vom 25.09.2017

Sterntaler 2017 geht an das Projekt Schulsozialarbeit „Grenzenlos“ in Groitzsch

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Am UN Weltkindertag zeichneten der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e. V. und der Sächsische Ausländerbeauftragte das Projekt „Grenzenlos“ Schulsozialarbeit am Wiprechtgymnasium Groitzsch mit dem Sterntalerpreis 2017 aus. Der Sterntaler würdigt den bemerkenswerten Einsatz in der Arbeit mit Flüchtlingskindern. Das Preisgeld beträgt 3.000 Euro und ist für künftige Projekte mit Flüchtlingskindern vorgesehen.

Während der Feierstunde im Sächsischen Landtag mit Staatsministerin Barbara Klepsch, dem Vorstand des Sächsischen Kinderschutzbundes und dem Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth nahmen Schüler, Schulleitung sowie der Projektleiter Roland Badstübner den Preis entgegen.

Insgesamt hatten sich 24 sehr unterschiedliche Projekte beworben. Neben Sport- und Sprachprojekten gab es auch kreative Zirkus- und Puppenspielprojekte oder geschützte Kinderbereiche. Vorgeschlagen wurden engagierte Gruppen, aber auch besonders aktive Einzelpersonen.

Zu dem Projekt des Preisträgers
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„Grenzenlos“ engagiert sich für eine Integrationskultur, ermöglicht Begegnung mit anderen Kulturen und gegenseitiges Lernen. Entwickelt wurden Sprachtandems, Hausaufgaben- und Nachhilfeprojekte von Gymnasiasten für Grundschüler mit Migrationshintergrund oder Themenwochen. Die ehrenamtlichen Helfer werden in Seminaren auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Zu den Seminarinhalten gehören Fakten, Begriffe und Differenzierungen der Asyl- und Flüchtlingspolitik und interkulturelles Wissen. Das Projekt besteht seit 2015.

Die Flüchtlingskinder erlernen durch die Sprachtandems erstaunlich schnell die deutsche Sprache. Sie werden sozial gestärkt und gefördert. Leerlaufzeiten außerhalb der Kita oder Schule werden genutzt. Das Projekt ist modellhaft für andere Schulen, da es an der Schule keine DAZ-Klassen gibt und dennoch Kontakt zu den Flüchtlingskindern vor Ort aufgebaut wird.

Zur Pressemitteilung
http://sab.landtag.sachsen.de/de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/17851.cshtml

Bericht zum Projekt im MDR Sachsenspiegel
http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/video-139682_zc-7748e51b_zs-1638fa4e.html

Informationsveranstaltung zu Kirchenasyl in Bautzen

Informationen zum Nachdenken und Diskutieren will die Informationsveranstaltung am 18. Oktober in Bautzen bieten. Veranstalter ist die Kirchgemeinde Bautzen-Gesundbrunnen. Als Gesprächspartner werden der Ausländerbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, Albrecht Engelmann, der Kirchliche Beauftragte für Flüchtlingsarbeit und Integration der Kirchenbezirke, Michael Beyerlein, und der Sächsische Ausländerbeauftragte, Geert Mackenroth, erwartet.

Themen sind die Entwicklung des Kirchenasyls, die derzeitige Praxis und die Anforderungen an die jeweiligen Kirchgemeinden. Beginn ist 17 Uhr, Ende gegen 20 Uhr. Anmeldungen sind bis zum 5. Oktober möglich unter
Telefon 0157 80224500 oder
E-Mail michael.beyerlein@evlks.de.

Asylbewerber in Sachsen

Ende Juli 2017 waren in Sachsen insgesamt 24.360 Asylbewerber untergebracht, 1.103 von ihnen in Erstaufnahmeeinrichtungen. Hauptherkunftsländer der 4.471 asylbegehrenden Personen im Jahr 2017 sind weiter Syrien und Afghanistan.

Bis zum 31. Juli 2017 wurden seit Januar 1.433 Personen abgeschoben. Geförderte freiwillige Ausreisen gab es im gleichen Zeitraum 813. Insgesamt waren am 31. Juli 7.776 vollziehbar Ausreisepflichtige in den sächsischen Kommunen untergebracht.

Kulturbüro und Hochschule bieten Fortbildungen für demokratieorientiertes Handeln zu Flucht und Asyl

Im Oktober und November wird das Kulturbüro Sachsen e. V. mit Unterstützung der Evangelischen Hochschule Dresden wieder zwei Veranstaltungen der "Multiplikator*innenfortbildung für demokratieorientiertes Handeln zu den Themen Flucht und Asyl" anbieten.

Die Fortbildungen richten sich insbesondere an Koordinatoren im Bereich Flucht und Asyl, an Flüchtlingssozialarbeiter, Integrationsbeauftragte, Studierende der Sozialen Arbeit, ehrenamtlich aktive Personen und interessierte Bürger.

Anmeldungen sind bis 8. Oktober möglich unter
E-Mail support@kulturbuero-sachsen.de

Detaillierte Informationen zu den genauen Terminen und Inhalten der Fortbildung
www.kulturbuero-sachsen.de

Konferenz „openTransfer CAMP #Patenschaften“ am 4. November 2017 in Leipzig

Am 4. November 2017 kommt das openTransfer CAMP nach Leipzig. Die unkonventionelle Tagung zum „Thema Patenschaften und Mentoring für Geflüchtete und mit ihnen“ soll über 100 Organisationen aus Leipzig, Sachsen und den ostdeutschen Bundesländern ins Gespräch bringen. Auf der Veranstaltung im Barcamp-Format geht es darum, Wissen und Erfahrungen zu teilen, Fragen zu stellen, gemeinsam Ideen zu entwickeln und sich auszutauschen und zu vernetzen. Engagierte, kreative Bürgerköpfe, Social Entrepreneure, Haupt- und Ehrenamtliche und natürlich Geflüchtete selbst sind herzlich willkommen.

Die Tagung ist ein Projekt der Stiftung Bürgermut.
www.opentransfer.de

Kostenlose Anmeldung
http://bit.ly/otc17-Leipzig

oder per E-Mail
info@buergermut.de

Hotline für Arbeitgeber zur Beschäftigung von Flüchtlingen

Das IQ-Netzwerk hält mehrere Hilfestellungen und Information für Arbeitgeber bereit, die Flüchtlinge einstellen und qualifizieren möchten. Das Angebot bietet eine telefonische Beratung, einen Leitfaden und Fachberatungen bzw. Schulungen.

Die Leitstelle Zuwanderung für sächsische kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Migration und Integration. Ihr Auftrag ist die Hilfestellung bei der nachhaltigen Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund. Die Beratungsschwerpunkte liegen dabei unter anderem in den Bereichen rechtliche Fragen, Sprache, Finanzierung, Personalakquise, Qualifikation und Unternehmensentwicklung.

https://leitstelle-kmu-sachsen.de/

Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche bis Ende Oktober beantragen

Bis zum 31. Oktober 2017 können Vereine, Verbände, Stiftungen, Kirchen sowie Städte und Gemeinden als Projektträger Anträge für das Jahr 2018 einreichen. Gefördert wird das bürgerschaftliche Engagement insbesondere in den Bereichen Soziales, Kultur, Sport, Umwelt und Gesellschaft. Grundlage der Ausreichung ist die Richtlinie „Wir für Sachsen“. Für einen Einsatz von durchschnittlich mindestens 20 Stunden monatlich können Bürger über den jeweiligen Projektträger eine pauschale Aufwandsentschädigung von bis zu 40 Euro monatlich erhalten.

Anträge nimmt die beauftragte Bürgerstiftung Dresden entgegen. Hinweise zur Antragstellung sowie die aktuellen Formulare sind abrufbar unter
www.ehrenamt.sachsen.de

Telefonische Beratung zur Antragsstellung ist möglich unter
Telefon 0351 3158150 oder 3158163

Terminhinweise des Sächsischen Ausländerbeauftragten

Am 3. Oktober findet der Tag der offenen Tür im Sächsischen Landtag statt. Das Bürgerfoyer ist von 14 – 18 Uhr geöffnet. Neben Informationen zum Parlament, zur Arbeit der Fraktionen und der Verwaltung wird es auch einen Infostand des Sächsischen Ausländerbeauftragten geben.

Das Programm des Tages im Parlament
http://www.landtag.sachsen.de/de/aktuelles/veranstaltungen/17809.cshtml

Vom 18. Oktober bis zum 16. November 2017 stellt der Verein „Willkommen im Hochland e.V.“ gemeinsam mit dem Sächsischen Ausländerbeauftragten im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags aus. Unter dem Titel „Wir We Nahnu“ werden 120 Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Armenien, Irak, Iran, Libanon, Syrien, Peru und Russland zu sehen sein. Neben klassischen Malerei und Zeichnungen werden auch digitale Kunst, Fotografien und Kunsthandwerk präsentiert.

Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr außer an Feiertagen
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
Der Eintritt ist frei.

Stellungnahme zur Abschiebung einer armenischen Familie

Zur Trennung und Abschiebung einer armenischen Familie in Dresden nahm der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth gegenüber den Dresdener Neuesten Nachrichten Stellung. Das vollständige Interview ist auf der Internetseite des Beauftragten nachzulesen.
http://sab.landtag.sachsen.de/de/aktuelles-presse/reden-interviews-veroeffentlichungen/reden-interviews-veroeffentlichungen-6749.cshtml

Asylsuchende im August 2017 bundesweit

Im Monat August 2017 wurden 16.312 Asylsuchende in Deutschland registriert. Diese kamen vor allem aus Syrien, Irak und Afghanistan. Im Juli 2017 hatte die Zahl der Asylsuchenden 15.069 betragen. Das teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit. Die Zahl der beim Bundesamt gestellten förmlichen Asylanträge, Erst- und Folgeanträge, lag im Monat August 2017 bei 18.651. Im Vormonat waren es 16.844 Erst- und Folgeanträge.

In den Monaten Januar bis August 2017 entschied das Bundesamt über die Anträge von 480.737 Personen, 87.904 mehr (+ 22,4 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Anzahl der offenen Fälle beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geht weiter zurück: Das Bundesamt hat die Zahl der anhängigen Verfahren von 129.467 Ende Juli 2017 auf 114.202 Ende August 2017 reduziert. Zum 31. August 2016 waren noch rund 567.500 Verfahren nicht entschieden. In einem Jahr konnten damit über 400.000 Fälle abgebaut werden.

Die durchschnittliche Verfahrensdauer für Anträge, die in 2017 gestellt und entschieden wurden, liegt aktuell bei ungefähr zwei Monaten.

Drittstaatenangehörige profitieren bei der Arbeitsmigration zukünftig von mehr Mobilität in der EU

Am 1. August 2017 trat das Gesetz zur Umsetzung aufenthaltsrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union zur Arbeitsmigration in Kraft. Es erleichtert den EU-weiten Austausch von Arbeitskräften aus Drittstaaten erheblich. Betroffene Migranten brauchen ab sofort nur noch einen entsprechenden Aufenthaltstitel in einem beliebigen EU-Staat, um sich legal auch in Deutschland aufhalten und erwerbsmäßig betätigen zu können. Lediglich eine Mitteilung an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist dafür nötig. Ein zusätzlicher Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik, so wie bisher gefordert, ist von nun an obsolet.

Das BAMF koordiniert als zentrale Anlaufstelle die Verfahren und erleichtert europaweites Forschen, Studieren und Arbeiten mit dem Ziel, die Personalrotation in internationalen Konzernen zu erleichtern. Diesem Zweck dient der neu geschaffene Aufenthaltstitel „ICT-Karte“(Inter Corporate Transfer). Dieser berechtigt das zeitweise Arbeiten von bis zu 90 Tagen in Niederlassungen des Unternehmens im gesamten Gebiet der EU.

Studenten aus Nicht-EU-Staaten profitieren

Künftig gibt es einen einheitlichen Aufenthaltstitel für Studierende aus Drittstaaten. So können sich ausländische Studenten mit diesem nach Mitteilung der Hochschule an das Bundesamt bis zu 360 Tage in Deutschland aufhalten.

Ähnliches gilt für Forscherinnen und Forscher. Nach Mitteilung durch die wissenschaftliche Einrichtung an das Bundesamt können bis zu 180 Tage des Forschungsaufenthalts in Deutschland absolviert werden. Für längere Aufenthalte muss lediglich der Aufenthaltstitel für mobile Forscher und Forscherinnen erworben werden.

Bundesamt verweist auf Erfolg von ReturningfromGermany.de

Die Informationsbeschaffung zur freiwilligen Rückkehr ins eigene Herkunftsland wird gut angenommen. Darauf verweist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Internetseite sei seit Mai 2017 bereits 50.000 Mal aufgerufen worden.

Gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) stellt das BAMF Informationen zu den Themen freiwillige Rückkehr und Reintegration bereit. Dort kann auf über 1.000 Dokumente und die Kontaktdaten von mehr als 1.400 Beratungsstellen in ganz Deutschland zugegriffen werden. Nach einer Pilotphase sollen nun die Übersetzungen verbessert werden und neben Deutsch und Englisch sieben weitere Sprachen in die Webseite eingepflegt werden.

Seit Jahresbeginn steht seitens der Rückkehrberatungsstellen zudem eine zentrale Hotline zur Verfügung. Sie ist wochentags von 9 bis 15 Uhr in deutscher und englischer Sprache erreichbar unter der Rufnummer 0911 943-0.

Ausschreibung der Robert Bosch Stiftung „Miteinander, füreinander“ für Projekte, die Begegnungen zwischen Flüchtlingen und lokaler Bevölkerung ermöglichen

Projekte, die von Flüchtlingen und Bürgern der lokalen Bevölkerung gemeinsam initiiert und durchgeführt werden, können sich für die Förderung der Robert Bosch Stiftung bewerben. Die Laufzeit muss mindestens drei Monate sein. Durch das Programm „Miteinander, füreinander! Begegnungen mit Flüchtlingen gestalten“ kann eine Förderung von bis zu 20.000 Euro realisiert werden. Wichtig ist, dass sich alle Teilnehmer des Projekts auf Augenhöhe begegnen.

Bewerben können sich Projektträger aus Kommunen mit einer Einwohnerzahl bis zu 100.000 und aus strukturschwachen Regionen. Dies können kulturelle und soziale Einrichtungen, Gemeinden, Migrantenorganisationen, Flüchtlings(selbst)organisationen, Verbände und Vereine sein.

Nicht gefördert werden Einzelveranstaltungen, Sprachkurse, Projekte zur Traumabewältigung, Begegnungscafés, Onlineangebote und reine Freizeitaktivitäten. Es gibt keine Bewerbungsfrist, aber eine Bewerbung ca. vier Monate vor Beginn des Projekts wird empfohlen.

Mehr Informationen zur Förderung und das Bewerbungsportal unter
http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/64720.asp

Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des BAMF zu den Schwerpunkten Lebenssituation und Erwerbsstatus

Im Forschungsschwerpunkt Integration des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurden die Lebenssituation und der aktuelle Erwerbsstatus von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen untersucht. Besonders gut schnitten die Personen aus Sri Lanka ab: Von ihnen waren 2014 71,4 Prozent erwerbstätig, 10,3 Prozent waren auf der Suche nach einer Arbeit oder Ausbildung. In der Personengruppe aus Afghanistan war beispielweise ein Anteil von 29,1 Prozent erwerbstätig, 16,3 Prozent befanden sich in einer Ausbildung und 20,7 Prozent waren auf Arbeitssuche. Im Vergleich: Durchschnittlich verfügten 36,5 Prozent der Asylberechtigten über eine Erwerbstätigkeit, 9 Prozent waren in einer Ausbildung und 23 Prozent suchten nach einer Arbeit.

Fluchtgründe

Bei der Befragung von Geflüchteten im Jahr 2016 wurden die Gründe für das Verlassen des Herkunftslandes untersucht. 70 Prozent gaben an unter anderem aus Angst vor gewaltsamen Konflikten oder Krieg ihr Heimatland verlassen zu haben, 44 Prozent wegen Verfolgung, 39 Prozent wegen schlechten persönlichen Lebensbedingungen und 38 Prozent aufgrund von Diskriminierung.

Die Untersuchung von Integrations- und Sprachkursen zeigte, dass die individuellen Lernvoraussetzungen einen entscheidenden Einfluss auf den Kurserfolg haben. Generell profitieren die Teilnehmer aber besonders von Lehrern mit Migrationshintergrund.

Blaue Karte und Bleibeabsicht

Einen weiteren Forschungsschwerpunkt bildeten die europäischen Einwanderer im Besitz einer „Blauen Karte EU“. Hier offenbarte die Untersuchung der Bleibeabsichten, dass 2014 im Schnitt 31,4 Prozent der Blaue-Karte-Inhaber die Absicht hatten, für immer in Deutschland zu bleiben. 38,9 Prozent konnten sich einen langfristigen Aufenthalt vorstellen (10 Jahre oder mehr), 21,6 Prozent einen mittelfristigen Aufenthalt (5 – 10 Jahre) und 8,2 Prozent hatten die Absicht bloß kurzfristig (kürzer als 5 Jahre) im Bundesgebiet zu bleiben.

Jahresbericht im Download
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Broschueren/jahresbericht-forschungszentrum-2016.html