Newsletter Nr. 12 vom 04.12.2017

Sächsischer Integrationspreis geht nach Kirchberg, Olbernhau und Leipzig

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Preisträger des 8. Sächsischen Integrationspreises sind die Stadt Kirchberg, die Wätas Wärmetauscher GmbH aus Olbernhau und der Verein für Bildungsangleichung „upgrade“ aus Leipzig.

Unter dem Motto „Integration gestalten. Zusammen gewinnen.“ hatten sich über 70 Vereine, Verbände, Initiativen und Unternehmen um den Preis beworben. Ausgezeichnet wurden drei Projekte und Initiativen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Gesellschaft einsetzten, sie unterstützten, förderten und vorlebten.

Verliehen wurden die Preise im Rahmen einer Feststunde am 17. November durch die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping und den Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth. Die drei mit je 2.000 Euro dotierten Preise würdigen diejenigen, die sich in herausragendem Maße für die Integration von Migranten und Geflüchteten in die sächsische Gesellschaft einsetzen. Die feierliche Veranstaltung fand bereits zum achten Mal im Plenarsaal des Sächsischen Landtags und unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler statt.

Im Fokus bei den diesjährigen Anmeldungen standen:

1. die Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund

2. das Erlernen der deutschen Sprache

3. der Zugang zu Ausbildung und Erwerbsarbeit

4. die Förderung gesellschaftlicher Teilhabe

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Unter diesen Schwerpunkten gab es 76 Bewerbungen. Anschließend oblag es einer sechsköpfigen Jury die drei Gewinner auszuwählen.

Zur Preisverleihung waren jedoch nicht nur die Preisträger eingeladen, sondern auch Vertreter aller anderen Bewerber. Bei der anschließenden Begegnung bekamen die verschiedenen Kandidaten die Gelegenheit, sich mit den anwesenden Politikern auszutauschen, aber auch untereinander in Kontakt zu kommen und eine Vernetzung der verschiedenen Initiativen zu schaffen.

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Dokumentation der Bewerber um den Sächsischen Integrationspreishttp://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml kann geladen oder kostenfrei zugesandt werden

Parlamentarischer Abend: Ausländer in Handwerk, Gewerbe und Handel gewürdigt – Umfrage unter den Gästen

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Am 28. November folgten rund 220 ausländische Mitarbeiter und Führungskräfte der gemeinsamen Einladung des Landtagspräsidenten, des Sächsischen Ausländerbeauftragen und der Präsidenten der Handwerks- und Industrie- und Handelskammern. Anlass der Begegnung war der Parlamentarische Abend im Plenarsaal, der auf Initiative Geert Mackenroths unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler stattfand. Beteiligt waren auch die Präsidenten der Industrie- und Handelskammern Chemnitz, Dresden, Leipzig und der Handwerkskammern Chemnitz und Dresden.

Mackenroth forderte im Hinblick auf die Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund unkomplizierte Zugänge zum Arbeitsmarkt: „Unsere Aufgabe in der Politik ist es, optimale Rahmenbedingungen für Sie und Ihre Arbeitgeber zu schaffen, um rechtliche Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen.“

Kleine und mittelständische Unternehmen seien das Rückgrat der sächsischen Wirtschaft, so Mackenroth. Sie ständen für schlichte, effektive Problemlösung, funktionierende Kompromisse und gewährten Garantie. Damit könnten sie auch der Politik als Vorbild dienen.

Umfrageergebnisse:

Parallel zur Feierstunde nahmen die Gäste des Abends an einer Umfrage teil, um Rückschlüsse auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der ausländischen Arbeitnehmer ziehen zu können. Zudem sollten Handlungsfelder identifiziert werden. Im Ergebnis lassen sich folgende Grundaussagen zusammenfassen:

96 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich in ihrem Arbeitsumfeld (Betrieb, Firma, Werk, etc.) akzeptiert fühlen.

89 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich in ihrem Alltag in Sachsen akzeptiert fühlen.

49 Prozent der Befragten gaben an, dass es zu Beginn ihrer Tätigkeit in Deutschland Verständigungsprobleme gab.

83 Prozent der Befragten wünschen sich mehr sprachliche Weiterbildungsangebote.

71 Prozent der Befragten wünschen mehr Angebote im Bereich fachliche Qualifizierung.

55 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Schwierigkeiten mit der Anerkennung ausländischer Abschlüsse hatten.

83 Prozent der Befragten würden wieder in Sachsen anfangen.

79 Prozent der Befragten würden Sachsen für ausländische Arbeitnehmer weiterempfehlen - 19 Prozent würden es allerdings nicht tun.

Frische Zahlen vom Statistischen Landesamt und der Landesdirektion Sachsen

Das Landesamt für Statistik hat die Bevölkerungszahlen zum Stand 30. Juni 2016 veröffentlicht. Demnach beträgt im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung von 4.078.397 der relative Ausländeranteil in Sachsen 4,0 Prozent bei insgesamt 163.726 Ausländern.

https://www.statistik.sachsen.de/download/100_Berichte-A/A_I_1_vj2_16_SN.pdf

Asyl und Flucht - Angaben der Landesdirektion Sachsen
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Im Oktober 2017 wurden 940 Asylbegehrende verzeichnet. Zum Vergleich: Im September waren es 905, im Vorjahr knapp 935 und 14.339 im Jahr 2015.

Bei den Hauptherkunftsländern der Asylbewerber im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Oktober 2017 stammten 21,4 Prozent aus Eritrea, 16,7 Prozent aus Syrien, 13,1 Prozent aus Afghanistan und 8,9 Prozent aus Libyen.

Zum Stichtag 31. Oktober 2017 lebten in Sachsen insgesamt 23.894 Asylbewerber (Asylbewerber im Verfahren sowie abgelehnte Asylbewerber). Davon hielten sich 22.614 in den Kommunen und 1.280 in den Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) des Landes auf.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat für den Bereich Sachsen für das Jahr 2015 insgesamt 28.317 und für das Jahr 2016 rund 24.684 Erst- und Folgeantragsteller registriert. Im Zeitraum 1. Januar bis 31. Oktober 2017 wurden 7.137 Erst- und Folgeanträge im Freistaat Sachsen gestellt. Ein direkter Vergleich mit den Zugängen in den Erstaufnahmeeinrichtungen ist nicht möglich, da der tatsächliche Asylantrag in der Regel erst Tage oder Wochen später beim BAMF erfolgt.

Von Januar bis Ende Oktober 2017 wurden 1.996 Personen zwangsweise rückgeführt. 2015 wurden 1.725 und im Jahr 2016 insgesamt 3.377 Abschiebungen vollzogen.

https://www.lds.sachsen.de/asyl/

https://www.asylinfo.sachsen.de/ankommen-und-asylverfahren.html

Ali Moradi beendet seine Arbeit in der Härtefallkommission

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Seit 2005 – also seit der Gründung Kommission - war Ali Moradi berufenes Mitglied in der Sächsischen Härtefallkommission (HFK). Nach zwölf Jahren nahm nun Jörg Eichler seinen Platz für den Sächsischen Flüchtlingsrat ein. Eichler nahm erstmals im November 2017 an der Sitzung teil. Moradi gab sein Amt aus Altersgründen auf.

Der Vorsitzende der HFK, Geert Mackenroth, besuchte Ali Moradi am 1. Dezember 2017 in den Räumen des Flüchtlingsrates und dankte „dem Urgestein der Härtefallkommission“ ausdrücklich für seinen ehrenamtlichen und sehr persönlich geprägten Einsatz.

Die aktuelle Liste der Mitglieder und Stellvertretenden Mitglieder der Sächsischen Härtefallkommission ist zu finden unter
http://sab.landtag.sachsen.de/de/der-saechsische-landesbeauftragte/haertefallkommission/mitglieder-der-haertefallkommission-6774.cshtml

Neue Studie des Sachverständigenrates „Wie gelingt Integration? Asylsuchende über ihre Lebenslagen und Teilhabeperspektiven in Deutschland“

Am 23. November 2017 veröffentlichten der SVR-Forschungsbereich und die Robert Bosch Stiftung eine gemeinsame Studie mit dem Titel „Wie gelingt Integration? Asylsuchende über ihre Lebenslagen und Teilhabeperspektiven in Deutschland“.

Ziel der Studie ist es, innerhalb der polarisierenden Asyl- und Integrationsdebatten die Perspektive von nach Deutschland Geflüchteten einzunehmen und daraus politische Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Dazu wurden in qualitativen Interviews erwachsene Asylsuchende befragt, die noch keinen sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland hatten. Neben Fragen zum Wohnort, zum Zugang zu Arbeit, (Aus-)Bildung und zu sozialer Teilhabe konnten die Interviewten ihre subjektive Wahrnehmung der Einteilung von Asylsuchenden nach Bleibeperspektive einbringen. Zudem wurde den Geflüchteten die Chance gegeben, von sich aus Themen anzusprechen, die ihnen wichtig sind.

Die Ergebnisse der Studie und die daraus resultierenden politischen Handlungsempfehlungen finden Sie unter https://www.svr-migration.de/publikationen/wie_gelingt_integration/.

Vortragstipp – Gründe des Misstrauens und der Wut gegenüber Journalisten

Zu Ursachen und Konsequenzen des beobachteten Misstrauens gegenüber den Medienvertretern spricht der Kommunikationswissenschaftler Dr. Marco Dohle von der Universität Düsseldorf am Dienstag, dem 5. Dezember 2017 um 19 Uhr im Stadtmuseum Dresden auf der Wilsdruffer Straße 2 in 01067 Dresden.

Veranstalter ist die Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen der Themenreihe „Ich fühle was, was Du nicht siehst“.

Broschüre-Tipp "So wirkt Engagement"

Die Broschüre gibt Einblick in die Praxis der Koordination und Qualifizierung von freiwilligen Flüchtlingshelfern und skizziert dabei zentrale Herausforderungen sowie neue Entwicklungen.

Die Publikation wurde im Projekt „Koordinierung, Qualifizierung und Förderung des  ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge“ entwickelt. Seit 2015 wird das Projekt umgesetzt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert. Dadurch konnten an vielen Orten hauptamtliche Stellen zur Ehrenamtskoordination eingerichtet, Qualifizierungsangebote für Engagierte geschaffen und lokale Projekte gefördert werden.

Zum Download der Broschüre „So wirkt Engagement“ gelangen Sie unter https://fluechtlingshelfer.info/fuer-engagierte/detail-info-ea/news/broschuere-so-wirkt-engagement-einblick-in-die-ehrenamtsfoerderung/

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