Newsletter Nr. 5 vom 05.03.2015

Stabsstelle Asyl im Innenministerium und Mittel für Sozialarbeit im Quartier beschlossen

Eine neue Stabsstelle Asyl wird im Innenministerium eingerichtet. Das beschloss das Sächsische Kabinett am Dienstag. Die Stelle beim neuen Abteilungsleiter Recht und Kommunales soll einerseits Kommunikation und Organisation optimieren. Zudem sollen Konzepte zum Ausbau der Erstaufnahmekapazitäten erarbeitet und mit den Kommunen koordiniert werden. Andererseits dient die Stabsstelle der zentralen Koordination der beteiligten Behörden bei der Durchsetzung der Ausreisepflicht von abgelehnten Asylbewerbern. In der Stabsstelle arbeiten Vertreter der verschiedenen beteiligten Ressorts und der kommunalen Spitzenverbände.

Beschlossen wurde auch eine Förderrichtlinie zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Sie kann auch für die Sozialarbeit in den städtischen Quartieren genutzt werden, in denen Flüchtlingsunterkünfte gelegen sind. Grundsätzlich werden Städte und Gemeinden mit mindestens 5.000 Einwohnern bei Projekten zur sozialen, stadtteilbezogenen Integration von Menschen gefördert. Die Richtlinie kann in der beschlossenen Fassung auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden, z. B. durch die Einrichtung eines Quartiersmanagers „Asyl“. Die quartiersbezogene soziale Betreuung soll das integrative Zusammenleben in Stadtteilen fördern. Gefördert werden Sportprojekte wie auch Projekte für Kinder- und Jugendbildung, für lebenslanges Lernen, für soziale Eingliederung und für Integration in Beschäftigung.

Die Mittel stammen aus dem Europäischen Sozialfonds. In der Förderperiode 2014 -2020 stehen dafür bis zu 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Land Sachsen brachte von Januar bis Mitte Februar 2.600 Asylbewerber unter

Die Zahl der Asylbewerber stieg bundesweit erheblich an. Im Januar 2015 wurden 22.000 Asylanträge gestellt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies einen Anstieg um über 70 Prozent. Sachsen brachte im Januar über 1.600 Asylbewerber in der Erstaufnahmeeinrichtung unter. Bis zum 12. Februar 2015 waren es weitere 1.000.

Mit rund 1.000 Asylbewerbern in diesem Zeitraum ist Kosovo die stärkste Nationalität unter den gegenwärtigen Asylbewerbern. Derzeit kommen täglich über 100 Asylbewerber nach Sachsen, heißt es in einer Erklärung des Innenministeriums.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge informierte über die aktuelle bundesweite Verteilung der Asylbewerber. Im Jahr 2015 wird Sachsen nach dem Königsteiner Schlüssel 5,1 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen.

Gemeindedolmetscherdienst Dresden und Pirna sucht Muttersprachler

Der Gemeindedolmetscherdienst Dresden sucht engagierte Muttersprachler, die sich als Gemeindedolmetscher ehrenamtlich engagieren möchten. Dem Einsatz geht die Teilnahme an einer umfassenden Qualifizierung voraus. In Dresden werden Muttersprachler in folgenden Sprachen gesucht: Albanisch, Vietnamesisch, Kurdisch (Sorani, Kurmandschi/Badini), den Sprachen des indischen Sprachraumes, Tigrinya (Eritrea) und Englisch. Für die Außenstelle Pirna werden arabische, persische und serbische Muttersprachler gesucht.

Voraussetzungen sind gute Deutschkenntnisse, eine hohe soziale Kompetenz, die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Arbeit und ein gesicherter Aufenthaltsstatus. Interessierte können sich mit einem kurzen Lebenslauf und ihren Kontaktdaten bewerben.

Das Infoblatt des Gemeindedolmetscherdienstes finden Sie unter
http://www.convectus.de/uploads/media/Flyer_GDD.pdf

Internet www.convectus.de

Kontakt
E-Mail viaa.dd@t-online.de

Rückkehrerhilfe in den Kosovo entfällt rückwirkend

Für Rückkehrer in den Kosovo wird rückwirkend ab dem 1. Januar 2015 die Reisebeihilfe (200 Euro pro Person) und die Starthilfe (400 Euro bzw. 750 Euro pro Person) ausgesetzt. Dies gilt für alle Personen, die nach dem 31.12.2014 in das Bundesgebiet eingereist sind und einen Antrag auf Rückkehrhilfe gestellt haben. Für eine Ausreise werden ggf. damit nur Transportkosten übernommen. Für Personen, die vor dem 1. Januar 2015 eingereist sind, gelten die Programmleistungen uneingeschränkt weiter. Das gab das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge am Mittwoch bekannt.

Weitere Erläuterungen
http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2015/20150304-reag-garp-starthilfen.html

„Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt.“ – IKW Tagung in Köln

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Am 20. und 21. Februar fand in Köln die bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche 2015 statt. Insgesamt nahmen etwa 170 Teilnehmer wichtige Impulse für die Organisatoren und Multiplikatoren vor Ort mit. Die Interkulturelle Woche (IKW) 2015 soll vom 27. September bis zum 3. Oktober stattfinden. Ihr Motto ist „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt.“

Die neuen Plakate, Motive und das Logo sind bereits online verfügbar unter
www.interkulturellewoche.de

Guntram Schneider (SPD), Integrationsminister in NRW, benannte in seinem Grußwort aktuelle Herausforderungen, wie die Einbeziehung von Menschen mit Migrationshintergrund in das Erwerbssystem. Zudem werde es immer schwieriger, so der Minister, zwischen politischen und wirtschaftlichen Fluchtgründen zu unterscheiden.

In seinem Vortrag „Herausforderungen in der Einwanderungsgesellschaft“ beschrieb der Anwalt und Publizist Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler das Klima und die gesellschaftliche Situation, in der sich Täter, Taten und Ermittlungen der NSU entwickelten. Daimagüler, der auch Opferanwalt im NSU-Prozess ist, stellte beim Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund eine vordergründige Fixierung auf ausgewählte Identitäten fest. Diese Abgrenzung oder Vereinzelung von menschlichen Aspekten müsse aufhören. Migranten seien zuerst Menschen und nicht vordergründig aktive Protagonisten von Religionen, Volksgruppen oder Traditionen.

Nach einem breit gefächerten Workshopangebot berichteten am Abend zwei syrische Frauen auf einem Podium über Fluchtgründe, Schicksale und den Weg von Flüchtlingen nach Europa. Dr. Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der die Situation seitens des BAMF einschätzen wollte, konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen.

„Flucht und Arbeitsmigration nach Deutschland – Konsequenzen für Aufnahmestrukturen und interkulturelle Öffnung in Kommunen und Verbänden“ war das Thema einer Podiumsdiskussion. Auf dem Podium saßen Prof. Dr. Dorothee Frings, Hochschule Niederrhein, Pfarrer Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Dr. Frank Johannes Hensel, Direktor des Diözesan-Caritasverbandes im Erzbistum Köln und die Bürgermeisterin der Stadt Aachen, Hilde Scheidt.

Professor Frings trat für ein Mindestmaß an Teilhabe als Teil der Existenz ein. Außerdem regte sie eine Angleichung der Rechte von Religionsgemeinschaften an. Religion stifte Identität. Die Aachener Bürgermeisterin berichtete über soziale Wohnungsbauprojekte für Flüchtlinge. Künftige Schwerpunkte sah sie in der Verbesserung der Ausbildungen. Die Anschlüsse in den Ausbildungswegen müssten nahtloser funktionieren und nicht von gegenseitigen Berechtigungshürden blockiert werden. In Aachen sei ein kommunales Integrationszentrum im Gespräch. Die Vertreter der beiden caritativen Organisationen waren sich einig, dass man weg vom Denken und Handeln in Ausnahmesituationen kommen müsse. Flüchtlingsarbeit, Ausbildungsorganisation, Migranten im Arbeitsprozess und in den Verwaltungen seien Normalfall. Doch immer noch müssten die eigenen Berater zu sehr zwischen Ämtern vermitteln.

Eine Übersicht über die Workshops veröffentlicht der Vorbereitungsausschuss der IKW.
www.interkulturellewoche.de

Bundesregierung gab Zahl der Abschiebungen 2014 bekannt

Zu rund 10.900 Abschiebungen kam es bundesweit im Jahr 2014. Das geht aus einer Antwort der Bunderegierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Diese hatte Anzahl von Ab- und Zurückschiebungen, Zurückweisungen, Überstellungen und Ausreisen erfragt. Danach wurden im vergangenen Jahr 10.884 Menschen aus Deutschland ab- und 3.000 zurückgeschoben. Die meisten der Abschiebungen (8.560) fanden per Flugzeug statt, deutlich weniger über den Land- (2.300) und Seeweg (26). Rund ein Drittel aller Ab- und Zurückschiebungen waren Überstellungen an andere EU-Länder im Rahmen der Dublin-Verordnung.

Aktionstage Politische Bildung 2015 zum Thema Asyl

In diesem Jahr steht bei den bundesweiten Aktionstagen das Thema „Zuwanderung – Flucht – Asyl: Umgang mit Vielfalt in der politischen Bildung“ im Mittelpunkt der Veranstaltungen. Die Tage werden seit 2004 von der Bundeszentrale für politische Bildung, vom Bundesausschuss politische Bildung sowie den Landeszentralen für politische Bildung initiiert. Sie sind eine bundes- und europaweite Kampagne rund um die politische Bildung. Alle Akteure der politischen Bildung sind aufgefordert die Aktionstage mitzugestalten.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit finden Sie unter
http://aktionstage-politische-bildung.net/

Förderungen und Ausschreibungen

Im Projektwettbewerb KINDERrechte für KINDERflüchtlinge fördert der Save the Children Deutschland e. V. mit bis zu 8.000 Euro engagierte Organisationen oder Initiativen, die in Deutschland mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten. Mit dem Preis sollen Kinder und Jugendliche eine Stimme bekommen. Gute Arbeit mit geflüchteten Kindern in Deutschland will der Verein besser bekannt und übertragbar machen. Bewerbungsende ist der 31. März 2015

Weitere Informationen und die Ausschreibung finden Sie unter
http://www.savethechildren.de/aktuelles/meldungen/aktuelle-meldungen/datum/2015/02/24/kinderfluechtlinge-in-deutschland/

Die Deutsche Bischofskonferenz ruft den „Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ aus. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragendes kirchliches Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der Preis soll für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft werben. Bewerben können sich Personen, Gruppen oder Organisationen, die in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus tätig sind oder sich prägend an ökumenischen oder gesellschaftlichen Initiativen beteiligen. Ausgezeichnet werden können auch hauptamtlich bei der Kirche beschäftigte, wenn sie sich in besonderer Weise über das dienstlich geschuldete Maß hinaus engagieren. Bewerbungsfrist ist der 30. April 2015.

Weitere Informationen und die Ausschreibung finden Sie unter
http://www.dbk.de/katholischer-preis-gegen-fremdenfeindlichkeit-und-rassismus/home/

Stellenausschreibung für FSJ Politik - Referent

Der Sächsische Jugendstiftung e. V. sucht im Rahmen einer Elternzeitvertretung einen Referenten für das Freiwillige Soziale Jahr Politik für den Zeitraum vom 1. April 2015 bis voraussichtlich Oktober 2016. Bewerbungen werden bis zum 15. März 2015 entgegengenommen.

Weitere Informationen zur Arbeit der Stiftung und die Stellenausschreibung finden Sie unter
http://www.saechsische-jugendstiftung.de/startseite

Korrektur: JEBB!!! – Jugendprogramm startet wieder in Sachsen

Im letzten Newsletter 04/15 waren die Kontaktdaten zur Meldung und der Projektlink falsch verlinkt. Wir bitten um Entschuldigung.

Der interkulturelle Jugendverband djo-Deutsche Jugend in Europa Landesverband Sachsen e. V. sucht interessierte Jugendliche und junge Erwachsene aus Ostsachsen, die am Jugendprogramm „JEBB!!!“ teilnehmen wollen. Die Jugendlichen können ihre Ideen mit Hilfe von Kleinprojekten unbürokratisch realisieren. Das Programm möchte insbesondere jungen Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit geben, sich zu engagieren und unterstützt in erster Linie Projektideen mit einem interkulturellen Bezug.

In einem Starterseminar, welches vom 27. März bis 29. März 2015 in Dresden stattfindet, lernen die Jugendlichen die Grundlagen des Projektmanagements. Sie werden in die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit eingeführt. Innerhalb eines halben Jahres realisieren die Jugendlichen ihre Projekte. In dieser Zeit werden sie bei allen inhaltlichen und organisatorischen Fragen begleitet. Im Herbst findet das Auswertungsseminar statt. „JEBB!!!“ begann im März 2014 und läuft über zwei Jahre. So sind zwei Projektzyklen möglich, in denen insgesamt bis zu 15 Kleinprojekte realisiert werden können.

Anmeldungen für das Programm und weitere Informationen:
djo-Deutsche Jugend in Europa
Landesverband Sachsen e. V.
Hana Vasatkova
Telefon 0351 79670750
E-Mail info@djo-sachsen.de

Projektinformationen finden Sie unter
http://www.djo-sachsen.de/news/items/Jugendprogramm_JEBB_startet_in_die_zweite_Runde.html