Newsletter Nr. 40 vom 12.12.2014

Mit Herz gesehen: Einheit in Vielfalt – Wir halten zusammen!

Fünf Jahre scheinen eine lange Zeit – wenn sie vor einem liegt. So dachte ich auch 2009 bei meiner Wahl zum Sächsischen Ausländerbeauftragten. Ich stand damals vor einem einfach formulierten, gleichwohl mehrdeutigen Auftrag: Der Beauftragte soll sich um die Belange der in Sachsen lebenden Ausländer kümmern.

Doch was konnte das für mich heißen? Was waren die brennenden Themen? Wo lagen Herausforderungen und Chancen? Wer sind die Pioniere? Und wie erreichen wir das Herz der Bevölkerung?

Bei der genauen Bestimmung meiner Aufgabe hat mir mein eigener innerer Kompass geholfen. Und der sagt mir: Zuerst kommt der Mensch, dann erst die Politik und die Vorschriften. Das gilt für den und die Einzelne. Und es gilt auch für unsere Gesellschaft: Wir alle sind zuerst Menschen. Und dann erst Angehörige von Kulturen, Religionen und Nationen.

Meine Eltern schenkten mir das Primat der Menschlichkeit. Meine italienischen Kollegen vermittelten mir, dass uns als Menschen viel mehr verbindet als uns trennt, gleichgültig, wie groß unsere Unterschiede auch sein mögen. Manchmal erkennen wir das erst in tiefster Trauer. Beim Besuch der Familie des in Leipzig ermordeten irakisch-christlichen Kamal K. sagte mir der muslimische Vater: „Islam. Christentum. Wir haben doch alle den gleichen Gott.“

Am Ende meiner Amtszeit würde ich sagen, dass genau das der wichtigste Teil meiner Arbeit als Sächsischer Ausländerbeauftragter war: Diese Einheit in der Vielfalt zu stärken. Im Rückblick erkenne ich mit Freude, dass wir als Netzwerk für ein weltoffenes Sachsen auch schon vieles auf diesem Weg erreicht haben.

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter in den Initiativen, Beratungsstellen, Projekten, Wohlfahrtsverbänden, Ministerien, Verwaltungen und Organisationen: Ich möchte Euch ganz herzlich danken! Wir haben fünf Jahre lang gemeinsam den Mut gehabt und die Gelegenheit genutzt, bei den Themen Mitmenschlichkeit, Zusammenleben und gegenseitigem Respekt aller gemeinsam neue Wege zu gehen.

Weltoffenheit ist eine Reise ohne Ende. Und es bleibt viel zu tun – gerade jetzt. Es gilt deshalb, mit Schwung und Zuversicht weiterzugehen. So wünsche ich meinem Nachfolger und Euch weiterhin Mut, Kraft und Erfolg für die jetzt anstehenden Schritte auf dem Weg zu einem weltoffenen Sachsen!

Auch ich werde weitergehen. Ich habe mich immer als Pionier im besten Sinne verstanden, und ich tue das noch heute. Ich liebe weiße Flecken auf der Landkarte des Lebens. Sie sind meine Lieblingsobjekte. Wenn man sich ihnen mit offenen Herzen nähert, erkennt man die Vielfalt und die Schätze, die sich darin verbergen und man findet neue Aufgaben, die es zu gestalten gilt.

Wie bereichernd ist doch eine bunte Gesellschaft - wenn sie auf Einheit in Vielfalt setzt!

Von Herzen,

Martin Gillo

Der Sächsische Landtag wählt am 17. Dezember neuen Ausländerbeauftragten/Integrationsbeauftragten

Zu Beginn der 4. Plenarsitzung am 17. Dezember 2014 wählen die Abgeordneten einen neuen Sächsischen Ausländer-/ bzw. Integrationsbeauftragten.

Für die Wahl zum Sächsischen Ausländerbeauftragten/Integrationsbeauftragten liegt ein gemeinsamer Wahlvorschlag der CDU-Fraktion und der SPD–Fraktion im Sächsischen Landtag vor (Drucksache 6/458). Vorgeschlagen wird darin das Mitglied des Landtags Geert Mackenroth.

Die Fraktionen DieLinke und Bündnis90/DieGrünen im Sächsischen Landtag haben sich für diese Wahl auf eine eigene Kandidatin geeinigt. Sie schlagen die Landtagsabgeordnete Petra Zais (Bündnis90/DieGrünen) vor.

In der anschließenden aktuellen Stunde debattieren die Parlamentarier über die Themen Asyl und Integration sowie über die weitere Entwicklung der Willkommenskultur in Sachsen.

Der Landtag überträgt Wahl und Debatte am 17. Dezember ab 10 Uhr im Videostream unter www.landtag.sachsen.de

Stadt Leipzig informiert gezielt zu Asyl und Flüchtlingen

Die Stadt Leipzig bietet seit letzter Woche auf ihrer Internetseite gebündelte Informationen zu Asyl und Flüchtlingen an und informiert darüber, wie viele Asylsuchende derzeit in der Stadt leben und wie viele voraussichtlich noch in diesem Jahr untergebracht werden müssen. Erläutert wird auch, aus welchen Ländern die Menschen kommen, wie das Asylverfahren abläuft und welche gesetzlichen Grundlagen und Kosten relevant sind. Außerdem wird das Projekt „Ankommen in Leipzig" vorgestellt, welches Paten für Flüchtlinge sucht.
www.leipzig.de

Tagung zum Zusammenleben mit Flüchtlingen in Kommunen

Wie das Zusammenleben in Kommunen gestaltet werden kann, wird im Rahmen der Tagung „Qualifiziert handeln – Flüchtlinge im Gemeinwesen“ am 29. und 30. Januar 2015 in Berlin behandelt. Die Tagung im Dietrich-Boenhoeffer-Haus wird von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Evangelischen Akademie zu Berlin ausgerichtet. In Planspielen soll die Aufnahme und Beheimatung in den Kommunen durchgeführt werden. Erprobt wird, wie eine Kommune damit umgehen kann, wenn sie Standort einer Flüchtlingsunterkunft wird oder wesentlich mehr Menschen als bisher aufzunehmen hat. Dabei sind logistische Probleme zu lösen, Fragen der kulturellen Identität zu klären, Konflikte zu bereinigen und Kommunikationsprozesse zu gestalten.

Die Tagung soll mithilfe von kurzen Vorträgen und Planspielen Bürgerinnen und Bürgern, Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Flüchtlingen die Möglichkeit geben, sich auszutauschen und sich bundesweit zu vernetzen. Positive und negative Erfahrungen können ausgetauscht werden. Gemeinsam werden Ideen für die Verbesserung der Situation von Flüchtlingen in Deutschlands Kommunen erarbeitet.

Die Tagung ist Teil des Fortbildungskonzepts „Qualifiziert handeln!"
www.bpb.de/qualifiziert-handeln

29. - 30. Januar 2015
Hotel "Dietrich-Bonhoeffer-Haus", Ziegelstraße 30, 10117 Berlin (Mitte)

Anmeldung und Programm
www.bpb.de/197397

Kontakte für inhaltliche Rückfragen:
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Hanne Wurzel
Telefon 0228 99515-530
E-Mail hanne.wurzel@bpb.de

Evangelische Akademie zu Berlin gGmbH
Heinz-Joachim Lohmann
Telefon 030 20355-500
E-Mail lohmann@eaberlin.de

Interkulturelle Woche 2015 mit neuem Thema und Angeboten zur Vorbereitung

„Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt.“ So lautet das Motto der Interkulturellen Woche (IKW) 2015, die vom 27. September bis zum 3. Oktober stattfinden wird. Es ist zugleich der Titel der bundesweiten Vorbereitungstagung zur IKW am 20. und 21. Februar 2015 im Maternushaus in Köln.

Auf der bundesweiten Vorbereitungstagung werden zentrale Fragen und Perspektiven zu Themen wie Flucht, Antiziganismus, Rassismus, Neuzuwanderung, Asyl- und Ausländerrecht und Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt versus faire Mobilität vorgestellt und miteinander diskutiert. Den Eingangsvortrag „Herausforderungen in der Einwanderungsgesellschaft" hält der Publizist Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler.

Auf der Tagung finden sowohl Arbeitsgruppen wie auch zwei Podien statt: Am Freitag das Podium „Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa“ mit Aram Ali, Maya Alkhechen, Andreas Lipsch, Interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Dr. Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

Am Samstagmorgen diskutieren Prof. Dr. Dorothee Frings, Hochschule Niederrhein, Dr. Frank Johannes Hensel, Direktor des Diözesan-Caritasverbandes im Erzbistum Köln, Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland das Thema „Flucht und Arbeitsmigration nach Deutschland – Konsequenzen für Aufnahmestrukturen und interkulturelle Öffnung in Kommunen und Verbänden".

Auf ihrer Internetseite stellt der Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche (ÖVA) wie in jedem Jahr Materialien, Werbebausteine, Anregungen und gute Beispiele vor.
http://www.interkulturellewoche.de

Dossier für Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU)

Die IQ-Fachstelle Diversity Management hat ein Dossier veröffentlicht, das sich mit Partizipation und Inklusion von Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund auseinandersetzt. Das Dossier beschreibt Wandlungsprozesse auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Neue Personalstrategien werden vorgestellt. Auf den immer vielfältiger, interkultureller und internationaler werdenden deutschen Arbeitsmarkt seien einige KMU bereits auf einem guten Weg. Andere hätten jedoch noch wenig Erfahrungen oder Nachholbedarf bei der Gestaltung vielfaltsorientierter Öffnungsprozesse und einer Willkommenskultur.

Das Dossier enthält Ergebnisse aus den IQ-Praxisprojekten, Interviews mit Vertretern aus KMU sowie Beiträge externer Autoren.

Online-Dossier „Mehrwert Vielfalt?! Interkulturalität, Internationalität und diversityorientierte Personalstrategien in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)"
http://vielfalt-gestalten.de/service/dossiers/mehrwert-vielfalt.html

CIVIS Medienpreis ausgeschrieben – Programmleistungen für friedliches Zusammenleben

Die CIVIS Medienstiftung zeichnet erneut europaweit Programmleistungen im Radio, Fernsehen und Internet aus, die das friedliche Zusammenleben fördern. Ausgezeichnet werden die besten Beiträge zum Thema Migration, Integration und kultureller Vielfalt in Europa.

Der CIVIS Medienpreis wird am 7. Mai 2015 im Europäischen Parlament in fünf Kategorien verliehen. Die Kategorien sind: Der Europäische CIVIS Fernsehpreis, Der Europäische CIVIS Radiopreis, Der Europäische Young CIVIS Medienpreis, Der Europäische CIVIS online Medienpreis und Der Europäische CIVIS Kinopreis.

Einsendeschluss ist der 20. Januar 2015.

CIVIS begleitet als unabhängige, überparteiliche und gemeinnützige Gesellschaft aktiv die mediale Meinungsbildung zu allen relevanten gesellschaftspolitischen Fragen der europäischen Einwanderungsgesellschaft. Der Medienpreis wird seit über zwei Jahrzehnten von der Arbeitsgemeinschaft der Landesrundfunkanstalten in Deutschland (ARD), vertreten durch den Westdeutschen Rundfunk (WDR), gemeinsam mit der Freudenberg Stiftung ausgeschrieben.

Weiterführende Informationen unter
http://www.civismedia.eu/

Zwischenbericht des Projekts „Islamismus im Internet“ ist online

Das Projekt „Islamismus im Internet“ wird seit 2014 von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Jetzt wurden erste Zwischenergebnisse vorgelegt.

Der erste Zwischenbericht thematisiert Antisemitismus als Teil der islamistischen Propaganda und islamistische Propagandavideos zur Rekrutierung von Jugendlichen.
http://www.hass-im-netz.info/fileadmin/dateien/dokumente/PDFs/islamismus/TP_Antisemitismus.pdf

Der zweite Zwischenbericht thematisiert islamistische Propagandavideos zur Rekrutierung von Jugendlichen.
http://www.hass-im-netz.info/fileadmin/dateien/dokumente/PDFs/islamismus/TP_IslamistischePropagandavideos.pdf

Der dritte Bericht gibt Empfehlungen für die Berichterstattung und den Umgang in sozialen Netzwerken.
http://www.hass-im-netz.info/fileadmin/dateien/dokumente/PDFs/islamismus/leitfaden_gewaltdarstellungen.pdf

Neues Glossar will Begriffe bei Migration und Integration entwirren

Welche Begriffe bei Migration und Integration üblich, korrekt, überholt oder irreführend sind, will das aktuelle Glossar der Neuen deutschen Medienmacher klären. Es erläutert ausführlich, welche Begriffe mit welcher Bedeutung - nicht nur im journalistischen Sprachgebrauch - aktuell verwendet werden können. Das Glossar bietet Formulierungshilfen für die Berichterstattung in Deutschland.

Glossar für das Einwanderungsland Deutschland
http://www.neuemedienmacher.de/wp-content/uploads/2014/12/Glossar_A5_online.pdf

Leitfaden Fundraising und Ehrenamtsförderung für Migrantenorganisationen

Der Paritätische Gesamtverband unterstützt seit 2009 Migrantenorganisationen bei der Strukturentwicklung und Professionalisierung der Arbeit. Bisher wurden bereits 250 Organisationen in verschiedenen Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising geschult. Begleitend zu den angebotenen Seminaren wurden Arbeitshefte entwickelt, die auch außerhalb des Projektes eine Hilfestellung sind.

Förderung von ehrenamtlichem Engagement - Ein Leitfaden für Migrantenorganisationen

Diese Arbeitshilfe soll (Migranten-) Organisationen dabei unterstützen, das ehrenamtliche Engagement in ihrer Organisation zu fördern und vorhandene Strukturen der Arbeit mit Ehrenamtlichen zu optimieren.

Mittel erfolgreich einwerben - Fundraising für Migrantenorganisationen

Diese Arbeitshilfe führt in das kleine 1x1 des Fundraising ein. Das Thema Fundraising umschließt hier nicht nur die Akquise von Geldern, sondern auch die Einwerbung von Sachmitteln, Zeitspenden, Dienstleistungen und Know-how. Neben der Definition des Begriffs über die Voraussetzungen bis hin zu rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für Fundraising bietet die Broschüre Tipps, Übungen und Checklisten.

In diesem Projekt erschienen bereits weitere Arbeitshilfen; etwa mit Rhetorik- und Präsentationstipps.

Die Hefte können als Druckexemplare bestellt werden oder kostenfrei im Internetangebot abgerufen werden.
http://www.migration.paritaet.org/index.php?id=1718

Tipdoc: Hilfestellungen für Ärzte bei der medizinischen Versorgung von fremdsprachigen Patienten

Tipdoc ist eine Handreichung für alle, die sich beim Arzt, in der Klinik, bei der Krankenschwester, im Altenheim oder in der Apotheke besser verständigen wollen und müssen. Die im Setzer Verlag erschienenen Bücher, Themenkarten, Anamnesebögen oder Faltblätter gibt es in verschiedenen Versionen und umfangreichen Sprachvarianten. Angeboten werden Informationsblätter etwa zur Zahnpflege oder Grippe, Pflegepläne oder auch spezielle Hilfen für die Notfallversorgung oder Kinder.
http://www.tipdoc.de/