Newsletter Nr. 39 vom 05.12.2014

Kunstzentrum in Dresden nimmt 20 Flüchtlinge auf

Das HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden hat sich entschieden, der Stadt Dresden einen erkennbaren und konkreten Beitrag für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen/Asylbewerbern anzubieten. Das teilte Intendant Dieter Jaenicke in einer Erklärung am Dienstag in Dresden mit. Das Team vom zeitgenössischen Zentrum in Hellerau habe sich bereit erklärt, im Falle der Unterbringung eine Betreuung und Patenschaft für die Asylbewerber ehrenamtlich zu leisten.

Weiter heißt es in der Erklärung, das Angebot werde für den Theaterbetrieb mit Sicherheit Einschränkungen und zusätzliche Aufgaben mit sich bringen. „Wir nehmen dies aus bürgerschaftlicher Verantwortung in Kauf und möchten als internationale Kulturinstitution ein deutliches Zeichen für Weltoffenheit, Humanität und Willkommenskultur in der derzeit angespannten Diskussion innerhalb der Stadt Dresden setzen".

Die Pressemitteilung vom 2. Dezember 2014 finden Sie unter:
http://www.hellerau.org/presse/pressemitteilung

Basisinformationen zur Härtefallkommission (HFK) jetzt in elf Sprachen online

Grafik 2

Die Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten stellt die grundlegenden Informationen zur Arbeitsweise der Härtefallkommission in Sachsen jetzt online in zehn Sprachen zur Verfügung. Das Infoblatt bietet allgemeine Fakten und einen ersten Überblick über die HFK und erläutert diese besondere Möglichkeit, um einen Aufenthaltstitel zu erlangen. Das Dokument im Format A4 gibt es in folgenden Sprachversionen:

deutsch – albanisch – arabisch – englisch – französisch – mazedonisch – persisch – russisch – bosnisch – türkisch – vietnamesisch

Es kann im Internetangebot des Ausländerbeauftragten geladen werden unter:
http://www.landtag.sachsen.de/de/integration_migration/der_saechsische_landesbeauftragte/6735.aspx

Der gleiche Inhalt liegt auch in einer deutschen Version in einfacher Sprache vor. Einfache Sprache ist für Personen mit kognitiven Einschränkungen gedacht und ausdrücklich für Personen geeignet, deren Erstsprache nicht Deutsch ist.

Außerdem hat die Geschäftsstelle des Ausländerbeauftragten eine detailliertere Handreichung für Beratungsstellen erarbeitet. Sie kann bestellt werden unter:
http://www.landtag.sachsen.de/de/integration_migration/service/publikationen/index.aspx

Innenministerium veröffentlicht Anzahl und Betreiber der Gemeinschaftsunterkünften

Einer Antwort des Sächsischen Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Juliane Nagel ist die Entwicklung von Gemeinschaftsunterkünften und der Anteil dezentraler Unterbringung zu entnehmen.

Demnach gab es zum Stichtag 31. Oktober 2014 in Sachsen 59 Gemeinschaftsunterkünfte in Sachsen. Diese sind zu 87 Prozent ausgelastet. 16 Heime wurden im Vergleich zum Oktober 2013 neu eröffnet, drei wurden geschlossen.

Parlamentsdokumente im Angebot des Sächsischen Landtags
Drucksache Nr. 6/199
http://edas.landtag.sachsen.de/

Flüchtlingsrat bietet Material zum Thema Asyl und Engagement in Sachsen

Der Sächsische Flüchtlingsrat hat auf seiner Internetseite eine Übersicht mit Links zum Thema Asyl und Engagement in Sachsen erstellt. Damit sollen die vielen Informationen zum Thema Asyl und das vielfältige bürgerschaftliche Engagement gebündelt und vernetzt werden. Aufgelistet werden Informationen zum Asylverfahren, zu Sozialleistungen, Hilfen gegen Vorurteile und gute Beispiele.

Material dazu finden Sie unter:
http://saechsischer-fluechtlingsrat.de/23.html

Diskussion in Leipzig zu Ursachen für das aktuelle Migrationsgeschehen

Der Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen e. V. veranstaltet am 11. Dezember 2014 von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion in Leipzig, Elsterstraße 15. Der Titel der Veranstaltung lautet „Ursachen und Nebenwirkungen der Deutschen und Europäischen Entwicklungspolitik auf das aktuelle Migrations- und Flüchtlingsgeschehen“.

Auf dem Podium werden Vertreter von „Brot für die Welt“, vom Sächsischen Flüchtlingsrat sowie der Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich sitzen. Die Veranstaltung moderiert Christine Müller von der Evangelischen-Lutherischen Landeskirche Sachsen.

Anmelden können sich Interessierte per
E-Mail miguel.ruiz@einewelt-sachsen.de

Gemeindedolmetscherdienst Dresden und Pirna sucht Muttersprachler

Der Gemeindedolmetscherdienst Dresden sucht engagierte Muttersprachler, die sich als Gemeindedolmetscher ehrenamtlich engagieren möchten. Dem Einsatz geht eine umfassende Qualifizierung voraus. Für 2015 besteht noch die Einstiegsmöglichkeit in die Grundlagenseminare. In Dresden werden Muttersprachler in folgenden Sprachen gesucht: Persisch, Kurdisch, Mazedonisch, den Sprachen des indischen Sprachraumes, Tigrigna (Eritrea), Polnisch, Rumänisch und Englisch.

Für die Außenstelle Pirna werden arabische, persische und serbische Muttersprachler gesucht.

Voraussetzungen sind gute Deutschkenntnisse, eine hohe soziale Kompetenz, die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Arbeit und ein gesicherter Aufenthaltsstatus.

Interessierte können sich mit einem kurzen Lebenslauf und ihren Kontaktdaten bewerben.
E-Mail viaa.dd@t-online.de

Bundestag beschließt Änderung zur Residenzpflicht

Am Donnerstagabend beschloss der Bundestag einige Erleichterungen für Flüchtlinge. Das Parlament lockerte unter anderem die sogenannte Residenzpflicht. Asylbewerber dürfen sich damit freier in Deutschland bewegen. Zudem werden sie häufiger als bisher mit Geld statt mit Sachleistungen unterstützt.

Zum Wortlaut der Bundestagsdrucksachen 18/3144, 18/3160 über
http://pdok.bundestag.de/index.php?start=drs

Bundesregierung legt Gesetzentwurf vor

Das Bundeskabinett hat ein Gesetz zu Bleiberecht und Aufenthaltsbeendigung in die Beratung des Bundestages eingebracht.

Der Gesetzentwurf beinhaltet eine alters- und stichtagsunabhängige Bleiberechtsregelung, die Integrationsbemühungen anerkennt. Gleichzeitig regelt der Gesetzentwurf auch das Ausreiserecht neu. Unter anderem sollen künftig bestehende Ausreisepflichten von Personen, denen unter keinem Gesichtspunkt - auch nicht humanitär - ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zusteht, konsequent durchgesetzt werden.

Die Vorlage der Bundesregierung wird derzeit heftig von Verbänden und der Opposition diskutiert.

Pressemitteilung und Gesetzentwurf des Bundesinnenministeriums
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/12/kabinettbeschluss-gesetzentwurf-bleiberecht-und-aufenthaltsbeendigung.html

Ergebnisse des 7. Integrationsgipfels der Bundesregierung

Am 1. Dezember 2014 fand im Bundeskanzleramt der 7. Integrationsgipfel statt. Auf Einladung der Bundeskanzlerin kamen Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Migrantenorganisationen zusammen. Die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund soll erhöht werden. Dieses Thema war ein Schwerpunkt des Gipfels, bei dem es auch um die Bereitschaft von Betrieben ging, mehr junge Leute auszubilden. Im Fokus standen dabei Unternehmer mit Migrationshintergrund, die als Ausbildungsbetriebe gewonnen werden sollen.

Im Vorfeld hatten Migrantenorganisationen ein Impulspapier zum Thema Ausbildungsland Deutschland erarbeitet. Es formuliert die Ziele: Attraktivität der dualen Ausbildung stärken, Chancengleichheit fördern und die Diversität wertschätzen.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz betonte, dass es einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller bedürfe, damit alle Jugendlichen faire Chancen bekommen. Dazu sei eine Verbesserung der interkulturellen Kompetenz in Unternehmen und der Verwaltung nötig. Deshalb soll die Berufsberatung verbessert werden. Außerdem sollen „assistierte Ausbildungen“, bei denen Auszubildende und Unternehmen gleichermaßen unterstützt werden.

Weitere Informationen und das Positionspapier finden Sie unter:
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/IB/Artikel/Integrationsgipfel/2014-12-01-integrationsgipfel-2014.html

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/IB/Artikel/Integrationsgipfel/2014-11-28-mo-papier.html?nn=391850

Ein Fünftel der deutschen Bevölkerung hat Migrationshintergrund

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten 20,5 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2013 einen Migrationshintergrund. Das sind 16,5 Millionen Menschen. Ein Drittel von ihnen ist in Deutschland geboren, die anderen sind zugewandert. Weit über die Hälfte aller Migranten sind deutsche Staatsbürger (9,7 Millionen).

16 Millionen Migrantinnen und Migranten leben in den alten Bundesländern, lediglich eine halbe Million lebt in den neuen Bundesländern ohne Berlin.

Datengrundlage ist der Mikrozensus 2013.

Die ausführliche Pressemitteilung 402/14 des Bundesamtes finden Sie unter:
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/11/PD14_402_122.html

Kirche und Religion: Mainzer Erklärung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus hat zum Abschluss ihrer 4. bundesweiten Ost-West-Konferenz eine Mainzer Erklärung am 29. November 2014 verabschiedet. In der Erklärung wird mit Bezug auf die aktuellen Demonstrationen gegen Flüchtlinge in Ost- und Westdeutschland ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik gefordert. Politik und Zivilgesellschaft sollten sich konsequent auf ein gesellschaftliches Klima des Willkommens und des Miteinanders ausrichten. Die Problematisierung und Kriminalisierung einzelner Flüchtlingsgruppen sei unnötig.

Die BAG würdigt die regionalen Bemühungen der Kirche. Sie zeigt sich besorgt über den Schulterschluss zwischen neonazistischen Strukturen, der Hooliganszene und kriminellen Rockerbanden. Daraus könne sich ein neuer Nährboden für rechtsextremen Terror entwickeln.

Den Wortlaut der Mainzer Erklärung finden Sie unter:
http://www.bistummainz.de/bistum/menschen/jugend/bdkj/index.html?f_action=show&f_newsitem_id=45612

ARL-Kongress 2015 sucht Referenten zu Migration, Integration und Raumentwicklung

Die Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) fordert Wissenschaftler auf, sich mit Beiträgen für den ARL-Kongress zu bewerben. Der ARL-Kongress 2015 wird zum Thema „Migration, Integration, Regionalentwicklung – Herausforderungen für die räumliche Planung“ am 18. und 19. Juni 2015 in Köln stattfinden.

Der Kongress soll sich mit den Auswirkungen der internationalen Migration und kulturellen Vielfalt auf die Raumentwicklung beschäftigen. Herausforderungen, Möglichkeiten und Chancen sollen beleuchtet werden.

Das Programm setzt sich aus Plenarvorträgen, Impulsreferaten und Arbeitsgruppen zusammen. Die Arbeitsgruppen stehen unter den Themen „Arbeitsmarkt unter dem Gesichtspunkt der Zuwanderung“, „Siedlungsentwicklung mit Blick auf regionale Wohnungsmärkte und internationale Auswirkungen“. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Bewerbungen werden bis zum 15. Januar 2015 entgegengenommen. Die Bewerbung umfasst eine Kurzfassung des geplanten Beitrags in deutscher oder englischer Sprache, einen kurzen Lebenslauf und die wichtigsten Arbeiten des Bewerbers zum Thema.

Bis zum 9. Februar 2015 werden die Bewerber über das Ergebnis des Auswahlprozesses informiert. Die Referentinnen und Referenten sind von der Teilnahmegebühr des Kongresses befreit, zudem erstattet die ARL die Reise- und Übernachtungskosten.

Bewerbungen und Anfragen unter
Anne Ritzinger
E-Mail ritzinger@arl-net.de
Telefon 05113484223

Weitere Informationen unter
http://www.arl-net.de/blog/call-papers-arl-kongress-2015

Forschungsbericht zur Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien erschienen

Der Forschungsbericht 24 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) untersucht die Zuwanderung nach Deutschland aus den neuen EU-Mitgliedstaaten Bulgarien und Rumänien. Die Studie zeigt, dass für die Mehrheit der Fortziehenden ökonomische Gründe ausschlaggebend sind. Außerdem wird gezeigt, dass die Zuwanderer aus diesen Staaten gefragte Arbeitskräfte sowohl bei saisonbedingten Tätigkeiten als auch auf dem qualifizierten Arbeitsmarkt sind. Von Januar bis April 2014 wuchs die Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Bulgaren und Rumänen mit rund 52 000 Personen stark. Im gleichen Zeitraum kamen 40 000 Bulgaren und Rumänen nach Deutschland.

Den Forschungsberichte des BAMF finden Sie unter:
http://www.bamf.de/DE/DasBAMF/Forschung/Ergebnisse/Forschungsberichte/forschungsberichte-node.html

BAMF sucht Pressesprecher

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schreibt die Position eines Pressesprechers aus. Arbeitsort ist Nürnberg, die Bewerbungsfrist endet am 12. Dezember 2014.

Weitere Informationen unter
http://www.bva.bund.de/SharedDocs/Stellenangebote/DE/DLZ/040_HoehererDienst/BAMF_94_14_12122014.html