Newsletter Nr. 14 vom 21.12.2016

Softwarefirma stiftet Bürosoftware für 37 Bewerber des Sächsischen Integrationspreises

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Anlässlich der Verleihung im Sächsischen Landtag stiftet die Firma softwarehandel24 GmbH ein komplettes Softwarepaket jeder ehrenamtlichen Initiative, die sich um den Preis bewarb. Die Firma möchte damit gezielt die Rahmen- und Arbeitsbedingungen der Vereine verbessern, so der Geschäftsführer Soheil Hosseini.

Von den über 70 Vereinen und Initiativen melden 37 Bedarf an dieser Unterstützung an. Die Bürosoftware im Wert von jeweils 280 Euro kommt den Vereinen noch bis Weihnachten zu.

Eine Abgeordnete des Sächsischen Landtags war vom Engagement der jungen Softwarefirma so beeindruckt, dass sie einen neuen Laptop für einen ehrenamtlichen Bewerber kaufte, der selbst bisher keinen eigenen Computer nutzen konnte.

Starterpaket für ehrenamtliche Sprachhelfer aus Sachsen

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Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung veröffentlicht im Januar des neuen Jahres die erste Auflage eines Starterpakets für ehrenamtliche Sprachbegleiterinnen und -begleiter in der Flüchtlingsarbeit. Dieses wurde mit Unterstützung des Sächsischen Ausländerbeauftragten erstellt.

Das Paket beinhaltet eine Lose-Blatt-Sammlung mit über 300 großformatigen, farbigen Zeigeblättern aus festem Papier und Materialien zum Üben, wie Bild- und Wortkärtchen. Zudem gibt es eine Handreichung mit didaktisch-methodischen Hinweisen zum Material, aber auch mit Basiswissen in wichtigen Bereichen, wie interkulturelles Wissen oder zur Situation der Asylsuchenden und Geflüchteten.

Das Paket wurde in 14 Monaten von einem qualifizierten Autorinnenteam ehrenamtlich entwickelt. Die Lerninhalte sind kleinschrittig und mit vielen Bildern dargestellt.

Weitere Informationen zum Inhalt und Bezug des kostenfreien Paketes bei der Landeszentrale für politische Bildung finden Sie unter http://www.slpb.de/fileadmin/media/Verschiedenes/Flyer_Starterpaketneu.pdf

Zwölf Prozent der Leipziger haben einen Migrationshintergrund

Das Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig veröffentlichte einen aktuellen Integrationsindikatorbericht „Migrantinnen und Migranten in Leipzig 2015“.

Demnach lebten zum Jahresende 2015 in Leipzig insgesamt 69.988 Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht 12,3 Prozent aller Einwohner der Stadt. Die größte Gruppe der Migranten kommt aus der Russischen Föderation, mit insgesamt 7.720 Personen. Die zweitgrößte Gruppe kam aus Syrien mit 4.424 Personen, gefolgt von Polen (4.031), der Ukraine (3.296) und Vietnam (3.211).

Die in Leipzig lebenden Migranten stammen aus 175 Ländern. 2015 gab es in Leipzig insgesamt 427 Einbürgerungen, 495 Anträge wurden gestellt.

In Leipziger Kitas stieg der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund auf 13,0 Prozent. An allgemeinbildenden Schulen hatten 6.328 von insgesamt 43.962 Schülerinnen und Schülern einen Migrationshintergrund.

12,1 Prozent aller Studierenden in Leipzig waren Ausländer.

Den Indikatorenbericht finden Sie unter http://statistik.leipzig.de/statpubl/index.aspx?cat=13&rub=2

Erste Zahlen zu Migrantinnen und Migranten in Leipzig 2016 finden Sie unter http://www.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/leipzig-de/Stadt/02.1_Dez1_Allgemeine_Verwaltung/12_Statistik_und_Wahlen/Statistik/Leipzig_fb_Migranten.pdf

Bundesamt präsentiert Hochrechnung zur Zahl der Muslime in Deutschland

Bislang wird in Deutschland die Religionszugehörigkeit außerhalb der christlichen Kirchen nur in Ausnahmefällen erfasst. So wurde die genaue Anzahl der Muslime bisher nur geschätzt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) präsentierte am 14. Dezember 2016 eine Hochrechnung und kommt auf 4,4 bis 4,7 Millionen Muslime zum Stichtag 31. Dezember 2015.

Das entspricht einem Anteil von etwa 5,4 bis 5,7 Prozent der Gesamtbevölkerung von 82 Millionen Menschen in Deutschland. Der Anteil der neu Zugewanderten an allen Muslimen - im Zeitraum von Mai 2011 bis Ende 2015 - beträgt nach der Berechnung 27,3 Prozent.

Die Grundlagen der Berechnung, die einzelnen Glaubensrichtungen, die Organisationen und Interessenvertretungen sowie Vergleichszahlen fasst das BAMF im Working Paper 71 zusammen.
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/WorkingPapers/wp71-zahl-muslime-deutschland.pdf

Zuwanderungsmonitor der Arbeitsagentur für November 2016

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichte einen Zuwanderungsmonitor zur Fluchtmigration und Zuwanderung aus EU-Staaten.

Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge ist geringer, als noch am Anfang des Jahres. So wurden im Oktober 2016 15.000 Personen erfasst. Im Januar 2016 waren es zum Vergleich 91.600 Geflüchtete. Ob es zu einem Wiederanstieg der Flüchtlingszahlen kommt, bleibt offen.

Die Beschäftigungsquote der ausländischen Bevölkerung sinkt. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf den Zuwachs der ausländischen Bevölkerung durch den Zuzug von Geflüchteten zurückzuführen. Die Beschäftigungsquote der EU-Staatsbürger ist weiter gestiegen.

Die Arbeitsmarktintegration, so die Autoren des Berichtes, ist hauptsächlich abhängig von der Länge des Asylverfahrens, der Sprachförderung, den Investitionen in Bildung und Ausbildung, der Arbeitsvermittlung und der Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft.

http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Zuwanderungsmonitor_1611.pdf

Die Bundesagentur für Arbeit stellt Materialien für die Integration in den Arbeitsmarkt zur Verfügung. Hier eine kurze Zusammenstellung:




Kommit – Kooperationsmodell für berufsanschlussfähiger Weiterbildung Potenziale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigenStep by Step in die betriebliche Ausbildung Richtlinie für das Arbeitsmarktprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“FAQ Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM)



IAB fragte 2.300 Geflüchtete nach Fluchtursachen, Bildungsbiografien und Wertvorstellungen

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) veröffentlichten gemeinsam eine Studie zu einer repräsentativen Befragung von seit 2013 eingereisten Geflüchteten. Die Befragung fand zwischen Juni und Oktober 2016 statt. Befragt wurden mehr als 2.300 geflüchtete Menschen über 18 Jahre. Neben Fluchtursachen und Fluchtwege, Bildungs- und Erwerbsbiografien, wurden auch Wertvorstellungen, Persönlichkeitsmerkmale von Geflüchteten und die Integration in Arbeit und Bildung thematisiert.

Zentrale Ergebnisse sind, dass die seit 2013 eingereisten Geflüchteten eine hohe Bildungsorientierung aufzeigen, Geflüchtete viele gemeinsame Wertvorstellungen mit der deutschen Bevölkerung haben und die häufigste Fluchtursache die Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg ist.

Kurzbericht des IAB

Kurzanalyse des BAMF
www.iab.de/161115www.bamf.de/161115
Kurzanalyse des BAMF

PISA-Studie im Detail – Schüler mit Migrationshintergrund

Anfang Dezember wurden die aktuellen Ergebnisse aus der PISA-Studie 2015 veröffentlicht. Das Kapitel 9 dieser Studie widmet sich dem Thema „Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund“.

In der Studie werden die Leistungen von Schülern im Alter von 15 Jahren aus 72 Ländern verglichen. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag bei den Naturwissenschaften. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass Schüler in Deutschland ein hohes Leistungsniveau haben, jedoch gibt es weiterhin große Differenzen zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund.

Die Leistungen der Schüler mit ähnlichem Migrationshintergrund und sozioökonomischen Hintergrund weichen je nach Aufnahmeland stark voneinander abweichend sind. Demnach sind die Qualität und die Aufnahmebereitschaft des Bildungssystems ein wichtiger Faktor für den schulischen Erfolg. Die Autoren empfehlen, eine hochwertige frühkindliche Bildung sowie eine nachhaltige Sprachförderung zu unterstützen und auszubauen.

Eine Übersicht der Ergebnisse fasst der Mediendienst Integration zusammen
http://mediendienst-integration.de/artikel/pisa-studie-2015-wie-schneiden-schueler-mit-migrationshintergrund-ab.html

Hochschulzugang für geflüchtete Menschen

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) veröffentlichte eine Handreichung zum Thema „Umgang mit studierwilligen Flüchtlingen und Beweiserleichterungen beim Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung“.
http://www.studieren.sachsen.de/download/Handreichung.pdf

Ergänzt wird die Handreichung durch einen Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 3. Dezember 2015: „Hochschulzugang und Hochschulzulassung für Studienbewerberinnen bzw. Studienbewerber, die fluchtbedingt den Nachweis der im Heimatland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung nicht erbringen können“.

Der Beschluss kann nachgelesen werden unter https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2015/151203_HochschulzugangHochschulzulassung_Fluechtlinge_1_02.pdf

Eine englischsprachige Version ist verfügbar unter
https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2015/2015_12_03-Hochschulzugang-ohne-Nachweis-der-Hochschulzugangberechtigung_ENGLISCH.pdf

Formularbeginn

tip doc Psychiatrie

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Der Setzer-Verlag hat speziell für das Arzt-Patientengespräch eine hundertseitige bebilderte Verständigungshilfe im Format A4 entwickelt. Sie enthält 14 Sprachvarianten. Das Heft soll Therapeuten und Beratern bei der Erstanamnese unterstützen. Es ist auf die psychologische und psychiatrische Hilfe von schwer traumatisierten Menschen ausgerichtet.

Je 120 Bilder mit Untertitel erläutern die psychiatrische Erstanamnese und stellen zum Teil komplexe Begriffe zu Beschwerden, Untersuchung und Behandlung dar.

Enthalten sind unter anderem: Vorstellung, Orientierung, Anamnese der Emotionen, Wahrnehmung, Schmerzen, Vegetativum, Fluchtgeschichte, Fremdanamnese, Procedere, Häufige Fragen, Zahlen und Zeiten.

Die Untertitel der Bilder sind in den Sprachen Deutsch, Türkisch, Russisch, Rumänisch, Englisch, Farsi, Urudu, Arabisch, Französisch, Spanisch, Somali, Tigrinya, Serbisch und Albanisch.

www.setzer-verlag.de

Dank und Bitte

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Mit diesem Bild aus dem geschmückten Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags möchten wir uns bei allen bedanken, die uns im zu Ende gehenden Jahr mit zahlreichen Informationen, Meldungen und interessanten Hilfsangeboten unterstützt haben! Bitte senden Sie uns auch im neuen Jahr weiter Tipps, Daten und Handreichungen, die für die in Sachsen lebenden Ausländer, engagierten Berater, Initiativen, Beauftragten und die vielen ehrenamtlichen Helfer von Interesse sind.

Auch im ablaufenden Jahr haben uns schreckliche Bilder erreicht, zuletzt auch aus unserer Hauptstadt. Viele dieser Bilder verstören, verunsichern und lassen uns zweifeln. Dennoch ist die Hoffnung auf Besserung alternativlos.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, und uns wünschen wir gleichwohl friedliche Feiertage, Zeit zum Nachdenken und für das neuen Jahr Kraft, Mut und Zuversicht!