Newsletter Nr. 37 vom 21.11.2014

Caritas-Stiftung ehrt Bornaer Gemeinde für Flüchtlingsprojekt

Grafik 2

Am Dienstag, dem 18. November, wurde in Dresden die St. Joseph-Gemeinde aus Borna mit dem Sozialpreis der Caritas-Stiftung im Bistum Dresden-Meißen ausgezeichnet. Die katholische Gemeinde kümmert sich intensiv um Flüchtlinge und Migranten. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert, wird in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen und steht unter der Schirmherrschaft von Bischof Dr. Heiner Koch.

Die Gruppe in der Pfarrei hilft Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, in Sachsen heimisch zu werden. Dazu gehören praktische Hilfen und die Unterstützung beim Erlernen der Sprache oder eine gezielte Alltagsbegleitung wie Besuche bei Behörden oder Ämtern.

Ein dichtes Netz von Hilfen

Motor der Bornaer Helfer ist Thomas Hartung. Tief ergriffen von der Situation der Flüchtlinge und Migranten im Süden des Landkreises Leipziger Land, nahm er Kontakt zu seiner Pfarrei auf. „Wir helfen den Neuankömmlingen bei der Wohnungssuche und bei der Ausstattung der Wohnung“, erläutert der Familienvater. Dazu werden zum Beispiel alte Küchen gekauft, wieder aufbereitet und aufgebaut. Hilfen leisten die Bornaer Katholiken aber auch beim schwierigen Besuch von Behörden, füllen mit ihnen Formulare aus oder erläutern ihnen die deutschen Gesetze. „Die größte Hürde ist die Sprache“, sagt Dolores Seeling. Deshalb übt sie mit den Flüchtlingen und Migranten das Sprechen in Alltagssituationen.

Bischof Koch: Kirche ohne Diakonie ist keine Kirche

Caritatives Handeln sei ein wichtiger Wesenszug von Kirche, betonte Bischof Dr. Heiner Koch in seiner Laudatio. „Wo das fehlt, gibt es Kirche nicht mehr“, so der Bischof. Caritas oder Diakonie sei eine unerlässliche Säule der Kirche. Für Christen komme es darauf an, die Not der Menschen wahrzunehmen, aber sie auch vor jeder Form von Extremismus zu schützen.

Gillo lobte, forderte und ermutigte

In seiner Festansprache würdigte der Ausländerbeauftragte das Engagement der christlichen Gemeinden in Sachsen. Gerade in Orten mit neuen Heimen seien die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände maßgeblich an Lösungen beteiligt gewesen. Die bedingungslose Annahme vor Ort und die tatkräftige Hilfe seien dringend notwendig. Aber, so Gillo eindringlich, Ehrenamt dürfe nicht als Sozialarbeit verstanden werden, die nichts kostet. Der Staat müsse auch die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, denn der menschenwürdige Umgang mit Flüchtlingen sei Selbstverpflichtung unserer Gesellschaft. Gillo verwies auf das Unterbringungs- und Kommunikationskonzept in Sachsen und die in Aussicht gestellte Finanzierung der Sozialarbeit durch den Freistaat.

Angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen sagte Gillo, die anstehenden Aufgaben seien lösbar, wenn die sächsische Gesellschaft, der Staat, die Gemeinden, Verbände und Parteien abgestimmt und gemeinsam handeln. Es gelte, gut und offen mit den Bürgern zu kommunizieren, sie einzubeziehen und um Unterstützung zu werben. Mitmenschlichkeit gelte für alle. Flüchtlinge seien nicht nur eine Belastung, sie seien auch Menschen, die in ihrem Leben Sinn finden wollen und angebotene Chancen tatkräftig ergriffen.

Aktuelle Asylstatistik für Sachsen Januar bis Oktober 2014

Nach der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zum Stichtag 31. Oktober 2014 veröffentlichten Statistik wurden seit Jahresbeginn insgesamt 5.825 Asylanträge in Sachsen gestellt. Davon waren 5.119 Erstanträge und 706 Folgeanträge. Die meisten Antragssteller kamen aus Syrien (1.032). Die zweitmeisten Anträge stellten Tunesier (588).

Im gleichen Zeitraum entschied das Bundesamt über 5.029 Asylanträge. Abgelehnt wurden 1.511 Anträge als unbegründet oder offensichtlich unbegründet. Anhängig sind derzeit noch 4.618 Verfahren aufgrund von Erstanträgen und 548 aufgrund von Folgeanträgen.

Entwicklungen im Oktober 2014

Im Oktober wurden in Sachsen 596 Asylanträge gestellt. 74 von ihnen waren Folgeanträge. Im gleichen Monat wurde in 775 Fällen entschieden. 223 Antragssteller erhielten eine Ablehnung, 251 Verfahren erledigten sich aus anderweitigen Gründen. In den übrigen Verfahren wurde ein Status als Asylberechtigter (7) oder Flüchtling (271) anerkannt, subsidiärer Schutz (7) gewährt oder ein Abschiebeverbot (16) festgesetzt.

Sächsische Synode stärkt Flüchtlingsarbeit

Auf der Herbsttagung der 27. Landessynode wurden auf Antrag des Sozial-Ethischen Ausschusses mehrere Maßnahmen zur Stärkung einer Willkommenskultur beschlossen:

Die im Jahr 2014 eingestellten Mittel für Ausländer- und Integrationsarbeit dürfen um das Zehnfache überschritten werden. Das bedeutet, dass eine Summe von 400.000 Euro für projektbezogene Arbeit in den Kirchbezirken und -gemeinden bereitstehen wird. Die Gelder wurden Rücklagen entnommen. Für den Haushaltsplan 2016 sollen weitere Mittel eingeplant werden. Für die Vergabe an die Gemeinden soll das Landeskirchenamt Leitlinien festsetzen und zur Herbsttagung 2015 der Synode ein Zwischenbericht vorliegen. Dieser soll die Verwendung und Erfahrungen bei der Umsetzung einer Willkommenskultur dokumentieren.

Die Landessynode Sachsen schließt sich außerdem dem Beschluss der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland zu einer Willkommenskultur von diesem Jahr an. Inhalt dieses Beschlusses ist unter anderem die Bitte, sich für Standards für menschenwürdige Flüchtlingsunterkünfte beim Bund einzusetzen.

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.welt.de/regionales/sachsen/article134426736/Landeskirche-verzehnfacht-Mittel-fuer-Fluechtlingsprojekte.html

http://www.evlks.de/landeskirche/landessynode/25161.html

Den Beschluss der 11. Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands zur Willkommenskultur für Flüchtlinge vom 12. November 2014 finden Sie hier:
http://www.ekd.de/synode2014/beschluesse/s14_i_1_6_beschluss_willkommenskultur_fluechtlinge.html

Tag der offenen Tür in Leipziger Flüchtlingsheimen

Die Stadt Leipzig lädt am 22. November 2014 zum Tag der offenen Tür in zwei neue Flüchtlingsheime ein. Alle Interessierten können sich von 10 bis 12 Uhr ein Bild über die Notunterkunft auf der Zschortauer Straße 44 mit 200 Plätzen machen. Die zweite für 60 Asylbewerber ausgelegte Wohnstätte auf der Riesaer Straße 100 wird anschließend von 13 bis 15 Uhr für Besucher geöffnet.

Betreiber und Sozialarbeiter werden an diesem Tag mit vor Ort sein. Beide ehemaligen Bürogebäude wurden von der Stadt Leipzig bis 2016 als Notunterkünfte für Asylbewerber angemietet.

http://www.leipzig.de/news/news/22-november-tag-der-offenen-tuer-in-den-notunterkuenften-fuer-fluechtlinge-zschortauer-strasse-und-r/

Konferenz zur Sprachbegleitung für Kinder mit Migrationshintergrund in KITAS in Dresden

Das Kinder- und Elternzentrum Kolibri e. V. führte in diesem Jahr das Projekt „Mit Legosteinen zum Babelturm: Sprachbegleitung für Kinder mit Migrationshintergrund“ durch. Das Projekt vertieft die wissenschaftliche Ausbildung zukünftiger Erzieher zum Thema Deutsch als zweite Fremdsprache. Die nun stattfindende Abschlusskonferenz soll zwei Kernfragen ergründen: Rahmenbedingungen und Handlungsbedarf für das Aufwachsen von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache und die Verankerung und Nachhaltigkeit dieses Themas in der Erzieherausbildung. Auf der Tagesordnung stehen neben der Projektvorstellung, ein Referat über die Förderung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache und Forschungsergebnisse zu Migration und Bildungserfolg.

An der Konferenz werden alle Projektbeteiligten teilnehmen, darunter Vertreter des Kultusministeriums, des Landesjugendamtes, Kita-Leiterinnen und Erzieher. Sie findet im Volkshaus, Schützenplatz 14 in 01067 Dresden von 10 bis 15 Uhr statt.

Anmeldungen werden bis zum 25. November 2014 entgegengenommen:
E-Mail info@kolibri-dresden.de

Informationen zum Kinder- und Elternzentrum Kolibri e. V. finden Sie unter:
http://www.kolibri-dresden.de/projekte-проекты/

DAAD startet Stipendienprogramm für syrische Studierende

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat ein Stipendienprogramm für Flüchtlinge aus Syrien aufgelegt. Damit können im kommenden Jahr begabte syrische Studierende ein Studium in Deutschland aufnehmen. Finanziert wird das Programm mit 7,8 Millionen Euro durch Mittel des Auswärtigen Amtes. Im Rahmen des Programms „Führungskräfte für Syrien“ können bis zu 100 Studierende aufgenommen werden, die neben dem Studium auch an einem gesellschaftspolitischen Begleitprogramm teilnehmen werden.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte zum Programm: „Wir dürfen nicht zulassen, dass infolge des Syrien-Konflikts eine verlorene Generation heranwächst. Gerade die jungen Syrerinnen und Syrer sind entscheidend für den Wiederaufbau und die Zukunft ihres Landes, wenn dieser schreckliche Konflikt beigelegt ist. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass diese junge Generation eine Perspektive erhält.“

Die Ausschreibungen können seit 31.10.2014 abgerufen werden unter

oder in der englischen Version
www.daad.de/syrienwww.daad.de/syria
oder in der englischen Version

Konferenz zu Gesundheitsversorgung und Unterbringung von Flüchtlingen in Berlin

Zum aktuellen Stand der Gesundheitsversorgung und der Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland beraten die Teilnehmer der Konferenz „Menschenrechte auf der Flucht?“ am 8. Dezember 2014 in Berlin. Eingeladen haben das Deutsche Institut für Menschenrechte und die Diakonie Deutschland.

In Podiumsdiskussionen werden die Themen „Wenn kein Arzt kommt…“ und „Ein Dach über dem Kopf ist nicht genug…“ beleuchtet. Sachsens Ausländerbeauftragter Prof. Dr. Martin Gillo wird als Podiumsteilnehmer zum zweiten Thema sprechen.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierte, besonders an politische Entscheidungsträger aus Bund und Ländern, Verwaltungsmitarbeiter oder Träger von Einrichtungen. Sie findet im Diakoniezentrum Deutschland, Caroline-Michaelis-Straße 1 in 10115 Berlin von 14.15 bis 19 Uhr statt.

Anmeldungen werden bis zum 1. Dezember 2014 erbeten unter:

oder über
André Klüber
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/index.php?id=1583klueber@institut-fuer-menschenrechte.de
oder über
André Klüber

Telefon 030 25935943

Weitere Informationen unter:
http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuell/veranstaltungen/veranstaltungsdetail/article/menschenrechte-auf-der-flucht-die-rechte-auf-gesundheit-und-unterbringung-in-deutschland.html

Zeitung „Das Parlament“ erklärt in leichter Sprache, was sich bei Flüchtlingen ändert

Mit vier Sonderseiten in leichter Sprache erklärt die Wochenzeitung „Das Parlament“ aktuelle Änderungen im Asylrecht. Die Beilage „Flüchtlinge – Was soll sich ändern?“ erklärt mit Symbolbildern und einfach verstehbaren Texten, wer ein Flüchtling ist und schildert die Regelungen und Zuständigkeiten in Deutschland. Der Bundestag hält auf seiner Website weitere Informationen in leichter Sprache über die Aufgaben und Struktur des Bundestages bereit.

Leichte Sprache soll von Menschen mit Lernschwierigkeiten verstanden werden, um ihnen eine Teilhabe an der Gesellschaft und Politik zu ermöglichen. Bezeichnend für die leichte Sprache sind kurze Hauptsätze, bekannte und leichte Wörter, viele Absätze und Illustrationen.

Die Zeitung das Parlament und die Beilage „Flüchtlinge – Was soll sich ändern?“ finden Sie unter:
http://www.bundestag.de/leichte_sprache/was_macht_der_bundestag/parlament