Newsletter Nr. 36 vom 14.11.2014

Staatsministerin für Gleichstellung und Integration vereidigt

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Für den neuen Ministerposten im Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz berief Ministerpräsident Stanislaw Tillich am Donnerstag die Abgeordnete Petra Köpping (SPD). Die Staatsministerin wurde am 12. Juni 1958 in Nordhausen geboren. Nach dem Abitur studierte sie Staats- und Rechtswissenschaften. Von 1989 bis 1990 war sie Bürgermeisterin der Gemeinde Großpösna. Im Anschluss arbeitete sie vier Jahre bei einer Krankenkasse. 1994 wurde sie erneut zur Bürgermeisterin von Großpösna gewählt. Von 2001 bis 2008 war sie Landrätin des Landkreises Leipziger Land. Bis zu ihrer ersten Wahl in den Landtag 2009 arbeitete sie als Beraterin der Sächsischen Aufbaubank.

Das Büro der neuen Ministerin wird beim Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz angesiedelt.

„Das sagt man aber nicht, das ist nicht nett…“ – Workshop zu diskriminierender Sprache

Einen Workshop zum Umgang mit diskriminierender Sprache in der Jugend(sozial)arbeit findet am Mittwoch, dem 26. November in Chemnitz statt. Beginn ist 10 Uhr, Ende 17 Uhr.

Der Workshop thematisiert rassistische und andere diskriminierende Äußerungen im täglichen Berufs- und Privatleben. Sie werden als Schimpfwörter oder Bezeichnungen für andere Menschen benutzt. Theoretisch und praktisch wird der Frage nachgegangen, wie man mit diskriminierenden Äußerungen und Schimpfwörtern, speziell in der Jugendarbeit, umgehen kann. Dabei geht es um Lösungen gegen scheinbar normale oder übliche Verwendungen. Zudem wird abgewogen, ob und wie man auf Beleidigungen reagieren sollte.

Der Workshop wird organisiert vom Facharbeitskreis MENOR (Menschenrechtsorientierte Sozialarbeit) in Westsachsen in Kooperation mit dem Kulturbüro Sachsen e.V. und unterstützt von der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Leitung hat das Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V.

Veranstaltungsort ist Lokomov, Augustusburger Str. 102, 09126 Chemnitz

Anmeldung bitte bis zum 18. November
Kulturbüro Sachsen e.V.
Grit Hanneforth
E-Mail junge-demokratie@kulturbuero-sachsen.de
Telefon 0177 3688577.

RAA Sachsen e.V. sucht Berater in Dresden

Zum 1. Februar 2015 sucht der RAA Sachsen e.V. eine Beraterin oder einen Berater für sein Projekt „Opferberatung – Beratung für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt“. Voraussetzung dafür ist unter anderem ein Fachhochschulabschluss in den Bereichen Sozialwissenschaften, Sozialpädagogik oder Soziale Arbeit. Das Aufgabenfeld des Beraters reicht von der psychosozialen und juristischen Beratungstätigkeit bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit.

Der RAA Sachsen e.V. setzt sich seit 1991 für eine demokratische und tolerante Gesellschaft ein. Er reagiert auf gesellschaftliche Prozesse, gibt Denkanstöße und steht als Partner für Kinder und Jugendliche sowie für Fachkräfte der sozialen Arbeit zur Verfügung.

Bewerbungen bis zum 30. November 2014 an
bewerbung@raa-sachsen.de

Weitere Informationen und die Stellenbeschreibung unter
http://www.raa-sachsen.de/newsbeitrag/items/stellenausschreibung-2075.html

Europäischer Gerichtshof entschied zu Sozialleistungen für Zuwanderer

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Dienstag in Luxemburg zu Sozialleistungen für Zuwanderer entschieden. Deutschland kann Zuwanderern aus anderen EU-Ländern unter bestimmten Bedingungen Hartz-IV-Leistungen verweigern. Ein Staat müsse die Möglichkeit haben, Zuwanderern – die sich nicht um Arbeit bemühen - Sozialleistungen zu versagen, entschied der EuGH.

Konkret ging es um den Fall einer Rumänin aus Leipzig, die auf Hartz IV geklagt hatte. Das Jobcenter hatte der Frau diese Leistungen verweigert, weil sie keine Arbeit aufnahm. Das Sozialgericht Leipzig hatte den EuGH um Klärung gebeten.

Das vollständige Urteil des EuGH in der Rechtssache C-333/13 bei InfoCuria
http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=159442&pageIndex=0&doclang=DE&mode=lst&dir=&occ=first&part=1&cid=519613

Recherchepapier informiert zur Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern in der Bundesrepublik

Der Mediendienst Integration hat in einem Informationspapier die wichtigsten Daten zur bundesweiten Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern gesammelt. Daraus geht hervor:

Zahlreiche Bundesländer haben ihre Unterbringungskapazitäten in den letzten Jahren stark aufgestockt. Nur in wenigen Bundesländern kommt es deshalb zu einer Überbelegung der Erstaufnahmeeinrichtungen.

Derzeit bauen alle Bundesländer das Aufnahmesystem weiter aus – vor allem durch flexible, schnell beziehbare Unterbringungen wie Container und Modul-Wohnungen.

Das Aufnahmesystem wird – auch aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen – zunehmend privatisiert: Fast alle Bundesländer haben in den letzten Jahren Betrieb und Verwaltung der Aufnahmeeinrichtungen nicht-staatlichen Anbietern anvertraut.

http://mediendienst-integration.de/fileadmin/Dateien/Informationspapier_MEDIENDIENST_INTEGRATION_Unterbringung_von_Asylbewerbern.pdf

Neuer EKD-Vorsitzender fordert Flüchtlingshilfe und ein Ende von Dublin 2

Am Dienstag wählte die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland einen neuen Ratsvorsitzenden. Heinrich Bedford-Strohm steht nun an der Spitze der Evangelischen Kirche. In einem Interview im Deutschlandfunk Mittwochmorgen ging Bedford-Strohm auch auf die europäische Flüchtlingspolitik ein.

Europa müsse auf jeden Fall Flüchtlinge weiterhin aufnehmen, vielleicht auch mehr, denn, so der Ratsvorsitzende, „die Welt brennt in bestimmten Regionen und wer dort gewesen ist sieht ja, mit welchem unglaublichen Engagement die Menschen dort, die Nachbarländer, Flüchtlinge aufnehmen.“ Jeder – auch Deutschland - müsse seinen Beitrag leisten. Er, so Bedford-Strohm, erlebe hier in Deutschland eine große Welle von Hilfsbereitschaft. Die Situation sei anders als vor 20 Jahren. Die Menschen wollten das Ihre tun, um die Flüchtlinge zu empfangen. Diese sollten Anerkennung erfahren und „in Würde untergebracht werden“, und das sei die Hauptherausforderung. Der neue Mann an der Spitze der über 23 Millionen Protestanten wünschte sich eine Exzellenz-Initiative der Humanität in Deutschland.

Die Kirchen konnten gegenüber der Politik zwar schon Einfluss nehmen, aber bestimmte Dinge müssten europaweit verändert werden. Deutlicher müsse gemacht werden, dass das Dublin-System einfach nicht funktioniert. Es sei der falsche Weg zu versuchen, die Flüchtlinge in den Ländern zu halten, in denen sie nach Europa gekommen waren und diesen Ländern die Hauptverantwortung aufzubürden.

„Deswegen ist es faktisch so, dass die Flüchtlinge weiter durchgeschleust werden in die anderen Länder Europas. Es ist in gewisser Weise ein Chaos, was wir da erleben, und wir brauchen da klarere Regelungen, die deutlich machen, dass überall in Europa Verantwortung für Flüchtlinge übernommen wird. Nach dem Dublin-System funktioniert es jedenfalls nicht.“

Das ganze Interview auf der Website des Deutschlandfunkes
http://www.deutschlandfunk.de/neuer-ekd-ratsvorsitzender-das-entscheidende-ist-dass-wir.694.de.html?dram:article_id=302889

Bund startet Jugendwettbewerb „Rassismus – nicht mit mir! Mitmachen und Zeichen setzen“

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ruft Jugendliche zur Teilnahme am Jugendwettbewerb „Rassismus – nicht mit mir! Mitmachen und Zeichen setzen“ auf. Durch die Teilnahme können Jugendliche ihr Engagement gegen Ausgrenzung der Öffentlichkeit vorzustellen.

Vorrangig soll dabei bestehendes Engagement bekannter werden. Bis zum 15. Dezember können die Dokumentationen der Aktionen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes geschickt werden. Es ist keine einheitliche Dokumentationsform vorgesehen. Eingesandt werden können Texte, Bilder, Videos oder Musik. Die Bewerbung soll eine Kurzvorstellung der eigenen Person, die Dokumentation der Aktion und den Grund der Aktion umfassen.

Die drei Gewinner-Teams werden für die Preisverleihung für ein Wochenende nach Berlin eingeladen. Neben dem Preisgeld können sie an Workshops mit Kreativ-Profis zu dem Thema Medien und Kommunikation teilnehmen. Mitmachen darf jeder Jugendliche über 16 Jahre, der noch vor seinem ersten Ausbildungsabschluss steht.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist eine unabhängige Anlaufstelle für diskriminierte Menschen. Weitere Informationen zum Wettbewerb unter
http://www.rassismus-nicht-mit-mir.de/

Informationen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
http://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/Home/home_node.html

25 Jahre Integration durch Sport

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Das Programm feierte mit einem Festakt sein 25 jähriges Bestehen. Zu Beginn wurde das Programm für Aussiedler konzipiert, bald aber für alle Zuwanderungsgruppen erweitert. In den 750 Stützpunktvereinen wird die Arbeit durch die Mithilfe von Ehrenamtlichen geleistet.

Das Programm wird von dem Deutschen Olympischen Sportbund und seinen 16 Landessportbünden getragen. Das Bundesministerium des Innern fördert es.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière betonte in seiner Rede zum 25 jährigen Bestehen, das durch mehr Zuwanderer auch die Verankerung einer Willkommenskultur verstärkt werden müsse. Die Zugehörigkeit zu bestimmten Vereinen könne ein Zusammengehörigkeitsgefühl auslösen, wie es in allen Gesellschaftsbereichen wünschenswert ist, so der Minister. Durch die sportliche Betätigung könnten Vorurteile abgebaut und Werte wie Fairness und Toleranz vermittelt werden. Ein Verein kann darüber hinaus auch bei schulischen Hausaufgaben oder Behördengängen helfen, betonte de Maizière weiter.

Weitere Informationen unter
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2014/11/25-jahre-integration-durch-sport.html

www.integration-durch-sport.de

Mehrsprachiger Gesundheitswegweiser zu Schutzimpfungen erschienen

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Der Ethno-Medizinische Zentrum e.V. in Hamburg hat einen aktuellen Impfwegweiser in 16 Sprachen herausgegeben, darunter Albanisch, Arabisch, Kurdisch und Serbokroatisch. Der Wegweiser erscheint im Rahmen des bundesweiten Gesundheitsprojektes „MiMi – Mit Migranten für Migranten“.

Die jährlich aktualisierte Broschüre orientiert sich an den Vorgaben der Ständigen Impfkommission. In bundesweit durchgeführten Informationsveranstaltungen zu Gesundheit und Prävention soll die Broschüre eingesetzt werden. Sie stellt neben allgemeinen praktischen und grundlegenden Informationen zu Impfungen auch wichtige Fachadressen und Internetseiten vor.

Das Ethno-Medizinische Zentrum setzt sich seit 25 Jahren für eine migrationsspezifische Vermittlung von gesundheitspolitischen Themen ein. Ziel ist eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Migranten.

kostenloser Download der Broschüre in allen Sprachen unter
http://www.mimi-impfen.de/en/start

Bestellung der Broschüre
Telefon 0511 16841020
E-Mail ethno@onlinehome.de

Berliner Seminar für engagierte Jugendliche im Bereich Teilhabe und Diversity

Das Netzwerk Inclusion Leaders veranstaltet mit dem Verein Each One Teach One und der Integrationsbeauftragten des Bezirks Berlin Tempelhof – Schönberg ein Seminar unter dem Motto: „Leadership in einer multikulturellen und vielfältigen Gesellschaft“. Das Seminar findet vom 9. bis 13. Dezember in Berlin statt.

Im Seminar wird es um die Identifizierung, Vernetzung und das Empowerment von jungen Führungspersönlichkeiten gehen. Die engagierten Jugendlichen bekommen die Möglichkeit. die Sichtbarkeit und Effektivität ihrer Interessenvertretung zu erhöhen. Sie erhalten außerdem einen Einblick in die Bemühungen farbiger Menschen in den USA, Großbritannien und Deutschland.

Trainer aus den USA, Großbritannien und Deutschland gestalten das Seminar, teilnehmen werden auch Bundestagsabgeordnete und Botschaftsvertreter.

Bewerben können sich Jugendliche zwischen 18 und 27 Jahren, die sich für Teilhabe und Diversity in der Gesellschaft einsetzen. Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. Bis zum 20. November werden Bewerbungen angenommen.

Weitere Informationen unter
http://www.cross-kultur.de/pdfs/Netzwerk-Inclusion-Leaders-Bewerbung.pdf