Newsletter Nr. 34 vom 30.10.2014

IQ Netzwerk Sachsen lädt zur Fachveranstaltung „Sächsische Perspektiven 2.0 – Zuwanderung und Arbeitsmarkt“ ein

Am 26. November findet die Fachveranstaltung „Sächsische Perspektiven 2.0 – Zuwanderung und Arbeitsmarkt“ statt. Ausgerichtet wird die Veranstaltung durch das IQ-Netzwerk Sachsen (Integration durch Qualifizierung) in der Börse Dresden. Sie beginnt 10.00 Uhr und endet 15.30 Uhr.

Mit den einzelnen Tagungsschwerpunkten sollen in erster Linie die Perspektiven aller beteiligten Gruppen vermittelt werden. Angesprochen sind Personalverantwortliche von Unternehmen, Vermittler aus den Jobcenter oder Vertreter von Behörden, die gesetzliche Auflagen der Zuwanderung durchsetzen müssen. Ihre Perspektive sollen ebenso Vertreter von Wirtschaftsvereinigungen, Kommunale Integrations- und Ausländerbeauftragte, Beschäftigte in der Flüchtlingsbetreuung oder Anbieter von Schulungen und Weiterbildungen einbringen.

Die erste Gesprächsrunde beleuchtet die Wege der Zuwanderung nach Sachsen, etwa von EU-Bürgern oder aus Drittstaaten. Mit der Zusammenarbeit auf regionaler Ebene bei der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen befasst sich der zweite Schwerpunkt. Welche Vorausetzungen und Hürden für die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt und konkret durch die Unternehmen zu überwinden sind, wird in weiteren Vorträgen und Gesprächsangeboten thematisiert. Außerdem befasst sich die Tagung mit den Anforderungen an die künftig erforderliche Sprach- und Wissensvermittlung, Karrieremöglichkeiten und der Sprachvermittlung.

Teilnehmende Institutionen sind beispielsweise die Informations- und Beratungsstelle Anerkennung Sachsen, das Jobcenter Bautzen, die Stadt Dresden und der Sächsische Flüchtlingsrat.

Teilnahmeanmeldungen sind bis zum 11. November 2014 möglich.

Veranstaltungsort
Börse Dresden
Saal Hamburg (Messe Dresden)
Messering 6
01067 Dresden

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie unter:
http://ins-verband.de/files/upload/docs/iq-sachsen-informiert-einladung-2014.pdf

Willkommenskitas unterstützen Flüchtlingskinder beim Start in der Kita

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung startete das bundesweit einzigartige Modellprojekt der Willkommenskitas in Sachsen. Ziele dieses Projekts sind die Unterstützung des Integrationsprozesses der Kinder und der Abbau von Vorurteilen. Mit den Kitas können interkulturelle Orte geschaffen werden, in denen sich die Flüchtlingskinder willkommen fühlen. Für dieses Projekt hatten sich bis zum August in Sachsen 34 Kitas beworben.

Die vier ausgewählten Kitas erhalten fachliche Unterstützung durch ein Einrichtungscoaching vor Ort. Außerdem gehören bedarfsorientierte Fortbildungen zu dem Projekt. Die Erzieherinnen und Erzieher bekommen Vorschläge, wie sie mit traumatisierten Kindern umgehen können, lernen Sprachbarrieren zu überwinden und erhalten Hintergrundinformationen zu dem Thema.

Das Vorhaben wird gefördert durch Partner der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, wie das Sächsische Staatsministerium für Kultus und das Sächsische Staatsministerium des Innern, sowie den Kommunalen Sozialverband Sachsen. Für die Projektdauer von 2014 bis 2017 werden 45.000 Euro für die Unterstützung der Flüchtlingskinder in den Kitas bereitgestellt.

Hintergrund:

Von Januar bis September 2014 haben 136.000 Personen einen Asylantrag in Deutschland gestellt. Davon waren 14 Prozent jünger als sechs Jahre. Nachdem die Menschen ihren Asylantrag gestellt haben, werden sie in einer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Von dieser werden sie nach etwa drei Monaten auf kommunale Aufnahmeeinrichtungen verteilt. In der Regel ist es den Kindern erst nach diesen drei Monaten möglich eine Kita zu besuchen.

Positionspapier der Innenminister zu den Herausforderungen der Flüchtlingspolitik vorgestellt

Auf einem Sondertreffen in Berlin erarbeiteten die Innenminister von Bund und Ländern ein Positionspapier zum Kampf gegen Terrorismus und zur Flüchtlingspolitik. Es wurde am 17. Oktober 2014 vorgestellt. Das Papier thematisiert die Sicherheitslage im Zusammenhang mit Reisebewegungen in Krisenregionen und Herausforderungen der Flüchtlingspolitik.

Mit Bezug auf die Flüchtlingssituation bekannten sich die Innenminister uneingeschränkt zum Asylrecht als Grundrecht für politisch Verfolgte. Um den Herausforderungen weiter steigender Asyl- und Flüchtlingszahlen gerecht zu werden, bedürfe es einer gemeinsamen Kraftanstrengung des Bundes und der Länder, hieß es in dem Dokument.

Nötig sei ein beschleunigtes Asylverfahren. Bekräftigt wurde in diesem Zuge auch die Einstufung der Menschen aus sicheren Drittstaaten als grundsätzlich nicht verfolgt. Die Minister einigten sich mit einer verlängerten Betriebszeit von EASY auf eine weitere Maßnahme zur Beschleunigung der Asylverfahren. Dieses System zur Erstverteilung von Asylbegehrenden auf die Bundesländer soll künftig auch am Wochenende arbeiten.

Da die Zahl unbegleiteter Minderjähriger weiter zunimmt, wurde betont, dass die einseitige Belastung für die Jugendämter in den Kommunen vermieden werden soll.

Bekräftigt wurde außerdem die Personalaufstockung für das BAMF durch den Bund, um 145.000 anhängige Asylverfahren bearbeiten zu können. Das Ziel sei, dass die Asylbegehrenden zumindest in den zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen ihren Antrag stellen können, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden.

Die Innenminister sprachen sich für eine verstärkte Rückführung von Personen aus, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Dies sei nötig, damit die wirklich Schutzberechtigten rasch einen Aufenthaltsstatus bekommen können und die große Akzeptanz der Bevölkerung bei der Aufnahme der Flüchtlinge erhalten bleibe. Um ein dauerhaftes Rückkehrmanagement zu gewährleisten, soll eine Koordinierungsstelle des Bundes und der Länder eingerichtet werden.

Die Innenminister traten zudem für eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge und Asylbewerber in Europa ein. Für eine Einhaltung der europäischen Standards im Asylverfahren und in der Unterbringung will sich der Bund bei der EU-Kommission einsetzen. Bezüglich der Standards für die Flüchtlingsaufnahme wurde ein respekt- und würdevoller Umgang gefordert. Des Weiteren soll nur überprüftes Sicherheitspersonal eingesetzt werden. Sollte dazu ein rechtlicher Ergänzungsbedarf bestehen, vereinbarten die Minister unverzüglich Gespräche zwischen Bund und Ländern aufzunehmen.

Weitere Informationen und das Positionspapier finden Sie unter:
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2014/10/innenminister-treffen.html

Fotowettbewerb der Interkulturellen Woche 2014: Morgen ist Einsendeschluss

Eigene Projekte und Veranstaltungen der Interkulturellen Woche (IKW) 2014 können durch den bundesweiten Fotowettbewerb noch einmal aufleben und Schule machen. Eingesandt werden können Bilder und Schnappschüsse der interkulturellen Tage. Interessant sei auch, wie das Motto der IKW „Gemeinsamkeiten finden – Unterschiede feiern“ umgesetzt wurde.

Oft entstehen Fotos bei Aktionen, deren Hintergrund, Entstehung oder Ablauf interessant ist. Die Bilder können deshalb zur Veranschaulichung noch mit einer Erläuterung oder Beschreibung versehen werden.

Die drei Gewinner des Wettbewerbes erhalten attraktive Preise in Form von DVDs und Büchern. Neben den Gewinnerfotos wird auf der Homepage der IKW eine Auswahl aller eingesandten Fotos veröffentlicht, um die Vielfalt an kreativen Aktionen zu zeigen.

Mehr Informationen und das Anmeldeformular finden Sie unter:
http://www.interkulturellewoche.de/aufruf-zum-fotowettbewerb-2014

Aktuelle Zahlen zur Fachkräftezuwanderung nach Deutschland

Aufgrund einer Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen veröffentlichte die Bundesregierung aktuelle Zahlen zu verschiedenen gesetzlichen Zuwanderungsmöglichkeiten.

Die Drucksache 18/2887 mit vollständiger Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und die Antwort der Bundesregierung finden Sie unter:
http://pdok.bundestag.de/index.php?qsafe=&aload=off&q=18%2F2887&df=22.10.2013&dt=29.10.2014&x=0&y=0

Bundesamt erforschte Heiratsmigration und Geschlechterrolle - neue Forschungsberichte erschienen

Erschienen ist beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Heiratsmigrationsstudie 2013. Neu ist auch ein Bericht zu den Geschlechterrollen bei Deutschen und Zuwanderern christlicher und muslimischer Religionszugehörigkeit.

Untersucht wurde in der Heiratsmigrationsstudie die Integration von zugewanderten Ehegattinnen und Ehegatten in Deutschland. Der Ehegattennachzug bildet in Deutschland einen wichtigen Migrationspfad. Von 2005 bis Ende des Jahres 2012 sind nach dem Ausländerzentralregister über 300.000 Männer und Frauen aus einem Drittstaat zu ihren in Deutschland lebenden Partnern gezogen. Das BAMF liefert mit dem Forschungsbericht erstmals Informationen über die Lebenssituation von nachgereisten Ehegatten in den ersten Jahren nach der Migration und betrachtet auch die verschiedenen Voraussetzungen der nachgezogenen Ehegatten, wie etwa berufliche Qualifikationen.

Befragt wurden 2.497 Ehegatten aus verschiedenen Ländern, wie der Türkei, den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, der Russischen Föderation, der Ukraine und Süd- und Südostasiens.

Hohes Potential besser nutzen

Die zentralen Ergebnisse zeigen Handlungsbedarf auf und betonen das hohe Entwicklungspotenzial der nachgezogenen Ehegatten. Denn die oft jungen nachgereisten Ehegatten können sich leichter in Deutschland einleben und eine berufliche Karriere einschlagen. Außerdem können sie dazu beitragen den demographischen Wandel Deutschlands abzufedern, weil Kinder in den meisten Familien fest eingeplant sind.

Die Studie zeigt den Bedarf an frühzeitigen Maßnahmen auf. Besonders nicht erwerbstätige Ehegattinnen müssen auf der Suche nach sozialen Kontakten unterstützt werden. Außerdem sollten Informationen zur Anerkennung im Herkunftsland erworbener Berufsabschlüsse verstärkt werden. Die Aus- und Weiterbildungsangebote für Ehegatten müssen besser bekannt gemacht werden. Sie sind sehr wichtig, wenn die Ehegatten entweder in ihrem Herkunftsland keine Ausbildung absolviert haben oder ihr Berufsabschluss in Deutschland nicht anerkannt wird.

Die Bereitschaft Deutsch zu lernen ist hoch. Oftmals wurde schon im Heimatland ein Deutschkurs absolviert. Ein Grund für die hohe Bereitschaft ist der Wunsch dauerhaft in Deutschland zu bleiben.

Bildung und Sprachkenntnisse beeinflussen die Rollenverteilung

Für den Forschungsbericht 21 zu den Geschlechterrollen bei Deutschen und Zuwanderern christlicher und muslimischer Religionszugehörigkeit wurden 3.000 Personen befragt. Die 3.000 Personen setzten sich aus Christen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen, sowie Muslimen aus dem Iran, der Türkei, Südosteuropa, Südasien und dem Nahen Osten.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Gleichberechtigung ein fest verankerter Wert ist, unabhängig von der Religion und der Herkunft. Allerdings stellte sich auch heraus, dass sich Personen mit geringer Bildungsqualifikation eher weniger für Chancengleichheit aussprachen.

Personen, die ihren Alltag an religiösen Vorschriften ausrichten, vertreten häufiger traditionelle Einstellungen zu Geschlechterrollen. Dabei ist die Religionszugehörigkeit nicht relevant.

Hinsichtlich der gelebten Geschlechterrollen stellte das BAMF fest, dass Haushaltsaufgaben größtenteils allein von Frauen erledigt werden. Doch ein höherer Bildungsabschluss der Partner trägt häufig dazu bei, dass beide Partner berufstätig sind und die Alltagsaufgaben geteilt werden. Je besser die Sprachkenntnis der Frauen ist, desto häufiger beteiligen auch sie sich am Berufsleben.

Die Berichte liegen in gedruckter Form und als Download vor.

Forschungsbericht zu den Geschlechterrollen bei Deutschen und Zuwanderern christlicher und muslimischer Religionszugehörigkeit finden Sie unter:
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Forschungsberichte/fb21-geschlechterrollen.html?nn=1362958

Die BAMF-Heiratsmigrationsstudie 2013 finden Sie unter:
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Forschung/Forschungsberichte/fb22-heiratsmigration-kurzfassung.html