Newsletter Nr. 32 vom 10.10.2014

Sächsischer Bürgerpreis an Flüchtlingsinitiative verliehen

Am 6. Oktober 2014 wurde in der Dresdner Frauenkirche der Sächsische Bürgerpreis verliehen. Er steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Stanislaw Tillich. In diesem Jahr wurden 70 Vereine, Initiativen und Einzelpersonen nominiert, aus denen eine unabhängige siebenköpfige Jury die fünf Preisträger auswählte.

Für den Einsatz für Asylbewerber wird das Bündnis für Humanität und Toleranz Kamenz geehrt. Die Mitglieder des Bündnisses bieten ehrenamtlich Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe und Förderunterricht an und unterstützen Asylbewerber im Alltag. Über Informationsveranstaltungen tragen sie zur Aufklärung der Bevölkerung und zu einem friedlichen Zusammenleben bei.

Seit 2011 ehrt der Bürgerpreis das bürgerschaftliche Engagement und würdigt die unternommenen Anstrengungen für eine demokratische Kultur und gegen Rassismus in vier Kategorien. Der mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preis wird von der Stiftung Frauenkirche Dresden, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank und dem Freistaat Sachsen unterstützt.

http://www.freistaat.sachsen.de/Buergerpreis.htm

COEXIST war der Renner beim Tag der offenen Tür

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„Was muss ich tun, damit ich einen von den weißen Beuteln bekommen?“, war eine der häufigsten Fragen am Stand des Sächsischen Ausländerbeauftragten am Tag der deutschen Einheit. Die Antwort war einfach: „Unseren Quiz lösen.“ Viele der mehreren hundert Besucher setzten sich mit den neun Fragen zu Migration und Flüchtlingen auseinander. Jeder Besucher erhielt eine individuelle Auswertung durch die Mitarbeiter und natürlich eine Bambustasche mit dem Logo, dass für Verständigung, Gemeinsamkeit und Koexistenz wirbt. Martin Gillo stand die gesamte Öffnungszeit für Gespräche zur Verfügung. Neben Quiz und Gesprächen wurden zahlreiche Broschüren und der interkulturelle Kalender ausgereicht.

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Das Symbol „COEXIST“ ist eine bildliche Darstellung der Solidarität der Vielen. Symbole des Islam, der Friedensbewegung, der Gleichberechtigung, des Judentums, des Buddhismus und des Christentums formen gemeinsam ein Wort. In Deutschland bildet das Grundgesetz die Basis zum Pluralismus der Werte, Religionen, Weltanschauungen und Lebensentwürfe.

Aufkleber mit dem Motiv können bestellt werden unter
http://www.landtag.sachsen.de/de/integration_migration/service/publikationen/index.aspx

Fachtag Diskriminierung in der migrationsbezogenen Beratung

Am 18. November 2014 veranstaltet das Antidiskriminierungsbüro Sachsen einen Fachtag in Dresden. Er findet von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Raum Collum, Haus an der Kreuzkirche 6 statt. Der Fachtag soll einen gemeinsamen fachlichen Austausch zu (rassistischer) Diskriminierung im Alltag von Migrantinnen und Migranten ermöglichen. Diskriminierung kann auftreten bei der Arbeits- oder Wohnungssuche, im Kontakt mit Behörden, beim Zugang zu Bildung oder dem Abschluss eines Kaufvertrages. Damit wird das Thema Diskriminierung zugleich eine fachliche Herausforderung für die Beratungsarbeit.

Weitere Informationen und Anmeldung

Antidiskriminierungsbüro Sachsen e. V.
Ansprechperson: Jana Kuppardt
Kochstraße 14
04275 Leipzig
Telefon 0341 3039492
E-Mail
jana.kuppardt@adb-sachsen.dewww.adb-sachsen.de

Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche für 2015 beantragen

Auch im Jahr 2015 will der Freistaat Sachsen das bürgerschaftliche Engagement seiner Einwohner mit dem Programm „Wir für Sachsen“ fördern.

Bis zum 31. Oktober 2014 können Vereine, Verbände, Stiftungen, Kirchen sowie Städte und Gemeinden als Projektträger Anträge nach der Richtlinie „Wir für Sachsen“ für das Jahr 2015 einreichen. Für einen Einsatz von durchschnittlich mindestens 20 Stunden monatlich können Bürger über den jeweiligen Projektträger eine pauschale Aufwandsentschädigung von bis zu 40 Euro monatlich erhalten. Junge Menschen bis zur Vollendung des 26. Lebensjahres können auch für Gremientätigkeiten in Vereinen, Verbänden u. ä. eine Förderung bekommen.
Die Anträge nimmt die mit der Umsetzung der Förderrichtlinie beauftragte Bürgerstiftung Dresden entgegen.

Die Pressemitteilung und Hinweise zur Antragstellung finden Sie unter
http://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/194536

Telefon 0351 3158150 oder 3158163

Sächsischer „Heim-TÜV“ bundesweit im Gespräch

Durch die bekannt gewordenen Fälle von Übergriffe auf Asylbewerber in nordrhein-westfälischen Gemeinschaftsunterkünften ist eine öffentliche Diskussion zur Überprüfung der Standards der Unterbringung befeuert wurden. Zum Thema wurde in zahlreichen Interviews, Meldungen und Reportagen in der überregionalen Presse und dem Fernsehen berichtet.

In Schleswig-Holstein besuchte der Flüchtlingsbeauftragte des Landes, Stefan Schmidt, 35 Unterkünfte. In der Auswertung findet er es „nicht angemessen", wie viele Flüchtlinge in Schleswig-Holstein untergebracht und betreut werden. „Bei der Mehrheit könnte es wesentlich besser werden", sagte Schmidt am Donnerstag. Das sich ergebende Bild sei gemischt. Es gebe Kreise, in den Flüchtlinge nur untergebracht und gar nicht betreut werden. Schmidts Stellvertreter, Torsten Döhring, sagte „Wir wollen einen ‚Heim-TÜV‘ machen."

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl regte in der Diskussionsrunde bei Günther Jauch einen „Heim-TÜV“ an. Die Bundesländer dürften die Kommunen bei der Unterbringung der Flüchtlinge nicht im Stich lassen. Sie müssten dafür auch finanziell geradestehen. Strobl regte einen „Heim-TÜV“ für Asylunterkünfte mit unangemeldeten Kontrollen an. Zudem sei es Pflicht der Länder, die privaten Sicherheitsdienste vor einer Auftragsvergabe für ein Flüchtlingsheim genau zu überprüfen.

In Nordrhein-Westfalen verwies Armin Laschet (CDU) darauf, dass in Sachsen bereits 2010 ein „TÜV“ für Flüchtlingsunterkünfte eingeführt worden. In NRW soll jetzt eine „Taskforce" von zehn Mitarbeitern für Besuche und Kontrollen in Flüchtlingsheimen geschult werden.

Der flüchtlingspolitischen Sprecher der Piratenfraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Frank Herrmann, fordert einen „Heim-TÜV“ nach sächsischem Vorbild, ein Beschwerdemanagement, einen Flüchtlingsbeauftragten wie in Schleswig-Holstein, qualifizierte Betreuer vor Ort sowie verbindliche Standards.

Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern fordert die Opposition regelmäßige Qualitätskontrollen in den Gemeinschaftsunterkünften.

Die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, will einen "Heim-TÜV" für Asylbewerberunterkünfte einführen. Es werde gerade ein entsprechendes Konzept entwickelt, sagte sie Radio ffn. Sie werde ihrem ehemaligen Kollegen aus Sachsen folgen, der das schon gemacht habe. „Da gibt es wirklich ein rotes Licht oder eine rote Ampel für die, die die Standards nicht einhalten."

Die saarländische Landesregierung hat bereits Ende 2013 angekündigt, die Aufnahmeeinrichtung des Landes nach dem „Heim-TÜV“ zu zertifizieren. Die Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten hat sie dabei unterstützt, den sächsischen „Heim-TÜV“ methodisch an die Verhältnisse im Saarland anzupassen.

Bundesamt korrigiert Flüchtlingszahlen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) rechnet damit, dass die Zahl der Flüchtlinge in den kommenden Monaten stark ansteigt. Das sagte eine Behördensprecherin der Deutschen Presseagentur am Mittwoch. Die Behörde gehe davon aus, dass im restlichen Jahresverlauf mehr Menschen als erwartet in Deutschland Schutz suchen werden. Statt der erwarteten 16.500 Asylanträge könne es auch zu monatlich bis zu 25.000 Anträgen kommen.

Die Behörde hält an der prognostizierten Gesamtzahl von 200.000 gestellten Asylanträgen für das Jahr 2014 fest. Im bisherigen Jahresverlauf kamen teilweise weniger Flüchtlinge nach Deutschland, als im Schnitt erwartet wurden.

Ausbildung zur betrieblichen Fachkraft Anerkennung

Das Bildungswerk des DGB bietet eine Ausbildung zur Fachkraft Anerkennung als Fünftagekurs oder als Kurs in drei Blöcken an. Zu den Inhalten der Fachkraftausbildung gehören neben einer Einführung in die gesellschaftspolitischen Hintergründe der Anerkennungsdebatte und ihre gesetzlichen Grundlagen vor allem praktische Tipps für die Unterstützung von Anerkennungsinteressen im betrieblichen Alltag. Insbesondere zugewanderte Beschäftigte erleben immer wieder, dass ihre im Ausland erworbenen Qualifikationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt verkannt oder nicht richtig gewürdigt werden.

Die Kurse richten sich an Betriebs- und Personalräte, Jugendvertreter, Vertrauensleute, Gewerkschaftssekretäre. Die Freistellung für Betriebsräte erfolgt nach § 37 (6) BetrVG und für Personalräte nach § 46 (6) BPrsVG.

Die Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ermöglicht die kostenlose Teilnahme an der Ausbildung, Unterkunft und Verpflegung sind ebenfalls frei, Fahrtkosten bis 99 Euro (2. Klasse Deutsche Bahn) werden erstattet.

Die Fachkraftausbildung gibt es in zwei unterschiedlichen Zeitformaten:

Fünftagekurs am Stück:
1. (18 Uhr) bis 6. März 2015 (13 Uhr) in Bonn (Gustav-Stresemann-Institut)
www.migration-online.de/2015_Fachkraftausbildung_Bonn

Kurs in drei Blöcken:
4. bis 6. Februar 2015 / 11. bis 13. März 2015 / 20. bis 21. Mai 2015
jeweils von 12:00 Uhr am Anreisetag, bis 13:00 Uhr am Abreisetag in Düsseldorf (DGB-Bildungszentrum)
www.migration-online.de/2015_Fachkraftausbildung_DUS

Anmeldung bis zum 15. Dezember 2014 online über die oben angegebenen Links.

Kontakt
DGB Bildungswerk Bund e. V.
Malte Meyer, Bildungsreferent
E-Mail
Telefon 0211 4301291
malte.meyer@dgb-bildungswerk.dewww.migration-online.de
Telefon 0211 4301291

Beim Optionsmodell entscheiden sich die meisten für den deutschen Pass

Die große Mehrzahl der momentan optionspflichtigen jungen Erwachsenen entscheidet sich für den deutschen Pass. Dies ist ein zentrales Ergebnis der Studie „Bürger auf Zeit" von Susanne Worbs. Die Studie ist eine Doktorarbeit im Rahmen des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Bei der Entscheidung überwiegen pragmatisch geprägte Motive, wie die rechtlichen Vorteile, die man als Deutscher und EU-Bürger gegenüber Personen hat, die nicht die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaats besitzen. Aber auch emotionale Momente spielen eine Rolle, so das Bewusstsein, in Deutschland geboren und aufgewachsen zu sein und weiterhin hier leben zu wollen. In den meisten Fällen wird eine Entscheidung für die deutsche Staatsangehörigkeit auch von den Eltern und den gleichaltrigen Freunden der Optionspflichtigen unterstützt.

Kurzbeschreibung der Studie und Download finden Sie unter
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Beitragsreihe/beitrag-band-7-buerger-auf-zeit.html?nn=1367522

Gute Idee - Werke von Cézanne, Dali und Grass für Flüchtlinge versteigert

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) veranstaltet am Sonntag zum 19. Mal eine Kunstauktion zugunsten von Migranten und Flüchtlingen. In der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg werden am
12. Oktober 2014 rund 100 gespendete Werke versteigert. Außerdem wurden weitere 260 Kunstwerke im Galerieverkauf angeboten. Das teilte die EKBO mit.

Der Erlös der Auktion geht an Projekten für Migranten und Flüchtlinge, die von der evangelischen Kirche unterstützt werden. Dazu zählen etwa die Flüchtlingsberatung in Asylbewerberheimen, die Krisenintervention in Familien mit Migrationshintergrund oder die Beratung und Therapie für traumatisierte Flüchtlinge.

Erworben werden können unter anderem Werke von Paul Cézanne, Salvadore Dali, Günter Grass, Kani und Kasra Alavi, Elvira Bach, Ina Barfuss, Lovis Corinth, Hans-Hendrik Grimmling, Johannes Grützke, Marwan, Curt Mühlenhaupt, Kunito Nagaoka, SEO, Michael Sowa und Klaus Staeck. Die Schirmherrschaft über die traditionelle Kunstauktion der Kirche haben der evangelische Landesbischof Markus Dröge und der Schauspieler Axel Prahl übernommen.

In den bisherigen 18 Kunstauktionen der EKBO waren insgesamt rund 570.000 Euro zusammengekommen. Damit wurden den Angaben zufolge jährlich zehn bis fünfzehn Projekte gefördert.

www.kunstauktion.ekbo.de