Newsletter Nr. 29 vom 19.09.2014

Mehr Flüchtlinge in Sachsen erwartet

Die Konflikte im Irak und Syrien sowie die humanitären Katastrophen in Afrika sorgen dafür, dass immer mehr Menschen nach Europa und Deutschland flüchten. Die Landesdirektion Sachsen musste vor diesem Hintergrund am 12. September 2014 ihre Prognose für die Zahl der 2014 in Sachsen zu erwartenden Asylbewerber erneut nach oben korrigieren. Grundlage ist eine Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), welches bundesweit eine Steigerung von 200.000 auf 216.000 Antragsteller bis Ende des Jahres erwartet. Damit erhöht sich auch die Zahl für Sachsen von vorher 10.300 auf 12.400. Die Flüchtlinge werden nach einem feststehenden Schlüssel auf die Bundesländer aufgeteilt, der jedes Jahr entsprechend der Bevölkerungszahl und der Steuereinnahmen der Länder berechnet wird. Für die Unterbringung sind die Landkreise beziehungsweise die Kreisfreien Städte verantwortlich.

Die Pressemitteilung der Landesdirektion Sachsen finden Sie unter
http://www.lds.sachsen.de/index.asp?ID=7878&art_param=371

Heute Einweihung des Denkmals in Hoyerswerda

Im Beisein des Sächsischen Ausländerbeauftragten Martin Gillo wurde am
19. September 2014 das Denkmal „Offene Tür, offenes Tor" in Hoyerswerda enthüllt. Es erinnert an die ausländerfeindlichen Übergriffe im Jahr 1991 und soll Gastfreundschaft, Versöhnung und Hoffnung symbolisieren. Martin Gillo dankte in seinem Grußwort allen Akteuren, die sich für ein Denkmal eingesetzt haben: „Ich sehe das Denkmal als Symbol für das Erinnern und für ein Versprechen, dass wir uns gemeinsam geben. Das darf niemals wieder passieren.“

Hoyerswerda zeige mit dem heutigen Tag, dass alle Akteure der Stadt - trotz unterschiedlicher Perspektiven - zusammen arbeiten können. Denn das Denkmal stehe, so Gillo, neben der Erinnerung vor allem für die Gestaltung der Zukunft und des Miteinander aller. „Das gemeinsame Ziel heißt: Hoyerswerda ist eine weltoffene Stadt.“, so der Landesbeauftragte.

STUBE Sachsen betreut ausländische Studierende im Wintersemester

Das Projekt STUBE (Studienbegleitprogramm) bietet ein ergänzendes Programm für Studierende aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa an, die an einer sächsischen Hochschule immatrikuliert sind. Organisiert werden dabei Veranstaltungen und lokale Aktivitäten. Außerdem fördert STUBE berufsvorbereitende Praktika- und Studienaufenthalte (BPSA) für die Dauer von einem bis sechs Monaten in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nicht-EU-Ländern Südosteuropas. Bei Wochenendseminaren und Tagesveranstaltungen können sich Studierende kennenlernen, über politische Fragen der Herkunftsregion, globale Fragen, Studienangelegenheiten oder den Alltag in Deutschland sprechen. Interessierte können ihr Engagement auch selbst in Form von Lesungen, Vorträgen oder Filmvorführungen einbringen. STUBE ist ein gesellschafts- und entwicklungspolitisches Projekt von Studierenden und wird durch Brot für die Welt, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), den Freistaat Sachsen und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen finanziert.

Das aktuelle Semesterprogramm steht unter
www.stube-sachsen.de

Stube Sachsen, ÖIZ e. V.
Barbara Irmer, Seminare
Elisabeth Naendorf, BPSA
Kreuzstraße 7
01067 Dresden
Telefon 0351 4923365
E-Mail stube@infozentrum-dresden.de

Bundesrat entschied heute zu sicheren Herkunftsländern

In seiner heutigen Sitzung entschied der Bundesrat über die Asylrechtsreform, mit der Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsländer eingestuft werden. Außerdem erleichtert das Gesetz Wohnortwechsel und Arbeitsaufnahme für Asylbewerber. Die Möglichkeiten, die Versorgung von Asylbewerbern statt durch Sachleistungen auch über Geldleistungen sicherzustellen, sollen ausgeweitet werden. Außerdem sollen die Kommunen bei der Unterbringung von Asylbewerbern unterstützt werden. Darüber hinaus unterstützte der Bundesrat einen Antrag aus Hamburg für ein beschleunigtes Bau-Verfahren für Asylbewerberheime.

Beratungsvorgänge, die Drucksachen im Internetangebot des Bundesrates finden Sie unter
http://www.bundesrat.de/DE/plenum/plenum-kompakt/14/925/925-pk.html;jsessionid=DD2B1D4F1C4FE0D2D76B070A217A8B32.2_cid391

Muslime mit Mahnwachen und Friedenskundgebungen gegen Extremismus

Am Freitag, den 19. September 2014, findet bundesweit eine Aktion gegen Hass und Unrecht in über zweitausend Moscheen statt.

Zu der Aktion hatte der Koordinierungsrat der Muslime (KRM) in einer Pressemitteilung vom 16. September aufgerufen. In neun ausgewählten Städten soll im Anschluss an das muslimische Freitagsgebet eine Mahnwache und Friedenskundgebungen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort abgehalten werden. Mit der Aktion soll eine gemeinsame Stimme gegen Rassismus und Extremismus und für die freiheitlich-demokratische Grundordnung erhoben werden. „Wir erhoffen uns durch das Vorleben eines friedvollen Miteinanders in Deutschland auch eine positive Signalwirkung auf die Konflikte im Nahen Osten. […] Wir sind eine bunte Gesellschaft und das ist ein Segen, um voneinander zu lernen.“, so der Koordinierungsrat.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, verurteilte den Terror der Gruppe "Islamischer Staat (IS)" im Irak. Muslime dürften angesichts dieses Terrors, der im Namen des Islam ausgeübt wird, nicht schweigen. Er erklärte sich solidarisch mit allen Opfern terroristischer Verbrechen: "Ich bin ein Jude, wenn Synagogen angegriffen werden. Ich bin ein Christ, wenn Christen beispielsweise im Irak verfolgt werden. Und ich bin ein Moslem, wenn Brandsätze auf ihre Gotteshäuser geworfen werden.“

Als Gäste werden in Hannover auch Bundesinnenminister de Maizere und in München die Bundesmigrationsbeauftragte Aydan Özoğuz erwartet. Im KRM sind die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, der Islamrat, der Verband der islamischen Kulturzentren und der Zentralrat der Muslime in Deutschland organisiert.

Die Pressemitteilung und Informationen zu den Veranstaltungsorten finden Sie unter
http://koordinationsrat.de/detail1.php?id=150&lang=de

Studie zeigt Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma auf

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat am 3. September 2014 eine Studie über die Einstellung der Bevölkerungseinstellungen gegenüber Sinti und Roma veröffentlicht. In der Studie heißt es: „Sinti und Roma werden von einem beträchtlichen Teil der deutschen Mehrheitsbevölkerung nicht als gleichberechtigte Mitbürgerinnen und Mitbürger wahrgenommen.“

Demnach hätten 19 Prozent der Befragten eine dezidiert negative Einstellung gegenüber Sinti und Roma. Keiner anderen Minderheit würde so wenig Sympathie entgegengebracht. Jeder dritte Deutsche will keine Sinti und Roma als unmittelbare Nachbarn haben. Eine Besonderheit dabei ist, dass sich diese Ablehnung durch alle Bevölkerungsschichten zieht. Wie aus der Studie hervorgeht, sind Unwissenheit und negative Assoziationen Hauptursache für das Ergebnis. Vom 13. Mai bis zum 17. Juni 2013 wurden bundesweit 2.001 Personen über 18 Jahre telefonisch interviewt. Weiterhin wurden Interviews mit 20 Personen zwischen Anfang August und Mitte Oktober 2013 geführt.

Die ausführliche Studie finden Sie zum Download als PDF-Datei (4 MB) unter
http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/Expertisen/Bevoelkerungseinstellungen_Sinti_und_Roma_20140829.pdf

Caritas organisiert bundesweite Café international

Eine bundesweite Caritas-Aktion soll Menschen zusammen bringen. Beim „Café international“ können Menschen verschiedener Kulturen miteinander ins Gespräch kommen. Die Veranstaltungen sind für den 21. oder 28. September 2014 geplant. Bundesweit beteiligen sich etwa 200 Orte. Organisiert werden die Treffs vor Ort durch Caritasverbände, Pfarreien und Netzwerke Ehrenamtlicher in den Gemeinden in Zusammenarbeit beispielsweise mit Flüchtlings-Wohnheimen und Eine-Welt-Gruppen.

Viele der Café-Veranstaltungen finden sich auf einer Deutschlandkarte unter www.caritas.de/cafeinternational/karte