Newsletter Nr. 28 vom 12.09.2014

Dritter Fachtag zu Inklusion in Kindertageseinrichtungen

Am Dienstag, dem 30. September, findet im Haus an der Kreuzkirche die Fachtagung „Inklusion in Kindertageseinrichtungen – Eine Kita für Alle“ statt. Das Thema lautet „Inklusion und kulturelle Vielfalt“. Neben Vorträgen und einer Podiumsdiskussion können die Teilnehmer an Workshops zu den Themen Sprachbegleitung, Mehrsprachigkeit, Identitätskonstruktion oder interkulturellen Missverständnissen mitwirken. Der Fachtag wird vom Institut 3L organisiert. Er soll Denkanstöße bieten, thematisch sensibilisieren, Reflexion ermöglichen und die Schlüsselfunktion der Kindertageseinrichtung herausarbeiten. Außerdem soll er aufzeigen, wie Kinder in einer inklusiven, vorurteilsbewussten Lernumgebung zu weltoffenen und toleranten Menschen heranwachsen können. Die Kosten inklusive Getränke und Mittagessen betragen 55 Euro. Veranstaltungsort: An der Kreuzkirche 6 in 01067 Dresden

Anmeldungen sind bis zum 25. September möglich unter
www.institut3L.de

Hoyerswerda erinnert mit Denkmal an rassistische Krawalle 1991

Ab dem 19. September wird ein Denkmal an die rassistischen Krawalle in Hoyerswerda im Herbst 1991 erinnern. Das drei Meter hohe Tor werde als einladende Tür an einem Kreisverkehr im Plattenbauviertel Neustadt aufgestellt. Das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Zwischen den beiden Pfosten des Denkmals soll ein Regenbogen für Aussöhnung, Freundschaft und Frieden stehen, hieß es. Der Aufbau des Denkmals beginnt am Montag. Es wurde von der Künstlerin Martina Rohrmoser-Müller entworfen. Der Wettbewerb für das neue Denkmal stand unter dem Motto "Hoyerswerda vergisst nicht - wir erinnern". Das Symbol „Offene Tür, offenes Tor" stehe für Gastfreundschaft und ein offenes Herz. Eingereicht wurden acht Wettbewerbsvorschläge für das Denkmal.

Bei den mehrere Tage anhaltenden ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Hoyerswerda im September 1991 wurden 32 Menschen verletzt. Die sächsische Stadt war der erste Ort in Deutschland, an dem Gewalt gegen Ausländer nach der Wiedervereinigung eskalierte.

Die feierliche Einweihung des Denkmals findet im Rahmen der Interkulturellen Woche in Hoyerswerda statt.

Mitmischen: Netzwerk „Tolerantes Sachsen“ lädt zu Konferenz

Morgen findet im Deutschen Hygiene-Museum Dresden die Konferenz „Mitmischen erwünscht!? - Praktische Beispiele für politische Mitwirkung von Migrant_innen in Sachsen“ statt. Dazu lädt das Netzwerk Tolerantes Sachsen ein, das die Konferenz in Kooperation mit dem Ausländerrat Dresden e.V. organisiert. Beginn ist 10 Uhr, Ende 16 Uhr; um Anmeldung wird gebeten.

E-Mail buero@tolerantes-sachsen.de
www.tolerantes-sachsen.de

Vortrag über Religionsflüchtlinge in Dresden

Im Rahmen der Festwoche „325 Jahre Evangelisch-reformierte Gemeinde zu Dresden“, spricht Dr. Frank Metasch am kommenden Dienstag, dem 16. September, über Religionsflüchtlinge in Dresden. Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr und trägt den Titel „Bis auf Widerruf geduldet - Religionsflüchtlinge in der kursächsischen Residenzstadt Dresden“. Ort ist der Kirchsaal der Gemeinde am Brühlschen Garten 4 in 01067 Dresden. Metasch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Geschichte des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.

Die Festwoche findet vom 14. bis 21. September statt.
Das Programm finden Sie unter
http://www.ev-ref-gem-dresden.de/dokumente/handzettel-jubilaeum.pdf

Weitere Informationen der evangelisch-reformierten Gemeinde unter
www.ev-ref-gem-dresden.de/

Leipziger Elternforum „Lösungen bei Konflikten zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen“

Am 26. September richtet das Deutsch-Russische Hilfswerk zur Heiligen Alexandra e.V. eine Veranstaltung mit dem Titel „Lösungen bei Konflikten zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen“ aus. Die Referentin Bela Findeisen ist Diplom-Waldorflehrerin und Heilpädagogin. Thematisiert werden Erziehung, Bildung, Berufsausbildung, Motivation und Freizeitgestaltung. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr und findet im Rahmen des Projektes „Bildungs-Brücken: Aufstieg!“ in Leipzig statt.

Deutsch-Russisches Hilfswerk zur Heiligen Alexandra e.V.
Dresdner Str. 82
04317 Leipzig

Kontakt
Natalia Stelmashova
Telefonnummer: 0341 2566481
E-Mail alexandra-e.v@gmx.de

Bundesamt zählt 17.695 Asylanträge im August 2014

Im August 2014 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 17.695 Asylanträge gestellt. Das waren 58,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat August 2013, wie das Bundesministerium des Innern am Donnerstag bekannt gab.

Anstieg im Vorjahresvergleich und Absinken zum Vormonat

Von den 17.695 Asylanträgen im August waren 15.138 Erstanträge und 2.557 Folgeanträge. Die Zahl der Asylbewerber stieg gegenüber dem Vorjahresmonat 2013 um 6.518 Personen (58,3 Prozent) und sank gegenüber dem Vormonat Juli um 1.736 Personen (-8,9 Prozent).

Entschieden hat das Bundesamt im August 2014 über die Anträge von 8.706 Personen. 2.427 Personen erhielten die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention (27,9 Prozent aller Asylentscheidungen).

Zudem erhielten 543 Personen (6,2 Prozent) subsidiären Schutz im Sinne der EU-Richtlinie 2011/95/EU. Bei 198 Personen (2,3 Prozent) wurden Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Hauptherkunftsländer im August 2014 waren:

Syrien 3.419, Serbien 2.460 und Eritrea 1.928, gefolgt von Mazedonien 814, dem Irak 766 und Bosnien-Herzegowina mit 756 Flüchtlingen.

Städte- und Gemeindebund fordert Flüchtlingsgipfel und Marshallplan

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), Gerd Landsberg, fordert zur Koordinierung der deutschen Flüchtlingspolitik einen Flüchtlingsgipfel. Vor dem Hintergrund der dramatischen Krisen im Nahen und Mittleren Osten werde das Flüchtlingsproblem „langfristig eine zentrale Herausforderung für Deutschland", sagte Landsberg dem Berliner Tagesspiegel und der Welt. In einer Pressemeldung fordert der DStGB einen Marshallplan für die Flüchtlingshilfe.

Die Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen sei zunehmend eine Herausforderung für die deutschen Städte und Gemeinden. Die Kommunen würden sich zu dieser wichtigen Aufgabe bekennen, jedoch sei Unterstützung von Bund, Ländern und EU erforderlich.

http://www.dstgb.de/dstgb/Home/Pressemeldungen/Marshallplan%20f%C3%BCr%20Fl%C3%BCchtlingshilfe%20erforderlich/

Studie zeigt Widersprüche zwischen Einstellungen und Verhalten gegenüber Zugewanderten

Am 10. September veröffentlichte das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld die Ergebnisse einer Studie zum Integrationsklima in Deutschland. Im Einzelnen zeigt die Studie deutlich, dass die Mehrheit der Bürger eine stärkere Willkommenskultur und Diversität in Deutschland begrüßt, in der Unterstützung des „Ankommens“ jedoch selbst zurückhaltend und passiv bleibt.

So sind sich laut Studie rund 86 Prozent der Befragten einig, dass alle Menschen über die gleichen Rechte verfügen sollten. Dem hingegen meint jedoch etwa ein Drittel, man müsse „sich erst einmal mit weniger zufrieden geben“, wenn man später hinzukommt. Eine Abwertung und Feindlichkeit gegenüber ethnischen und kulturellen Minderheiten zeigt sich insbesondere mit Blick darauf, dass sich Ressentiments gegenüber Sinti und Roma, Asylbewerbern und Muslimen halten. Mehr als jeder Fünfte äußert gegenüber diesen Personengruppen starke Vorurteile und Ablehnung.

Die Studie „ZuGleich“ ist eine wissenschaftliche Umfragestudie und basiert auf einer anonymen und repräsentativen Querschnitts-Befragung von insgesamt 2.006 volljährigen Personen zwischen November 2013 und Januar 2014 in Deutschland.

Die Pressemitteilung finden Sie unter
www.uni-bielefeld.de/ikg/projekte/ZuGleich/ZuGleich-Pressemitteilung.pdf

Einen Zwischenbericht zur Studie mit detaillierten Ergebnissen finden Sie unter
www.uni-bielefeld.de/ikg/projekte/ZuGleich/ZuGleich-Zwischenbericht.pdf

Europäischer Gerichtshof (EuGH) entschied zur Zulassung ausländischer Studierender

Mit seinem Urteil am 10. September stellt der Europäische Gerichtshof (EuGH) klar, dass Länder keine zusätzlichen Bedingungen zur Zulassung ausländischer Studierender über die EU-Richtlinie 2004/114 hinaus fordern dürfen.

Anlass des Urteils war die Klage eines tunesischen Studierenden (AZ: C-491/13), der trotz erfolgreicher Bewerbungen an Hochschulen wiederholt von der deutschen Botschaft kein Visum bekam.

Der Bundesverband ausländischer Studierender (BAS) begrüßte das Urteil. Der EuGH stelle klar, dass nationale Einschränkungen dieser Richtlinie unzulässig sind, heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung.

Richtlinie 2004/114/EG des Rates
eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1410357215470&uri=CELEX:32004L0114

Bundesweite Fachtagung zum Salafismus

Vom 27. bis 28. November findet in Hamburg eine Fachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung mit dem Thema „Salafismus als Herausforderung für Demokratie und politische Bildung“ statt. Es handelt sich aufgrund der hohen Nachfrage aus den Zielgruppen um eine Neuauflage der gleichnamigen Veranstaltung vom 30. Juni bis 1. Juli 2014 in Bonn.

Die Bundeszentrale widmet sich dem Thema im Rahmen der Fachtagung vor allem aus dem Blickwinkel von Prävention, Jugendarbeit und politischer Bildung. Ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis werden dieses gesamtgesellschaftlich relevante Thema ausführlich erörtern.

Der Salafismus in seinen unterschiedlichen Formen stellt Demokratie und politische Bildung vor besondere Herausforderungen: Jugendliche und junge Erwachsene schließen sich vermehrt dieser extremistischen Auslegung des Islams an. Sie versuchen im Internet, in der Schule sowie in Einrichtungen der Jugendhilfe ihre Ideologie zu verbreiten und reisen im Namen eines religiösen Fanatismus zu Hunderten aus Europa in die Kriegsgebiete im Nahen Osten aus.

Die Tagung richtet sich an politische Bildner, Haupt- und Ehrenamtliche aus der Jugendarbeit, Prävention und Pädagogik, Multiplikatoren aus muslimischen Gemeinden, Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung und der Polizei sowie Journalisten, die über Salafismus berichten.

Weitere Informationen zur Tagung und die Anmeldung finden Sie unter www.bpb.de/fachtagung-salafismus

Kontakt für inhaltliche Rückfragen
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Hanne Wurzel
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Telefon 0228 99515-530
E-Mail hanne.wurzel@bpb.de

Protestanten und Grüne diskutieren im Bayerischen Landtag über Asylpraxis

Mit der aktuellen Asylpraxis und der Reformation Martin Luthers befasst sich ein Diskussionstag am 20. September im Bayerischen Landtag. Mit dem Fachgespräch unter dem Titel „Allein aus Gnade? Reformatorische Anfragen an die aktuelle Asylpraxis“ soll die gemeinsame Forderung nach einer besseren Asylpolitik untermauert werden. Die Veranstaltung mit Vorträgen, Diskussionen, Workshops und einem Film wurde durch das Koordinationsbüro des Lutherjubiläums 2017 und die Fraktion Bündnis 90/Grüne im Landtag gemeinsam organisiert. Themen sind Integrationslotsen, Kirchenasyl, die Rechtssituation im Flüchtlingswesen, die Prozessführung im Asylverfahren und Maßnahmen gegen rassistische Hetze.

Kontakt
Projektbüro Reformationsdekade
E-Mail reformationsdekade@elkb.de

Universität Kiel bietet Masterstudiengang zu Vielfalt an

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) bietet ab dem Wintersemester 2014/15 den Weiterbildungsstudiengang „Management von Diversity, Gleichstellung und Antidiskriminierung“ an. Vermittelt werden dabei Kompetenzen, die dazu befähigen, die neuen betrieblichen Aufgabenstellungen im Kontext der gesellschaftlichen Vielfalt zu bewältigen. Er richtet sich an Führungskräfte, die Diskriminierungsschutz und Gleichstellungsverpflichtungen realisieren müssen. Der Studiengang ist berufsbegleitend und kann auch in Teilzeit studiert werden.

Nähere Informationen zum Studiengang finden Sie unter
www.gender.uni-kiel.de/masterdiversity