Newsletter Nr. 26 vom 29.08.2014

Stadt Leipzig unterzeichnet Charta der Vielfalt

Die Stadt Leipzig beschloss am 16. Juli den Beitritt zur Charta der Vielfalt. Dies geschah im Rahmen des vom Stadtrat beschlossenen Gesamtkonzepts zur Integration der Migrantinnen und Migranten und der Gesamtstrategie „Leipzig Ort der Vielfalt“. Damit soll die internationale Bedeutung der Stadt gesteigert werden. Bereits Ende März stellte Oberbürgermeister Burkhard Jung das „Arbeitsprogramm 2020“ vor, mit dem bis 2010 die Themen Migration und Integration, Weltoffenheit und Vielfalt, Willkommenskultur, Toleranz und Respekt gestaltet werden. Im Rahmen des Programms werden Schulungen zur interkulturellen Öffnung von Verwaltungseinrichtungen und anderen Organisationen angeboten. Auch die Einrichtung eines Welcome-Centers, eine Einbürgerungskampagne und mehrsprachige Broschüren sind Teil des Programms.

Die Charta der Vielfalt ist eine Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland fördern.

www.leipzig.de/news/news/arbeitsprogramm-2020-mit-wichtigen-impulsen-fuer-integration-und-willkommenskultur-in-leipzig/

www.charta-der-vielfalt.de

Aktuelle Asylbewerberzahlen für die Bundesrepublik und Sachsen

Laut Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gab es im Juli dieses Jahres 16.191 Erstantragsteller. Im Monat zuvor waren es 12.077 Erstantragsteller. Im gesamten Jahr 2014 nahm das Bundesamt bisher 97.093 Asylanträge entgegen. Davon waren 83.964 Erstanträge und 13.129 Folgeanträge. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stellt das eine Steigerung von 59,2 Prozent bei den Erstanträgen dar.

Im Jahr 2014 wurden bisher 70.217 Verfahren entschieden. Die Gesamtschutzquote für alle Herkunftsländer liegt im bisherigen Jahr 2014 bei 27,3 Prozent. http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2014/20140815-asylgeschaeftsstatistik-juli.html

In Sachsen wurden bis Ende Juni 2014 bisher etwa 3900 Asylbewerber ins Verfahren aufgenommen. Die Hauptherkunftsländer waren dabei Syrien, Tunesien und Serbien. Bis zum 30. Juni 2014 wurden aus Sachsen 585 Personen abgeschoben. Damit steht der Freistaat im Bundesvergleich an oberer Stelle.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium des Innern

Lehrgang zur Jugendleitercard für Migranten

Bis zum 10. September können sich Interessierte für eine Fortbildungsreihe der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration, und Demokratie (RAA Brandenburg) bewerben. Diese qualifiziert die Teilnehmer zum Jugendleiter (Juleica). Die Module finden zwischen Oktober und Januar in der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz beziehungsweise im Jugendbildungszentrum Blossin in Brandenburg statt. Teilnehmen können Migranteninnen und Migranten zwischen 16 und 27 Jahren aus nicht EU-Ländern, die sich in den neuen Bundesländern ehrenamtlich engagieren. Übernachtungs-, Verpflegungs- und Fahrtkosten werden übernommen.

Informationen und Bewerbungsunterlagen im PDF- und WORD-Format gibt es unter
http://projekt-empa.de/

Initiativenkonferenz „Asyl in Sachsen“ in Leipzig am 7. und 8. November

Zum dritten Mal findet die Initiativenkonferenz „Asyl in Sachsen“ statt. Ziel ist es einen breiten Erfahrungsaustausch und eine Vernetzungsplattform für Initiativen und Einzelpersonen, die sich für die Belange geflüchteter Menschen engagieren, zu bieten. Ein wesentliches Anliegen sei, Asylsuchende und Flüchtlinge aktiv in die Vorbereitung und Durchführung des Treffens einzubeziehen.

Die Tagung wird vorbereitet durch: Kulturbüro Sachsen e. V., RAA Sachsen e. V., Refugee Law Clinic (Leipzig), Sächsischer Flüchtlingsrat e. V., StuRa Univ. Leipzig - Antira-Referat, Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

www.kulturbuero-sachsen.de

Gesetzentwürfe der Bundesregierung zur „Armutseinwanderung“ und zum Asylbewerberleistungsgesetz

Die Bundesregierung brachte am Mittwoch mit dem Abschlussbericht des Staatssekretärs-Ausschusses zu „Rechtsfragen und Herausforderungen bei der Inanspruchnahme der sozialen Sicherungssysteme durch Angehörige der EU-Mitgliedstaaten“ einen Gesetzentwurf zur Neuregelung des Freizügigkeitsgesetzes für EU-Einwanderer auf den Weg.

Außerdem beschloss das Bundeskabinett eine Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG). So sollen Leistungsberechtigte nun Grundleistungen entsprechend des allgemeinen Existenzminiums erhalten. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2012 die Höhe der Geldleistungen für verfassungswidrig erklärt und das Existenzminimum als Maßstab vorgegeben.

Die Veröffentlichung der Bundesregierung und den Wortlaut des Berichtes finden Sie unter
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2014/08/2014-08-27-integration-asylsuchende.html

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/08/abschlussbericht-armutsmigration.html

Neue Fördergrundsätze zum Sonderprogramm MobiPro-EU

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlichte am 30. Juli 2014 die neuen Fördergrundsätze des Sonderprogrammes zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen Fachkräften aus Europa“ (MobiPro-EU). Aufgrund der hohen Nachfrage aus dem EU-Ausland nach Ausbildungsplätzen in Deutschland wird sich das Förderprogramm nach Aussage des BMAS zukünftig ausschließlich auf Ausbildungsinteressierte konzentrieren.

Pressemitteilung des BMAS
www.bmas.de/DE/Themen/Aus-und-Weiterbildung/Meldungen/mobipro-eu-juli-14.html

Die neuen Fördergrundsätze als PDF-Dokument
www.thejobofmylife.de/fileadmin/user_upload/Die_Richtlinien/neu2014_2015/31072014_DE_Foerderrichtlinie_MobiPro_EU.pdf

Internetauftritt der Kampagne „The Job of my Life“ des BMAS und der Bundesarbeitsagentur
www.thejobofmylife.de/de/

Projektabschlusskonferenz zu Integrationspotentialen auf dem Land

Die Schader-Stiftung lädt für den 16. und 17. Oktober zur Abschlusskonferenz „Integrationspotenziale ländlicher Regionen im Strukturwandel“ nach Darmstadt ein. Präsentiert und erörtert werden die Ergebnisse des gleichnamigen Forschungs-Praxis-Projektes. Das Projekt wollte ergründen, wie Zuwanderung auch in den strukturschwachen ländlichen Regionen zu einer Entwicklungsoption werden kann und wie eine entsprechende kommunale Integrationspolitik ausgestaltet sein muss. Es wurde seit Anfang 2012 von der Schader Stiftung gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, dem Deutschen Landkreistag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund durchgeführt.

Veranstaltungsort ist das Schader-Forum, Goethestraße 2, 64285 Darmstadt

Die Anmeldung kann bis 26. September per Post, Fax oder E-Mail erfolgen. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch begrenzt. Anmeldung und Information unter
http://www.integrationspotenziale.de/?page_id=120

Kontakt
Gudrun Kirchhoff
Projektleitung
Telefon 06151 1759-14
E-Mail kirchhoff@schader-stiftung.de

Claudia Bolte
Wissenschaftliche Mitarbeit
Telefon 06151 1759-20
E-Mail bolte@schader-stiftung.de

Liz Mohn Stiftung unterstützt musische Projekte

Mit der Ideeninitiative „Kulturelle Vielfalt mit Musik“ möchte die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung das Miteinander von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund fördern. Bis zum 15. September sind deutschlandweit Institutionen, Vereine, Verbände, Stiftungen sowie individuelle Initiativen und Akteure mit gemeinnütziger Zielsetzung eingeladen, musisch orientierte Projektideen für eine erfolgreiche Integration von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Die Umsetzung von 15 der eingereichten Projektanträge unterstützt die Initiative mit jeweils bis zu 5.000 Euro.

Angaben zum Bewerbungsverfahren und das Formular für Projektanträge unter
www.kultur-und-musikstiftung.de/projekte/ideeninitiative-kulturelle-vielfalt-mit-musik

Kontakt
Nadine Sträter
Geschäftsführerin
Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung
Carl-Bertelsmann-Straße 256
33311 Gütersloh
Telefon 05241 81-81533
Telefax 05241 81-681533
E-Mail straeter@kultur-und-musikstiftung.de

www.kultur-und-musikstiftung.de

Filmtipp: Monsieur Claude und seine Töchter

Ein leichter französischer Film, der charmant, witzig und unterhaltend mit den schwierigen Alltagsthemen Diskriminierung, Vorverurteilung und Diversität umgeht. Die Franzosen können so etwas eben. Nach dem Film über die Wandlungen der Drogenoma „Paulette“ im letzten Jahr bricht in dem aktuellen Streifen nun die Globalisierung in Monsieur Claudes Familienwelt herein. Die Handlung ist am Ende zwar absehbar, aber die feine Überzeichnung und die großartigen Darsteller machen das locker wett. Dieser Film eignet sich besonders zum Einstieg für diejenigen, die selten mit Menschen mit Migrationshintergrund zu tun haben. Und: Es geht wirklich komisch zu, mit radikalem Witz und schonungsloser Provokation, von moralisierenden Appellen keine Spur.

Die Geschichte

Monsieur Claude und seine Frau Marie sind ein zufriedenes Ehepaar in der französischen Provinz und haben vier ziemlich schöne Töchter. Am glücklichsten sind sie, wenn die Familientraditionen genau so bleiben wie sie sind. Erst als sich drei ihrer Töchter mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, geraten sie unter Anpassungsdruck. In die französische Lebensart weht der raue Wind der Globalisierung und jedes gemütliche Familienfest gerät zum interkulturellen Minenfeld. Glücklicherweise will die jüngste Tochter nun einen französischen Katholiken heiraten. Doch als sie ihrem vierten Schwiegersohn, dem schwarzen Charles, gegenüberstehen, reißt Claude und Marie der Geduldsfaden. Geschwächt durch Beschneidungsrituale, Hühnchen halal und koscheres Dim Sum ist ihr Toleranzvorrat restlos aufgebraucht. Es folgt ein ungestümer Austausch der nationalen Ressentiments und kulturellen Vorurteile.

Buchtipp

Heidrun Friese - Grenzen der Gastfreundschaft

Die Bootsflüchtlinge von Lampedusa und die europäische Frage

Lampedusa ist zum Symbol der Mobilität im Mittelmeer und der europäischen Grenzen der Gastfreundschaft geworden. Die Autorin gibt Einblick in historische Semantiken der Gastfreundschaft und Perspektiven der Kulturwissenschaft sowie der Philosophie und konfrontiert diese mit den Praktiken der Aufnahme von Bootsflüchtlingen. Die Studie verbindet langjährige Feldforschung und dichte Beschreibung mit aktuellen Diskussionen um Gastfreundschaft und plädiert für einen lokalisierten Kosmopolitismus.

Heidrun Friese ist Professor für Interkulturelle Kommunikation an der TU Chemnitz.

Transkript-Verlag
http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2447-2/Grenzen-der-Gastfreundschaft