Newsletter Nr. 23 vom 11.07.2014

Ausländerbeauftragter übergab Jahresbericht 2013 dem Parlament

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Der Sächsische Ausländerbeauftragte Professor Martin Gillo übergab am Donnerstag, dem Parlament seinen Jahresbericht 2013. Das Plenum trat an diesem Tag zu seiner letzten Sitzung in der 5. Legislaturperiode zusammen. In der 101. Sitzung debattierten die Abgeordneten unter dem Tagesordnungspunkt 6 zum „Heim-TÜV“ 2013, der dem Parlament im März 2014 zur Beratung und Unterrichtung zugegangen war.

In seiner Rede zum „Heim-TÜV“ 2013 im Sächsischen Parlament warb Gillo bei den demokratischen Parteien darum, sich den Herausforderungen, die Migration und Integration mit sich bringen, weiterhin gemeinsam zu stellen: „Es geht bei diesen Themen auch um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Einigkeit in Vielfalt braucht Zeit, um realisiert zu werden. Diese Zeit ist jetzt. Wenn wir dagegen auf Zwietracht setzen, birgt eine wachsende Vielfalt Risiken für eine Aufspaltung und Zerrüttung unserer Gesellschaft. Ehrliches Hinschauen ist der erste Schritt, eine zwischen Menschenwürde und Ordnungsstaatlichkeit ausgewogene Reaktion der zweite. “

Die Zeit ist jetzt: Gemeinsam für Zusammenhalt und Teilhabe in einer vielfältigen Gesellschaft einstehen

Der sächsische „Heim-TÜV“ habe den Erfolg dieser Strategie gezeigt. Heute folge die Unterbringung von Asylsuchenden in Sachsen transparenten und menschenwürdigen Standards. Man zeige damit in Sachsen eindrucksvoll, dass Asylsuchende als Mitmenschen behandelt werden – selbst dann, wenn sie letzten Endes keinen Schutzstatus erhalten.

Gillo dankte allen, die an diesem Weg beteiligt waren und warb für eine Fortsetzung des „Heim-TÜV“ unter der Federführung der oder des künftigen Ausländerbeauftragten.

Soziale Arbeit finanzieren

Auch bei steigenden Flüchtlingszahlen ließen sich die Herausforderungen gut bewältigen, wenn sich alle Akteure der Thematik gemeinsam und offen stellen.

Gillo unterstützte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Prozess, den das Sächsische Staatsministerium des Innern gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden mit dem Unterbringungs- und Kommunikationskonzept für Asylbewerber in Gang gesetzt habe. Er forderte die künftigen Abgeordneten auf, diesen Prozess durch die Finanzierung Sozialer Arbeit in diesem Bereich zu unterstützen. „Soziale Arbeit geht über die Beratung und Unterstützung Einzelner weit hinaus. Sie hilft, Konflikten vorzubeugen und ist damit Teil einer umfassenden Sicherheitsstrategie. Sie ist wirksame Orientierungshilfe für Asylsuchende und unterstützt das Miteinander und die Kommunikation mit der Nachbarschaft.“

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Der Jahresbericht des Sächsischen Ausländerbeauftragten enthält dazu unter der Überschrift „Was in Sachsen geleistet wird“ ein Kapitel über erfolgreiche Ansätze aus ganz Sachsen, die zeigen, wie bei allen Schwierigkeiten ein konstruktives Zusammenleben gestaltet werden kann.

Untersuchung zum Potential ausländischer Absolventen veröffentlicht

Weiterhin enthält der Jahresbericht Beiträge zur erfolgreichen Netzwerkarbeit im Integrationsbereich und zum Thema politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten. Außerdem werden die Ergebnisse einer Unternehmensstudie veröffentlicht, die vom Büro des Ausländerbeauftragten initiiert und begleitet wurde.

Untersucht wurde dabei, wie kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen erfolgreich das Fachkräftepotential ausländischer Absolventen erschließen. Die Studie zeigt, dass besonders jene Unternehmen dieses Potential erfolgreich zu nutzen wissen, die an Innovation, Wachstum und Internationalisierung interessiert sind. Dabei setzen sie auf strategisches Personalmanagement, eine offene Firmenkultur, Vielfalt und Mehrsprachigkeit im Unternehmen.

Hintergrund

Der Sächsische Ausländerbeauftragte ist nach dem Gesetz verpflichtet, dem Parlament jährlich einen Bericht über seine Arbeit und die Situation der im Freistaat Sachsen lebenden Ausländer vorzulegen.

Ordensverleihung beim Bundespräsidenten „Engagement für Integration"

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Bundespräsident Joachim Gauck hat am 10. Juli 2014, 25 Bürgerinnen und Bürger in Schloss Bellevue mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die zehn Frauen und fünfzehn Männer aus allen Teilen Deutschlands haben sich in herausragender Weise um die Integration von Zugewanderten und ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft verdient gemacht.

Der Bundespräsident betonte in seiner Rede, dass Vielfalt in der deutschen Einwanderungsgesellschaft selbstverständlich geworden sei. Sie sei eine faszinierende Erweiterung der Möglichkeiten, wenn wir uns offen, respektvoll und in dem Bewusstsein, dass wir zusammen gehören, begegnen. Er würdigte die Ausgezeichneten als Wegbereiter und Brückenbauer, sie sich auch nicht von den düsteren Seiten entmutigen ließen, die es nötigenfalls entschieden zu bekämpfen gelte.

Aus Sachsen wurden mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet:

Silvia Liersch, Plauen

Für die ehemalige Ausländerbeauftragte der Stadt Plauen ist die Integration ausländischer Mitbürger und der Einsatz für Weltoffenheit zur Berufung, weit über ihre berufliche Verpflichtung hinaus, geworden. Schon seit der Friedlichen Revolution galt ihr Interesse den Bedürfnissen der ausländischen Mitbürger. Ab 1991 schuf Silvia Liersch in Plauen eine Anlaufstelle für Menschen mit Migrationshintergrund, die sie 20 Jahre leitete. Ihre Netzwerkarbeit ermöglichte ein koordiniertes Vorgehen der verschiedenen Sprachkursträger und schuf die Grundlage für eine lebendige Integrationskultur in Plauen. In der Länderarbeitsgemeinschaft der kommunalen Ausländerbeauftragten Sachsens brachte Silvia Liersch ihre Erfahrungen in verantwortlicher Funktion mit ein und wirkte an einem Leitfaden für die Unterbringung von Asylbewerbern und Geduldeten mit.

In Am Sayad Mahmood, Dresden

Die Ingenieurin und Sozialarbeiterin ist 1996 mit ihrer Familie aus dem Irak geflohen. Seither bringt sie sich umfassend ehrenamtlich in verantwortlicher Funktion im Ausländerrat in Dresden und im Sächsischen Migrantenbeirat ein. Sie ist Mitbegründerin eines wöchentlich stattfindenden interkulturellen Frauentreffs und gestaltet im Irakischen Kultur Klub monatliche Zusammenkünfte. Als Mitarbeiterin im Ökumenischen Informationszentrum in Dresden gibt In Am Sayad Mahmood dem christlich-jüdisch-islamischen Dialog bzw. Trialog seit 2003 eine hohe Priorität, insbesondere dem friedlichen Zusammenleben und dem Verständnis für die kulturelle Diversität. In diesem Zusammenhang steht auch ihr Einsatz für muslimische Abschiebehäftlinge in der Justizvollzugsanstalt Dresden. Sie unterstützt zudem Menschen mit Migrationshintergrund als Sprach- und Kulturmittlerin.

Die Rede des Bundespräsidenten finden Sie unter:
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/07/140710-Ordensverleihung-Integration.html

Tagung zur praktizierten politischen Partizipation

Am Samstag, dem 13. September 2014, findet im Martha-Fraenkel-Saal des Deutschen Hygiene-Museums Dresden die Tagung „Mitmischen erwünscht?! Praktische Beispiele der politischen Mitwirkung von Migrantinnen und Migranten in Sachsen“ statt. Sie wird veranstaltet vom Netzwerk Tolerantes Sachsen in Kooperation mit dem Ausländerrat Dresden e. V. und mit Unterstützung des Deutschen Hygiene-Museums Dresden.

Nach der eher theoretischen Orientierung der Vorgängerveranstaltungen soll der Fokus auf die praktische Umsetzung gelegt und Partizipation konkret erfahrbar werden. Die Konferenz soll sich mit der Stärkung von Migranten in Bezug auf politische Partizipation beschäftigen und konkrete Ideen entwickeln. Begonnen wird mit der Vorstellung von Beispielen Guter Praxis und einer Podiumsdiskussion zu den Möglichkeiten und Grenzen politischer Mitwirkung. Anschließend werden die Teilnehmer in Arbeitsgruppen mit Unterstützung erfahrener Moderatoren eigene Ideen für Praxis entwickeln.

Anmeldung ist bis zum 20. August 2014 möglich unter:
E-Mail buero@tolerantes-sachsen.de

oder per Post an:
Netzwerk Tolerantes Sachsen
Domplatz 5
04808 Wurzen

Internationales Theaterfestival in Görlitz

Zum 20. Internationalen Straßentheaterfestivals ViaThea vom 7. bis 9. August 2014 laden die Veranstalter um das Gerhardt-Hauptmann-Theater in die Europastadt Görlitz/Zgorzelec ein. Drei Tage mit über 80 Auftritten bietet das Festival mit Künstlergruppen aus mehreren europäischen Ländern.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.viathea.de

Bundesinnenminister de Maizière feiert Ramadan

Gemeinsam mit Muslimen und Nichtmuslimen feierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière das Fastenbrechen. Als wichtiger religiöser Monat bietet der Ramadan weltweit beim abendlichen Fastenbrechen Anlass für vielfältige Begegnungen. De Maizière folgte am Abend des 7. Juli 2014 einer Einladung zum Fastenbrechen in das BildungsWerk Kreuzberg. An dem feierlichen Abendessen nach Sonnenuntergang nahmen zahlreiche Vertreter der verschiedenen Religionen sowie Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wissenschaft teil.

Fachtagung "Vielfalt auch in der Gesundheitsversorgung?!"

Am 20. November 2014 findet in Münster die Fachtagung „Vielfalt auch in der Gesundheitsversorgung?! Kultursensible Themen und Praxisbeispiele“ statt. Durchgeführt wird die Veranstaltung vom DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e. V.

Thematischer Schwerpunkt ist der gleichberechtigte Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle Menschen. Dieses Recht sei durch viele sichtbare und unsichtbare Barrieren eingeschränkt. Zudem sei der Umgang mit Gesundheit und Krankheit nicht nur von individuellen, sondern auch von kulturellen Mustern der Bewältigung bestimmt. Das führe nicht selten zu Missverständnissen, einer defizitären Versorgung von kranken Menschen und einer erhöhten Stressbelastung auf beiden Seiten - Patienten und Mitarbeitende im Gesundheitswesen.

Die Fachveranstaltung will einen Einstieg in grundlegende Themen zu Gesundheit und Krankheit im interkulturellen Kontext ermöglichen und richtet sich insbesondere an hauptamtlich und ehrenamtlich Tätige im Pflegebereich, Pflege- und Altenhilfeeinrichtungen, Pflegeberatungseinrichtungen, Selbsthilfe- und Wohlfahrtsorganisationen, Vertreterinnen von Migranten(selbst)organisationen, Integrationsfachkräfte sowie am Thema Interessierte.

Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro inklusive Mittagessen/Stehkaffee. Anmeldeschluss ist der 30. Oktober 2014.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung finden Sie unter:
http://www.kam-info-migration.de/aspe_shared/form/download.asp?nr=404186&form_typ=115&acid=&ag_id=934

StädteNETZWERKKongress - Zusammenhalt in Vielfalt in Berlin

Der 4. StädteNETZWERKKongress: CommUnityCohesion & Diversity in EUROPE - Zusammenhalt in Vielfalt findet vom 18. zum 19. September 2014 in der Kalkscheune in Berlin statt. Der Kongress will unterschiedliche Zugänge deutscher und europäischer Städte zur Wiederbelebung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes vorstellen und diskutieren. In drei Foren wird kommunale Vielfalt auch aus den Blickwinkeln der Schweiz, Frankreichs und des britischen Königreiches vorgestellt und besprochen.

Ausführliche Informationen zum Inhalt und Anliegen der Tagung finden Sie unter:
http://www.vhw.de/fort-und-ausbildung/veranstaltungsdetails/veranstaltung/BG144004-4_StaedteNETZWERKKongress_CommUnityCohesion_Diversity_in_EUROPE_Zusammenhalt_in_Vielf/