Newsletter Nr. 21 vom 20.06.2014

Netzwerktreffen im Hygienemuseum

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Das Netzwerk Integration und Migration Sachsen trifft sich am 27. Juni 2014 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden (DHMD). Hauptthema des Treffens ist die Vorstellung und Diskussion des Kursbuchs “Integration und Migration Sachsen“. Es fasst die Arbeitsergebnisse der letzten beiden Netzwerktreffen zusammen. Zusätzlich führen die Projektleiter und Mitarbeiter des DHMD durch die Ausstellung „Das neue Deutschland“. Die Veranstaltung findet im Rahmen einer Kooperation mit der Stiftung Deutsches Hygiene-Museum statt.

Kindertagesstätte in Trägerschaft des Ausländerrates Dresden

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Auf Initiative des Ausländerrates Dresden soll im Jahr 2015 in Dresden eine Kindertageseinrichtung eröffnet werden. Der Ausländerrat Dresden e. V. übernimmt die Trägerschaft für die neue mehrsprachige Kita auf der Uhlandstraße 34 in 01026 Dresden. In der Kindertagesstätte „Kleiner Globus“ sollen ab Februar in der Dresdner Südvorstadt 156 Kinder betreut werden. Es sind insgesamt neun Gruppen vorgesehen. Auf Grund des großen Anteils der russischen Einwanderer wird es zwei deutsch-russische Gruppen gegeben. Geplant sind auch englische und vietnamesische Gruppen. Mit dem Projekt soll eine interkulturelle, mehrsprachige Umgebung für die Kinder geschaffen werden, damit sie mit zwei oder mehreren Sprachen aufwachsen. Der Bewerbungsstart um die Plätze ist für Juli 2014 geplant.

Welttag des Flüchtlings am 20. Juni – Höchststand laut UNHCR

Aktuell gibt es weltweit über 50 Millionen Flüchtlinge, Asylsuchende und Binnenvertriebene. Das ist die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg. Der heute veröffentlichte statistische UNHCR-Jahresbericht Global Trends zeigt, dass Ende des Jahres 2013 über 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht waren – sechs Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Die Angaben basieren auf Daten, die von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGO's) und UNHCR gesammelt worden sind.

Der massive Anstieg wurde hauptsächlich durch den Krieg in Syrien verursacht. 2,5 Millionen Menschen wurden durch ihn zu Flüchtlingen, 6,5 Millionen zu Binnenvertriebenen. Im letzten Jahr nahmen Flucht und Vertreibung auch in Afrika erheblich zu - vor allem in Zentralafrika und im Südsudan.

UN-Flüchtlingskommissar António Guterres nennt gefährliche Friedensdefizite als Ursache. Humanitäre Hilfe wirke lindernd, entscheidend seien aber politische Lösungen. „Die internationale Staatengemeinschaft muss ihre Differenzen ausräumen und Lösungen finden für die Konflikte der Gegenwart.“, so Guterres.

Flüchtlinge

Global Trends unterscheidet drei Gruppen – Flüchtlinge, Asylsuchende und Binnenvertriebene. Insgesamt wurden 16,7 Millionen Flüchtlinge gezählt, die höchste Zahl seit 2011. Die meisten stammen aus Afghanistan, Syrien und Somalia. Pakistan, Iran und der Libanon haben die meisten Flüchtlinge aufgenommen.

Asylsuchende

2013 stellten weltweit 1,1 Millionen Menschen einen Asylantrag, die Mehrzahl von ihnen in Industriestaaten. In Deutschland wurden weltweit die meisten Asylanträge gezählt. 25.300 Asylanträge wurden von unbegleiteten Minderjährigen bzw. Kindern gestellt, die von ihren Eltern getrennt sind. Dies bedeutet eine Rekordzahl. Im letzten Jahr stellten weltweit 64.300 Syrer Asylanträge. An zweiter Stelle folgten Asylantragsteller aus der Demokratischen Republik Kongo (60.400) und Myanmar (57.400).

Binnenvertriebene

In ihrem Heimatland waren im letzten Jahr 33,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Diese Gruppe verzeichnet den höchsten Anstieg im Global Trends Report 2013.

Welttag des Flüchtlings

Vor 14 Jahren riefen die Vereinten Nationen den 20. Juni zum "Welttag des Flüchtlings" aus, um auf die Probleme von Flüchtlingen weltweit aufmerksam zu machen. Anlässlich des diesjährigen Aktionstags hat der "Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge" (UNHCR) ein Online-Portal ins Leben gerufen, auf dem Schutzsuchende ihre persönliche Geschichte erzählen.

Menschenrechtler, Kirchen und die Opposition im Bundestag mahnten mehr Anstrengungen zum Schutz von Asylsuchenden an. Amnesty International warf dem UN-Sicherheitsrat mit Blick auf den Bürgerkrieg in Syrien sowie die Krisen im Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik und im Irak Untätigkeit vor.

Für die großen Kirchen in Deutschland machten Bischof Norbert Trelle, Vorsitzender der Migrationskommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Volker Jung, auf das Leid in den Krisenregionen aufmerksam. Täglich nehme die Zahl der getöteten, verletzten und traumatisierten Menschen zu. Es scheine, als gewöhnten sich die Menschen an das Leid. Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international wollen am Weltflüchtlingstag eine Solidaritätsaktion starten.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte forderte, die Rahmenbedingungen für rechtsstaatliche Asylverfahren zu verbessern. Der Versuch, die Zahl der aufzunehmenden Flüchtlinge auf ein bestimmtes Niveau zu begrenzen oder gar abzusenken, sei einer offenen und die Menschenrechte achtenden Gesellschaft nicht angemessen, sagte Direktorin Beate Rudolf.

Mehrere Hilfsorganisationen, darunter das Deutsche Kinderhilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz, forderten, die Bildungschancen von Flüchtlingen zu verbessern. Bildung verhindere Armut und Ausbeutung und lege den Grundstein für ein selbstbestimmtes, chancenreiches Leben, betonte der Präsident des Kinderhilfswerks, Thomas Krüger. Die Gesellschaft für bedrohte Völker verlangte einen Abschiebestopp für Flüchtlinge mit in Deutschland geborenen oder aufgewachsenen Kindern.

Aktuelle Berichte und Kampagnen der UN und die Weltflüchtlingszahlen für 2013
www.unhcr.de

Deutschland nimmt 10.000 zusätzliche syrische Flüchtlinge auf

Die bundesweite Aufnahme wird auf insgesamt 20.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge verdoppelt. Darauf einigten sich die Innenminister und
-senatoren von Bund und Ländern auf ihrer Frühjahrstagung in Bonn. Im Mai 2013 hatte das Bundesinnenministerium die Aufnahme von 5.000 schutzbedürftigen syrischen Staatsangehörigen angeordnet. Im Dezember 2013 wurde das bundesweite Aufnahmekontingent syrischer Flüchtlinge von 5.000 auf 10.000 schutzbedürftige Menschen aufgestockt. 6.000 von ihnen sind bisher nach Deutschland eingereist.

Zusätzlich zur Aufnahmeanordnung des Bundes starteten im Herbst letzten Jahres fünfzehn Bundesländer eigene Aufnahmeprogramme speziell für Verwandte hier lebender Syrer. Für rund 5.500 Flüchtlinge wurden dabei die erforderlichen Einreisevisa erteilt.

Die Innenminister änderten außerdem die Aufnahmebedingungen der ländereigenen Aufnahmeprogramme. Die Krankenkosten werden künftig von den Verpflichtungserklärungen der hier lebenden aufnahmebereiten Syrer ausgenommen. Das erleichtert den bereits in Deutschland lebenden Syrern, sich zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit zu erklären.

Ausführliche Mitteilung des Bundesinnenministeriums finden Sie unter:
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2014/06/aufnahme-syrische-fluechtlinge.html

Bildungsbericht – jedes dritte Kind unter 6 Jahren hat Migrationshintergrund

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Kultusministerkonferenz der Länder veröffentlichen aller zwei Jahre einen Bildungsbericht. Der Schwerpunkt der aktuellen Analyse "Bildung in Deutschland" lag auf der Inklusion von Menschen mit Behinderung. Enthalten sind auch Aussagen zum Thema Bildung im Einwanderungsland. Demnach hat gut ein Drittel aller Kinder unter sechs Jahren mittlerweile einen Migrationshintergrund. In einigen westdeutschen Bundesländern stellen sie sogar bis zu 40 Prozent aller Vorschulkinder.

Laut Bildungsbericht 2014 hält der Trend zu höheren Bildungsabschlüssen an. Das gilt auch für Menschen mit Migrationshintergrund. Sie erreichen öfter hohe Bildungsabschlüsse als die ältere Generation. Insgesamt stammt inzwischen jedes dritte Kind, das in die Schule kommt, aus einer Einwandererfamilie. Doch im Vergleich zu ihren Mitschülern ohne Migrationshintergrund sind sie weiterhin oft benachteiligt.

Bezüglich der Schulabschlüsse stellt der Bericht fest:

Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund erwerben die Hochschulreife: 37 Prozent der 30- bis 34-Jährigen haben Abitur, während der Anteil bei den 60- bis 64-Jährigen mit Migrationshintergrund bei nur 24 Prozent liegt.

Jedoch haben die 30- bis 34-Jährigen mit Migrationshintergrund fünf Mal so häufig keinen allgemeinbildenden Schulabschluss, wie ihre Altersgruppe ohne Migrationshintergrund.

Hinsichtlich der beruflichen Ausbildung zeigt die Datenanalyse, dass noch große Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund bestehen.

Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund ohne beruflichen Bildungsabschluss bei den 30- bis 34-Jährigen ist mit 35 Prozent immer noch drei Mal so hoch wie bei gleichaltrigen Personen ohne Migrationshintergrund (11 Prozent).

Trotzdem erzielen sie damit einen besseren Durchschnitt als die ältere Generation der Einwanderer.

Ausländische Jugendliche sind beim Zugang zur Berufsausbildung stark benachteiligt. Fast die Hälfte von ihnen kommt ins sogenannte Übergangssystem, das den Übergang von der Schule in eine Ausbildung erleichtern soll. Bei den Deutschen betrifft dies nur jeden Vierten.

Der Bericht verweist ebenfalls auf Unterschiede bei der frühkindlichen Bildung. So sind Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern und solche ohne Migrationshintergrund vor der Einschulung nicht nur öfter in nicht-elterlichen Spielgruppen oder Kindertageseinrichtungen, sondern werden auch in der Familie stärker gefördert.

Eine Onlineversion des 5. Bildungsberichtes finden Sie unter:
http://www.bildungsbericht.de/index.html?seite=11123