Newsletter Nr. 20 vom 16.06.2014

Einbürgerungsfest betont Bereicherung durch Vielfalt

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„Vielfalt bereichert unser Land“ war das Leitthema des Einbürgerungsfestes am 14. Juni 2014 im Sächsischen Landtag. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler eröffnete die Feier im Plenarsaal und hieß die neuen Staatsbürger herzlich willkommen. Sachsens Ausländerbeauftragter Martin Gillo und Innenminister Markus Ulbig betonten in ihren Grußworten ausdrücklich, dass kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft gut tut.

Der Sächsische Staatsminister des Innern und der Sächsische Ausländerbeauftragte laden in jedem Jahr alle Bürgerinnen und Bürger ein, die im Vorjahr die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben. Der gemeinsamen Einladung in den Plenarsaal des Sächsischen Landtags waren über 200 Eingebürgerte und ihre Angehörigen gefolgt.

Sachsen sei ein weltoffenes Land und Zuwanderung stets eine Erfolgsgeschichte gewesen. Menschen, die sich einbringen wollen, waren und sind in Sachsen herzlich willkommen. In vielen Bereichen würden schon heute Menschen unterschiedlichster Herkunft mit ihren Qualifikationen, Fähigkeiten und Fertigkeiten die gemeinsame Zukunft Sachsens gestalten, so die Veranstalter.

Innenminister Markus Ulbig hob in seiner Rede die bewusste Entscheidung der neuen Staatsbürger für ihre neue Heimat hervor: „Die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft ist ein Bekenntnis zu unserer freiheitlichen Demokratie mit ihren Grundrechten und Werten. Ich freue mich, dass sich auch in diesem Jahr so viele Zuwanderer dafür entscheiden.“

Festredner Jens Drews beglückwünschte die neuen Mitbürger zu ihrer Entscheidung und warb für eine weitere Öffnung der Gesellschaft und der Wirtschaft gegenüber Menschen aus aller Welt. Das Thema seiner Rede lautete "Vielfalt ist unsere Stärke". Drews berichtete von guten Erfahrungen, die sein Unternehmen befähigten, in einer globalen Industrie aus Sachsen heraus erfolgreich zu agieren. "Wir stehen in einem internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe der Halbleiterindustrie weltweit. Damit Spezialisten weiterhin gern aus Singapur, aus Japan, aus der arabischen Welt nach Sachsen kommen, dürfen wir nicht nachlassen, wenn es um unsere Weltoffenheit geht. Nur eine Gesellschaft, die sich täglich auf neue Begegnungen und Erfahrungen freut, zieht Menschen aus anderen Ländern an, die hier ihr Wissen und Können, ihre Kreativität und Perspektiven einbringen wollen. Sachsen kann ein großes Maß an Zukunftsfähigkeit in einer sich rasch wandelnden Welt gewinnen, wenn es sich in diesem Sinne als eine Willkommensgesellschaft begreift."

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Sachsens Ausländerbeauftragter Martin Gillo warb bei den Eingebürgerten dafür, die Chancen einer vielfältigen Gesellschaft sichtbar zu machen und sich für die bindenden Kräfte zu engagieren. Kulturelle Vielfalt sei in einer globalisierten Welt eine Normalität, die es zu gestalten gilt. Die Eingebürgerten seien Experten für diese Einigkeit in Vielfalt. Als Brückenbauer könnten sie auch andere für ein weltoffeneres Selbstverständnis gewinnen. Das sei im Interesse des Freistaates, denn, so Gillo, häufig seien gerade die Regionen mit ausgeprägter Weltoffenheit und Diversität der Lebensformen wirtschaftlich am stärksten. „Vielfalt ist eine Basis für die Innovationskraft eines Landes. Vielfalt macht ein Land attraktiv.“, so Gillo, der trotz Krankheit kurz an der Feierstunde teilgenommen hatte.

Im Jahr 2013 wurden im Freistaat Sachsen 1.168 Menschen eingebürgert. Anders als im Bundestrend sind die Einbürgerungszahlen in Sachsen seit 2005 gestiegen. Die meisten Menschen wurden in den Kreisfreien Städten Leipzig (329), Dresden (247) und Chemnitz (155) eingebürgert. In den zehn Landkreisen waren es im vergangenen Jahr durchschnittlich 44 Personen.

Bundeswirtschaftsministeriums evaluiert und gibt Praxisempfehlungen zur Zuwanderung

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) haben am Freitag eine erste Evaluierung der praktischen Umsetzung des aktuellen Zuwanderungsrechts für ausländische Fachkräfte vorgelegt. Grundsätzlich sei die Willkommenskultur für internationale Fachkräfte auf gutem Wege, heißt es in der Studie mit dem Titel "Wirkungsanalyse des rechtlichen Rahmens für ausländische Fachkräfte".

Entscheidende Verbesserungen seien mit Blick auf das Zusammenleben in unserer Gesellschaft als auch zur Stärkung unserer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit von elementarer Bedeutung. Der deutsche Rechtsrahmen zur Zuwanderung ausländischer Fachkräfte wurde angemessen geöffnet, nun müssten die Regelungen in der Praxis zum Erfolg führen. Positiv bewertet wurde vor allem Deutschlands liberale Umsetzung der Blauen Karte EU oder die verbesserten Zuwanderungsmöglichkeiten für beruflich Qualifizierte.

Optimierungen in der Verwaltung nötig

Die Forscherinnen und Forscher von Rambøll Management Consulting identifizieren allerdings eine Reihe von Optimierungspotenzialen im Verwaltungsvollzug: So führen beispielsweise Informationsdefizite auf Behördenseite noch zu uneinheitlichen Entscheidungen und lückenhafte elektronische Übermittlungssysteme bremsen das Visumverfahren. Zudem wird empfohlen, durch verbesserte Kundenorientierung und proaktive Beratung über Zuwanderungs- und Verbleibemöglichkeiten die Attraktivität Deutschlands für internationale Fachkräfte zu steigern. Ausländische Hochschulabsolventinnen und -absolventen stellen ein großes Fachkräftepotenzial dar. Sie sollen verstärkt beraten, unterstützt und in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Die Wirkungsanalyse ist eine Maßnahme der von BMWi und DIHK geleiteten Arbeitsgruppe "Ausländisches Arbeitskräftepotenzial erschließen und Willkommenskultur schaffen" im Rahmen der Demografiestrategie der Bundesregierung. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die Gewinnung und erfolgreiche Integration internationaler Fachkräfte in KMU zu unterstützen, sowie die Willkommenskultur in Verwaltung, Unternehmen und Gesellschaft weiter zu fördern. Hierfür werden bestehende Maßnahmen gebündelt und neue erarbeitet.

Die Studie als Download des Wirtschaftsministeriums finden Sie unter:
http://www.bmwi.de/DE/Mediathek/publikationen,did=641160.html

KAUSA Medienpreis ausgeschrieben

"Macht sie sichtbar - Bildungswege von Migrantinnen und Migranten" ist das Motto des KAUSA Medienpreises. Der Preis wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gestiftet und seit dem Jahr 2010 vergeben. Ausgezeichnet werden sollen Journalistinnen und Journalisten, die zu den Themen Bildungs- und Karrierewege von Migranten und kulturelle Vielfalt im Berufsleben in Deutschland berichtet haben. Um alle Formen der journalistischen Darstellung zu würdigen, wird der Preis in vier Kategorien verliehen: Text, Audio, Video und Multimedia. Für die Gewinner in den Kategorien werden je drei Preisgelder ausgegeben: 4.000 Euro für den ersten, 2.500 Euro für den zweiten und 1.000 Euro für den dritten Preis. Die Preisverleihung findet am 4. Dezember 2014 in Berlin statt. Bewerbungen sind bis zum 14. Juli 2014 möglich.

Weitere Information zum Preis finden Sie unter:
http://www.kausa-medienpreis.de/wettbewerb.html

Multisprachige Wegweiser für EU-Neueinwanderer

Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) veröffentlichte ein Handbuch unter dem Titel „Leben und Arbeiten in Deutschland“. Nach der ursprünglichen deutschen Ausgabe sind nun sieben europäische Sprachenausgaben hinzugekommen: griechischen, polnischen, bulgarischen, rumänischen, spanischen, portugiesischen und italienischen. Das Handbuch soll die Mitarbeiter der Integrationsbehörden bei der Beratung der Neueinwanderer zu den Themen Sprachförderung, Wohnen, Arbeit, Berufsausbildung, Kranken- und Sozialversicherung usw. unterstützen.

Die Wegweiser können Sie als PDF-Dokument unter folgender Adresse heruntergeladen:
http://www.diakonie-rwl.de/index.php/mID/0/lan/de/xtra/fdeb52fa5f8a5946d2f4bfb9feb1f78e/msg/e4cb3faa83eb45927e39ccb4bd5c16b7/pointer/0412358cccb3c7c61981aad3df406d72/itt/Leben_und_Arbeiten_in_Deutschland_/index.html

Förderprogramm „Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds“

Am 14. Mai 2014 startete das Förderprogramm „Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF)“ in Berlin. Das Programm fördert europaweit die Projekte in solchen Bereichen wie Integration, Flüchtlingshilfe und Rückkehrförderung. Der Fond setzt das Programm "Solidarität und Steuerung der Migrationsströme (SOLID)" fort und umfasst die Förderperiode 2014 bis 2020.

Weitere Informationen über die Fördermöglichkeiten und das Antragstellen finden Sie unter:
http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2014/20140526-amif.html