Newsletter Nr. 18 vom 23.05.2014

Erstes Partizipationsforum in Sachsen

Beim ersten Partizipationsforum der sächsischen Ausländer-und Integrationsbeiräte und des Sächsischen Migrantenbeirats am 17. Mai in Dresden trafen sich etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter sächsischer Migrantenorganisationen aus ganz Sachsen. Ziel des Treffens war es, Wege hin zu einem Beirat auf Landesebene zu diskutieren. Dieser soll die Interessen der lokalen Beiräte bündeln, deren Belange auf Landesebene vertreten, dem Sächsischen Landtag als Partner zur Verfügung stehen und als Bindeglied zwischen den lokalen Beiräten und dem Bundeszuwanderungs- und Integrationsbeirat fungieren.

In vier Workshops einigten sich die Teilnehmer u.a. auf konkrete Möglichkeiten, wie noch mehr Migrantinnen und Migranten dazu motiviert werden können, aktiv in Beiräten, politischen Organisationen und Parteien mitzuwirken. Darüber hinaus identifizierten sie, welche Form und welche Aufgaben ein solcher Beirat auf Landesebene haben solle und auf welcher Grundlage er gebildet werden könnte.

Die teilnehmenden Abgeordneten des Sächsischen Landtags von CDU, SPD, BÜNDNIS90 / DIE GRÜNEN und DIE LINKE stellten übereinstimmend fest, dass ein solcher Beirat auf Landesebene nötig sei, um sicherzustellen, dass eine demokratische Selbstvertretung der Migranten auch entsprechendes Gehör findet. Ziel eines solchen Beirates sei, gemeinsam über Interessen und Problemfelder zu sprechen und Wege für ein gutes Miteinander in Sachsen zu finden. Wichtig sei dafür, dass auch in allen sächsischen Landkreisen lokale Integrationsbeiräte gegründet werden sollten, um die Interessen der Bürger mit Migrationshintergrund angemessen in die Arbeit der Landkreise einzubringen.

Den weiteren Umgang mit den Ergebnissen des ersten Partizipationsforums berät der Sächsische Migrantenbeirat derzeit.

Im Moment gibt es in Sachsen nur vier Ausländer- bzw. Integrationsbeiräte in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Zittau. Die Wahl zum Dresdner Ausländerbeirat findet am 25. Mai im Kontext der Kommunalwahlen statt.

Dresden wählt am 25. Mai Europa, Stadtrat und Ausländerbeirat

Die Integrations- und Ausländerbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden ruft alle wahlberechtigten Ausländerinnen und Ausländer am 25. Mai 2014 auf, die ausländischen Mitglieder des Ausländerbeirats Dresden zu wählen. Viele Ausländer haben nur dieses eine Wahlrecht. Deshalb ist es wichtig zu wählen, um sicherzustellen, dass die Interessen der ausländischen Einwohner in der Kommunalpolitik Berücksichtigung finden. Wahlberechtigt sind alle Ausländer, die am Tag der Wahl mindestens drei Monate in Dresden mit Hauptwohnsitz gemeldet sind.

Rupert Neudeck besuchte Asylbewerberheim in Radebeul

Der Gründer der Hilfsorganisation Komitee Cap Anamur und Deutsche Not-Ärzte
e. V. und jetziger Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e. V., Dr. Rupert Neudeck, besuchte am 16. Mai 2014 ein Radebeuler Asylbewerberheim und die Friedenskirche. In einem Vortrag berichtete er aus der Sicht der Flüchtlinge vom Krieg in Tschetschenien und sprach über die Migration von Afrikanern sowie die Situation in Syrien. Neudeck betonte, wie wichtig der persönliche Kontakt zu den Flüchtlingen in Deutschland sei. Er vertraue, dass sich noch mehr Menschen ehrenamtlich engagieren, sobald sie mehr über die dramatischen Wege von Flüchtlingen erfahren hätten.

Neudeck wurde durch den Verein Buntes Radebeul, Mitglieder des Couragevereines und der Lutherkirchgemeinde eingeladen, die in der „Vorwahlzeit“ ein Zeichen setzen wollen: Asylbewerber sind in Radebeul willkommen.

Neudeck wurde 1939 in Danzig geboren. Im Sommer 1979 gründete er die Hilfsorganisation Komitee Cap Anamur und Deutsche Not-Ärzte e. V. Er wollte vietnamesische Boat People retten. Mit den Hilfsschiffen wurden von 1979 bis 1986 11.488 Boots-Flüchtlinge aus dem Südchinesischen Meer gerettet.

Michael Günz ist neuer kirchlicher Ausländerbeauftragter in Leipzig

Laut einem Bericht der Zeitung „Der Sonntag“ vom 18. Mai 2014 wurde am 9. Mai im Kirchenbezirk Leipzig ein neuer Ausländerbeauftragter ernannt. Pfarrer Michael Günz ist nun in seinem Kirchenbezirk für die Arbeit mit Ausländern zuständig. Zu seinen Aufgaben gehören die Koordination der Arbeit der Kirchgemeinden und die Vertretung seines Kirchenbezirks in Ausländerfragen. Günz stehen für die Ausländerarbeit 25 Prozent seiner Arbeitszeit zur Verfügung.

Sachsens Verdienstorden für Gründerin des Vereins Brückenschlag e.V.

Die Leipzigerin Anke-Maria Kops-Horn wurde am Montag von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) mit dem sächsischen Verdienstorden für ihr gesellschaftliches Engagement geehrt. Insgesamt wurden 13 Bürger in der Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses ausgezeichnet. Sachsens Regierungschef würdigte die Geehrten in seiner Festrede als herausragende Vertreter mit Vorbildfunktion.

Anke-Maria Kops-Horn gründete das Integrationsprojekt gemeinsam mit anderen Leipziger Bürgern im Jahr 2001. Sie wollte die Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern fördern. Zugereiste aus ganz verschiedenen Ländern können auf dem Gelände einer alten Gärtnerei in Leipzig eigene Nutzpflanzen anbauen und ernten. Der Garten repräsentiert die Vielfalt der Bewohner; vor allem aber gibt er den Aktiven ein kleines Stück Zuhause. Die Bunten Gärten Leipzig sind ein Hektar groß. Dort graben, pflanzen, ernten etwa 30-40 ausländische Familien: Kurden, vom Krieg traumatisierte Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Iran oder vom Balkan pflegen hier neben Deutschen ihr Beet und damit internationale Kontakte.

Zum Angebot des Vereins gehören zudem Sprachförderung und Weiterbildungskurse. So finden zum Beispiel regelmäßig Deutschkurse für Erwachsene, Hausaufgabenbetreuung, Spielnachmittage und Vorlesestunden für Kinder statt.

Joachim Gauck: Wir wollen dieses vielfältige „Wir“

Bei der Einbürgerungsfeier anlässlich 65 Jahre Grundgesetz hat Bundespräsident Joachim Gauck am 22. Mai eine grundsätzliche Rede gehalten und für Vielfalt und Entwicklung geworben. Wörtlich sagte er: „Wir verlieren uns nicht, wenn wir Vielfalt akzeptieren. Wir wollen dieses vielfältige 'Wir'. Wir wollen es nicht besorgnisbrütend fürchten. Wir wollen es zukunftsorientiert und zukunftsgewiss bejahen." Gauck ermutigte auf der Basis des Grundgesetzes um gute Lösungen zu ringen und Vielfalt sowie Zuwanderung als Chance und Bereicherung zu begreifen.

Der Bundespräsident sprach ebenfalls Probleme an, die mit der Einwanderungsgesellschaft verbunden sind und forderte, diese ernst zu nehmen. Sie dürften nicht verschwiegen werden, weil die falsche Seite applaudieren könnte.

Während der Feier übergab er 22 neuen Staatsbürgern ihre Einbürgerungsurkunde.

Eine vollständige Dokumentation stellt das Bundespräsidialamt zur Verfügung
http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/05/140522-Einbuergerung-Integration.html

Material zur Interkulturellen Woche (IKW) bestellbar

Am 19. September 2014 wird in Stuttgart die Interkulturelle Woche 2014 eröffnet. Die bundesweiten Veranstaltungen auf Initiative der Kirchen, stehen dieses Jahr unter dem Motto: „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“.

Der Ökumenische Vorbereitungsausschuss veröffentlichte nun zwei Materialhefte. Außerdem werden Aktionsplakate für eine „Offene Gesellschaft“ und „Gemeinsam gegen Rassismus“ angeboten. Das Heft zur IKW enthält Anregungen und aktuelle Texte zum Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft und zum Suchen und Finden von Gemeinsamkeiten. Ein Schwerpunkt liegt auf der europäischen Binnenwanderung. Das Materialheft zum Tag des Flüchtlings enthält Hintergründe, Fakten und Positionen zur Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa.

Weitere Informationen zur Interkulturellen Woche und Bestellmöglichkeiten der Materialhefte und Plakate finden Sie unter:
www.interkulturellewoche.de.

BAMF Tagung: Bleibequote von Absolventen steigt

Auf einer Tagung im Bundesamt für Flüchtlinge und Migration lag der Fokus sowohl auf dem Übergang vom Studium zum Beruf als auch auf den Zuwanderungs- und Bleibemotiven ausländischer Absolventen deutscher Hochschulen. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien für ausländische Absolventen deutscher Hochschulen stark gestiegen und so möchten viele in Deutschland bleiben. Ein Großteil schaffe dies erfolgreich, auch wenn der Berufseinstieg noch oftmals mit Schwierigkeiten verbunden ist. Zu diesem Ergebnis kamen die Experten aus Wissenschaft und Praxis am 15. Mai 2014. Diskutiert wurden u. a. die Faktoren eines erfolgreichen Berufseinstiegs und –verlaufs sowie einer langfristigen Integration im Zielland.

Parallel veröffentlichte das BAMF eine Studie auf der Basis amtlicher Daten. Demnach waren 56 Prozent der ehemaligen Studenten, die von Januar 2005 bis September 2012 in Deutschland studierten, im September 2013 noch in Deutschland. Die Befragung von 4.500 drittstaatsangehörigen Absolventen deutscher Hochschulen ergab, dass 43 Prozent mindestens zehn Jahre und ein weiteres knappes Drittel für immer in Deutschland bleiben möchte.

Den Forschungsbericht und einen Tagungsbericht hält das BAMF für Sie bereit unter:
http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2014/20140516-absolvententagung.html

Asyl-Dossier ist für den Grimme Online Award 2014 nominiert

Die Jury des Grimme Online Awards 2014 hat das Asyl-Dossier der katholischen Journalistenschule ifp zum Thema Asyl nominiert. Es entstand im Abschlusskurs der Stipendiaten der studienbegleitenden Journalistenausbildung. Die Website asyl.ifp-kma.de ist damit eines von 23 Netzangeboten, die sich für die Endrunde von Deutschlands Qualitätspreis für Online-Publizistik qualifiziert haben. Mehr als 1.300 Vorschläge waren eingereicht worden.

15 junge Journalisten des ifp haben das Asyl-Dossier im August 2013 produziert. Sie haben sich aufrütteln lassen von den Flüchtlingsprotesten in München, Berlin und Hamburg und von den Bildern der toten Flüchtlinge vor Europas Grenzen. An den drei Spitzentagen klickten etwa 50.000 Besucher die professionell recherchierten Berichte und Geschichten an.

Das Dossier ist zu finden unter:
http://asyl.ifp-kma.de/

Ausgaben für Kindergeld für EU-Saisonarbeiter sind niedriger

Den aktuellen Medienberichten über dramatisch hohe Kindergeld-Ausgaben für Saisonarbeiter aus der EU ist der Mediendienst Migration nachgegangen. Nach seiner Auswertung betreffen lediglich 0,6 Prozent der Kindergeldanträge in Deutschland Kinder im Ausland. Von diesen sei jedes vierte Kind deutsch. Die Gesamtausgaben für Kindergeld sind seit 2010 sogar gesunken.

Zur Recherche des Mediendienstes Migration:
http://mediendienst-integration.de/artikel/kindergeld-fuer-eu-buerger.html?utm_source=Themen-Alert+Mediendienst+Integration&utm_campaign=70a6f82d34-September_III9_13_2013&utm_medium=email&utm_term=0_e43692422d-70a6f82d34-17296737

Forschungsbericht des BAMF zur Integration von zugewanderten Ehegattinnen und Ehegatten in Deutschland

Der Ehegattennachzug gehört unter Drittstaatsangehörigen zu den häufigsten Einreisegründen. Seit Einführung des neuen Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 bis Ende des Jahres 2013 sind im Rahmen des Ehegattennachzuges fast 350.000 Frauen und Männer nach Deutschland gekommen. Mit der BAMF-Heiratsmigrationsstudie 2013 liegen nun erstmals belastbare Informationen über diese wichtige Neuzuwanderergruppe vor. Befragt wurden 2.497 Personen aus verschiedenen Herkunftsländern.

Die meisten Ehegattinnen und Ehegatten planen, längerfristig oder dauerhaft in Deutschland zu leben. Ein Grund ist in den familiären Bindungen zu suchen, denn viele ziehen zu einem Partner, der in Deutschland geboren wurde oder bereits sehr lange in Deutschland lebt. Nach der Einreise in Deutschland versuchen fast alle der befragten Ehegatten, aktiv ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

Die Mehrzahl der Ehegatten aus dem Ausland ist schulisch und beruflich gut ausgebildet. Gut zwei Drittel haben in ihrem Herkunftsland eine Hochschulzugangsberechtigung oder einen mittleren Schulabschluss erworben. Rund 55 Prozent bringen einen Studien- oder Berufsabschluss mit. Bei der Anerkennung der beruflichen Abschlüsse zeigen sich allerdings oftmals Probleme.

Einen Kurzbericht der BAMF-Studie finden Sie unter:
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Forschung/Forschungsberichte/fb22-heiratsmigration-kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile

Fachtagung zu Konflikten beim Moscheebau in der Schweiz

Vom 23. - 25. Mai 2014 findet eine internationale Tagung der Donau-Universität Krems und der Universität Basel unter dem Motto „Umstrittene Sichtbarkeit“ statt. Die Tagung mit dem Untertitel „Moscheebaukonflikte in der Schweiz, in Deutschland und Österreich im Vergleich“ richtet sich an Wissenschaftler und Verantwortliche in den Bereichen der Politik und Administration.

Inhalte und Referenten der Tagung finden Sie hier:
http://www.donau-uni.ac.at/imperia/md/content/department/migrationglobalisierung/tagungen/moscheebaukonflikte_basel_programm.pdf?utm_source=Themen-Alert+Mediendienst+Integration&utm_campaign=70a6f82d34-September_III9_13_2013&utm_medium=email&utm_term=0_e43692422d-70a6f82d34-17296737

Buchprojekt - Interkulturelle Väterarbeit

Der Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e. V. aus Leipzig plant eine Buchveröffentlichung zum Thema interkulturelle Väterarbeit für September 2014. Das Buch von Carina Großer-Kaya, Özyan Karadeniz und Anja Treichel trägt den Titel „Väter in interkulturellen Familien“ und gibt einen Überblick über das Thema der Erziehungsrolle der Väter mit Migrationshintergrund. Es ist ein Ergebnis des Projektes "Stark für Kinder - Väter in interkulturellen Familien" der Geschäftsstelle Leipzig des Vereins und richtet seinen Blick auf Rollenverständnisses und Erziehungskompetenzen von Vätern mit Migrationsgeschichte.

Das Buch wird ab Herbst 2014 in allen Buchhandlungen zum Preis von 19,90 € erhältlich sein.

Kreative Kritik an Ausländerbehörde in Berlin

Die Journalisten des Berliner Tagesspiegel haben auf eine kreative und informative Weise ihren Kollegen, den Tagesspiegel-Volontär Mohamed Amjahid, unterstützt. Amjahid will Journalist werden, die Ausländerbehörde will das nicht.

Ein Erklärvideo finden Sie unter:
http://video.tagesspiegel.de/mohamed-und-die-auslanderbehorde.html