Newsletter Nr. 19 vom 06.06.2014

Deutscher Diversity-Tag auch in Sachsen

Am 3. Juni 2014 fand der 2. bundesweite Deutsche Diversity-Tag unter dem Motto „Vielfalt unternehmen“ statt. Der Deutsche Diversity-Tag ist eine Initiative des Vereins Charta der Vielfalt. Im Jahr 2014 gab es über 600 Aktionen von über 300 Unternehmen, Initiativen und Institutionen, die die Potentiale von Vielfalt in der eigenen Organisation erfolgreich eingesetzt haben.

Dieses Jahr nahmen sechs sächsische Institutionen aktiv daran teil: Die Infineon Technologies AG informierte unter dem Motto „Diversity bedeutet Vielfalt… Vielfalt bedeutet Stärke … und Vielfalt braucht Individualität“ ihre Mitarbeiter an einem Infostand zum Thema Diversity.

Die Bombardier Transportation GmbH organisierte am Standort Görlitz einen Fotowettbewerb zum Thema „Wie erleben Sie Vielfalt am Arbeitsplatz?“.

Die Hochschule Mittweida gestaltete ein spanisch-französisches Abendprogramm mit einem Länderbuffet.

Teilnehmer des Integrationskurses Deutsch als Zweitsprache an der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH Plauen präsentierten in kurzen Texten ihr Heimatland.

In Leipzig wurde auf die Initiative des „Mosaik Leipzig - Kompetenzzentrum für transkulturelle Dialoge e. V.“ ein Picknick im Clara-Zetkin-Park organisiert. Alle Bürger und Besucher der Stadt Leipzig waren mit ihren Lieblingsspeisen eingeladen.

Weitere Informationen zu den bundesweiten Aktionen unter: http://www.charta-der-vielfalt.de/diversity-tag.html

Überdurchschnittlich ausgebildete Migranten häufig erwerbslos

Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit hat jeder achte Arbeitslose in Sachsen ausländische Wurzeln. Obwohl unter ihnen Menschen mit einer sehr guten Ausbildung seien, finden diese keine Arbeit, häufig auch deshalb, weil ihre Berufsabschlüsse nicht anerkannt werden. Die aktuelle Prognose der Arbeitsagentur geht aber von einem gestiegenen Fachkräftebedarf aus. Die Zahl der Erwerbspersonen in Sachsen geht zurück, sagte Jutta Cordt, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Sie forderte laut Deutscher Presseagentur auch die Erschließung der Potentiale von Migranten, die neben ihren Qualifikationen weitere wertvolle Kenntnisse und Erfahrungen mitbringen - wie etwa Fremdsprachenkenntnisse.

Nach Angaben der Regionaldirektion sind 13 Prozent aller Arbeitslosen in Sachsen Migranten. Der Durchschnitt in den neuen Bundesländern liegt bei 9,9 Prozent. Etwa 20 Prozent von ihnen haben einen Fach- oder Hochschulabschluss. Bei den Arbeitslosen ohne ausländische Wurzeln sind dies nur 12,5 Prozent. Der Anteil der Akademiker liegt bei den Migranten bei 11,7 Prozent; bei allen Arbeitslosen sind es 7,6 Prozent. Allerdings werden laut Arbeitsagentur Migranten häufiger in der Grundsicherung betreut. Gründe seien vielfach die fehlende Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Sprachbarrieren.

Bericht zur Traumaversorgung in Ostdeutschland

Die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer
e. V. (BAfF) hat gemeinsam mit anderen Partnern in einem Pilotprojekt an Strukturverbesserungen innerhalb der gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen in Ostdeutschland gearbeitet. Das Projekt lief vom Juni 2012 bis November 2013 und wurde durch die EU-Kommission gefördert.

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Ziel war, den Versorgungsbedarf sowie entsprechende Versorgungsdefizite empirisch zu erfassen, um auf Grundlage des erhobenen Datenmaterials gezielt Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit leisten zu können. Auch Aktivitäten, die auf die Qualifizierung niedergelassener Heilberufler ausgerichtet sind, bildeten einen Schwerpunkt des Projektes.

Die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e. V. (BAfF) ist der Dachverband der Behandlungszentren für Opfer von Menschenrechtsverletzungen und politischer Verfolgung.

Der Berichtstitel lautet: „Traumatisiert. Ausgegrenzt. Unterversorgt. Versorgungsbericht zur Situation von Flüchtlingen und Folteropfern in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen“.

Beteiligt waren die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e. V., refugio thüringen e. V., Psychosoziales Zentrum für MigrantInnen Sachsen-Anhalt e. V. und Caktus e. V.

Die Onlineversion finden Sie unter:
www.baff-zentren.org/news/verbesserung-versorgung-in-ostdeutschland/

Bestellung bei der BAfF
E-Mail info@baff-zentren.org

Zuwanderer haben einen höheren Bildungsgrad

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat am 3. Juni 2014 in Berlin eine Studie zur Lage der Integration veröffentlicht. Unter dem Titel „Neue Potenziale“ begrüßen die Autoren, dass sich Deutschland immer mehr für Zuwanderung öffnet und sich langsam, aber sicher zu einem modernen Einwanderungsland entwickelt.

Das Bildungsniveau der Zuwanderer, die neu nach Deutschland kommen, ist mittlerweile höher als das der einheimischen Bevölkerung. Der Anteil der Akademiker lag zwischen 2005 und 2010 bei 35 Prozent, bei den Einheimischen sind es knapp 20 Prozent. Migranten aus Südeuropa und Osteuropa füllen die wachsenden Lücken auf dem Fachkräftemarkt und tragen wesentlich zur stabilen Wirtschaftslage in Deutschland bei.

Bei der Vorstellung warnte der Institutsdirektor Reiner Klingholz jedoch: Die starke Zuwanderung werde nicht von Dauer sein, denn viele der Neuzugewanderten seien nicht nur hoch qualifiziert, sondern auch hoch mobil. Klingholz forderte eine gezielte und einheitliche Integrationspolitik, um Deutschlands Ruf als attraktives Einwanderungsland weiter zu festigen. Deutschland müsse sich mehr um Fachkräfte aus dem außereuropäischen Ausland bemühen. Die „Blaue-Karte“ der EU, sowie das neue Anerkennungsgesetz für ausländische Bildungsabschlüsse seien richtige Schritte. Kritisch merkten die Autoren an, dass sich durch die nachlässigen Integrationsbemühungen bei der Gastarbeitergeneration das schlechte Bildungsniveau „vererbt“ habe.

Die Chancen des hiesigen Bildungssystems müssten genutzt werden, denn gerade Bildung sei ein Schlüssel zur erfolgreichen Teilhabe in der Gesellschaft. Die Experten des Berlin-Instituts fordern daher, frühkindliche Bildung stärker zu fördern, Lehrkräfte und Erzieher besser im Umgang mit Kindern unterschiedlicher Herkunft zu schulen und Kindergärten sowie Schulen gezielt zu Familienbildungsstätten auszubauen.

Die vollständige Studie steht online unter:
http://www.berlin-institut.org/publikationen/studien/neue-potenziale.html

Uni Leipzig präsentiert „Mitte-Studie“ zu rechtsextremen Einstellungen

Im Zwei-Jahres-Rhythmus erhebt die sozialpsychologische "Mitte-Studie" seit 2002 repräsentativ zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland. Die aktuelle Publikation präsentiert Ergebnisse aus der Befragung im Jahr 2014 und vergleicht sie mit den Studienergebnissen der letzten zwölf Jahre.

In allen Bevölkerungsgruppen wurden rechtsextreme Einstellungen nachgewiesen. Wie schon in den vorangegangenen Erhebungen ist die Ausländerfeindlichkeit die Dimension, die auf die größte Zustimmung trifft: Demnach ist noch jeder fünfte Deutsche ausländerfeindlich eingestellt.

Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, die ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild haben, ist in ganz Deutschland deutlich zurückgegangen - von 9,7 Prozent im Jahr 2002 auf 5,6 Prozent im Jahr 2014.

Bildung und Kontakt - wichtigster Schutz vor Ausländerfeindlichkeit

Befragte mit Abitur stimmen allen Dimensionen des Rechtsextremismus-Fragebogens signifikant seltener zu als Personen mit einem niedrigeren formalen Bildungsabschluss. Ausländerfeindlich eingestellt sind nur 6,8 Prozent der Menschen mit Abitur, aber 20,8 Prozent ohne Abitur.

Die Zustimmungswerte zu Ausländerfeindlichkeit sind in den neuen Bundesländern noch immer höher als in den alten. Die Autoren bestätigten, dass Ausländerfeindlichkeit dort besonders groß sei, wo weniger Migranten leben. Es sei bekannt, dass Kontakt Vorurteile verhindere, so die Autoren.

Die Autoren stellten überdies weiter eine „Empfänglichkeit für die Ideologie der Ungleichwertigkeit“ fest. Migranten werden nicht mehr im Allgemeinen abgelehnt, viele Deutsche sehen die Nützlichkeit, aber „…jene, die die Phantasie auslösen, sie seien grundlegend anders oder hätten ein gutes Leben ohne Arbeit, ziehen die Wut auf sich."

Mitteilung der Universität Leipzig, Medienecho und statistisches Material finden Sie unter:
http://www.zv.uni-leipzig.de/service/presse/nachrichten.html?ifab_modus=detail&ifab_id=5531

Migrantenorganisationen gründen Wohlfahrtsverband

Mehrere Migrantenverbände haben am Dienstag in Berlin einen interkulturellen Wohlfahrtsverband gegründet. Ziel des Verbandes sei es, eingewanderten und eingebürgerten Menschen in Deutschland spezifisch angepasste Pflegeangebote zu bieten. Dazu müssten zunächst entsprechende interkulturelle Organisationsstrukturen aufgebaut werden. Der neue Verband verstehe sich dabei nicht nur als Ergänzung bestehender Angebote, sondern "auch als innovative Kraft für soziale Dienstleistungen in der Einwanderungsgesellschaft", betonten die Initiatoren.

Zu den Initiatoren gehören der Bund der spanischen Elternvereine in der Bundesrepublik Deutschland, der Bundesverband der Vietnamesen, der Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine in Deutschland, der Bundesverband russischsprachiger Eltern, der Verein Korientation, der Kroatische Weltkongress, der Polnische Sozialrat, die Türkische Gemeinde in Deutschland sowie der Verband griechischer Gemeinden in Deutschland.

Im April wurden bundesweit 10.199 Erstanträge beim Bundesamt gestellt

Das berichtet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge am 15. Mai 2014. Insgesamt wurden im laufenden Jahr 49.780 Asylanträge gestellt. Zum Vergleichsmonat 2013 war das ein Zuwachs von 35,2 Prozent. Hauptherkunftsländer im April waren Syrien mit 1.676 Erstanträgen, gefolgt von Serbien (858 Erstanträge), Albanien (649 Erstanträge), Afghanistan (639 Erstanträge), Eritrea (476 Erstanträge) und Somalia (468 Erstanträge).

Im gesamten Jahr 2014 wurde über 42.876 Verfahren entschieden. In 10.621 Fällen wurde ein Schutzstatus gewährt, das entspricht 24,8 Prozent.

Die Zahl der anhängigen Asylverfahren stieg auf 103.353 an.

Workshopreihe „Ethische und religiöse Kompetenzen in der Pflege“

Die Fortbildung „Ethische und religiöse Kompetenzen in der Pflege“ findet ab dem 26. September 2014 an der Universität Tübingen im Rahmen des Projektes „Ethische Bildung in der Pflege“ statt. Sie besteht aus neun Workshops, die die Unterrichtsmaterialien aus dem Buch „Ethische und religiöse Kompetenzen in der Pflege. Unterrichtsmaterialien für die Pflegeausbildung“ vermitteln.

Das Buch von Schlipf Merkt und Biesinger Schweitzer wird im September 2014 verlegt. Die Fortbildung soll die auszubildenden Pflegefachkräfte auf den professionellen Umgang mit Menschen mit verschiedenen kulturellen und religiösen Prägungen vorbereiten.

Nähere Informationen sowie die Anmeldung finden Sie unter:
http://www.kibor-tuebingen.de/fileadmin/user_upload/ibor_upload/Projekte/Fyer_Ethische_u._interreligi%C3%B6se_Kompetenzen.pdf

Tagung zu europäischen Arbeitsmigration in der Akademie Loccum

„Vom Projekt zur Routine“ ist der Titel der Tagung vom 30. Juni – 2. Juli 2014 in der Evangelische Akademie Loccum. Die Tagung setzt bei der gesellschaftlichen Realität an, dass Menschen aus anderen EU-Staaten zuziehen. Wie aber steht es um die viel beschworene „Willkommenskultur“? Wie sind Behörden und Unternehmen darauf vorbereitet? Die ankommenden Menschen haben einen sehr unterschiedlichen Bildungs- und Qualifizierungshintergrund. Welche Faktoren entscheiden über Erfolg und Scheitern von Migranten in unserer Gesellschaft?

Auf der Tagung wird beraten, wie die Erfahrungen aus den vielfältigen Projekten zur Integration von Fachkräften und Auszubildenden aus Südeuropa, die es insbesondere auch in Niedersachsen gibt, in Routine und alltägliche Praxis überführt werden können.

Das Tagungsprogramm finden Sie online unter:
http://www.loccum.de/programm/p1429.html

Leitbilddiskussion zum Ideal der offenen Stadt

Der Städtenetzwerkkongress "Zusammenhalt in Vielfalt" des Bundesverbands für Wohnen und Stadtentwicklung findet vom 18. - 19. September 2014 in Berlin statt. Er befasst sich mit der Entwicklung des sozialen Zusammenhalts und setzt den Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Inklusion von sozialen oder kulturellen Minderheiten sowie die Bedeutung von Bürgerbeteiligung für den Zusammenhalt. Thema ist auch, wie Vielfalt zum Vorteil in der Stadtpolitik genutzt werden kann.

Tagungsbeschreibung, Referenten und Anmeldung finden Sie unter:
http://www.vhw.de/fort-und-ausbildung/veranstaltungsdetails/veranstaltung/BG144004-4_StaedteNETZWERKKongress_CommUnityCohesion_Diversity_in_EUROPE_Zusammenhalt_in_Vielf/?hl=1

Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“

Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) führt dieses Jahr erstmalig den Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ durch. Der bundesweite Wettbewerb will bedeutende Beispiele der Zusammenarbeit der gesellschaftlichen Akteure in Kommunen im Bereich Migration und Entwicklung sichtbar machen.

Die Gewinner werden mit einem Preisgeld in Höhe von insgesamt 50.000 Euro belohnt. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller.

Bewerbungen sind bis zum 4. Juli 2014 möglich. Die Preisverleihung findet am 15. September 2014 in Ulm statt.

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter:
www.engagement-global.de/kommune-bewegt-welt

Bundestagspetition zum Erhalt von Integrationskursen mit Kinderbetreuung

Beim Deutschen Bundestag wurde eine Onlinepetition mit dem Ziel der langfristigen Sicherung von Integrationskursen mit Kinderbetreuung eingereicht. Die Petition (52184) kann noch bis zum 19. Juni 2014 mitgezeichnet werden.

Hintergrund sei das bevorstehende Auslaufen von Fördermitteln des Bundesinnenministeriums für kursbegleitende Kinderbetreuung. Das beklagen mehrere Frankfurter Anbieter von Integrationskursen für Migranten in einem Positionspapier.

Weitere Informationen zur Onlinepetition finden Sie unter:
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2014/_05/_12/Petition_52184.html