Newsletter Nr. 16 vom 09.05.2014

Zuwanderung und Zusammenhalt

Begleitend zur Sonderausstellung „Das neue Deutschland. Von Migration und Vielfalt“ im Deutschen Hygiene Museum Dresden finden im Mai drei Veranstaltungen und ein Festival statt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach dem Verbindenden in einer vielfältigen Gesellschaft und nach der Rolle gemeinsamer Werte.

13. Mai 19 Uhr
Kann man durch Bildung in die deutsche Gesellschaft einwandern und in ihr aufsteigen? Macht Erfolg „deutsch“?

20. Mai 19 Uhr
Kann man in die deutsche Geschichte einwandern? Was es bedeutet, „Deutscher“ zu sein und zu werden.

27. Mai 19 Uhr
Dazugehören. Wie inklusiv ist unsere Gesellschaft wirklich?

Außerdem findet am 25. Mai das Kurzfestival „Urban Species“ statt. Mit Aktionen rund um das Stadtleben wird der politischen, kulinarischen und künstlerischen Vielfalt auf den Grund gegangen. Ab 14 Uhr gibt es unter anderem eine Bürgersitzung, Kurzfilme zur Migration in der DDR, eine Koch-Show oder einen Mode- und Grafikparcours. Zwei Tage vorher lädt die Hamburger Performancegruppe LIGNA zu einem Stadtspaziergang ein.

Alle Angebote mit Referenten, Orten und Zeiten unter
www.dhmd.de/urban

Sächsische Schulen haben wenig ausländische Lehrer

Nur 59 der fast 30.000 Lehrer an öffentlichen Schulen sind Ausländer. Sie unterrichten jedoch nicht nur in Fremdsprachen. Ein großer Teil von ihnen wird in naturwissenschaftlichen Fächern, Musik, Geschichte und Geografie eingesetzt, teilte das Sächsische Kultusministerium mit. Etwa 43 Prozent der ausländischen Lehrer stammen aus Tschechien, je zwölf Prozent aus Frankreich und Russland.

Die Merkmale Migrationshintergrund oder doppelte Staatsangehörigkeit werden bei Lehrern in Sachsen nicht erfasst.

Leipzig gibt neue Zahlen bekannt

Aktuelle Daten zu Leipzigs Einwohnern mit Migrationshintergrund hat das Amt für Statistik und Wahlen und das Referat für Migration und Integration der Pleißestadt veröffentlicht. Das kostenlose Faltblatt „Migranten in Leipzig“ enthält Daten aus dem Jahr 2013 und ist in allen Bürgerämtern sowie im Neuen Rathaus erhältlich.

Laut Angaben des Amtes für Statistik und Wahlen wohnten Ende 2013 in Leipzig 53.776 Personen mit Migrationshintergrund, das entsprach einem Bevölkerungsanteil von zehn Prozent. Die absolute Zahl und der Anteil an der Gesamtbevölkerung stiegen somit erneut im Vergleich zum Vorjahr.
www.leipzig.de/migranten

Interkulturelle Woche 2014 – Gemeinsames Wort der Kirchen

An Montag veröffentlichten die Evangelische Kirche Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz das Gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2014. Die Interkulturelle Woche (IKW) findet in diesem Jahr unter dem Thema „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ statt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, und Metropolit Augoustinos von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland laden ein, an dieser Woche teilzunehmen, die vom 21. bis 27. September 2014 stattfindet.

Gemeinsam rufen die drei Vorsitzenden alle Politiker auf, „sich für die Teilhabe aller Menschen in Europa einzusetzen und keine Ressentiments zu befördern“. Neben den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes müsse „in unserem reichen Land immer auch Platz für diejenigen sein, die unserer Fürsorge und Zuwendung bedürfen“.

Mit Blick auf die steigende Zahl von Asylanträgen und die Nachrichten aus aktuellen Krisenregionen fordern die Bischöfe dazu auf, das Schicksal von Flüchtlingen zu aktivem Handeln auf. „Als Christinnen und Christen müssen wir uns fragen, wo in der Welt wir Jesus begegnen, in welchem unserer, geringsten Brüder‘ und Schwestern (Mt 25,40) er uns gegenübertritt.“

Während der Interkulturellen Woche werde auch der Tag des Flüchtlings begangen. Die Vertreter von katholischer, evangelischer und griechisch-orthodoxer Kirche zeigen sich erfreut und dankbar über die wachsende Zahl der Kirchengemeinden, welche sich praktisch für Flüchtlinge engagieren.

Marx, Schneider und Augoustinos hoben hervor, dass der Umgang mit Vielfalt richtungsweisend für das Zusammenleben von Menschen in Deutschland sei. Der Leitgedanke der IKW hebe fundamentale Gemeinsamkeiten unter den Menschen hervor, leugne aber nicht die Unterschiede, die mancherorts auch zu Herausforderungen für den gegenseitigen Umgang würden. Hier gehe es darum, schwierigen Fragen nicht auszuweichen und nach Lösungen zu suchen. Es brauche besondere Räume und Zeiten, um zu entdecken, was Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft verbinde und dabei zugleich die Unterschiede nicht nur als trennend zu erfahren, sondern auch als Bereicherung zu feiern.

Die Interkulturelle Woche wird bundesweit am 19. September 2014 in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Deutschlandweit sind während der Interkulturellen Woche mehr als 4.500 Veranstaltungen an über 500 Orten geplant.

Für die Vorbereitung der Interkulturellen Woche hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss verschiedene Materialien (Materialheft, Plakate und Postkarten) erstellt. Diese und das „Gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2014“ stehen auf der Internetseite www.interkulturellewoche.de

ESF-Sprachkurse werden bis Ende 2014 finanziert

Die Sprachkurse im ESF-BAMF-Programm können bis Ende 2014 fortgesetzt werden. Dafür stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) weitere 34 Mio. Euro zur Verfügung. Das Programm stammt noch aus der alten ESF-Förderperiode 2007 bis 2013 und wäre bereits Ende Dezember 2013 ausgelaufen. Für das Programm standen ursprünglich 230 Mio. Euro zur Verfügung. Um die Fortsetzung zu ermöglichen, hatte das BMAS zum Ende des Jahres 2013 das Pro-gramm bereits um 47 Mio. Euro ESF-Mittel aufgestockt. Nun hat das BMAS noch einmal zusätzliche ESF-Mittel für die Fortführung des Programms bis zum 31. Dezember 2014 bereitgestellt.

Aktueller Infodienst der Bundeszentrale

Im April ist der InfoDienst „Migration und öffentliche Gesundheit“ wieder in einer gedruckten Ausgabe erschienen. Viermal jährlich informiert er über Termine, Tagungen, Fortbildung sowie Veröffentlichungen, Projekte und Ideen. Im Internet wird eine ständig aktualisierte Ausgabe vorgehalten. Herausgeber ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
www.infodienst.bzga.de

Buchtipp – Teilhabe von Asylsuchenden

Welche Chancen haben Asylsuchende auf dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt? Experten aus Politik, Forschung und Praxis liefern zur Teilhabe von Flüchtlingen an Ausbildung und Arbeit Analysen und Handlungsempfehlungen.
Die Broschüre richtet sich an Multiplikatoren aus Wissenschaft, Praxis und Politik im Bereich Bildung, Arbeitsmarkt sowie der Sozialen Arbeit.

Maren Gag, Franziska Voges (Hrsg.)
Waxmann-Verlag, 2014
304 Seiten
39,90 Euro
ISBN 978-3-8309-3043-3