Newsletter Nr. 13 vom 13.12.2016

Sächsischer Integrationspreis 2016 geht nach Crimmitschau, Dorf Buchholz und Sebnitz – alle Bewerber gewinnen

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Unter dem Motto „Gemeinsam. Klug. Handeln.“ hatten sich Vereine, Verbände, Initiativen und Unternehmen um den Preis beworben. Ausgezeichnet wurden drei Projekte und Initiativen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Gesellschaft einsetzten, sie unterstützten, förderten und vorlebten.

Die drei Preise sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert. Der Einladung zur Preisverleihung an alle Bewerber folgten über 250 Gäste. Alle Nominierten werden darüber hinaus in einer Broschüre vorgestellt. Diese kann über das Serviceangebot des Sächsischen Ausländerbeauftragten bestellt werden.
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Softwarefirma unterstützt die Bewerber mit kostenloser Bürosoftware

Anlässlich der Verleihung im Sächsischen Landtag stiftet die Firma softwarehandel24 GmbH ein komplettes Softwarepaket jeder ehrenamtlichen Initiative, die sich um den Preis bewarb. Die Firma möchte damit gezielt die Rahmen- und Arbeitsbedingungen der Vereine verbessern, so der Geschäftsführer Soheil Hosseini.

Die Preisträger des Sächsischen Integrationspreises 2016 sind:

Runder Tisch Integration Crimmitschau

Freier Zusammenschluss von Bürgern der Stadt. Er koordiniert die ehrenamtliche Arbeit von etwa 100 Einwohnern für rund 230 Asylbewerber und Flüchtlinge. Der Runde Tisch Integration umfasst verschiedene Arbeitsbereiche wie Sachspendengruppe, ehrenamtlicher Deutschunterricht, Patengruppe, Computerkurs und Begegnungsnachmittage.

Dorf Klosterbuch Verein BE-GREIFEN e. V.

Die Bürger des Dorfes wollen durch gemeinsames Vormachen, Mitmachen, Nachmachen das Leben auf dem Land für Flüchtlinge attraktiv gestalten und die Angst sowie Vorurteile der Einheimischen in Interesse und gewinnbringendes Miteinander umwandeln. Betreut werden etwa 30 Migrantinnen und Migranten.

Hotel Steiger Sebnitzer Hof

Die Geschäftsleitung und 20 Mitarbeiter wollen Berührungsängste zu Mitarbeitern mit fremden Kulturen abbauen. Sie schufen Arbeitsplätzen für Migranten und kümmerten sich um die Arbeitserlaubnis. Derzeit arbeiten zwei Migranten im Unternehmen. Gegenwärtig wird ein weiteres Projekt mit dem Ziel begonnen, mehr Arbeitsplätze für migrierte Frauen zu schaffen und Berufsorientierungen für Jugendliche zu offerieren.

Eine ausführliche Beschreibung der Preisträgerprojekte finden Sie unter
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Veranstaltungsreihe zur Zuwanderung wird im Plenarsaal vorgesetzt

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Der zweite Vortrag in der Reihe „Was wir schaffen wollen" fand am 30. November 2016 im Sächsischen Landtag statt. Der Präsident des Amtes für Verfassungsschutz Thüringen Stephan J. Kramer sprach zu sicherheitspolitischen Aspekten der Zuwanderung. Integration, so Kramer, sei ein wechselseitiger Prozess. Soziale Missstände seien der Flüchtlingssituation gegenüber gestellt worden. Mit Blick auf die hochemotionale Debatte in der Gesellschaft mahnte er, dass der geistigen Brandstiftung in der Regel auch Taten folgten. Wörtlich sagte Kramer „Wir haben uns nicht gekümmert!“ Völlig neue Aktive seien auszumachen und die Jugend ventiliere die Furcht der Älteren. Kramer sprach sich für Sensibilisierung der Gesellschaft und Bildungsangebote auf allen Ebenen aus und forderte bei der Integration parallel zur Praxiserfahrung eine wissenschaftliche Forschung. Es sei zudem einfacher, mit unbekannten Identitäten umzugehen, wenn man sich seiner eigenen bewusst sei.

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Zum nächsten Vortrag der Reihe erwarten wir Pater Frido Pflüger SJ am Mittwoch, dem 25. Januar 2017, 19 Uhr. Pflüger war bis 2003 Leiter des St. Benno-Gymnasium in Dresden. Danach ging er nach Nord-Uganda, um mit sudanesischen Flüchtlingen zu arbeiten. Dort war er bis 2006 mit der Organisation der Schulen für über 30.000 Flüchtlingskinder betraut. Von 2008 bis 2012 war er Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) in Ostafrika (Kenia, Uganda, Äthiopien, Sudan u. Südsudan). Seit 2012 leitet er den Jesuiten Flüchtlingsdienst Deutschland in Berlin. Er ist Flüchtlingsseelsorger im Erzbistum Berlin, Vertreter des Erzbistums in der Berliner Härtefallkommission und Vertreter im Katholischen Forum "Leben in der Illegalität".

Information und Anmeldemöglichkeit für die Veranstaltung mit Pater Frido Pflüger SJ
https://eveeno.com/Das-wollen-wir-schaffen-250117

Aktuelle Daten zu Asyl in Sachsen – Unterbringung, Verfahren, Kriminalität, Rückführungen

Am 5. Dezember 2016 stellte Innenminister Markus Ulbig aktuelle Zahlen zu Asyl und zur Kriminalitätsentwicklung von Zuwanderern vor. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Zahlen deutlich zurück. Kamen zwischen Januar und November 2015 noch knapp 62.000 Flüchtlinge in den Freistaat, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres insgesamt rund 14.000. 2014 wurden in Sachsen insgesamt 11.786 Flüchtlinge registriert.

Unterbringung
Ende Oktober 2016 waren in Sachsen 31.058 Asylbewerber untergebracht, Ende 2015 waren es noch 46.076. Die Zahl der Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) wurde aufgrund dieser Entwicklung reduziert. Derzeit betreibt der Freistaat noch 20 Standorte für die Erstaufnahme mit insgesamt 5.742 Plätzen. Davon waren Ende November 1.552 belegt.

Asylverfahren
Offene Asylverfahren reduzierten sich in den vergangenen sechs Monaten um über 10.000, auf derzeit 14.148. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit liegt in Sachsen bei etwa 7,4 Monaten, bei den Neuzugängen bei 2,3 Monaten. Für das Verfahren ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig.

Rückführungen
Bis Ende Oktober 2016 hat Sachsen insgesamt 3.029 abgelehnte Asylbewerber in ihr Heimatland zurückgeführt (nach § 58 Abs. 1 und 3 AufenthG). Das sind mehr als doppelt so viele, wie im Vergleichszeitraum vorigen Jahres (1.253). Dazu wurden erstmals Charterflüge nach Tunesien eingesetzt. Die Zahl der im Freistaat lebenden vollziehbar Ausreisepflichtigen beträgt derzeit rund 5.800.

Kriminalitätsentwicklung – 36 Prozent durch Mehrfach- und Intensivtäter
Die Kriminalitätsentwicklung durch Zuwanderer ging 2016 leicht zurück. Seit Jahresbeginn sind die durch Zuwanderer begangenen Straftaten von 4.698 im 1. Quartal auf 4.564 im 3. Quartal 2016 gesunken. Von Januar bis September 2016 sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik Sachsen 7.579 Zuwanderer als Tatverdächtige erfasst, durch diese wurden 14.043 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) verübt. Schwerpunkt der durch Zuwanderer verübten Straftaten ist der Diebstahl mit über 36 Prozent. Dabei steht der Ladendiebstahl im Mittelpunkt: er macht 66 Prozent aller durch Zuwanderer begangenen Diebstähle aus.

Überrepräsentiert sind mit 31 Prozent Tatverdächtige aus den sogenannten Maghreb-Staaten (9,7 Prozent der Zuwanderer); unterrepräsentiert sind dagegen Staatsangehörige Syrer, Afghanen und Iraker.

Sogenannte Mehrfach- und Intensivstraftäter (MITA) begingen in den ersten neun Monaten dieses Jahres insgesamt 5.062 Straftaten. Im Freistaat zählt das Sächsische Staatsministerium des Innern 664 MITA. Das sind 36 Prozent aller durch Zuwanderer begangenen Straftaten. Der Anteil der MITA an allen Zuwanderern liegt demgegenüber bei lediglich 1,1 Prozent.

Angriffe auf Asylunterkünfte
Nach 117 politisch motivierten Angriffen auf Asylbewerberunterkünfte im Jahr 2015 wurden in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 93 derartige Straftaten registriert. Die Mehrzahl der Fälle waren Sachbeschädigungen (54) sowie Propagandadelikte (12). 2016 wurden aber auch 17 Gewaltdelikte, davon 9 Brandstiftungen registriert. Insgesamt ist jedoch eine rückläufige Tendenz der politisch motivierten Angriffe auf Asylunterkünfte im Freistaat Sachsen seit dem
1. Quartal 2016 erkennbar.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium des Innern

Interkulturelle Taschenkalender für Sachsen präsentiert

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Die stark gestiegene Nachfrage nach dem Interkulturellen Wandkalender und zahlreiche Bitten waren für den Sächsischen Ausländerbeauftragten Anlass, auch einen Taschenkalender herauszugeben.

Dieser enthält alle sächsischen Feiertage, Schulferien, Plenarsitzungen und eine Auswahl an internationalen Fest- und Gedenktagen. Wichtige internationale Feste werden kurz in der Legende erklärt. Der Kalender enthält auch Daten, Fakten und Begriffserklärungen zur Migration. Für die Gestaltung stellten Künstlern mit Migrationshintergrund Malereien, Grafiken und Fotoarbeiten zur Verfügung.

So lange der Vorrat reicht, können die Kalender kostenlos über die Geschäftsstelle angefordert werden. Der Versand erfolgt nur in Sachsen.
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Treffen der kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten

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Zu ihrer Herbsttagung trafen sich die kommunalen Beauftragten aus ganz Sachsen am 28. November 2016 im Sächsischen Landtag. Schwerpunkte des Austausches waren Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen, die Weiterentwicklung des „Heim-TÜV“, ein Bericht zum Islam und Islamismus in Sachsen und die gegenseitige Information zur Arbeit in den Kreisen und Städten.

Innenministerium stellt Gewaltschutzkonzept für Erstaufnahmeeinrichtungen vor

Das Staatsministerium des Innern hat ein Gewaltschutzkonzept vorgestellt. Es trägt den Titel „Konzept zur Prävention von, Schutz vor und Hilfe bei Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie andere besonders schutzbedürftige Personen in Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaates Sachsen“. Das Konzept beschreibt die Ausgangslage und den Handlungsbedarf, definiert den Begriff und benennt Zielgruppen und Ziele. Neben einer Risikoanalyse enthält das Konzept Aussagen und Forderungen zur Prävention und gibt Handlungsempfehlungen zur Intervention und zum Controlling.
https://www.asylinfo.sachsen.de/download/asyl/161202_Gewaltschutzkonzept.pdf

Vorbereitungstagung für die Interkulturelle Woche 2017 am 17. und 18. Februar 2017

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Die Tagung findet in Hannover statt und steht unter dem Motto „Vielfalt verbindet“. In den Podien und Arbeitsgruppen stehen die Themen und Fragen "Was haben die Parteien im Wahljahr 2017 vor - wie definieren sie Vielfalt?", "Was brauchen Flüchtlinge und was Ehrenamtliche?", "Was ist gegen Rassismus, Rechtspopulismus und Islamophobie zu tun?", "Abschiebungen nach Afghanistan im Spiegel menschenrechtlicher Standards", "Wie gelingt Teilhabe durch Bildung und Arbeit für (junge) Flüchtlinge?", "Wie steht es um den Familiennachzug?" und "Keine Gewalt im Namen Gottes!" im Mittelpunkt.

Das ausführliche Programm finden Sie unter
http://www.interkulturellewoche.de/Vorbereitungstagung2017

UNHCR ruft EU zu verstärktem Handeln für Flüchtlinge auf

In einem am 5. Dezember 2016 der Europäischen Union (EU) vorgelegten Papier ruft das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) zu einer weitreichenden Reform des weltweiten Engagements Europas zugunsten von Flüchtlingen auf, einschließlich des europäischen Asylsystems.

UNHCR fordert Europa auf, den Herkunfts-, Asyl- und Transitländern von Flüchtlingen mehr strategische und gezielte Unterstützung zukommen zu lassen, die Notfallplanung mit Blick auf die Ankunft einer großen Zahl von Migranten und Flüchtlinge zu überarbeiten sowie ein effizienteres und besser organisiertes Asylsystem einzurichten. Darüber hinaus werden die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, verstärkt in die Integration von Flüchtlingen mit Blick auf die Unterbringung, Beschäftigung und Sprachkurse zu investieren.

Das UNHCR-Papier mit dem Titel „Besserer Schutz für Flüchtlinge in der EU und weltweit“ skizziert eine praktische Vision, wie dies innerhalb der EU und global geleistet werden kann. Zu den Hauptvorschlägen gehören gezielte Maßnahmen, um die Gründe anzugehen, warum Flüchtlinge ihre Flucht fortsetzen, um sichere Wege für Flüchtlinge nach Europa auszubauen und ein vereinfachtes Asylsystem einzuführen, in dem Neuankünfte rasch und effektiv identifiziert, registriert und weiterführende Verfahren eingerichtet werden. Dies würde langfristig auch das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherstellen.

Das UNHCR-Papier „Besserer Schutz für Flüchtlinge in der EU und weltweit"
www.unhcr.de/fileadmin/user_upload/dokumente/02_unhcr/jobs_and_business/Besserer_Schutz_fuer_Fluechtlinge_Ausfuehrliche_Version.pdf

Factsheet zu dem Papier „Besserer Schutz für Flüchtlinge in der EU und weltweit"
http://www.unhcr.de/fileadmin/user_upload/dokumente/02_unhcr/jobs_and_business/Besserer_Schutz_fuer_Fluechtlinge_Fact_Sheet.pdf

Flüchtlingskinder vor Gewalt schützen

Eine Arbeitshilfe zur Entwicklung von institutionellen Kinder-/Gewaltschutzkonzepten für Gemeinschaftsunterkünfte hat der Verein Zartbitter aus Köln entwickelt. Die
114-seitige Broschüre kann gegen Spende bezogen werden. Weitere Arbeitshilfen sind Handlungsempfehlungen, Plakate, Videos und Merkblätter.


www.zartbitter.dewww.sichere-orte-schaffen.de