Newsletter Nr. 40 vom 13.12.2013

Mit Herz gesehen: Nelson Mandela, vom Revolutionär zum Friedensstifter

Mit großer Trauer hat die Welt die Nachricht vom Tode Nelson Mandelas vernommen. Er ist ein Symbol der Befreiung und des friedlichen, konstruktiven Zusammenlebens, wie kaum ein anderer Politiker vor ihm. Wie kam es dazu?

Nelson Mandela begann als Revolutionär an der Spitze des Afrikanischen Nationalkongresses ANC. Er wurde gefangen, verurteilt und musste 27 Jahre im Gefängnis verbringen. Kaum jemanden hätte es gewundert, wenn er sich nach seiner Befreiung an den Rassisten in seinem Land gerächt hätte.

Doch das tat er nicht. Stattdessen schloss er Frieden mit seinem ehemaligen Feind, dem Präsidenten Südafrikas, der für Rassismus stand. Gemeinsam planten sie den friedlichen Übergang zu Demokratie und das Ende der Apartheid, und allein schon dieser friedliche Übergang erschien damals wie ein Wunder.

Wie ging Südafrika danach mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit um? Wesentlich besser, als wir es in Deutschland mit der Aufarbeitung der DDR-Geschichte getan haben: Im ganzen Land entstanden Wahrheits- und Vergebungskomitees. Sie versprachen Straffreiheit für alle, die ihre rassistischen Straftaten offen gestanden, sich mit den Opfern ihrer Straftaten oder deren Überlebenden trafen und sie um Verzeihung baten. Diese Verzeihung erlangten sie auch.

Eine solche menschliche Größe des Verzeihens in einem so stark von rassistischer Gewalt gezeichneten Land ist wohl einmalig in der Geschichte der Welt.

Koordiniert wurden diese Wahrheits- und Vergebungskomitees vom südafrikanischen Bischof Desmond Tutu im Auftrag von Nelson Mandela. Nur Nelson Mandela, der selbst die schweren Lasten der rassistischen Justiz trug, konnte diesen Weg bei seinen Landsleuten legitimieren. Und dieser Weg war die Grundlage für die Heilung des so zerstrittenen Landes und seiner Menschen. Die Weißen sind heute die Minderheit, aber sie sind akzeptiert und integriert in die neue Gesellschaft.

Das wirkte sich auch positiv auf die Wirtschaftskraft Südafrikas aus. Das Land gehört heute zu den vielversprechenden BRICS-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.

Die folgenden Worte hätte ich ihm eigentlich gern selbst gesagt: „Vielen Dank, Nelson Mandela. Du hast uns gezeigt, dass wir nicht an der Schuld der Vergangenheit festhängen müssen, sondern dass wir, nach Ehrlichkeit und Verzeihen, gemeinsam eine friedliche Gesellschaft aufbauen können. Vergebung gibt Frieden. Mögen wir immer die Kraft haben, Deinem Vorbild zu folgen.“

Den Friedensstiftern gehört die Welt. 

Ihr

Martin Gillo

Markus Ulbig und Martin Gillo stellen gemeinsam Broschüre zur Erstorientierung für Asylsuchende vor

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Auf einer Pressekonferenz am Montag, dem 16. Dezember werden Sachsens Innenminister Markus Ulbig und der Ausländerbeauftragter Martin Gillo eine gemeinsam produzierte Orientierungshilfe für Asylsuchende vorstellen. Die Orientierungshilfe wird in Deutsch, Arabisch, Persisch, Russisch, Englisch, Französisch und Vietnamesisch erscheinen. Sie soll besonders den neu ankommenden Asylsuchenden Orientierung geben, Hilfsangebote und grundlegende Werte des konstruktiven Zusammenlebens vermitteln.

Der zu Grunde liegende Fachtext wurde gemeinsam von den Kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten in Zusammenarbeit mit sächsischen Ordnungs- und Sozialbehörden erstellt. Die redaktionelle Arbeit wurde in der Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten in Zusammenarbeit mit Sprachmittlern geleistet. Das Innenministerium übernahm einen Großteil der Druckkosten.

Videotipp: Unser bestes Rezept. So geht sächsisch.

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Gemeinsam macht es mehr Spaß: Schüler einer Dresdner Schule versuchen sich gemeinsam an Quarkkeulchen. Eine echte sächsische Spezialität mit vielfältigen Bäckern. Das Video entstand im Rahmen der Aktion Dialog für Sachsen.

http://m.youtube.com/watch?v=YrhPlck7b0A&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DYrhPlck7b0A

Anerkennungsgesetz steht auf der Tagesordnung des Landtags

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In der 88. Sitzung des sächsischen Landtags am 17. Dezember berät der Landtag das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" in zweiter Lesung. Der Gesetzentwurf der Staatsregierung hat die Drucksachennummer 5/12266. Die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Schule und Sport hat die Drucksachennummer 5/13259.

Der MDR überträgt die Sitzung live auf MDR SACHSEN EXTRA im Digitalradio.

Die Übertragung der Plenarsitzungen im Internet als Videostream erfolgt auf
www.landtag.sachsen.de

Interview mit Martin Gillo im Deutschlandfunk zu Hoyerswerda

In der Sendung „Informationen am Morgen“ interviewte der Deutschlandfunk Martin Gillo zur neuen Gemeinschaftsunterkunft in Hoyerswerda. Das Gespräch mit Christiane Kaess kann unter folgenden Link nachgehört und nachgelesen werden. http://www.deutschlandfunk.de/saechsischer-auslaenderbeauftragter-wir-werden-geboren-mit.694.de.html?dram:article_id=271759

NIMS Treffen am 9. Dezember im Sächsischen Landtag

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Zum halbjährlichen Treffen des Netzwerks Integration und Migration Sachsen kamen am 9. Dezember Akteure der Migrationsarbeit aus ganz Sachsen im Sächsischen Landtag zusammen. Der Tag stand unter der Überschrift „Independence Day – Integration und Migration: wie weiter?“. Die Teilnehmer erarbeiteten gemeinsam die Themen, die aus ihrer praktischen Erfahrung heraus im kommenden Jahr besonders an Bedeutung gewinnen werden oder die bereits heute auf ihrer Agenda ganz oben stehen. Im weiteren Verlauf des Workshops identifizierten sie für fünf Schwerpunktthemen Ziele und Maßnahmen, die die Themen weiter voranbringen können und in die sich die Akteure auch selbst mit einbringen werden.

Die fünf Schwerpunktthemen waren:

Deutsch für alle

Integration durch Bildung

Soziale Arbeit für Migranten und Flüchtlinge

Arbeitsmarktintegration in klein- und mittelständische Betriebe

Trauma und Migration

Eine Dokumentation der Arbeitsergebnisse wird Anfang des neuen Jahres zur Verfügung stehen.

Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Leipzig und der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig

Leipzigs Bürgermeister für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule Thomas Fabian und der Leiter der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig (SBAL), Ralf Berger, unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung. Das Papier beschreibt konkrete gemeinsame Arbeitsfelder, Ziele und Verantwortlichkeiten. „Integration von Migranten“ ist dabei einer von 15 Themenbereichen, für den folgende Schwerpunkte definiert werden:

Fördern der sprachlichen Integration, insbesondere durch Deutsch als Zweitsprache und herkunftssprachlichen Unterricht

Konzipieren einer Fortbildungsreihe zur Erhöhung der interkulturellen Kompetenz bei

Lehrkräften und Erzieher/-innen und weiteren Akteuren in Schule

Beraten und Begleiten im Einzelfall und bei besonderen Problemlagen im Kontext des Migrationshintergrunds

Bearbeiten besonderer Herausforderungen, die strukturell nicht eindeutig zugeordnet sind.

Verantwortlich für die Umsetzung in diesem Arbeitsfeld sind seitens der Stadt das Referat für Migration und Integration und das Amt für Jugend, Familie und Bildung, und seitens der SBAL – die Referentin Migration. Die Partner haben sich zu regelmäßigen Austauschen und zu halbjährlichen Arbeitstreffen verpflichtet.

Handbuch „Leipzig für Familien“ erschienen

Das Leipziger Amt für Jugend, Familie und Bildung hat nun die 3. komplett überarbeitete Auflage seines Familienhandbuchs veröffentlicht. Auf fast 250 Seiten finden sich darin in sechs Kapiteln Leipziger Adressen und andere relevante Informationen rund um das Thema Kinder und Familie.

Im Kapitel „Beratung und Unterstützung“ sind gesondert die Angebote für Migrant/-innen aufgeführt, sowie die Anlaufstellen in Fällen von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Neben einer englischen Version des Vorworts sind die Kapitelüberschriften in acht Sprachen übersetzt worden.

Das Handbuch „Leipzig für Familien“ kann eingesehen werden unter
http://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/familieninfobuero/

Regierungserklärung zur Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht hat im Landtag von Sachsen-Anhalt eine Regierungserklärung zur Integration von Ausländern abgegeben. Die Rede stand unter dem Titel "Wege zu einer Willkommenskultur". Zu den Dokumenten des Landtags von Sachsen-Anhalt.
http://www.landtag.sachsen-anhalt.de/index.php?id=85&tx_exozetarticles_articleTeaserDetail[id]=1258&cHash=b863ac1667

Stahlknecht warb mehrfach öffentlich für eine Stärkung der Anerkennungs- und Willkommenskultur. Sein Ministerium startete Ende 2012 eine Einbürgerungskampagne:
http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=58262

Südeuropäer lernen mehr Deutsch

Das Goethe-Institut verzeichnet in den Ländern Südeuropas ein Plus von bis zu 50 Prozent bei Deutschkursen. Das Institut bietet unter anderen berufsbezogene Sprachkurse an, um den Einstieg auf den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Auch die weltweite Nachfrage nach Deutsch-Kursen am Goethe-Institut bleibt ungebrochen hoch. Mit knapp 250.000 Teilnehmern gab es dieses Jahr eine Steigerung von knapp fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon erlernten etwa 207.000 Menschen im Ausland die deutsche Sprache, sagte Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann am Mittwoch in Berlin.

Derzeit unterhält das Goethe-Institut 158 Einrichtungen in 93 Ländern mit 3.000 Mitarbeitern. In Deutschland gibt es 13 Niederlassungen. Die Zentrale befindet sich in München. Der Großteil des Gesamtetats von 364 Millionen Euro kommt vom Auswärtigen Amt.