Newsletter Nr. 10 vom 09.03.2012

Mit Herz gesehen - Sächsische Solidarität 2012 in Kamenz 

Grafik 3

Im Landkreis Bautzen befanden sich bis vor kurzem zwei Asylbewerberheime. Eins in der Stadt Kamenz und eins in einer ehemaligen Kaserne für Mittelstreckenraketen mitten im Wald nahe Seeligstadt. Im „Heim-TÜV“ wurden beide Heime „Rot“, also als unangemessen, eingestuft. Der Landrat reagierte und suchte nach einem Ersatz.

Seine Wahl fiel auf eine ehemalige Offiziersschule beim Kamenzer Flughafen. Die Anlage sollte zuerst erneuert und dann die Heimbewohner in das neue Haus verlagert werden. Gegen diese Anlage mit einer Kapazität von bis zu 400 Bewohnern regte sich sofort Fremdenskepsis und Furcht. Eine von der Rechten aufgelegte Unterschriftensammlung kam auf 1000 Unterschriften.

Die Gerichte erklärten diese Unterschriftensammlung für unwirksam und so konnte das Haus gebaut werden. Über 3,6 Millionen € wurden in die Sanierung investiert, am 21. Februar wurde das Heim durch Landrat Michael Harig an den Betreiber übergeben.

Noch in der gleichen Nacht fiel es drei vermummten Jugendlichen ein, das alte und zu schließende Heim mit Steinen anzugreifen. 24 Fenster wurden zerschlagen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und wird hoffentlich die Täter über kurz oder lang festnehmen.

Behörden, Institutionen, Vereine und Bürgerinnen und Bürger reagierten sofort. Die Kamenzer Kirchgemeinden, Landrat Michael Harig, das Bündnis für Humanität und Toleranz und Vertreter der Stadtratsfraktionen mit Oberbürgermeister Roland Danz riefen gemeinsam zu einem Kerzenband am Tag der offenen Tür für das neue Heim am 29. Februar auf.

Über 300 Bürgerinnen und Bürger folgten diesem Aufruf und versammelten sich zuerst mit brennenden Kerzen vor dem neuen Heim. Danach gingen alle Menschen von dort zum alten Asylbewerberheim, das angegriffen worden war. Auch dort formten wir eine Lichterkette.

Welch´ erfreuliche Änderung. 20 Jahre zuvor war es auch zu Übergriffen gegen ein Ausländerheim in diesem Landkreis gekommen. Damals schauten Menschen tatenlos zu. Zwanzig Jahre haben uns verändert. Wir haben uns den Menschen der Welt geöffnet. Wir zeigen Flagge, wenn es um Mitmenschlichkeit geht.

Das macht all denen Mut, die sich für eine Öffnung unserer Gesellschaft einsetzen, und denen, die erkannt haben, dass Weltoffenheit für eine Zukunft in Wohlstand überlebenswichtig ist. Das muss den wenigen Ewiggestrigen gezeigt haben, dass die Region Bautzen, dass der Freistaat die Zeichen erkannt haben, dass sie sehen, wie wichtig es ist, eine Gesellschaft zu schaffen, in der sich Menschen aus aller Welt als Menschen behandelt fühlen, egal ob sie Flüchtlinge, Fachkräfte oder  Forscher sind.

Gehen wir auf diesem Weg weiter. Das Kamenzer Kerzenband war ein Wegweiser in eine bessere Zukunft.

Ihr

Martin Gillo

Sächsische Firma spendet 10 000 Schlafsäcke für Erdbebenopfer

Grafik 6

Der türkischstämmige Unternehmer Senol Yegin übergab am Donnerstag hochisolierende Schlafsäcke als Spende an den türkischen Halbmond, das Pendant zum Deutschen Roten Kreuz. Die Schlafsäcke stammen aus der Produktion seines Unternehmens SPEKON aus Seifhennersdorf.

Der Osten der Türkei wurde 2011 von einem schweren Erdbeben getroffen. Die 10000 Schlafsäcke wurden in Seifhennersdorf extra für die Erdbebenopfer produziert und haben einen Wert von 500.000 €. Yegin sagte der Presse, er sehe die Spende als eine Hilfeleistung der Bürger Sachsens, repräsentiert durch seine Arbeitnehmerinnen, die die Schlafsäcke hergestellt haben. Er will mit der humanitären Aktion ein Zeichen in der Türkei setzen: die Menschen Sachsens sind in ihrer großen Mehrheit weltoffen und solidarisch. Sachsens Ausländerbeauftragter Martin Gillo und Wirtschaftsminister Sven Morlok schickten den vollbeladenen 40-Tonner vom Landtagsvorplatz aus auf die Reise in die Osttürkei.

Yegin ist seit 1993 Eigentümer des Unternehmens mit 40 Arbeitsplätzen. Der extra aus Berlin angereiste türkische Generalkonsul Mustafa Pulat dankte im Namen des türkischen Volkes für die Unterstützung. Martin Gillo nannte die Spende in seiner Ansprache einen solidarischen Rettungsring, der gut zum gemeinsamen Boot passe, in dem man sitze.

Geschäftsstelle des Ausländerbeauftragten schreibt halbe Stelle aus

Für die Dauer eines Jahres ist in der Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten eine halbe Stelle als Sachbearbeiterin/Sachbearbeiter

befristet für die Dauer von einem Jahr zu besetzen. Bewerberinnen und Bewerber dürfen in den letzten drei Jahren kein Arbeitsverhältnis zum Freistaat Sachsen gehabt haben.

Die wichtigsten Aufgaben sind:

1. die Organisation, Durchführung und Begleitung von Integrationsprojekten und Maßnahmen,

2. die Vorbereitung und Nachbereitung von Gesprächsterminen und Veranstaltungen sowie die inhaltliche Mitwirkung an Konferenzen und Fachgremien,

3. die Unterstützung der Netzwerkarbeit des Sächsischen Ausländerbeauftragten,

4. das Zusammenstellen und Erarbeiten von Materialien zu integrations- und migrationsspezifischen Themen sowie

5. die Bearbeitung von Anfragen.

Voraussetzungen für diese Stelle sind:

1. ein auf die oben genannten Themengebiete bezogenes abgeschlossenes Fach-hochschulstudium oder ein entsprechender Bachelor-Abschluss,

2. einschlägige Berufserfahrung,

3. Erfahrungen im Bereich Projektmanagement,

4. hohe interkulturelle Kompetenz und

5. gute Kenntnisse in zwei Fremdsprachen sowie

6. eine strukturierte Arbeitsweise und Organisationsgeschick.

Die vollständige Ausschreibung der Landtagsverwaltung lesen Sie hier:

http://www.landtag.sachsen.de/de/landtag/verwaltung/5466_8322.aspx

Verdienstorden für Friederike de Haas

Grafik 2

Ministerpräsident Stanislaw Tillich überreichte am 1.März 2012 elf Bürgerinnen und Bürgern den Sächsischen Verdienstorden. Mit dieser Auszeichnung ehrt der Freistaat Sachsen Menschen, die sich im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen, gesellschaftlichen oder ehrenamtlichen Bereich in herausragendem Maße engagiert haben. Der amtierende Ausländerbeauftragte Martin Gillo gratulierte seiner Amtsvorgängerin herzlich und freute sich besonders über die Wertschätzung von Menschen, die sich für Humanität und Integration in Sachsen einsetzen.

Aus der Laudatio des Ministerpräsidenten:

„Fragen der Gleichstellung von Menschen in der Gesellschaft sind Themen, mit denen sich Friederike de Haas Zeit ihres Lebens beschäftigte. Dabei ist ihr die Integration von ausländischen Bürgerinnen und Bürgern in unser Gemeinwesen ein Herzensanliegen. Als Ausländerbeauftragte des Sächsischen Landtages hat sich Friederike de Haas für eine Politik der Zuwanderung und deren Förderung maßgeblich eingesetzt. Sie hatte immer die humanitären Anliegen von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund im Blick. Zugleich war ihr stets bewusst, welche große Bedeutung die Zuwanderung für die Gesellschaft hat. Mit Überzeugungskraft vermittelte sie die möglichen Zukunftschancen, die in der Integration ausländischer Mitbürger liegen. Ihr ist es zu verdanken, dass die Einbürgerung in Sachsen erstmalig in Deutschland mit einem festlichen Akt begangen wurde. Mit diesem Schritt wird angemessen zum Ausdruck gebracht, dass der Freistaat Sachsen Menschen anderer Herkunft einlädt und willkommen heißt. Diesem Beispiel sind zwischenzeitlich andere Bundesländer gefolgt. Friederike de Haas hat als Sächsische Ausländerbeauftragte über Jahre nachdrücklich die Bildung einer Härtefallkommission gefordert. Als erste Vorsitzende der neu gegründeten Sächsischen Härtefallkommission prägte sie maßgeblich die inhaltlichen Zielstellungen und trug damit wesentlich zur hohen Wertschätzung der Arbeit dieses Gremiums bei…“

Alles zum Orden

http://www.geschichte.sachsen.de/601.htm

Antirassismuswoche vom 12. bis 25. März in Leipzig

Zum neunten Mal finden in Leipzig vom 12. bis zum 25. März die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Das Programm wurde wieder erweitert. Etwa 50 Einrichtungen und Vereine laden zu rund 65 Veranstaltungen und sieben Ausstellungen ein. Kernthema der Woche sind rechtsextreme und fremdenfeindliche

Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft, so Stojan Gugutschkow, der

Leiter des Referates für Migration und Integration, das die Internationalen Wochen gegen Rassismus koordiniert.

Fragen des Alltagsrassismus werden in Vorträge und Gesprächen vorgestellt und diskutiert – so am 12. März im Caktus e. V. zum Thema „Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010“. Drei Tage später werden im Grassi Museum unter dem Thema „Rassismus in der Mitte der Gesellschaft“ aus Informationsmedien demonstriert. Weitere Themen sind biologistische „Rassen“-Theorien oder das Lancieren von Emotionen am Beispiel der Darstellung muslimischer Migrantinnen und Migranten.

Für Kinder und Jugendliche gibt es eine Projektwoche mit dem Titel „Schuhe machen Leute – Are you what you wear?“ und Filme im Kino Cineding, thematische kreative Nachmittage und eine Gesprächsrunde zur Argumentation gegen Rassismus im

Stadtteilzentrum Anker. „Was ist ein Fremder?“ fragt die Pauluskirchgemeinde Leipzig-Grünau und zum Fachtag „Courage zeigen! Gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus“ sind Schülerinnen und Schüler am 13. März ins Neue Rathaus eingeladen.

Christine Lüders, die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, kommt ebenfalls nach Leipzig. In einem Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Daniela Kolbe wird sie Fragen zur Antidiskriminierungspolitik am 20. März um 18 Uhr in der Burgstraße 25 beantworten.

Das umfangreiche Gesamtprogramm der Internationalen Wochen gegen Rassismus liegt an vielen öffentlichen Stellen aus.

Im Internet ist es zu finden unter www.leipzig.de/antirassismus

Neuer Leiter des Griechischen Gemeinde Dresden e. V.

Der ehemalige Vorsitzende des Dresdner Ausländerbeirates Dimitrios Ambatielos (49) leitet ab sofort die Griechische Gemeinde in Dresden. Die Gemeinde wird zunehmend ein Anlaufpunkt für neue Zuwanderer aus Griechenland, die wegen der wirtschaftlichen Krise und der katastrophalen sozialen Folgen ihre Heimat verlassen, um eine Perspektive zu suchen. Die Griechische Gemeinde will sich bundesweiten Solidaritätsinitiativen anschließen, die sich sowohl in Griechenland vor Ort, als auch in Deutschland einbringen. Das Bildungs-, Unterhaltungs- und Kulturprogramm der Gemeinde für Mitglieder und Gäste wird fortgesetzt und erweitert, so die Gemeinde.

Kostenlose Ausbildung zur Betreuungskraft in Pflegeheimen ab Juli

Nach dem Start eines Kurses im Februar bietet die Weiterbildungsakademie gGmbH Dresden WAD ab Juli 2012 einen weiteren Halbjahreskurs an. Er richtete sich ausschließlich an arbeitssuchende Spätaussiedler/innen und daueraufenthaltsberechtigte Ausländer/innen mit Hauptwohnsitz im Freistaat Sachsen und ohne Anspruch auf ALG I. Die Teilnehmer/innen werden individuell betreut. So spricht eine Mitarbeiterin der WAD perfekt Russisch. Eine sozialpädagogische Betreuung ist abgesichert, Fahrtkosten werden erstattet und pro Maßnahmetag fünf Euro zugeschossen. Die Teilnehmer/innen erhalten ein qualifiziertes und deutschlandweit anerkanntes Zertifikat. Ausgebildet wird zur:

Betreuungskraft in Pflegeheimen

(nach §87b Abs. 3 SGB XI) unter spezieller Berücksichtigung der Anforderungen an die kultursensible Betreuung und Pflege Demenzkranker

Dauer des Kurses 02.07.2012 – 19.12.2012

Modul 1: Betreuungskraft in Pflegeheimen gem. § 87b Abs. 3 SGB XI (200 Std), einschließlich des Erwerbs des „Erste-Hilfe-Scheins“

Modul 2: Pflegebezogenes Deutsch (180 Std)

Modul 3: Kultursensible Pflege (120 Std)

Modul 4: Pflegedokumentation (einschließlich PC-Nutzung) (80 Std)    

Modul 5: (Selbst-)Organisation und Gesunderhaltung im Pflegealltag (30 Std)

Modul 6: Orientierung & Aktivierung auf dem Betreuungs- und Pflegemarkt (30 Std)

Modul 7: Praktikum (320 Std)

Kontakt:

Kristin Winter
Öffentlichkeitsarbeit

WAD Weiterbildungsakademie gGmbH Dresden
Gustav-Adolf-Straße 2

01219 Dresden
Telefon 0351 454 17 31

Telefax 0351 471 56 75

E-Mail: Kristin.Winter@wad.de

www.wad.de

Ich-kann-was! - Initiative ausgeschrieben

Bis zum 22. April 2012 können sich Einrichtungen und Projekte, die Kompetenz fördernde Angebote für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren anbieten, um eine Förderung bei der "Ich kann was!"-Initiative bewerben. 

 

Die Initiative fördert vor allem Projekte und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die in einem sozial schwierigen Umfeld arbeiten und unterstützt pro Jahr bis zu 100 Projekte und Einrichtungen mit höchstens 10.000 Euro. Dieses Jahr ist die positive Peerkultur inhaltlicher Schwerpunkt der Ausschreibung. Peers sprechen die gleiche Sprache, teilen häufig gemeinsame Normen und Werte und sind füreinander Modelle und Vorbilder. Die "Ich kann was!"-Initiative will gezielt Projekte fördern, die dieses Potential im Fokus haben.

 

Die ausführlichen Förderkriterien sind auf der Internetseite

www.initiative-ich-kann-was.de

Hier können Sie sich auch direkt online bewerben. Das für die Online-Bewerbung benötigte Passwort wird Ihnen unmittelbar nach der Registrierung an die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse zugesandt.

Link zur Ausschreibungsbroschüre 2012:

http://www.initiative-ich-kann-was.de/Ausschreibungsbroschuere_2012.pdf

 

"Ich kann was!-Initiative für Kinder und Jugendliche e.V."
c/o Deutsche Telekom AG
Friedrich-Ebert-Allee 140
53262 Bonn
Telefon 0800 181 2486 gebührenfrei

Telefax 0391 58011 3858
E-Mail
info@initiative-ich-kann-was.dewww.initiative-ich-kann-was.de
 

Berliner Senat will Stelle des Integrationsbeauftragten öffentlich ausschreiben

Der bisherige Amtsinhaber Günter Piening tritt mit Wirkung zum 30. Juni 2012 zurück. Einen Migrationshintergrund muss der Nachfolger nicht haben, so die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Mittwoch. Wichtig sei vielmehr, dass er oder sie in der Integrationsarbeit "auch die breite Mehrheitsgesellschaft erreicht". Piening war seit Juni 2003 Beauftragter des Senats für Integration und Migration und hatte Ende Februar seinen Rückzug angekündigt. Einzelne Migrantenverbände hatten gefordert, dass der Nachfolger einen Migrationshintergrund haben müsse.

http://www.berlin.de/lb/intmig/presse/archiv/20120224.1400.366620.html