Newsletter Nr. 19 vom 24.05.2013

Mit Herz gesehen: Was unsere Nachbarn über uns denken – und sich selbst

In Diversität vereint, so lautet ein Motto der Europäischen Union. Dazu gehört, dass wir beim gegenseitigen Kennenlernen auch das Schmunzeln über unsere Nachbarn und über uns selbst lernen. Zu dieser Überzeugung passt ein Artikel, den ich vor kurzem online in einer US-Zeitung entdeckt habe. Er erzählt von den Stereotypen, die die europäischen Nachbarn am jeweils anderen wahrzunehmen glauben.

Sind Franzosen die am wenigsten vertrauenswürdigsten Menschen in der Union? Das denken nur die Engländer. Die Franzosen selbst schreiben diese Eigenschaft den Griechen zu, die Griechen wiederum halten die Deutschen für wenig vertrauenswürdig, während die Deutschen sowohl den Griechen als auch den Italienern nicht trauen. Die Italiener schlussendlich halten sich selbst für am wenigsten glaubwürdig.

Und es geht noch verrückter: Die Franzosen halten sich laut diesem Artikel selbst sowohl für die Arrogantesten als auch für die am wenigsten Arrogantesten in Europa. Da verstehe einer die Welt.

Auch wir Deutschen bekommen nicht nur Pluspunkte: Die meisten unserer Nachbarn halten uns nämlich für die, die am wenigsten mitfühlend sind, so Großbritannien, Italien, Spanien, Griechenland, Polen und Tschechien. Wir selbst sehen das Mitgefühl besonders gering ausgeprägt bei den Engländern.

Sozusagen als Trostpreis werden wir dafür von den meisten Europäern für die Vertrauenswürdigsten gehalten, außer von den Griechen, die sich selbst den größten Vertrauensbonus geben. Wenig mitfühlend, aber vertrauenswürdig: Irgendwie passt das sogar zusammen.

Die Daten wurden anlässlich einer Studie über Europa und ihre Wirtschaft erhoben. Die Studie ist lesenswert, doch sind für mich die Daten über unsere gegenseitigen Stereotype am interessantesten. Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken!

Ihr Martin Gillo

Die Daten stammen vom US-Forschungsinstitut PEW Research Center.

Quelle: http://www.pewglobal.org/2013/05/13/the-new-sick-man-of-europe-the-european-union/

Sächsischer Migrationsgipfel 2013

Am 1. Juni 2013 findet der Sächsische Migrationsgipfel 2013 im Rahmen des Projekts „Zusammen sind wir Stärker“ unter dem Motto: „Wir gehören zu einem lebendigen Gemeinwesen!“ statt. Die Tagung im Volkshaus Dresden organisiert der Landesverband „Integrationsnetzwerk Sachsen“ e. V. gemeinsam mit dem Sächsischen Migrantenbeirat und den Kooperationspartnern Kulturbüro

Sachsen e. V. sowie dem Ausländerrat Dresden e. V.

Auf dem Sächsischen Migrationsgipfel werden die Veranstalter die Situation von Migranten in Sachsen in verschiedenen Lebensbereichen beschreiben und Wege zur gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben diskutieren.

Ziel ist dabei auch eine stärkere Repräsentanz der etwa 200 000 Menschen mit Migrationshintergrund in Parteien, Gewerkschaften, Verwaltungen, öffentlichen Medien und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Derzeit sind Migranten in politischen Gremien wie Stadträten, Kreistagen oder dem Sächsischen Landtag praktisch nicht vertreten. Die Veranstalter laden herzlich dazu ein, Erfahrungen, Meinungen und Fragen in die Debatte einzubringen und für ein lebendiges demokratisches Gemeinwesen zu streiten, in dem die Gleichberechtigung aller das Zusammenleben bestimmt.

Der Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo wird am Migrationsgipfel teilnehmen und ein Grußwort halten. Anmeldungen sind noch bis zum 25. Mai 2013 möglich.

Den Flyer mit Veranstaltungsprogramm und Anmeldeformular finden Sie unter:

http://ins-verband.de/saechsischer-migrationsgipfel

Qualifizierungsreihe „Globales Lernen in Sachsen“

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Integration Migration Leipzig initiiert das Entwicklungspoltische Netzwerk Sachsen eine Qualifizierungsreihe zum Thema „Globales Lernen in Sachsen“. Das Angebot richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund, die in interkulturellen Vereinen und Migrantenorganisationen engagiert und an Bildungsarbeit interessiert sind. Sie werden befähigt, ihre spezifischen Kenntnisse in Bildungszentren zu vermitteln und in den Schulunterricht zu integrieren. So ermöglichen sie Schülern einen Perspektivwechsel.

In sechs modulartigen Workshops werden die Teilnehmer in Didaktik und Methodik geschult. Zahlreiche Referenten vermitteln Fachwissen zum Thema „Globales Lernen“, Projektmanagement und -förderung. Ab September finden Hospitationen bei entwicklungspolitischen Bildungsvereinen statt.

31. Mai bis 1. Juni 2013 Methoden des Globalen Lernens, ausgewählte Beispiele

21. bis 22. Juni 2013 Workshop zur Entwicklung und Optimierung von Bildungsangeboten der teilnehmenden Organisationen

6. Juli 2013 Globales Lernen in der Sächsischen Schule

14. September 2013 Projektförderung, Projektmanagement, und Zusammenarbeit mit Schule

Weitere Informationen zu Qualifizierungsreihe und Bewerbungsverfahren finden Sie unter: http://www.einewelt-sachsen.de/archives/4634

Kontakt

Anne Schicht

Telefon 0351 4923364

E-Mail anne.schicht@einewelt-sachsen.de

Fachtag: Interkulturelle Schulsozialarbeit ist eine Querschnittsaufgabe

Was will und was kann Schulsozialarbeit? Welche Rolle spielt dabei die interkulturelle Arbeit und wie muss diese ausgerichtet sein, damit Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund die gleichen Entwicklungschancen besitzen wie ihre einheimischen Klassenkameraden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich am 26. April 2013 in Freiberg ein Fachtag zur interkulturellen Schulsozialarbeit. Eingeladen dazu hatten die Ausländerbeauftragte des Landkreises Mittelsachsen Ilse Rose und die Friedrich-Ebert-Stiftung. Über fünfzig Interessierte aus Sachsen folgten der Einladung.

In den Beiträgen und Diskussionen kam zum Ausdruck, dass interkulturelle Schulsozialarbeit eine Querschnittsaufgabe ist. Sie stellt neben präventiven Aufgaben insbesondere die partnerschaftliche Kooperation mit den Lehrkräften und den Eltern im Kontext gemeinsamer Verantwortung in den Mittelpunkt.

Eine Zusammenfassung der Tagungsergebnisse und der Fachreferate von Dr. Deniz und Professor Bassarak ist erhältlich unter

www.landkreis-mittelsachsen.de/buergerservice/fachbereiche/auslaenderbeauftragte.html

Tagung zur geschlechtergerechten Sorgearbeit

Für den 22. Juni 2013 laden die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen und die Evangelische Hochschule Dresden zur Tagung „Who Cares? Neue Wege zu geschlechtergerechter Sorgearbeit“ ein.

Von 10 bis 17 Uhr können sich Interessierte in Fachvorträgen, Workshops und Lesungen zu unterschiedlichen Aspekten der Sorgearbeit bilden. Sorgearbeit erfolgt zum Großteil durch Frauen, darunter zunehmend durch Migrantinnen aus Osteuropa. Deren Lebensführung und Selbstbestimmung wird maßgeblich durch „care work“ beeinflusst. Prekäre Arbeitsbedingungen und die Lebensqualität von Versorgten und Sorgenden stehen im Fokus der Tagung.

Die Veranstaltung findet in der Evangelischen Hochschule Dresden, Dürerstraße 25, statt. Mehr Informationen zu Programm und Anmeldung finden Sie unter:

http://www.weiterdenken.de/calendar/VA-viewevt.aspx?evtid=12649

Große Beteiligung bei Markt der Kulturen in Pirna

Am 25. Mai 2013 laden die Aktion Zivilcourage e. V. und die Stadt Pirna von 10 bis 24 Uhr zum elften „Markt der Kulturen“ in die Pirnaer Innenstadt. Neben einem 14-stündigen Bühnenprogramm mit Musik, Gesang und Tanz, erwarten die Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr 60 Stände mit Spiel- und Mitmachangeboten, Kunsthandwerk und Informationen zu Asyl, Migration, Menschenrechten, Zivilcourage, politischer Bildung und Kulinarischem.

http://www.pirna.de/

Fortbildung zur Traumatherapie von Flüchtlingen

Am 12. Juni 2013 findet eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Behandlungsmöglichkeiten bei Flüchtlingen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen und Kooperationsmöglichkeiten der beteiligten Fachkräfte“ in Leipzig statt.

Die Fortbildung widmet sich den besonderen Behandlungsbedingungen von Flüchtlingen, der Therapie mit Psychopharmaka und thematisiert zudem die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Psychotherapeuten und Beratungsstellen. Jeder dritte Flüchtling leidet unter belastungsbedingten Traumata. Mangelnde Sprachkenntnisse und der oft schwierige Zugang zur Psychotherapie erschweren die Behandlung. Interessierte Ärzte sind zwischen 14.30 und 18.00 Uhr in das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge des Caktus e. V. Leipzig, Riemannstraße 32, eingeladen. Eine verbindliche Anmeldung ist noch bis zum 3. Juni möglich.

Nähere Informationen zur Fortbildungsveranstaltung finden Sie auf der Homepage des Caktus e. V. unter: www.caktus.de

Anregungen und Arbeitshilfen zur Interkulturellen Woche 2013

Vom 22. bis 28. September 2013 ist der empfohlene Zeitraum für die diesjährige Interkulturelle Woche. Den Auftakt für die bundesweiten Veranstaltungen bildet ein Gottesdienst am 21. September 2013 in der Kieler St. Nikolai-Kirche.

Für die regionalen Organisatoren und Aussteller bietet der ökumenische Vorbereitungsausschuss eine Vielzahl an Projektideen und Materialien an.

Beispielprojekte und zahlreiche weitere Anregungen finden Sie unter:

http://www.interkulturellewoche.de/good-practice/beispiele