Newsletter Nr. 10 vom 11.03.2013

Jahresbericht des Sächsischen Ausländerbeauftragten vorgestellt

Ausländische Fachkräfte gewinnen und halten: Mit offenem Herzen und Kundenorientierung

Ein offenes Herz für Vielfalt forderte der Sächsische Ausländerbeauftragte Prof. Dr. Martin Gillo am Montag bei der Vorstellung seines Jahresberichtes 2012. Nötig seien konstruktive Wandlungen in Behörden und bei jedem Bürger in unserer Gesellschaft.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit im vergangenen Jahr war das Thema Gestaltung der Zuwanderung. Gillo bezog sich bei der Vorstellung des Berichtes auf die Erfahrungen und Empfehlungen ausländischer Fachkräfte: „Es ist schon viel in Bewegung gekommen. Wir haben einen guten Anfang gemacht. Mehr muss jetzt geschehen. Was wir brauchen ist echte Chancengleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund.“, so Gillo. „Eine Gesellschaft und Behörden, die Offenheit leben, werden attraktiv für alle in Stadt und Land. Wenn wir diesen Empfehlungen folgen, haben wir die Chance, unser Land so zu gestalten, dass jeder – auch die Sachsen selber – hier gern leben möchte.“

Bürgerfreundliche Behörden, nachvollziehbare Behördensprache, aufgeschlossene Vereine und offene Nachbarn kämen letztlich jedem zu Gute, der in den Freistaat ziehe.

Im Einzelnen regte Gillo an:

Der Zugang zur deutschen Sprache und damit der Kultur muss allen Zuwanderern ermöglicht werden – Fachkräften, deren Familienangehörigen und Flüchtlingen. Gerade für Berufstätige bräuchte es gute Kurse auch außerhalb der Arbeitszeit.

Angebote für Deutschunterricht ab dem ersten Tag in Sachsen sollte Allen möglich gemacht werden.

Ausländerbehörden sollten Zuwanderer als Welcome Center konstruktiv begleiten.

Zweisprachigkeit in Behörden sollte Standard werden. Englisch als Weltsprache muss in allen Behörden zur Verständigung, Online-Information und Erklärung von Sachverhalten zugelassen sein.

Bildungsempfehlungen sollten die Mehrsprachigkeit von Kindern konstruktiv berücksichtigen, um den Zugang zu Gymnasien sicher zu stellen.

Für neu zugezogene ausländische Kinder sollte auch der sofortige Eintritt ins Gymnasium ermöglicht werden.

Familienangehörige von ausländischen Fachkräften sollten Arbeitsmarktzugang erhalten und bei der Arbeitsaufnahme begleitet werden.

Chancengleichheit für Migrantinnen und Migranten sollte bei Stellenbesetzungen in den Verwaltungen aktiv hergestellt werden.

In seinem Bericht stellte Gillo zwei Studien vor, die sich mit dem Willkommensklima und den Rahmenbedingungen der Zuwanderung der dringend benötigten Fachkräfte befassen. Neu sei, dass direkt ausländische Fachkräfte und Unternehmen, die Fachkräfte benötigen, befragt wurden.

Diese Anregungen finden auch Unterstützung in der Wirtschaft. Jens Drews, der Sprecher des Dresdner Chipunternehmens GLOBALFOUNDRIES erklärte: „Der eigentliche Lackmus-Test für die Willkommensgesellschaft in Sachsen ist: Wie geht es der Familie? Wie läuft es in der Schule? Wie ist die tägliche Erfahrung mit Behörden, in Kaufhäusern, in der Bahn? Diese Erfahrungen entscheiden meist darüber, ob die Fachkräfte bleiben oder nicht.“ Zu GLOBALFOUNDRIES gehören 3.600 Mitarbeiter und Fachkräfte aus 52 Nationen.

Im Rahmen der Pressekonferenz stellten sich zwei lokale Initiativen aus Sachsen vor, die es Fachkräften leichter machen sollen, eine neue Heimat zu finden.

Die Stadt Chemnitz hat Integration als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung verankert, um diesen Prozess für Migrantinnen und Migranten passgenau und effektiv zu gestalten. Schwerpunkte dabei sind Kundenservice, Öffentlichkeitsarbeit und Stärkung der interkulturellen Kompetenz der Mitarbeiter, so Heike Steege vom Sozialamt Chemnitz. „Wir erhoffen uns, dass wir damit Menschen, die nach Chemnitz kommen, um hier zu leben, zu arbeiten, Familien zu gründen oder auch Schutz vor Verfolgung suchen, deutlich zeigen können, dass sie in unserer Stadt willkommen sind."

Auch in den Landkreisen kann mit offenem Herzen Willkommen sichtbarer werden. Veronika Glitzner, Integrationsbeauftragte des Vogtlandkreises, sagte: „Im Vogtlandkreis legen wir besonderen Schwerpunkt auf die Vereinbarung von Familie und Beruf sowie auf die Gewinnung auch von ausländischen Fachkräften. Wir nehmen ihre Familien von Anfang an mit – von der Kita über die Schule bis zur Berufsorientierung.“

Martin Gillo fasste den neuen Umgang mit ausländischen Fachkräften so zusammen:

„Wir benötigen nicht unbedingt neue Gesetze – wir benötigen wohlwollende Aufnahme.“

Neue Ergebnisse beim „Heim-TÜV“ machen Mut

Der Jahresbericht des Ausländerbeauftragten enthält außerdem die aktuellen Bewertungen sächsischer Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende. Im Rahmen des „Heim-TÜV“ wurden 2012 jene Gemeinschaftsunterkünfte in Sachsen besucht und bewertet, die entweder neu errichtet oder bei der Untersuchung im Jahr 2011 als unakzeptabel eingestuft wurden.

Beim Umgang mit den Zuwanderern aus Not lobte Gillo, dass es in Sachsen derzeit kein Heim mehr gibt, das beim „Heim-TÜV“ als „rot“ eingestuft wurde. Auch die überwiegende Praxis der Kommunen in Sachsen, Familien, Frauen, Alleinerziehende und Traumatisierte mehrheitlich dezentral unterzubringen, verdient ausdrückliches Lob.

Er regte an, diesen Weg noch konsequenter als bisher zu gehen. Darüber hinaus betonte er erneut, dass qualifizierte Sozialarbeit für alle Asylsuchenden mit einem Betreuungsverhältnis von 1:100 sicherstellen wird, dass sie unsere Gesellschaft kennen und respektieren lernen. „Eine finanzielle Beteiligung des Freistaates an den Kosten der sozialen Betreuung würde uns diesem Ziel sicherlich näher bringen.“, so Gillo.

„Unser langfristiges gesellschaftliches Ziel heißt Einheit in Vielfalt. Das Jahr 2012 hat gezeigt, dass Deutschland und auch Sachsen wichtige Schritte in diese Richtung getan haben. Die Umsetzung der Empfehlungen wird uns weiter voran bringen.“, so Gillo.

Für das Jahr 2013 sieht Gillo, „dass Chancengleichheit für Migranten in Politik und Verwaltung nicht nur auf Bundesebene wichtiger als bisher werden“.

Der Jahresbericht ist im Internet zu lesen und zu bestellen unter:
www.offenes-sachsen.de

10. Internationale Wochen gegen Rassismus in Leipzig

Rund 30 Akteure veranstalten vom 11. bis 24. März 2013 in Leipzig zum zehnten Mal die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Wie das Referat für Migration und Integration informiert, umfasst das Programm circa 50 Veranstaltungen, darunter Diskussionsrunden, Lesungen, Theaterstücke, Filme und Stadtrundgänge, aber auch Begegnungen von einheimischen und zugewanderten Nachbarn. Viele Angebote der Antirassismuswochen richten sich an Schülerinnen und Schüler.

In diesem Jahr beteiligt sich die Stadt Leipzig an der von Hamburg ausgehenden Kampagne „Wir stehen auf! Für eine Welt ohne Menschenverachtung“, die bundesweit dafür wirbt, Rassismus und Rechtsextremismus eine eindeutige Absage zu erteilen.

Stojan Gugutschkow, der Leiter des Referates für Migration und Integration, der die Woche koordiniert, schätzt das Programm der 10. Internationalen Wochen gegen Rassismus als bundesweit maßgebend ein. Es wird von Vereinen, soziokulturelle Zentren, Kultureinrichtungen, Religionsgemeinschaften und städtischen Einrichtungen organisiert.

Das Gesamtprogramm ist im Internet zu finden unter:
www.leipzig.de/antirassismus

Studienbegleitprogramm für ausländische Studierende an Hochschulen in Sachsen

STUBE Sachsen, das Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa hat sein Programm für das Sommersemester 2013 veröffentlicht.

Partnerschaft heutzutage
12. - 14. April 2013 in Pirna-Liebethal

Bewerbungstraining
26. – 27. April 2013 in Leipzig

Interkulturelles, Vorurteile, Diskriminierung… hier und zuhause
10. - 12. Mai 2013 in Berlin

Afrika in den deutschen Medien im Rahmen der Interkulturellen Tage
22. Mai 2013, 16 Uhr Moritzbastei in Leipzig

Zum Studium nach Hause?
Informationen zum Stipendienprogramm BPSA
25. Mai 2013 in Dresden

Begegnungsabend für deutsche und ausländische Studierende
28. Mai 2013, 19 Uhr ESG in Chemnitz

Umweltschutz und Nachhaltigkeit – wie kann man die Umwelt schützen?
7. - 9. Juni 2013 in Rathen

STUBE – Planungstag
29. Juni 2013 in Dresden

Kontakt
Telefon 0351 4923365
Mobil 0160 98719296
E-Mail stube@infozentrum-dresden.de

Mehr zum Programm und den Angeboten von STUBE unter:
www.stube-sachsen.de

Stellenausschreibung bei der Opferberatungsstelle Chemnitz

Die Opferberatungsstelle Chemnitz sucht einen Berater für das Projekt „Opferberatung – Unterstützung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e. V.“ ab 1. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013. Die Teilzeitstelle kann bis 31. Dezember 2014 verlängert werden. Bewerbungsschluss ist der 20. März 2013.

Die Stellenausschreibung ist zu finden unter:
http://www.raa-sachsen.de/newsbeitrag/items/stellenausschreibung-1578.html

Ansprechpartnerin
Helga Nickich
E-Mail opferberatung.dresden@raa-sachsen.de

Leipziger Onlinekampagne sucht Unterstützer

Die Kampagne „Visionbakery“, zu finden auf der Leipziger Crowdfunding Plattform, versucht mit Hilfe eines Dokumentarfilmes sowie Fotos, Spenden für ihr Projekt anlässlich der Wochen gegen Rassismus zu sammeln. Geplant ist auch eine Aktion mit dem Künstler Louie Gong aus Seattle. Gegen eine Spende erwarten den Spender attraktive Produkte. Das Referat Migration und Integration der Stadt Leipzig und die Stiftung weiterdenken gehören zu den bisherigen Unterstützern. Der Dokumentarfilm hat am 22. März 2013 Premiere. Veranstalter ist der Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf. e. V.

Bei Interesse gibt es mehr Informationen unter folgendem Link:
www.visonbakery.com/vision/722

Bundesregierung erleichtert Zuwanderung von Facharbeitern aus Drittstaaten

Am Mittwoch, dem 27. Februar 2013, kündigte die Bundesregierung eine Öffnung des Arbeitsmarktes für Facharbeiter aus Staaten an, die nicht Mitglied der Europäischen Union sind, und regelte dafür die Beschäftigungsverordnung neu. Die vom Kabinett beschlossene Verordnung beseitigt ein Hindernis für die Zuwanderung von qualifizierten Menschen. Grund für die Neuregelung ist ein Mangel an Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung. Er droht nicht nur für Pflegeberufe, sondern auch für gewerblich-technische Berufe. Über eine Engpassanalyse ermittelt die Bundesagentur für Arbeit regelmäßig die Berufe, in denen Fachkräfte dringend gesucht werden. Die Verordnung gilt voraussichtlich ab Juli 2013.

Weitere Informationen unter:
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2013/02/2013-02-26-beschaeftigungsverordnung.html

IHK Fosa zieht Bilanz nach einem Jahr Anerkennungsgesetz

Die IHK Fosa zog am Dienstag, dem 5. März 2013, ein Jahr nach Verabschiedung des Anerkennungsgesetzes, eine erste Bilanz zur Gleichstellung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen. Fosa ist die zentrale Stelle für die Bewertung und Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen im Bereich der Industrie- und Handelskammern.

IHK-Rhein Neckar Hauptgeschäftsführer Axel Nitschke sagte: „Die ersten positiven Bescheide sind erteilt, die Infrastruktur zur Beratung und Anerkennung aufgebaut und somit der Einstieg in die neue Gesetzespraxis erfolgreich geschafft worden. Bei der Zahl der Antragsteller vermuten wir aber bundesweit und auch in unserem IHK-Bezirk noch ein großes Potential, das bislang noch nicht ausgeschöpft sein dürfte.“

Laut Bericht fehlt es zum einen an den Informationen für die hier lebenden Ausländer und die Menschen im Ausland selbst. Zum anderen fehlen vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen bisher verlässliche Informationen, wie die ausländischen Berufsabschlüsse zu bewerten sind.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.ihk-fosa.de/

Menschen mit Migrationshintergrund im Armuts- und Reichtumsbericht

Am Mittwoch stellte die Bundessozialministerin Ursula von der Leyen den vierten Armuts- und Reichtumsbericht vor. Wir haben die wichtigsten Fakten zu der Lebenssituation von Menschen mit Migrationshintergrund zusammengefasst:

Bildung

Laut PISA wurden Verbesserungen bei Schülern mit Migrationshintergrund beim Lesen sichtbar.

Kinder mit Migrationshintergrund besuchen seltener und kürzerer Kindergärten. Sie werden bei der Einschulung eher zurückgestellt (Sprachprobleme etc.).

Während die meisten Kinder ohne Migrationshintergrund ein Gymnasium besuchen (37,8 Prozent), wechseln Kinder mit beidseitigem Migrationshintergrund am häufigsten auf eine Hauptschule (35,4 Prozent).

Die BIBB-Übergangsstudie 2006 zeigt, dass Schulabgänger mit Migrationshintergrund zumindest bis 2006 über deutlich weniger günstige Chancen auf einen Ausbildungsplatz verfügten als solche ohne Migrationshintergrund.

Ihr Anteil unter den jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren ohne (Fach)Hochschulschulreife oder abgeschlossene Berufsausbildung ist nach wie vor mehr als doppelt so hoch wie der ihrer Altersgenossen ohne Migrationshintergrund.

Junge Erwachsene mit Migrationshintergrund, die trotz der identifizierten Schwierigkeiten erfolgreich eine Schul- und Berufsausbildung absolviert haben, meistern den Übergang von der Ausbildung ins Berufsleben im Schnitt ebenso häufig wie ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund.

Armut

Von Armut sind überdurchschnittlich oft Familien mit Migrationshintergrund betroffen.

So sind insbesondere Familien mit drei oder mehr Kindern, mit einem Migrationshintergrund und Alleinerziehende überdurchschnittlich von Armutsrisiken betroffen

Nach Daten des Mikrozensus sind Familien mit Migrationshintergrund öfter von einem relativ geringen Einkommen betroffen und leben häufiger von Transferleistungen, insbesondere dem Arbeitslosengeld II.

Das durchschnittliche Nettoeinkommen ist 13 Prozent geringer als bei Personen ohne Migrationshintergrund.

Menschen mit Migrationshintergrund haben ein erhöhtes Risiko der Armutsgefährdung.

Bevölkerungsentwicklung

Die Gesamtbevölkerung ist zurückgegangen, der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund gestiegen.

Im Jahr 2010 gab es insgesamt 11,7 Mio. Familien. Betrachtet man nur die rund 8,1 Mio. Familien mit minderjährigen Kindern, so sind fast 1,6 Mio. Alleinerziehende.

Wiederum 2,3 Mio. Familien haben einen Migrationshintergrund, davon sind 14,2 Prozent alleinerziehend.

Im Jahr 2010 hatten rund 28 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 25 Jahren in Deutschland einen Migrationshintergrund (5,6 Mio.), während es bei den unter Fünfjährigen bereits rund 35 Prozent waren.

Gesellschaft

Die Erwerbsbeteiligung von Müttern mit Migrationshintergrund liegt mit 50 Prozent noch immer deutlich unter der von Müttern ohne Migrationshintergrund (72 Prozent).

Personen mit Migrationshintergrund sind um 13 Prozentpunkte geringer in Vereinen Mitglied als Personen ohne Migrationshintergrund.

Weiterhin sind Personen mit Migrationshintergrund (28,3 Prozent) in geringerem Maße engagiert als Personen ohne Migrationshintergrund (41,7 Prozent).

Innerhalb der Gruppe der Personen mit niedrigem Lebensstandard insgesamt gibt es sich teilweise überschneidende Gruppen mit besonders schlechten Aufstiegschancen. Dazu gehören Alleinerziehende, Personen mit niedrigem Bildungsniveau, Personen mit Migrationshintergrund, Arbeitslose und Personen mit schlechter Gesundheit.

Wohnen

Der Anteil der Wohneigentümer an allen Privathaushalten im Jahr 2010 betrug in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 26,2 Prozent, gegenüber 47,3 Prozent bei Personen ohne Migrationshintergrund.

Personen mit Migrationshintergrund zahlen im Durchschnitt knapp 30 Cent mehr pro Quadratmeter Wohnfläche als die Gesamtbevölkerung.

Rund 22 Prozent der Wohnungslosen haben einen Migrationshintergrund, mit steigender Tendenz. Der Anteil der politisch Desinteressierten ist in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund seit 2005 etwa doppelt so hoch wie in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund, in den Jahren davor war dieser Abstand noch größer.

Zum Bericht der Bundesregierung:
http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen-DinA4/a334-4-armuts-reichtumsbericht-2013.pdf?__blob=publicationFile

Bremen erleichtert Mehrstaatigkeit

Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat mit einem Erlass die Voraussetzungen für die Beibehaltung mehrerer Staatsbürgerschaften erleichtert. Von der Regelung profitieren vor allem junge Leute, die sich nach der sogenannten Optionspflicht im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG § 29) ab dem 18. Lebensjahr zwischen der deutschen und der ausländischen Staatsbürgerschaft entscheiden müssen. Derzeit wird die Beibehaltung anderer Staatsbürgerschaften neben der deutschen nur zugelassen, wenn die Aufgabe oder der Verlust der ausländischen Staatsangehörigkeit nicht möglich oder nicht zumutbar ist.

Dieser Entscheidungszwang wird nach Ansicht von Innensenator Mäurer der Lebenssituation der mit mehreren Staatsangehörigkeiten aufgewachsenen jungen Erwachsenen nicht gerecht, denn es kann für sie zu schwerwiegenden Konflikten mit ihren Familien führen. Die überwiegende Zahl der Optionspflichtigen sei in Deutschland verwurzelt und werde dauerhaft Teil der deutschen Gesellschaft bleiben. „Es ist daher aus integrationspolitischen Gründen nicht sinnvoll, den Fortbestand ihrer deutschen Staatsangehörigkeit in Frage zu stellen“, so Mäurer.

Mit diesem Erlass folgt Bremen dem Beispiel von Baden-Württemberg. Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) hatte dort ebenfalls den gesetzlichen Freiraum genutzt und per Erlass die Hürden für den Doppelpass deutlich abgesenkt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.senatspressestelle.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen146.c.62411.de&asl=bremen02.c.732.de

Bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" 08000 116016

Das neue bundesweite Hilfetelefon wurde am 6. März 2013 von der Familienministerin Kristina Schröder freigeschaltet. Das dauerhafte Angebot ist kostenfrei, 24 Stunden erreichbar und bietet mehrsprachig Erstberatung und Informationen. Diese konkrete Unterstützung ist auch in die lokalen Netzwerke eingebunden. In Sachsen bieten mehrere Einrichtungen das Hilfetelefon an. Bisher war der Zugang zu den ersten Hilfsangeboten schlecht, da diese entweder nicht anonym oder schwer zu erreichen waren.

40 Prozent der Frauen in Deutschland haben in ihrem Leben schon einmal körperliche Gewalt oder sexuelle Übergriffe erlebt. Allerdings suchten nur elf Prozent von ihnen Hilfsangebote. Die Gründe sind komplex, so spielen Scham, Gefühle der Selbstschuld, sowie die Ansicht das sei Privatsache eine wichtige Rolle. Schröder betont bei der Vorstellung des Hilfetelefons, dass Gewalt gegen Frauen keine Privatsache sei und es in der Hand des Staates und der Zivilgesellschaft läge, Betroffenen einen Zugang zu Hilfe bereitzustellen. Folgende Einrichtungen bieten das Hilfetelefon an:

Frauen- und Kinderschutzeinrichtungen

Interventions- und Koordinierungsstellen

Täterberatungsstellen

Fachberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel KOBRAnet

Mehrgenerationshäuser

Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen

Schwangerenberatungsstellen

Suchtberatungsstellen

kommunale Gesundheitsämter

Einrichtungen des Weißen Ring e. V.

Einrichtungen der Opferhilfe e. V.

Traumanetz Sachsen

Insolvenz- / Schuldnerberatungen

Institute für Rechtsmedizin

kommunale Gleichstellungsbeauftragte

Jugendberatungsdienste

Ärztinnen und Ärzte

Polizei und Justizdienste