Newsletter Nr. 8 vom 07.03.2014

Gillo fordert: Gestalten statt polemisieren

Der Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo begrüßte den Appell von Bundestagspräsident a. D. Wolfgang Thierse, Parolen gegen Flüchtlinge und Zuwanderer bei den kommenden Europa-, Landtags- und Kommunalwahlen eine klare Absage zu erteilen. Thierse hatte bei der Präsentation einer gemeinsamen Informationsbroschüre von PRO ASYL und der Amadeu Antonio Stiftung dazu aufgefordert, deutlich zu machen, dass Flüchtlinge Träger von Grundrechten sind.

Gillo sagte dazu: „Sagen wir deutlich, dass wir heute stärker gefordert sind, weil wir mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen. Gehen wir damit konstruktiv um. Wer stattdessen auf populistische Parolen setzt, spaltet unsere Gesellschaft auf Kosten der Schwächsten. Wahlkampf auf Kosten der Menschenwürde kennt nur Verlierer!“

Die gesamte Erklärung lesen Sie unter:
http://www.landtag.sachsen.de/de/integration_migration/aktuelles_presse/pressemitteilungen/6844_10769.aspx

Hinschauen lohnt sich: „Heim-TÜV“-Bericht 2013 wird veröffentlicht

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Am kommenden Dienstag, den 11. März 2014 um 10.30 Uhr wird der Sächsische Ausländerbeauftragte die Ergebnisse des „Heim-TÜV“ 2013“ auf einer Pressekonferenz im Sächsischen Landtag vorstellen.

Für diesen „Heim-TÜV 2013“ besuchte Gillo mit seinem Team 40 Gemeinschaftsunterkünfte in Sachsen. Die Beurteilung der jeweils aktuellen Situation erfolgt auf der Basis des 2010 von ihm entwickelten „Heim-TÜV“- Verfahrens. Dabei wird anhand von zehn Faktoren beurteilt, inwieweit die jeweilige Gemeinschaftsunterkunft eine menschenwürdige Unterbringung gewährleistet.

Die Besuche der Heime erfolgten gemeinsam mit den Heimbetreibern, den örtlichen Unterbringungsbehörden und den kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten. Die vorläufigen Einschätzungen wurden den zuständigen Behörden vor der endgültigen Bewertung zugeleitet, um ihnen Gelegenheit zur Rückäußerung zu geben und darüber die Zuverlässigkeit der Einschätzungen zu erhöhen.

Der Bericht enthält neben den Bewertungen konkrete Anregungen zur Verbesserung der jeweiligen Unterkunft. Darüber hinaus werden gute Beispiele aus sächsischen Kommunen vorgestellt. Außerdem stellt der Bericht systemische Ansätze für eine Strategie der menschenwürdigen Unterbringung und Inklusion von Asylsuchenden vor.

An der Pressekonferenz nimmt auch der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter teil. Er stellt die bisherigen Erfahrungen aus dem Projekt „Kommune im Dialog“ vor. Die Landeszentrale moderiert im Rahmen dieses Projektes Kommunikationsprozesse in sächsischen Kommunen, in denen neue Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende errichtet wurden bzw. werden.

Ausländerbeiratswahl Dresden

Der Ausländerbeirat Dresden wird am 25. Mai 2014 parallel zur Stadtratswahl gewählt. Die Kandidaten zur Wahl stellen sich am 28. April 2014 an der TU Dresden und am 7. Mai 2014 im Kulturrathaus vor.

Der Ausländerbeirat ist eine wichtige Vertretung der politischen Interessen von Migranten in Dresden. Alle Vorhaben der Stadt, die Menschen mit Migrationshintergrund in besonderem Maße betreffen, werden vor der Beschlussfassung im Stadtrat dem Ausländerbeirat als beratendem Gremium vorgelegt. Der Beirat besteht aus insgesamt 20 Mitgliedern. Elf Mitglieder davon werden von den in Dresden lebenden ausländischen Mitbürgern direkt gewählt. Neun weitere Mitglieder sind Stadträte. Vereine, Wählergruppen und Einzelbewerber können ihre Wahlvorschläge einreichen. Pro Wahlvorschlag werden mindestens 20 gültige Unterstützungsunterschriften von wahlberechtigten Personen benötigt.

Bereits am 10. März 2014 um 19.00 Uhr veranstaltet der Ausländerrat eine Diskussion über die Wahl des Ausländerbeirats. Ort ist das im Internationalen Begegnungszentrum auf der Heinrich-Zille-Straße 6 in Dresden.

Wahlhelfer für Ausländerbeiratswahl gesucht

Für die Wahl zum Ausländerbeirat in Dresden am 25. Mai 2014 sucht der Ausländerbeirat 35 Wahlhelfer. Bedingung ist, dass die Wahlhelfer sich mindestens drei Monate in Dresden und ein Jahr in Deutschland aufhalten und die deutsche Sprache gut beherrschen.

Nähere Informationen, die Bereitschaftserklärung, ein Merkblatt und die Wahlordnung stellt der Ausländerbeirat Dresden unter folgender Adresse bereit:
http://www.auslaenderrat-dresden.de/news/1/228892/nachrichten/unterstuetzung_fuer_auslaenderbeiratswahl.html

Ausländische Ärzte sind maßgeblich für medizinische Versorgung in Sachsen

In Sachsen arbeiten immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl im Jahr 2013 um 253. Der Anteil der ausländischen Mediziner an den 16.232 im Freistaat tätigen Ärzten stieg damit von 10,5 auf 11,2 Prozent. Das teilte die Landesärztekammer am Donnerstag in Dresden mit.

1.521 ausländische Ärzte arbeiten den Angaben zufolge im stationären und 296 im ambulanten Bereich. Die meisten zugewanderten Ärzte stammen aus Osteuropa, darunter 316 aus der Tschechischen Republik, 243 aus der Slowakei und 208 aus Polen.

Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Professor Jan Schulze betonte ausdrücklich, „…dass die ausländischen Kollegen vor allem in den ländlichen Regionen maßgeblich dazu beitragen, dass Patienten gut versorgt werden. Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Stationen ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden“. Der Präsident setzt zur besseren Unterstützung auf berufsbegleitende weiterführende Sprachkurse. Viele Krankenhäuser in Sachsen würden bereits solche Sprachkurse anbieten.

Elfte Internationale Wochen gegen Rassismus in Leipzig

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Das Programm der elften Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 10. bis zum 23. März 2014 wird in diesem Jahr von 40 Veranstaltern getragen. Es umfasst Diskussionsrunden, Workshops, Filme, Informations- und Begegnungsabende sowie Ausstellungen. Thematisiert werden auch die Lebensbedingungen und Perspektiven von Asylsuchenden in Leipzig und der geplante Moscheebau. Parallel bieten Schulen im Rahmen des Projekt-Unterrichts Workshops an.

Das Gesamtprogramm ist im Internet zu finden unter:
www.leipzig.de/antirassismus

Leipzig mit aktualisierten Gesundheitswegweiser für Migranten

Im Vorfeld des Weltgesundheitstages am 7. April 2014 haben das Referat für Migration und Integration und das Gesundheitsamt das aktualisierte Verzeichnis Leipziger Ärzte mit Fremdsprachenkenntnissen herausgegeben.

Es umfasst etwa 150 Einträge zu Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Psychotherapeuten sowie ausgewählte gesundheitsbezogene Beratungsangebote in Leipzig. Der Wegweiser wurde um Hebammen und Logopäden erweitert. Insgesamt sind Angebote für fast 30 unterschiedliche Sprachen in der Broschüre verzeichnet, am häufigsten Russisch und Englisch.

Der Gesundheitswegweiser für Migranten liegt im Gesundheitsamt, seinen Außenstellen, im Referat für Migration und Integration und in den Migrantenberatungsstellen aus.

Eine regelmäßig aktualisierte Variante ist auf der Homepage der Stadt zu finden:
www.leipzig.de/gesundheit

oder
www.leipzig.de/migranten

Gutes Beispiel in Oschatz – Truck mit Flüchtlingsschicksalen

In dieser Woche stand an verschiedenen Orten in Oschatz ein großer Laster: der missio Truck „MENSCHEN AUF DER FLUCHT. WELTWEIT.“ In einer multimedialen Ausstellung werden acht verschiedene Fluchterfahrungen aus Zentralafrika dokumentiert.

Die Ausstellung thematisiert außerdem Handlungsmöglichkeiten kirchlicher Partner in den betroffenen Regionen: Soforthilfe, Empowerment, Traumaarbeit und Eingliederung in die Gesellschaft. Dabei steht die Lebensleistung von Flüchtlingen im Mittelpunkt, die auch in widrigen Lebensumständen ihre Würde bewahren, weiter lernen und die eigene Entwicklung in die Hand nehmen. Darüber hinaus wird die Situation von Flüchtlingen in Deutschland thematisiert und konkrete Handlungsmöglichkeiten vorgestellt.

Nach Oschatz gebracht wurde die Ausstellung vom Jugend, Kultur- und Umweltverein e. V. Oschatz und vom „Oschatzer Bündnis für Demokratie“.

http://www.missio-hilft.de/de/aktion/schutzengel/fuer_familien_in_not_weltweit/missio_truck/index.html

Ausschreibung zum Deutschen Bürgerpreis

Thema des Wettbewerbes 2014 ist „Vielfalt fördern – Gemeinschaft leben!“ Der Ehrenamtspreis ist mit über 400.000 Euro Preisgeld dotiert. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2014. Im Zeichen von Teilhabe und Toleranz würdigt der Deutsche Bürgerpreis Personen, Projekte und Unternehmer, die mit ihrem freiwilligen Engagement den Gemeinschaftssinn stärken und das Miteinander verbessern.

Die Gewinner des Deutschen Bürgerpreises werden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung Ende des Jahres in Berlin gewürdigt. Der Deutsche Bürgerpreis wird in fünf Kategorien verliehen

Die Bewerbungsunterlagen finden Interessierte im Internet unter:
www.deutscher-buergerpreis.de