Newsletter Nr. 31 vom 21.09.2012

Mit Herz gesehen: Religionen - Respektieren statt Provozieren

Gehört es zum richtigen Verständnis der demokratischen Freiheiten, dass man Institutionen und Religionen verunglimpfen und mit Zynismus überschütten darf?

Wenn wir uns den Umgang der Medien mit der christlichen Religion und seinen Würdenträgern in den letzten 30 Jahren anschauen, dann müsste man eigentlich erschüttert sein, wie respektlos unser Umgang mit ihnen geworden ist.

Deutschland scheint auf dem Weg zur Säkularisierung zu sein. Über 300 000 Kirchenaustritte verzeichneten die beiden großen Kirchen im Jahre 2011. Kirchengebäude werden geschlossen, weil sie bei sinkenden Mitgliederzahlen nicht aufrechterhalten werden können. Sie werden in Restaurants, Kaufhäuser oder Kletterburgen umfunktioniert.

Diese Säkularisierung geht einher mit einem respektloseren Umgang mit den Institutionen und Personen. Der Papst wird in beleidigender Manier dargestellt, und das scheint fast jedem in unserer Gesellschaft wegen der demokratischen Meinungsfreiheit total akzeptabel zu sein.

Dass solche Extrem-Respektlosigkeit bisher gesetzlich erlaubt ist, steht außer Frage. Aber sollten wir diese Extrem-Respektlosigkeit gegenüber Religionen auch als gesellschaftlich akzeptabel ansehen?

Meine klare Antwort lautet nein. Das sage ich auch aus der Erinnerung an den hohen Respekt, den wir früher unserer eigenen Religion entgegengebracht haben.

Das Gleiche gilt natürlich auch für unseren Umgang mit anderen Religionen, z.B. dem Islam oder dem Buddhismus. Es kann nicht sein, dass wir die Herabschätzung, Beleidigung, Verunglimpfung anderer Religionen als Zeichen unserer offenen Gesellschaft ansehen.

Deutschland ist ein Land der Vielfalt. Das hat Angela Merkel dieses Jahr klargestellt, ohne Wenn und Aber. Der gegenseitige Respekt gehört untrennbar dazu. Egal, welcher Religion ich selbst angehöre, egal ob ich mich als religionsfern und säkular sehe: Grundlage unseres Zusammenlebens ist, dass wir einander respektieren anstatt uns zu provozieren.

Wenn es Einzelgruppen gibt, die die Freiheiten unserer offenen Gesellschaft zu solcherart extremen Respektlosigkeit missbrauchen wollen, dann sollten wir dagegen sichtbar protestieren und zeigen, dass wir das nicht akzeptieren. In dieser Atmosphäre der Gemeinsamkeit könnten wir uns dann auch an die Werte der Aufklärung erinnern, die zu unserem europäischen Wertekanon dazugehören. Und wir könnten bemerken, dass sich Judentum, Christentum und Islam zum gleichen Gott bekennen, den Gott Abrahams. Wir benutzen nur andere Namen für ihn: Gott, Allah, Jahwe, Elohim.

An eben diese Gemeinsamkeit erinnerte uns auch eine muslimische Ministerin, die bei ihrem Amtseid den Zusatz gesprochen hat: „So wahr mir Gott helfe.“

Verteidigen wir unsere Gemeinsamkeiten, dann führt unser Zusammenleben zum Zusammenwachsen.

Ihr

Martin Gillo

Interkulturelle Woche 2012 in Sachsen

In über vierzig sächsischen Kommunen wird es ab heute Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Woche 2012 geben. So startet heute die Interkulturelle Woche im Landkreis Bautzen mit einer Auftaktveranstaltung in Kamenz, zu der auch der Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo sprechen wird. In den folgenden Tagen wird er Veranstaltungen in Chemnitz, Flöha, Leipzig, Dresden, Leipzig, Plauen, Zschopau und Grimma besuchen.

Martin Gillo betonte im Vorfeld: „Unser Ziel als Gesellschaft ist es, dass wir uns bei aller kulturellen Vielfalt näherkommen und menschlich zusammenwachsen. Am Anfang dieser Reise steht immer das gegenseitige Kennenlernen und Respektieren. Die Interkulturellen Woche bietet uns dazu viele Gelegenheiten. Nutzen wir sie.“

Ausländische Forscher loben Dresden und empfehlen, Integrationshürden in Sachsen abzubauen

Anlässlich der interkulturellen Woche hat der Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo eine Studie herausgegeben, die ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Wort kommen lässt, die derzeit am Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden arbeiten und in Dresden leben. Sie wurden u.a. dazu befragt, wie es ihnen in Sachsen geht, ob sie sich wohlfühlen und was man für ein respektvolles Miteinander tun könnte.

Martin Gillo sagte zur Studie: „Die aufgezeigten Hindernisse lassen sich mit gutem Willen aus dem Weg räumen. Kaum ein Gesetz bietet so viele Spielräume wie das deutsche Ausländerrecht. Ich bin der Überzeugung, dass der überwiegende Teil der Probleme gelöst sein wird, wenn sich unsere Behörden zu einer wohlwollenden Interpretation unserer Gesetze und zu konsequenter Dienstleistungsorientierung bekennen. Und das liegt allein am politischen Willen des Freistaates Sachsens.“

Der zweisprachige Bericht (deutsch / englisch) ist kostenlos beim Sächsischen Ausländerbeauftragten erhältlich und im Internet verfügbar unter

www.offenes-sachsen.de

Integration innovativ: Das MDR-Projekt „Unsere bunte Heimat“

Der Mitteldeutsche Rundfunk macht mit einem innovativen Format auf sich aufmerksam. „Unsere bunte Heimat“ heißt das trimediale Projekt, welches das MDR-BildungsCentrum mit MDR-Redaktionsvolontären auf den Weg gebracht hat.

Hinter dem Titel „Unsere bunte Heimat“ verbergen sich acht 15-minütige Filme über oder mit Migranten in Mitteldeutschland sowie eine Online-Plattform, auf der man neben den Filmen zusätzliche Informationen und Audio- und Video Beiträge finden kann.

Die Volontäre haben für ihre Filme Menschen aufgespürt, die aus allen Teilen der Welt nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gekommen sind und hier eine neue Heimat gefunden haben. Sie erzählen Geschichten vom alltäglichen interkulturellen Miteinander in Mitteldeutschland und davon, wie die Porträtierten ihrer Arbeit nachgehen und ihren Alltag meistern – und gleichzeitig die eigenen Traditionen erhalten.

Die Programmverantwortlichen des Mitteldeutschen Rundfunks hatten vor einem Jahr gemeinsam mit Vertretern sächsischer Migrantenorganisationen ausgelotet, wie der MDR seine Integrationsaufgabe umsetzen kann. Frau Prof. Dr. Karola Wille betonte in der Veranstaltung in der Leipziger Mediacity im Oktober 2011, dass es nicht sinnvoll scheine, programmliche „Insellösungen“ oder spezielle Redaktionen zu schaffen. „Integration und kulturelle Vielfalt betrachten wir als Querschnittsaufgabe bei unserer täglichen Programmarbeit“, sagte die Intendantin des MDR 2011.

Weitere Informationen zum Projekt „Unsere bunte Heimat“ finden Sie unter: http://www.mdr.de/unsere-bunte-heimat/ueberuns100.html

Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2012“ ist gestartet

Mit dem Wettbewerb sucht das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt zum 12. Mal in Folge erfolgreiche zivilgesellschaftliche Aktivitäten für eine lebendige und demokratische Gesellschaft. Mit dem Wettbewerb sollen Einzelpersonen und Gruppen, die dort und anderswo das Grundgesetz auf kreative Weise mit Leben füllen, für Ihr Engagement gewürdigt werden.

Einsendeschluss für die kompletten Unterlagen ist der 28.09.2012 (Datum des Poststempels). Anmeldungen bitte über

www.buendnis-toleranz.de/aktiv_12

Neuauflage der Broschüren „Willkommen in Deutschland – Informationen für Zuwanderer“ und „Zusatzinformationen für Spätaussiedler“

Der Ratgeber, der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Auftrag des Bundesministeriums des Innern gestaltet wurde, soll Zuwanderern und ihren Familien Orientierung für den Alltag bieten. Die Themen reichen von A wie Aufenthalt bis Z wie „Zertifikat Integrationskurs“.

Die Broschüre beinhaltet eine Vielzahl von (Internet-)Adressen zu Beratungsangeboten und weiterführenden Stellen. Das zusätzliche Angebot "Willkommen in Deutschland – Zusatzinformationen für Spätaussiedler" gibt es auf Deutsch und auf Russisch.

Bestellungen können sowohl über den Publikationsversand der Bundesregierung als auch über den Publikationsservice des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge erfolgen. Die Broschüre ist auch als Download abrufbar.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

http://www.bamf.de/DE/Willkommen/willkommen-node.html

Qualifizierungsreihe „Migrantenorganisationen fördern und stärken“

Das Projekt „Empowerment und Partizipationsförderung für Drittstaatenangehörige in den neuen Bundesländern II“ richtet sich an gesellschaftlich aktive Migrantinnen und Migranten aus so genannten Drittstaaten, d. h. an Personen, die aus Ländern außerhalb der EU nach Deutschland zugewandert sind und die noch die Staatsbürgerschaft ihres Herkunftslandes besitzen.

Viele Migrantenorganisationen beteiligen sich bereits aktiv an gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Prozessen. Das Projekt möchte dazu beitragen, dieses freiwillige Engagement zu professionalisieren und zu fördern. Hierzu sind Menschen aus allen neuen Bundesländern (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) zur Teilnahme eingeladen.

Zwischen November 2012 und April 2013 findet ein Qualifizierungsprogramm für Vertreter/-innen von Migrantenorganisationen statt. Die Fortbildungen sollen dabei unterstützen, die Arbeit von Migrantenorganisationen effizienter zu gestalten und diese Organisationen somit durchsetzungsfähiger zu machen.

Der Bewerbungsbogen für das Qualifizierungsprogramm 2012-2013 muss bis zum 01.10.2012 bei der Projektleitung per Post, Fax oder E- Mail eingereicht werden.

Die Kontaktdaten sind:

Dina Ulrich (Projektleiterin), RAA Brandenburg, Benzstrasse 11/12 in 14482 Potsdam

Telefon: 0331 747 80 28, E-Mail: d.ulrich@raa-brandenburg.de

Den Bewerbungsbogen finden Sie unter:

http://www.raa-brandenburg.de/Portals/4/media/UserDocs/EmPa_Bewerbungsbogen.pdf

Weitere Infos zum Programm finden Sie unter:

http://www.raa-brandenburg.de/Portals/4/media/UserDocs/EmPa-II_Ausschreibung_2012_RAA.pdf

Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ wird fortgeführt

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer, Dr. Christoph Bergner hat die Fortführung des Programms bis zum Jahr 2016 angekündet.

Seit Anfang 2011 initiiert und fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) im Rahmen des Bundesprogramms "Zusammenhalt durch Teilhabe" die Ausbildung von sogenannten Demokratietrainerinnen und -trainer, die in den ostdeutschen Landessportbünden und Landesfeuerwehrverbänden im Einsatz sind, um Trainer und Übungsleiter bei der Konfliktbewältigung in Vereinen und der Auseinandersetzung mit undemokratischen Verhaltensweisen zu unterstützen.

Die Demokratietrainer sind selbst aktive Sportlerinnen und Sportler aus unterschiedlichen Disziplinen bzw. Freiwillige Feuerwehrmänner und -frauen. Zur Vorbereitung erhielten sie Schulungen in Konflikt- und Sozialmanagement, Extremismusprävention und Organisationsentwicklung.

Das erfolgreich erprobte Ausbildungsmodell soll nun auf andere Vereine und Verbände ausgeweitet werden. Ab sofort können sich bundesweit weitere Vereine und Verbände für eine Projektförderung bewerben.

Weitere Infos finden Sie unter: http://www.zusammenhalt-durch-teilhabe.de/

„Willkommenskultur“ wissenschaftlich begleiten

Wie können Neuzuwanderer direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland mit den notwendigen Informationen und Ansprechpartnern für eine schnelle Integration vertraut gemacht werden? Wie können Rahmenbedingungen für den Neustart in unserem Land attraktiver gemacht werden? Wie kann ein "Willkommen aus einer Hand" ermöglicht werden?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich deutschlandweit derzeit 14 lokale und regionale Projekte, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert werden.

Das Bundesamt sucht nunmehr Institutionen, die diese Projekte ab dem 01.01.2013 wissenschaftlich-fachlich begleiten.

Bis zum 15.10.2012 können sich interessierte Institutionen beim BAMF bewerben.

Ziel soll insbesondere sein, die einzelnen Projekte während der Projektlaufzeit intensiv zu begleiten, sie untereinander zu vernetzen, die verschiedenen Projektinhalte und -ziele hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit zu überprüfen sowie aus den Projektergebnissen verallgemeinerbare Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Weiter Infos finden Sie unter:

http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2012/20120917-wiss-begleitung-willkommenskultur.html

„Qualifizierung von Multiplikatoren für Migrantenorganisationen“ in Sachsen

Das Integrationsnetzwerk Sachsen e.V. führt ab Oktober 2012 Multiplikatoren-schulungen für Migrantenorganisationen durch. Die Schulung richtet sich an Mitglieder des Landesverbandes des Integrationsnetzwerkes Sachsen e.V., an Migrantenorganisationen, regional ansässige Pflege- und Sozialeinrichtungen sowie an Privatpersonen.

Das Ziel der geplanten Schulungen ist es, interessierten Vereinen und Organisationen Wissen zu relevanten Schwerpunkten zu vermitteln, damit diese als Multiplikatoren das erworbene Wissen in ihren Einrichtungen weitergeben können.

Teilnehmerbeitrag: 5 Euro pro Teilnehmer (inkl. Verpflegung und Übernachtung). Reisekosten werden erstattet. Anmeldeschluss: 5.10.2012

Die Anmeldung und weitere Fragen richten Sie bitte an:

Integrationsnetzwerk Sachsen e.V.

Dresdner Str. 162, 01705 Freital

Ansprechpartnerin: Olga Stenzel

Telefon: 0351 6463588

E-Mail: ins-verband@gmx.de