Sächsischer Innenminister und Sächsischer Ausländerbeauftragte stellen gemeinsam Broschüre zur Erstorientierung für Asylsuchende in Sachsen vor

Pressemitteilung 15/2013 vom 16.12.2013

Martin Gillo: „Zusammenleben mit Asylsuchenden verbessern durch Wertevermittlung und Orientierung“
Sächsischer Innenminister und Sächsischer Ausländerbeauftragte stellen gemeinsam Broschüre zur Erstorientierung für Asylsuchende in Sachsen vor

Sachsens Innenminister Markus Ulbig und der Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo sind sich einig: Wer bei und mit uns lebt, dem sollten wir auch unsere Grundwerte und die wichtigsten Regeln des Zusammenlebens in Sachsen vermitteln. Beide stellten heute eine Orientierungshilfe für Asylsuchende vor, die ihnen Ankunft und Aufenthalt in Sachsen erleichtern soll. Rechte und Pflichten von Asylsuchenden werden ebenso aufgeführt wie praktische Hinweise zur medizinischen Versorgung, zu Sprachkursen und zum Kita- und Schulbesuch von Kindern.

Martin Gillo wies darauf hin, dass es sowohl im Sinne einer menschenwürdigen Behandlung der Flüchtlinge, als auch im Interesse unserer Gesellschaft sei, den Asylsuchenden mehr Orientierung zu geben: „Es ist eine echte Herausforderung, sich in einem fremden Land richtig zu verhalten, besonders wenn man die Sprache nicht beherrscht. Vieles kann man aus reiner Unkenntnis falsch machen. Wir als aufnehmende Gesellschaft stehen deshalb auch in der Verantwortung zu erklären, was uns wichtig ist und was wir nicht wollen. Die Flüchtlinge kommen aus anderen Kulturen zu uns. Unsere Selbstverständlichkeiten sind nicht ihre Selbstverständlichkeiten. Das ist normal. Normal ist aber auch, dass man sich in solchen Situationen darüber verständigt, was geht und was nicht. Die Orientierungshilfe ist dafür ein wichtiger Baustein.“

Die Broschüre sei als individuelle Hilfe für Asylsuchende gedacht, gleichzeitig könne sie neue Impulse für die Flüchtlingssozialarbeit und für den Dialog in den Kommunen setzen. „Wir brauchen den Dialog darüber, was die gemeinsame Basis unseres Zusammenlebens in Deutschland ist. Bei aller Vielfalt vereint uns das gleiches Recht für alle, egal welcher Herkunft, Religion oder Kultur. Dieses einheitliche Recht ist der Rahmen für unsere Gesellschaft und garantiert unser friedliches Zusammenleben.“, so Gillo. Auch hier würde klar, dass Menschenwürde und Ordnungsstaatlichkeit zusammengehören.

Den Impuls für die Orientierungshilfe für Asylsuchende gab die Leiterin der Abteilung Ordnungsangelegenheiten des Landkreises Sächsische Schweiz - Osterzgebirge Kerstin Körner. Die Inhalte der Orientierungshilfe wurden seit Dezember 2012 gemeinsam mit den Kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten und Vertretern aus anderen Ordnungs- und Sozialbehörden Sachsens erarbeitet. Für Körner ist die Orientierungshilfe ein wesentlicher Baustein der Unterbringungsstrategie ihres Landkreises: „Mit der Orientierungshilfe können wir interkulturelle Missverständnisse und damit Reibungspunkte im Zusammenleben zwischen Einheimischen und Asylsuchenden vermindern helfen.“

Die Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten übernahm die redaktionelle Arbeit und arbeitete dafür mit spezialisierten Sprachmittlern, Vertretern des Sächsischen Flüchtlingsrates und Mitarbeitenden des Dresdner Jugendmigrationsdienstes der Caritas zusammen. Die Illustrationen gestaltete der Dresdner Zeichner Marian Meinhardt-Schönfeld.

Die Broschüre liegt auf Deutsch, sowie in Englisch, Russisch, Französisch, Arabisch, Persisch und Vietnamesisch vor.

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