Die Zeit ist jetzt: Gemeinsam für Zusammenhalt und Teilhabe in einer vielfältigen Gesellschaft einstehen

Pressemitteilung 8/2014 vom 10.07.2014

Der Sächsische Ausländerbeauftragte Professor Martin Gillo übergab am Donnerstag, den 10. Juli 2014, dem Parlament seinen Jahresbericht 2013.

In seiner Rede zum „Heim-TÜV-2013“ im Sächsischen Parlament warb Gillo bei den demokratischen Parteien darum, sich den Herausforderungen, die Migration und Integration mit sich bringen, weiterhin gemeinsam zu stellen: „Es geht bei diesen Themen auch um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Einigkeit in Vielfalt braucht Zeit, um realisiert zu werden. Diese Zeit ist jetzt. Wenn wir dagegen auf Zwietracht setzen, birgt eine wachsende Vielfalt Risiken für eine Aufspaltung und Zerrüttung unserer Gesellschaft. Ehrliches Hinschauen ist der erste Schritt, eine zwischen Menschenwürde und Ordnungsstaatlichkeit ausgewogene Reaktion der zweite. “

Der sächsische „Heim-TÜV“ habe den Erfolg dieser Strategie gezeigt. Heute folge die Unterbringung von Asylsuchenden in Sachsen transparenten und menschenwürdigen Standards. Man zeige damit in Sachsen eindrucksvoll, dass Asylsuchende als Mitmenschen behandelt werden – selbst dann, wenn sie letzten Endes keinen Schutzstatus erhalten.

Gillo dankte allen, die an diesem Weg beteiligt waren und warb für eine Fortsetzung des „Heim-TÜV“ unter der Federführung der oder des künftigen Ausländerbeauftragten.

Soziale Arbeit finanzieren

Auch bei steigenden Flüchtlingszahlen ließen sich die Herausforderungen gut bewältigen, wenn sich alle Akteure der Thematik gemeinsam und offen stellen.

Gillo unterstützte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Prozess, den das Sächsische Staatsministerium des Innern gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden mit dem Unterbringungs- und Kommunikationskonzept für Asylbewerber in Gang gesetzt habe. Er forderte die künftigen Abgeordneten auf, diesen Prozess durch die Finanzierung Sozialer Arbeit in diesem Bereich zu unterstützen. „Soziale Arbeit geht über die Beratung und Unterstützung Einzelner weit hinaus. Sie hilft, Konflikten vorzubeugen und ist damit Teil einer umfassenden Sicherheitsstrategie. Sie ist wirksame Orientierungshilfe für Asylsuchende und unterstützt das Miteinander und die Kommunikation mit der Nachbarschaft.“

Der Jahresbericht des Sächsischen Ausländerbeauftragten enthält dazu unter der Überschrift „Was in Sachsen geleistet wird“ ein Kapitel über erfolgreiche Ansätze aus ganz Sachsen, die zeigen, wie bei allen Schwierigkeiten ein konstruktives Zusammenleben gestaltet werden kann.

Untersuchung zum Potential ausländischer Absolventen veröffentlicht

Des Weiteren enthält der Jahresbericht Beiträge zur erfolgreichen Netzwerkarbeit im Integrationsbereich und zum Thema politische Partizipation von Migrantinnen und Migranten. Außerdem werden die Ergebnisse einer Unternehmensstudie veröffentlicht, die vom Büro des Ausländerbeauftragten initiiert und begleitet wurde.

Untersucht wurde dabei, wie kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen erfolgreich das Fachkräftepotential ausländischer Absolventen erschließen. Die Studie zeigt, dass besonders jene Unternehmen dieses Potential erfolgreich zu nutzen wissen, die an Innovation, Wachstum und Internationalisierung interessiert sind. Dabei setzen sie auf strategisches Personalmanagement, eine offene Firmenkultur, Vielfalt und Mehrsprachigkeit im Unternehmen.

Hintergrund

Der Sächsische Ausländerbeauftragte ist nach dem Gesetz verpflichtet, dem Parlament jährlich einen Bericht über seine Arbeit und die Situation der im Freistaat Sachsen lebenden Ausländer vorzulegen.

Der Amtsinhaber Professor Dr. Martin Gillo wird nach fast fünf Jahren im Amt nicht mehr bei der Landtagswahl im August antreten. Der vorgelegte Bericht bezieht sich auf die Arbeit des vergangenen Jahres. Im laufenden Jahr 2014 hat der Ausländerbeauftragte dem Parlament neben dem Jahresbericht 2013 auch den „Heim-TÜV“-Bericht 2013 und das „Kursbuch Migration und Integration Sachsen“ vorgelegt.

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