Strukturen der Integration gezielt nachrüsten

Pressemitteilung 11/2017 vom 04.08.2017

Die Integrationsbeauftragte von Bayern und der Sächsische Ausländerbeauftragte sprechen sich für verlässliche Ehrenamtsunterstützung und mehr Therapeuten aus

Zu einem Arbeitsaustausch trafen am 3. und 4. August die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Kerstin Schreyer, MdL und der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth, MdL in Dresden zusammen. Neben dem Austausch standen der Besuch des Interkulturellen Frauentreffs Café Halva des Ausländerrates und ein Gespräch mit den migrationspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen auf der Agenda.

Die kontinuierliche Unterstützung ehrenamtlicher Strukturen stellen beide Beauftragten in den Vordergrund der aktuellen Integrationsarbeit. „Ehrenamt benötigt stabile Schnittstellen in die Verwaltung hinein. Wer sich ehrenamtlich engagiert, soll sich um Menschen und Inhalte kümmern und auf klare Rahmenbedingungen bei der Förderung, Beratung und Vernetzung zugreifen können. Professionelle Strukturen müssen die Leitplanken für die Vereins- und Projektarbeit sein.“ so Mackenroth.

Migration, so die beiden Politiker weiter, müsse in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Die Integration der anerkannten und bleibeberechtigten Asylbewerber sei richtig, doch dürften dabei die anderen Gruppen, etwa Studierende, EU-Bürger oder Fachkräfte sowie deren Familienangehörige, nicht aus dem Blick geraten. Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei der gesellschaftlichen Akzeptanz und sind Katalysatoren für die Integration.

Im Hinblick auf die hohe Zahl von Flüchtlingen mit traumatisierenden Belastungen – Schätzungen zufolge bis zu 60 Prozent - forderten die beiden Landesbeauftragten eine gezielte Personalentwicklung.

Schreyer: „Wir benötigen mehr Personal für die Stabilisierung von Menschen, die unter Gewalt, Kriegs- und Fluchterfahrungen leiden. Es gilt, ein flächendeckendes Netz an Beratungsangeboten mit Therapeuten, geschulten Sprachmittlern und Sozialpädagogen sicherzustellen. Wir brauchen Fachkräfte  mit interdisziplinärer und interkultureller Kompetenz.“

Schreyer und Mackenroth vereinbarten einen kontinuierlichen Austausch und eine weitere Zusammenarbeit.

Kerstin Schreyer (CSU) übernahm das Amt der Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung am 1. März 2017 von Martin Neumeyer. Die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung ist seit Mitte 2015 der Bayerischen Staatskanzlei zugeordnet.