Umfrage unter ausländischen Mitarbeitern und Führungskräften zeigt hohe Akzeptanz im Arbeitsumfeld. Mitarbeiter wünschen sich aber Qualifizierung und Weiterbildung

Pressemitteilung 22/2017 vom 04.12.2017

Beim Parlamentarischen Abend im Sächsischen Landtag für ausländische Führungs- und Fachkräfte in Handwerk, Wirtschaft und Gewerbe am 28. November wurde unter den rund 220 Gästen eine nichtrepräsentative Umfrage durchgeführt, um Rückschlüsse auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der ausländischen Arbeitnehmer ziehen zu können. Zudem sollten Handlungsfelder identifiziert werden.

Im Ergebnis lassen sich folgende Grundaussagen zusammenfassen:

  • 96 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich in ihrem Arbeitsumfeld (Betrieb, Firma, Werk, etc.) akzeptiert fühlen
  • 89 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich in ihrem Alltag in Sachsen akzeptiert fühlen
  • 49 Prozent der Befragten gaben an, dass es zu Beginn ihrer Tätigkeit in Deutschland Verständigungsprobleme gab
  • 83 Prozent der Befragten wünschen sich mehr sprachliche Weiterbildungsangebote
  • 71 Prozent der Befragten wünschen mehr Angebote im Bereich fachliche Qualifizierung
  • 55 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Schwierigkeiten mit der Anerkennung ausländischer Abschlüsse hatten
  • 83 Prozent der Befragten würden wieder in Sachsen anfangen
  • 79 Prozent der Befragten würden Sachsen für ausländische Arbeitnehmer weiterempfehlen - 19 Prozent würden es allerdings nicht tun

Befragt wurden ausländische Mitarbeiter und Führungskräfte, die der gemeinsamen Einladung des Landtagspräsidenten, des Sächsischen Ausländerbeauftragen und der Kammerpräsidenten in den Plenarsaal gefolgt waren.

Der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth, auf dessen Initiative die Begegnung und die Umfrage zustande gekommen war, forderte im Hinblick auf die Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund unkomplizierte Zugänge zum Arbeitsmarkt: „Unsere Aufgabe in der Politik ist es, optimale Rahmenbedingungen für Sie und Ihre Arbeitgeber zu schaffen, um rechtliche Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen.“

In Sachsen üben derzeit 56.400 Ausländern eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus. Demnach haben etwa 3,6 Prozent aller Beschäftigten keinen deutschen Pass. Das Statistische Landesamt beziffert den relativen Ausländeranteil in Sachsen auf 4,0 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zum Stichtag 30.06.2016 waren das 163.726 Ausländer bei einer Gesamtbevölkerung von 4.078.397 Menschen.