Aufruf zur Solidarität mit der Familie des Leipziger Mordopfers

Pressemitteilung 13/2010 vom 30.10.2010

In weniger als zwei Jahren wurde im Freistaat Sachsen jetzt zum zweiten Mal ein ausländischer Mitbürger brutal ermordet. Es traf den 19-jährigen Kamal Qilada, einen koptisch orthodoxen Christen aus dem Irak.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag, den 24. Oktober 2010, war er mit seiner deutschen Freundin auf dem Weg nach Hause in einer "Wohnplatte" in der Nähe des Hauptbahnhofs, als er im Park vor dem Leipziger Hauptbahnhof einen Überfall von zwei Männern auf einen sechzehnjährigen Jungen bemerkte. Er trat mutig hinzu, um den Jungen zu retten und wurde sofort von den beiden Männern feige angegriffen und brutal erstochen. Seine Freundin und der überfallene Junge konnten die Täter gegenüber der Polizei identifizieren. Doch jegliche Hilfe kam für Kamal zu spät. Er erlag seinen schweren Wunden am nächsten Tag in der Universitätsklinik Leipzig.

Kamal Qilada stand zwei Tage vor seinem Abschlusszeugnis und hatte schon eine Stelle, bei der er Arbeit aufnehmen sollte.

„Wer solidarisch in unserer Gesellschaft ist, der verdient auch unsere Solidarität. Ich lade alle aufrechten Leipziger ein, mit mir zu seiner Beerdigungsfeier am Montag, den 1. November um 13:45 Uhr auf den Leipziger Nordfriedhof zu kommen.“ so Martin Gillo nach dem Besuch der Familie.

Die Feier wird unter Mitwirkung des koptisch orthodoxen Bischofs Gerges El Moharaky durchgeführt. Zeigen wir der Familie und ihren Freunden, dass sie in dieser schweren Zeit nicht allein gelassen sind.