Sächsischer Ausländerbeauftragter legt Jahresbericht 2010 vor: „Vielfalt bereichert unseren Freistaat“

Pressemitteilung 2/2011 vom 17.01.2011

Der Sächsische Ausländerbeauftragte Prof. Dr. Martin Gillo stellte am Montag seinen Jahresbericht vor, der die Tätigkeit des vergangenen Jahres dokumentiert und über die Situation der in Sachsen lebenden Menschen mit Migrationshintergrund informiert.

„Ich verstehe meine Aufgabe im Sinne einer Politik der Weltoffenheit, gelebter Willkommensgesellschaft und der Würde für alle bei uns lebenden Menschen.“ definierte Gillo seine Haltung zu seinem Amt. „Im vergangenen Jahr habe ich viele eindrucksvolle Beispiele dafür kennengelernt, wie Menschen mit Migrationshintergrund den Freistaat Sachsen bereichern.“ Dazu zählten z. B. die sehr guten Bildungsabschlüsse von Schülern mit Migrationshintergrund oder die vielen engagierten Wissenschaftler und Ärzte aus anderen Ländern, die sich heute in und für Sachsen engagieren.

Gillo betonte, dass er sich in Sachsen weiter dafür engagieren werde, dass sich solche Beispiele mehren. „Wenn wir die Chance auf Zugewinn durch engagierte und starke Talente aus aller Welt nutzen wollen, dann wird sich unsere Gesellschaft zu einer gelebten Willkommensgesellschaft weiterentwickeln“, so Gillo. „Dazu gehört auch, die Würde aller Menschen, die in Sachsen leben, zu gewährleisten, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.“

Ausgangspunkt des Jahresberichtes sind die „Sieben Anregungen für ein weltoffeneres Sachsen“, die Gillo im vergangenen Jahr nach hundert Tagen im Amt gegeben hat und die sich sowohl auf das Thema Zugewinn durch Zuwanderung als auch auf das Thema Würde und Humanität bezogen haben.

Beim Thema Zugewinn verwies Gillo unter anderem auf wichtige Initiativen der Staatsregierung. Dazu zählt der „Runde Tisch Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse“, den er koordiniert und moderiert. „Die zu langsame Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist ein großes Hindernis bei der Integration vieler unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund. Die angestrebte Verbesserung der Situation ist ein wichtiger Beitrag für die Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft.“

Unter dem Punkt Humanität sprach Gillo über seine Initiative zur Verbesserung der Qualität der Unterbringung von Asylbewerbern und Geduldeten in Sachsen.

 „Sachsen befindet sich auf einer Reise zu mehr Weltoffenheit“, so schätzte Gillo die grundsätzliche Situation der Mitbürgerinnen und Mitbürger mit ausländischen Wurzeln in Sachsen ein. „Das ist ermutigend, zeigt aber auch, dass wir einen langen Atem brauchen. Die vorhandene Fremdenskepsis verliert sich nicht über Nacht. Aber wir können sie Tag für Tag verkleinern: mit guten Beispielen und konkreten Möglichkeiten des Kennenlernens.“

Der Jahresbericht soll dafür Mut machen und gleichzeitig Lust auf kulturelle Vielfalt vermitteln.

„Die Schwerpunkte meiner Arbeit im Jahr 2011 sehe ich zum einen in der kontinuierlichen Fortsetzung meiner Arbeit am „Runden Tisch Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse“. Außerdem werde ich die Verbesserung der Unterbringungsbedingungen in den sächsischen Gemeinschaftsunterkünften weiterhin konstruktiv begleiten. Unser Ziel ist es, in allen Gemeinschaftsunterkünften Bedingungen zu schaffen, die unseren eigenen Werten entsprechen“, so Gillo.

Integration braucht ein starkes Netzwerk. Deshalb wird sich Gillo wie schon 2010 für die Stärkung des sächsischen Integrationsnetzwerks mit den Kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten und den Akteuren aus den Vereinen und Initiativen im Bereich Migration, Flüchtlinge und Integration engagieren.

„Ein neuer Schwerpunkt für meine Arbeit wird das Thema Willkommensgesellschaft sein. Wenn wir qualifizierte Zuwanderung wollen, wenn es uns darum geht, die besten Köpfe nach Sachsen zu holen, müssen wir hier Bedingungen schaffen, in denen sich die Zugewanderten und ihre Familien respektiert und willkommen fühlen“, so Gillo.

Hier sei zwar schon einiges erreicht, doch mehr gelte es zu tun. Wer wissen will, was noch zu tun ansteht, sollte sich fragen: Wie geht es den ausländischen Arbeitnehmern, Selbständigen, Forschern, Studierenden und Unternehmern bei uns? Wie wohl fühlen sie sich hier mit ihren Familien? Fühlen sie sich willkommen?

„Nach meinem ersten Jahr freue ich mich über die breite Unterstützung für meine Arbeit aus allen Bereichen unserer Gesellschaft. Und ich freue mich über jeden, der sich uns anschließt: Suchen Sie sich eine Integrationsinitiative, die Ihre Seele anspricht, und werden Sie Mitglied des Netzwerkes. Wir brauchen Sie!“, so Gillo.

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