Zwanzig Jahre Sächsischer Ausländerbeauftragter

Pressemitteilung 6/2012 vom 14.05.2012

Martin Gillo: „Es geht um uns alle!“ In Sachsen leben heute Menschen aus über 170 verschiedenen Ländern. Diese Menschen sind so vielfältig wie die Gründe, die sie zu uns geführt haben.

Der derzeitige Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo plädierte anlässlich des zwanzigsten Jahrestages des Amtes dafür, weniger auf das Trennende, als auf das Gemeinsame zu achten:

„Diese Menschen kamen als Flüchtlinge oder Fachkräfte, als Spätaussiedler oder als Vertragsarbeiter, als Ehepartner oder als Studenten. Sie arbeiten mit uns als Ärzte oder Forscher, als Gemüsehändler oder Handwerker, als Maschinenbauingenieur oder Programmierer. Unsere Kinder lernen mit ihnen in der Schule und wir begegnen ihnen beim Einkaufen oder im Treppenhaus. Fakt ist: Wir leben gemeinsam!“

Gillo sprach sich dafür aus, diese Realität aktiv und konstruktiv zu gestalten und auch zu genießen. Der Umgang mit Menschen aus aller Welt sei eine Herausforderung, vor allem aber eine Bereicherung. Das zeige sich nicht nur darin, dass Sachsen aktiv um qualifizierte Zuwanderung wirbt. Das zeige sich auch im Kleinen: Wer offen auf Menschen aus anderen Ländern zugehe, erfahre viel Neues und lerne, über den eigenen Tellerrand zu schauen.

„Inzwischen werde ich von vielen Menschen angesprochen, die unsere Arbeit schätzen und sie unterstützen wollen. Es sind Handwerksmeister und Geschäftsführer von kleinen Unternehmen, Leiter von Forschungsinstituten, Kita-Erzieher, Lehrer und Vertreter von Pflegediensten. Vielfalt ist Alltag – das ist ihre Botschaft.“

Gillo versteht sein Amt deshalb als auch als Ermutiger für die Mehrheitsgesellschaft, diese Vielfalt anzunehmen und aktiv zu gestalten. „Es geht um uns! Arbeitsplätze allein bringen niemanden nach Sachsen. Wir müssen zeigen, dass uns die Vielfalt, um die wir werben, willkommen ist. Dafür müssen wir uns öffnen.“, sagte Gillo. Sachsen sei die gemeinsame Heimat für alle hier lebenden Menschen. Das sei es, was zähle.

 

Zur Geschichte des Amtes des Sächsischen Ausländerbeauftragten

Der Innenausschuss des 1. Sächsischen Landtags beschloss am 3. April 1992, dem Antrag der SPD-Fraktion DS 1/1002 zur Errichtung des Amtes eines Ausländerbeauftragten zu entsprechen und dem Plenum zur Zustimmung zu empfehlen. Damaliger Ausschussvorsitzender war Hartmut Ulbricht von der CDU Fraktion. In einer der folgenden Plenarsitzungen stimmte die übergroße Mehrheit der Abgeordneten am 10. April 1992 für die Einrichtung des Amtes beim Sächsischen Landtag.

Erster Beauftragter wurde mit 113 von 135 abgegebenen Stimmen der damalige Vizepräsident des Landtags Heiner Sandig. Er wurde am 14. Mai 1992 in geheimer Wahl auf Vorschlag der CDU-Fraktion gewählt und blieb bis zum Ende der 3. Wahlperiode Ausländerbeauftragter. Von 2004 bis 2009 hatte Friederike de Haas, CDU das Amt inne. Seit dem 9. Dezember 2009 ist Martin Gillo Landesbeauftragter.

Der erste Beauftragte wurde nur für die restliche Dauer der 1. Legislaturperiode gewählt. Das Gesetz über den Sächsischen Ausländerbeauftragten SächsAuslBeauftrG wurde am 28. Januar 1994 noch durch den 1. Sächsischen Landtag beschlossen. Es gilt seit dem 9. März 1994 und wurde von Landtagspräsidenten Erich Iltgen, Ministerpräsidenten Prof. Dr. Kurt Biedenkopf und dem Staatsminister des Innern Heinz Eggert unterzeichnet.

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