„Migranten für Sachsen – Sachsen für Migranten“ Sächsischer Integrationspreis 2012 verliehen

Pressemitteilung 16/2012 vom 30.11.2012

Vier Initiativen erhielten am Freitag, den 30.11.2012, den Sächsischen Integrationspreis 2012, der gemeinsam von der Sächsischen Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Christine Clauß, und dem Sächsischen Ausländerbeauftragen Professor Martin Gillo ausgelobt wurde.

In diesem Jahr stand das Engagement von Migrantinnen und Migranten im Mittelpunkt, die sich für ein respektvolles Miteinander und eine sächsische Willkommensgesellschaft engagieren.

Mit dem Integrationspreis wurde Mehrdad Kalateh Agha Mohammadi vom Förderverein Jugend-, Kultur- und Sozialzentrum Aue e.V ausgezeichnet. Er engagiert sich nicht nur bei der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund, sondern geht auch aktiv auf die einheimische Bevölkerung zu. Er setzt sich mutig und öffentlich für seine neue Heimat Sachsen, für Demokratie und ein respektvolles Miteinander ein und ist ein wichtiges Beispiel für lebendige und selbstverständliche Interkulturalität in Sachsen.

Mit einem besonders nachhaltigen Projekt überzeugte eine Initiative von Zuwanderern aus dem Verein ProDialog Leipzig e.V. Die Initiatoren entwickelten eine interkulturelle Fortbildungsreihe für Erzieher und Erzieherinnen und Mitarbeitende aus öffentlichen Einrichtungen wie z.B. Jugendämtern. Darüber wird zum einen die interkulturelle Kompetenz der Einzelnen erhöht und gleichzeitig die interkulturelle Öffnung der Regeleinrichtungen vorangetrieben. Die Teilnehmer der Fortbildungen wirken gleichzeitig als Multiplikatoren und können Kinder und Jugendliche für die Vorteile kultureller Vielfalt sensibilisieren.

Einen weiteren Preis erhielt das Kunst- und Tanzstudio „Schöne Welt" aus Oelsnitz im Vogtland. Bei dieser Initiative werden Berührungsängste zwischen „Fremden" und Einheimischen überwunden, denn mit Kunst und Tanz gelingt, was sonst so schwierig erscheint: Deutsche und Zuwanderer engagieren sich für gemeinsame Projekte. Damit wird kulturelle Vielfalt als alltägliche Bereicherung erlebbar.

Über den Sonderpreis des Sozialministeriums freute sich der Verein zur Förderung von Kinder- und Jugendsport in Dresden, der gemeinsam mit verschiedenen Partnern wie beispielsweise der Polizei und dem Ausländerrat Dresden e.V. einen Fahrradkurs für Migrantinnen organisierte. Frauen aus Afghanistan, dem Jemen und dem Iran erlernten das Fahrradfahren, was in ihren Heimatländern eher unüblich ist. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei kam es gleichzeitig zu einem interkulturellen Austausch und besserem Verständnis. Das Empowerment der einzelnen Frauen ging damit Hand in Hand mit der interkulturellen Öffnung der beteiligten Organisationen.

Bei der Verleihung in Dresden sagte Sozialministerin Christine Clauß: „Migranten gehören in die Mitte der Gesellschaft, in die Mitte der Politik, in die Mitte der sächsischen Heimat und Wahlheimat. Nur das gemeinsame Denken, Fühlen und Handeln von Zuwanderern und Mehrheitsgesellschaft bringt uns weiter."

Der Sächsische Ausländerbeauftragte Prof. Dr. Martin Gillo, sagte: „Es ist nicht die Herkunft entscheidend, sondern ob und wie sich Menschen für unsere gemeinsame Heimat Sachsen und unsere gemeinsame Zukunft engagieren. Alle Initiativen, die sich beworben haben, tragen ein Stück dazu bei, dass Sachsen immer mehr zu einem Land wird, in dem wir – unabhängig von unserer Herkunft - respektvoll und auf Augenhöhe miteinander umgehen. Das ist ein entscheidender Beitrag für unsere Zukunftsfähigkeit."

Die Preisträger wurden von einer siebenköpfigen Jury ermittelt und erhielten ein Preisgeld von je 1.500 Euro. Insgesamt bewarben sich 24 Projekte, Initiativen und Einzelpersonen.

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