Statistiken

Die statistischen Angaben basieren auf den Erhebungen des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und eigenen Berechnungen.

Sachsen ist vielfältig und bunt, das belegen auch die Zahlen

Tabellenblatt

Das Jahr 2015 war stark geprägt vom Zuzug Asylsuchender nach Deutschland. Das spiegelt sich teilweise bereits im statistischen Teil des Jahresberichts wider. In vielen Bereichen, wie beispielsweise Bildung und Arbeitsmarkt, werden zahlenmäßige Veränderungen voraussichtlich erst nach und nach spürbar. Im Themenfeld Migration gibt es sehr unterschiedliche und teilweise nicht vergleichbare Statistiken. Ein Grund dafür sind die unterschiedlichen Zielgruppen der Erhebung: Die eine Statistik erfasst Ausländer und die andere Menschen mit Migrationshintergrund.

Ein weiterer Punkt, weshalb Statistiken zum Teil nicht vergleichbar sind, ist die unterschiedliche Datenerhebung. So werden Ausländer gleich in zwei Verwaltungsregistern erfasst: im Melderegister des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen (StaLa) und im Ausländerzentralregister (AZR) beim Bundesverwaltungsamt in Köln, welches vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geführt wird.

Zuständig für die Übermittlung von Daten an das AZR sind die Ausländerbehörden, die für die Erteilung von Visa zuständigen Behörden, die Bundespolizei, das BAMF, die Staatsangehörigkeitsbehörden und andere Behörden. Erfasst werden dabei Daten von Ausländern, die sich länger als drei Monate und nicht nur vorübergehend in Deutschland aufhalten. Das Statistische Landesamt wiederum bezieht seine Daten über die zuständigen Meldebehörden. Dabei wird keine Mindestaufenthaltsdauer berücksichtigt. Die Angaben des Statistischen Landesamtes ergeben sich aus den Vorgaben zur Bevölkerungsfortschreibung. Basis für die jetzige Fortschreibung ist die zum 9. Mai 2011 aus dem Zentralen Einwohnerregister für jede Gemeinde ermittelte Anzahl der Einwohner. Zum Redaktionsschluss lagen bereits einige Statistiken über das Jahr 2015 vor. Sie werden neben den Daten zu 2014 aufgeführt und sind gekennzeichnet. An dieser Stelle beziehen wir uns lediglich auf die Daten von 2014, um Vergleiche möglich zu machen.

Zuwanderung

Ende 2014 lebten im Freistaat Sachsen 117.057 Ausländer, das waren 2,9 Prozent der 4,05 Millionen Einwohner in Sachsen. Der Ausländeranteil in Sachsen ist damit im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (9,3 Prozent) sehr gering. Im Vergleich zum Ausländeranteil in den Bundesländern belegt Sachsen den 12. Platz (Quelle: Statistisches Bundesamt). In der sächsischen Bevölkerung sind laut Ausländerzentralregister Ende 2014 über 185 Staatsangehörigkeiten vertreten. Die größte Gruppe der Ausländer in Sachsen waren mit etwa 8,2 Prozent die Polen. Stark vertreten sind auch russische Staatsbürger mit 7,5 Prozent sowie Vietnamesen mit 6,2 Prozent. Mit 35,2 Prozent besitzt etwa jeder dritte Ausländer in Sachsen die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates (Quelle: Ausländerzentralregister).

2014 kamen insgesamt 40.821 Ausländer nach Sachsen, 23.658 Ausländer zogen aus Sachsen weg. Dabei zogen innerhalb des Bundesgebietes 5.965 Ausländer nach Sachsen und 6.891 Ausländer aus Sachsen in ein anderes Bundesland. Über die Grenze des Bundesgebietes zogen 2014 insgesamt 34.856 Ausländer nach Sachsen. Die meisten kamen dabei aus EU-Staaten. Mit 14.316 beträgt deren Anteil an den Zuzügen 41,1 Prozent. 4.775 Ausländer (13,7 Prozent) kamen aus weiteren europäischen Staaten, die nicht der EU angehören. Insgesamt liegt der Anteil der Zuzüge aus europäischen Ländern damit bei 55 Prozent. Mit 3.213 Zuzügen und damit 9,2 Prozent liegt dabei Polen an erster Stelle. Asien stand 2014 mit 9.523 Zuzügen (27,3 Prozent) an zweiter Stelle der Herkunftskontinente. Hier kamen mit 2.917 Zuzügen die meisten Menschen aus Syrien (8,4 Prozent). Aus Afrika zogen 4.205 Menschen (12,1 Prozent) nach Sachsen. Die meisten kamen dabei aus Tunesien (1.163 Zuzüge, entspricht 3,3 Prozent). Vom amerikanischen Kontinent zogen 1.601 Ausländer (4,6 Prozent) nach Sachsen.Aus den USA kamen mit 616 Menschen die meisten (1,8 Prozent). Weitere 123 Zuzüge (0,4 Prozent) erfolgten aus Australien und Ozeanien. Erstmals wurde für 2015 im Rahmen der Wanderungsstatistik die Zu- und Abwanderung von Ausländerinnen und Ausländern beruhend auf einer durchgeführten Schnellschätzung ermittelt. Für 2015 wurden 61.000 Ausländerinnen und Ausländer ermittelt, die nach Sachsen zugewandert sind. Bei rund 19.000 abgewanderten Personen im gleichen Zeitraum ergibt sich ein positiver Wanderungssaldo von 42.000 Menschen.

Altersstruktur

Die deutsche Bevölkerung im Freistaat Sachsen war 2014 im Durchschnitt 47,1 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Ausländer in Sachsen lag bei 34,1 Jahren. Damit sind Ausländer im Schnitt 13 Jahre jünger als die deutsche Bevölkerung in Sachsen. Drei Viertel der ausländischen Bevölkerung in Sachsen war 2014 jünger als 45 Jahre. Jeder sechste Ausländer war im Alter von 45 bis unter 60 Jahren. Nur 7,2 Prozent der Ausländer waren 60 Jahre und älter.

Einbürgerungen

Im Jahr 2014 ließen sich insgesamt 1.093 Ausländer im Freistaat Sachsen einbürgern. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 75 Einbürgerungen weniger. Mehr als die Hälfte der Eingebürgerten lebten vor ihrer Einbürgerung bereits acht bis 15 Jahre in Deutschland (662 Personen). Weniger als acht Jahre in Deutschland ansässig waren 185 der eingebürgerten Personen (15,1 Prozent). 149 Personen lebten zum Zeitpunkt ihrer Einbürgerung bereits 20 Jahre und mehr in Deutschland (Quelle: Statistisches Landesamt).

Bildung

Im Sommer 2014 beendeten insgesamt 27.459 Schüler ihre Schulbildung an allgemeinbildenden Schulen oder Schulen des zweiten Bildungsweges. Darunter waren 1.131 Schüler mit Migrationshintergrund. Mit 27,9 Prozent erhielt mehr als ein Viertel der Absolventen mit Migrationshintergrund das Abitur. Von den Schülern ohne Migrationshintergrund verließen 29,9 Prozent die Schule mit diesem Abschluss. Das Merkmal »Migrationshintergrund« wird im Freistaat Sachsen bereits seit 2008 als freiwillige Angabe berücksichtigt. Nach dieser Statistik liegt ein Migrationshintergrund dann vor, wenn Kinder zwei- oder mehrsprachig aufwachsen, und sie selbst oder mindestens ein Elternteil oder Großelternteil nach Deutschland zugewandert sind, ungeachtet ihrer gegenwärtigen Staatsangehörigkeit und ungeachtet des Aufenthaltsstatus. Im Wintersemester 2014/15 gab es 15.472 ausländische Studenten an den Hochschulen in Sachsen und damit 1.862 mehr als im Vorjahr. Bei insgesamt 112.574 Studenten zu diesem Zeitpunkt lag der Anteil ausländischer Studenten damit bei 13,7 Prozent. Die Mehrheit der ausländischen Studenten kam aus Europa (7.406) und Asien (6.301). Etwa drei Viertel der ausländischen

Studenten studierten an Sachsens Universitäten (11.497), 20 Prozent an Fachhochschulen (3.187) und fünf Prozent an Kunsthochschulen (788). 32,6 Prozent, und damit fast jeder dritte ausländische Student, studierten in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften (5.037), jeder fünfte Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (3.347). Im Prüfungsjahr 2014 erwarben 2.277 Absolventen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Hochschulabschluss an sächsischen Hochschulen. Damit wurden zehn Prozent der insgesamt 22.602 Hochschulabschlüsse von ausländischen Absolventen erreicht. Zehn Jahre zuvor lag der Ausländeranteil noch bei sechs Prozent. Bundesweit betrug der Ausländeranteil an den Absolventen 2014 insgesamt 9,5 Prozent.

Migranten im Arbeitsmarkt

Nach Angaben der Sächsischen Landesärztekammer ist die Anzahl ausländischer Ärzte von 2007 bis 2014 von 1.061 auf 2.167 gestiegen. Der Anteil der ausländischen Ärzte betrug 2014 in Bezug auf die berufstätigen Mediziner in Sachsen 13,2 Prozent. Die Ärzte kamen 2014 aus 90 Nationen. »Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Station ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden« – so das Ärzteblatt Sachsen 2/2015 mit einem Zitat der Sächsischen Landesärztekammer. Der Anteil von Ausländern im Bereich des öffentlichen Dienstes in Sachsen lag zum Stichtag 31.12.2014 mit 187 beschäftigten Ausländern bei 0,20 Prozent. Im Kindertagesstätten- und Vorschulbereich lag der Anteil zum 30.06.2014 mit 108 beschäftigten Ausländern bei 0,77 Prozent (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).

Bei den Statistiken werden die folgenden Abkürzungen verwendet:

  • AZR Ausländerzentralregister
  • BAMF Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  • StaLa Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
  • SMI Sächsisches Staatsministerium des Innern
  • WS Wintersemester

 

Ausgewählte statistische Angaben

Zusätzlich wurden Ergebnisse aus Erhebungen von Stiftungen, wissenschaftliche Studien oder Antworten auf parlamentarische Anfragen an die Parlamente berücksichtigt. Die Anzeige der Tabellen ist nur eingeschränkt barrierefrei. 

Statistische Bonbons - Wussten Sie schon?

... dass von den 4,07 Millionen Menschen, die am 30.09.2015 in Sachsen lebten, 139.020 Ausländer sind? Dies entspricht einem Anteil von 3,4 Prozent.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

… dass in Leipzig zum 30.09.2015 der Ausländeranteil mit 6,9 Prozent an der Gesamtbevölkerung mit 552.878 Bewohnern am höchsten war. Der Landkreis Bautzen hat mit 1,6 Prozent den geringsten Ausländeranteil.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

... dass im Jahr 2015 in Sachsen 1.225 Menschen eingebürgert wurden?
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

… dass die größte Zahl der Eingebürgerten (45,5 %) vorher Staatsangehörige eines europäischen Landes waren?
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

… dass 122 der Eingebürgerten und damit etwa 10 % aus der Ukraine stammen? 118 der Eingebürgerten (9,6 %) kamen aus Vietnam und 76 Personen (6,2 %) aus Polen.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

... dass 34.856 ausländische Mitbürger im Jahr 2014 über die Grenze des Bundesgebiets in den Freistaat Sachsen zogen? Die Zahl der Fortzüge über die Bundesgrenze lag bei 16.767. Daraus ergibt sich ein Zuwanderungsplus von 18.089.
Im ersten Halbjahr 2015 zogen 19.848 ausländische Mitbürger über die Grenze des Bundesgebietes nach Sachsen und 8.235 wieder fort. Das ergibt ein Zuwanderungsplus von 11.613.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

... dass das Land Sachsen für ausländische Studenten immer attraktiver wird? Im Wintersemester 2015/16 waren 16.611 ausländische Studenten an sächsischen Hochschulen immatrikuliert und damit 1.139 mehr als im Wintersemester 2014/15.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

… dass von den insgesamt 16.611 ausländischen Studenten in Sachsen 6.654 (40 Prozent) im Wintersemester 2015/16 in den Ingenieurwissenschaften immatrikuliert waren? Im Wintersemester 2014/15 waren 32 % der ausländischen Studenten in diesem Fachbereich eingeschrieben.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

… dass 15 Prozent der Habilitationen im Jahr 2015 durch Ausländer vorgelegt wurden?
Von insgesamt 73 Habilitationen wurden 11 durch ausländische Wissenschaftler vorgelegt. Davon gehörten fünf zur Fächergruppe Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften, zwei zum Bereich Mathematik / Naturwissenschaften und je eine zum Bereich Geisteswissenschaften, Rechts-, /Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Agrar-, / Forst- und Ernährungswissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften.
Insgesamt habilitierten deutlich mehr Männer (54) als Frauen (19), darunter 9 Männer und 2 Frauen aus dem Ausland.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

... dass 2015 die meisten Asylbegehrenden aus Syrien kamen? Insgesamt kamen 69.900 Asylbegehrende nach Sachsen, davon 29.440 aus Syrien. Im Zeitraum Januar bis April 2016 kamen 6.968 Asylbegehrende nach Sachsen, darunter 1.947 Menschen aus Syrien.
Quelle: Zentrale Ausländerbehörde Sachsen

…dass sich die Zahl der ausländischen Ärzte im Jahr 2015 weiter erhöht hat? Zum 31.12.2015 waren 2.421 Ärzte aus 92 Nationen und damit 11,7 % mehr als im Jahr 2014 (2.167 ausländische Ärzte aus 90 Nationen) in Sachsen gemeldet.
Quelle: Sächsische Landesärztekammer

… dass beinahe jeder fünfte Krankenhausarzt in Sachsen ein Ausländer ist? Von insgesamt 9.373 Ärzten, die zum 31.12.2015 im stationären Bereich tätig waren, sind 1.746 ausländischer Herkunft.
Quelle: Sächsische Landesärztekammer

… dass etwa jede 18. Ehe, die 2014 in Sachsen geschlossen wurde, binational deutsch-ausländisch ist?
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

… dass bei den 2014 geschlossenen binationalen deutsch-ausländischen Ehen die häufigsten ausländischen Ehemänner Tunesier (9,5 %), gefolgt von Türken (9,2 %) und Briten (5,3 %) und die häufigsten ausländischen Ehefrauen Russinnen (16,4 %), Ukrainerinnen (10,3 %) und Polinnen (7,6 %) waren?
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen