Statistiken

Die statistischen Angaben basieren auf den Erhebungen des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und eigenen Berechnungen.

Sachsen ist vielfältig und bunt, das belegen auch die Zahlen

Tabellenblatt

Nachdem das Jahr 2015 vom Zuzug Asylsuchender nach Deutschland stark geprägt war, zeigen sich erste Veränderungen auch in den Statistiken: Der Ausländeranteil ist im Vergleich zu den Vorjahren deutlicher gestiegen. Jedoch auch im Bereich der Asylanträge und Entscheidungen sind Veränderungen erkennbar. Wurde nach dem erhöhten Zuzug von Asylsuchenden 2015 von einem Stau bei der Asylantragstellung gesprochen, so ist im Jahr 2016 sowohl ein Anstieg bei Asylanträgen als auch bei der Anzahl der Entscheidungen über Asylanträge zu verzeichnen. Teilweise spiegeln sich Veränderungen bereits im statistischen Teil des Jahresberichts wider. In vielen Bereichen, wie beispielsweise Bildung und Arbeitsmarkt, werden zahlenmäßige Veränderungen jedoch erst nach und nach spürbar.

Statistiken und ihre Vergleichbarkeit

Im Themenfeld Migration gibt es sehr unterschiedliche und teilweise nicht vergleichbare Statistiken. Ein Grund dafür sind die unterschiedlichen Zielgruppen der Erhebung: Die eine Statistik erfasst Ausländer und die andere Menschen mit Migrationshintergrund. Ein weiterer Punkt, weshalb Statistiken zum Teil nicht vergleichbar sind, ist die unterschiedliche Datenerhebung. So werden Ausländer gleich in zwei Verwaltungsregistern erfasst: im Melderegister des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen (StaLa) und im Ausländerzentralregister (AZR) beim Bundesverwaltungsamt in Köln, welches vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geführt wird. Zuständig für die Übermittlung von Daten an das AZR sind die Ausländerbehörden, die für die Erteilung von Visa zuständigen Behörden, die Bundespolizei, das BAMF, die Staatsangehörigkeitsbehörden und andere Behörden. Erfasst werden dabei Daten von Ausländern, die sich länger als drei Monate und nicht nur vorübergehend in Deutschland aufhalten. Das StaLa wiederum bezieht seine Daten über die zuständigen Meldebehörden. Dabei wird keine Mindestaufenthaltsdauer berücksichtigt. Die Angaben des StaLa ergeben sich aus den Vorgaben zur Bevölkerungsfortschreibung. Basis für die jetzige Fortschreibung ist die zum 9. Mai 2011 aus dem Zentralen Einwohnerregister für jede Gemeinde ermittelte Anzahl der Einwohner.

In den hier aufgeführten Statistiken fehlen Bevölkerungs- bzw. Einbürgerungszahlen aus dem Berichtsjahr 2016. Nach Angaben des StaLa verzögert sich die Bereitstellung von Einwohnerzahlen. Betroffen sind sowohl die Bundesergebnisse als auch Ergebnisse der Länder (somit auch die Ergebnisse auf Gemeindeebene, für die Landkreise und Kreisfreien Städte) und schließt die Jahresergebnisse zu den Wanderungen sowie zu Geburten, Sterbefällen und Eheschließungen ein.

Die vorliegenden Statistiken mit Daten des Jahres 2016 werden neben den Daten zu 2015 aufgeführt und sind gekennzeichnet. An dieser Stelle beziehen wir uns lediglich auf die Daten von 2015, um Vergleiche möglich zu machen.

Zuwanderung

Ende 2015 lebten im Freistaat Sachsen 158 743 Ausländer, das waren 3,9 Prozent der 4,05 Millionen Einwohner in Sachsen. Der Ausländeranteil in Sachsen ist damit im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 10,5 Prozent sehr gering. Im Vergleich zum Ausländeranteil in den Bundesländern belegt Sachsen gemeinsam mit Sachsen-Anhalt den 12. Platz (Quelle: Statistisches Bundesamt, Ergebnisse auf Grundlage des Zensus 2011). In der sächsischen Bevölkerung sind laut Ausländerzentralregister Ende 2015 mehr als 180 Staatsangehörigkeiten vertreten. Die größte Gruppe der in Sachsen lebenden Ausländer waren Syrer (10,7 Prozent), gefolgt von Polen (7,4 Prozent), russischen Staatsbürgern (6,0 Prozent) Vietnamesen (4,8 Prozent), Ukrainern (3,9 Prozent) und Afghanen (3,7 Prozent). Fast jeder dritte Ausländer in Sachsen (30,6 Prozent) besaß Ende 2015 eine EU-Staatsangehörigkeit (Quelle: Ausländerzentralregister).

In den Kreisfreien Städten Sachsens betrug der Ausländeranteil 5,7 Prozent (Dresden), 6,9 Prozent (Chemnitz) bzw. 7,5 Prozent (Leipzig). In den Landkreisen lag er außer im Landkreis Görlitz unter 3 Prozent.

2015 zogen insgesamt 68 569 Ausländer in den Freistaat Sachsen. Darunter waren 61 126 Zuzüge aus dem Ausland und 7 443 Zuzüge aus dem Bundesgebiet. Im gleichen Zeitraum zogen 27 299 Ausländer aus Sachsen weg, davon 18 801 ins Ausland und 8 498 in ein anderes Bundesland. Aus Zu- und Fortzügen über die Landesgrenze ergab sich ein Wanderungsgewinn von 41 270 ausländischen Personen. 54,1 Prozent und damit mehr als die Hälfte aller Zu- und Fortzüge von Ausländern stellte die Altersgruppe 20 bis unter 35 Jahre. 48,3 Prozent der Zuzüge aus dem Ausland betrafen Personen aus Asien Bei den Zuzügen über die Grenze des Bundesgebietes kamen insgesamt 61 126 Ausländer nach Sachsen, die meisten davon aus Asien. Mit 31 862 beträgt deren Anteil an den Zuzügen 52,1 Prozent. Hauptherkunftsländer waren dabei Syrien (14 738 Personen bzw. 24,1 Prozent), Afghanistan (4 845 Personen bzw. 7,9 Prozent) und der Irak (3 442 Personen bzw. 5,6 Prozent). Ein Viertel der Zuzüge durch Ausländer kam aus EU-Staaten (15 507 Personen) nach Sachsen. Aus weiteren europäischen Ländern kamen 7 675 Ausländer (12,6 Prozent). Der Anteil der Zuzüge aus europäischen Ländern liegt damit bei 37,9 Prozent. Mit 3 807 Zuzügen und damit 6,2 Prozent liegt dabei Polen an erster Stelle. Aus Afrika zogen 3 956 Ausländer (6,5 Prozent) nach Sachsen. Die meisten kamen dabei aus Libyen (999 Zuzüge bzw. 1,6 Prozent), Marokko (932 bzw. 1,5 Prozent) und Tunesien (589 bzw. 1,0 Prozent). Vom amerikanischen Kontinent zogen 1 532 Ausländer (2,56 Prozent) nach Sachsen. Aus den USA kamen mit 577 Menschen die meisten (0,9 Prozent). Weitere 86 Zuzüge (0,1 Prozent) erfolgten aus Australien und Ozeanien.

Altersstruktur

Die deutsche Bevölkerung im Freistaat Sachsen war 2015 im Durchschnitt 47,2 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Ausländer in Sachsen lag bei 31,9 Jahren. Damit sind Ausländer im Schnitt 15 Jahre jünger als die deutsche Bevölkerung in Sachsen. Vier Fünftel der ausländischen Bevölkerung In Sachsen waren 2015 jünger als 45 Jahre. Jeder siebente Ausländer war im Alter von 45 bis unter 60 Jahren. Nur 5,9 Prozent der Ausländer waren 60 Jahre und älter. Einbürgerungen Im Jahr 2015 ließen sich insgesamt 1 225 Ausländer im Freistaat Sachsen einbürgern. Das waren 132 Einbürgerungen mehr als im Jahr 2014. Mehr als die Hälfte der Eingebürgerten lebten vor ihrer Einbürgerung bereits acht bis 15 Jahre in Deutschland (662 Personen). Weniger als 8 Jahre in Deutschland ansässig waren 185 der eingebürgerten Personen (15,1 Prozent). 149 Personen lebten zum Zeitpunkt ihrer Einbürgerung bereits 20 Jahre und mehr in Deutschland (Quelle: Statistisches Landesamt).

Bildung

Im Sommer 2015 beendeten insgesamt 28 463 Schüler ihre Schulbildung an allgemeinbildenden Schulen oder Schulen des zweiten Bildungsweges. Darunter waren 1 256 Schüler mit Migrationshintergrund. Mit 26,7 Prozent erhielt mehr als ein Viertel der Absolventen mit Migrationshintergrund das Abitur. Von den Schülern ohne Migrationshintergrund verließen 33,0 Prozent die Schule mit diesem Abschluss. Das Merkmal »Migrationshintergrund« wird im Freistaat Sachsen bereits seit 2008 als freiwillige Angabe berücksichtigt. Nach dieser Statistik liegt ein Migrationshintergrund dann vor, wenn Kinder zwei- oder mehrsprachig aufwachsen und sie selbst oder mindestens ein Elternteil oder Großelternteil nach Deutschland zugewandert sind, ungeachtet ihrer gegenwärtigen Staatsangehörigkeit und ungeachtet des Aufenthaltsstatus.

Im Wintersemester 2015/16 studierten 16 611 ausländische Studenten an den Hochschulen in Sachsen und damit 1 139 mehr als im Vorjahr. Bei insgesamt 113 281 Studenten zu diesem Zeitpunkt lag der Anteil ausländischer Studenten damit bei 14,7 Prozent. Die Mehrheit der ausländischen Studenten kam aus Europa (7 318), knapp gefolgt von Asien (7 266). Etwa drei Viertel der ausländischen Studenten studierten an Sachsens Universitäten (12 285), 21,3 Prozent an Fachhochschulen (3 187) und 4,7 Prozent an Kunsthochschulen (4 786). 40,1 Prozent und damit deutlich mehr als ein Drittel der ausländischen Studenten studierte in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften (6 654), jeder fünfte Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (3 795). Im Prüfungsjahr 2015 erwarben 2 449 Absolventen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Hochschulabschluss an sächsischen Hochschulen. Damit wurden 11 Prozent der insgesamt 22 303 Hochschulabschlüsse von ausländischen Absolventen erreicht. 10 Jahre zuvor lag der Ausländeranteil noch bei 7,5 Prozent. Weiterhin gab es 226 erfolgreiche Promotionen von ausländischen Absolventen. Damit wurde fast jeder siebente Doktortitel an einen Ausländer verliehen.

Migranten im Arbeitsmarkt

Im Jahr 2015 waren 2 421 ausländische Ärzte aus 92 Nationen bei der Sächsischen Landesärztekammer gemeldet. Die Anzahl ausländischer Ärzte ist somit seit dem Jahr 2007 bis 2015 von 1 061 auf 2 421 gestiegen. Der Anteil der ausländischen Ärzte in Bezug auf die Gesamtzahl der berufstätigen Mediziner ist von 11,9 auf 12,1 Prozent gestiegen. Die Anzahl der syrischen Ärzte hat sich in den letzten zwei Jahren von 52 auf 169 verdreifacht. »Einige Kliniken könnten den Betrieb mancher Station ohne die internationalen Ärzte nicht aufrechterhalten, weil sie in Deutschland keine Mediziner finden«, – so das Ärzteblatt Sachsen 2/2015 mit einem Zitat der Sächsischen Landesärztekammer. Der Anteil von Ausländern im Bereich des öffentlichen Dienstes in Sachsen lag zum Stichtag 31.12.2015 mit 219 beschäftigten Ausländern bei 0,24 Prozent. Im Kindertagesstätten- und Vorschulbereich lag der Anteil zum 30.06.2015 mit 133 beschäftigten Ausländern bei 0,93 % (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).

 

Ausgewählte statistische Angaben

Von Ausländeranteil bis Zu- und Fortzüge. Das Dokument enthält ein aktives Inhaltsverzeichnis. Zusätzlich zu den Angaben der Statistikämter wurden Ergebnisse aus Erhebungen von Stiftungen, wissenschaftliche Studien oder Antworten auf parlamentarische Anfragen an die Parlamente berücksichtigt.

Statistische Bonbons - Wussten Sie schon?

... dass von den 4,08 Millionen Menschen, die am 31.12.2015 in Sachsen lebten, 158.743 Ausländer sind? Dies entspricht einem Anteil von 3,9 Prozent.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, eigene Berechnung

… dass in Leipzig zum 31.12.2015 der Ausländeranteil mit 7,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung mit 560.472 Bewohnern am höchsten war. Die Landkreise Bautzen und Leipzig sowie der Erzgebirgskreis verzeichnen mit 2,0 Prozent den geringsten Ausländeranteil.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, eigene Berechnungen

... dass im Jahr 2016 in Sachsen 1.453 Menschen eingebürgert wurden?
Quelle: Statistisches Bundesamt

... dass 61.126 ausländische Mitbürger im Jahr 2015 über die Grenze des Bundesgebiets in den Freistaat Sachsen zogen? Die Zahl der Fortzüge über die Bundesgrenze lag bei 18.801. Daraus ergibt sich ein Zuwanderungsplus von 42.325.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

... dass der Anteil ausländische Studierender in Sachsen stetig steigt? Im Wintersemester 2016/2017 waren 16.895 ausländische Studenten und Studentinnen an sächsischen Hochschulen immatrikuliert. Das entspricht einem Anteil von 15,2 Prozent an allen Studierenden. Im Wintersemester 2015/2016 betrug der relative Anteil 14,7 Prozent. Der niedrigste Ausländeranteil lag im Wintersemester 1994/1995 mit 4,8 Prozent an allen Studierenden vor.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

… dass von den insgesamt 16.895 ausländischen Studenten in Sachsen 7.167 (42 %) im Wintersemester 2016/2017 in den Ingenieurwissenschaften immatrikuliert waren? Im Wintersemester 2015/2016 waren 40 Prozent der ausländischen Studenten in diesem Fachbereich eingeschrieben.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

... dass 2016 die meisten Asylbegehrenden aus Syrien kamen? Insgesamt kamen 14.860 Asylbegehrende nach Sachsen. Hauptherkunftsländer waren Syrien mit 2.787 Personen, Afghanistan mit 1.977 Personen und Irak mit 1.568 Personen Im Zeitraum Januar bis Mai 2017 kamen 3.050 Asylbegehrende nach Sachsen.
Quelle: Zentrale Ausländerbehörde Sachsen

…dass sich die Zahl der ausländischen Ärzte im Jahr 2016 weiter erhöht hat? Zum 31.12.2016 waren 2.517 Ärzte aus 94 Nationen und damit 96 mehr als im Jahr 2015 (2.421 ausländische Ärzte aus 92 Nationen) in Sachsen gemeldet.
Quelle: Sächsische Landesärztekammer

… dass beinahe jeder fünfte Krankenhausarzt in Sachsen ein Ausländer ist? Von insgesamt 9.508 Ärzten, die zum 31.12.2016 im stationären Bereich tätig waren, sind 1.767 ausländischer Herkunft.

… dass etwa jede 18. Ehe, die 2015 in Sachsen geschlossen wurde, binational deutsch-ausländisch ist? Von insgesamt 18.541 im Jahr 2015 geschlossenen Ehen wurden 1.021 Ehen zwischen Deutschen und Ausländern geschlossen. Bei 89 weiteren Eheschließungen waren beide Ehepartner Ausländer.
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

… dass bei den 2015 geschlossenen binationalen deutsch-ausländischen Ehen die häufigsten ausländischen Ehemänner Tunesier (9,5 %), gefolgt von Türken (7,3 %) und Briten (6,3 %) und die häufigsten ausländischen Ehefrauen Russinnen (14,3 %), Ukrainerinnen (11,3 %) und Polinnen (6,9 %) waren?
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen