Newsletter Nr. 9 vom 21.09.2018

Sterntaler geht an Asylhelferkreis Glauchau

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Am UN-Weltkindertag zeichneten der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e. V. und der Sächsische Ausländerbeauftragte das Projekt „ehrenamtliche Lernförderung für Schüler“ des Helferkreises Asyl Glauchau mit dem Sterntalerpreis 2018 aus. Der Preis würdigt den herausragenden Einsatz in der Arbeit mit Flüchtlingskindern. Das Preisgeld beträgt 3.000 € und ist für künftige Projekte mit Flüchtlingskindern vorgesehen. Auch die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch würdigte bei der Feierstunde im Sächsischen Landtag die Arbeit des Helferkreises. Schwerpunkt des diesjährigen Wettbewerbes war der Spracherwerb.

Christina Koch, Vorstandsmitglied beim Deutschen Kinderschutzbund Sachsen e. V., hob in ihrer Laudatio die Wirkung der Lernförderung hervor: „Insbesondere der Spracherwerb der Kinder und Jugendlichen wird mit diesem Projekt intensiv gefördert. Diese Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache stärkt die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, verbessert ihre Chancen auf Teilhabe sowie Integration und gibt ihnen eine gute Perspektive in unserem Land.“

„Der Helferkreis Asyl Glauchau bietet seit Jahren eine allein vom Ehrenamt getragene, kontinuierliche Betreuung an zwei Tagen in der Woche an. So eine stabile und effektive Hilfe leistet manch finanziell mit staatlichen Geldern gefördertes Projekt nicht.“, zeigte sich Geert Mackenroth beeindruckt.

Parlamentarischer Abend für ausländische Führungs- und Fachkräfte bei den Freien Berufen

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Am 13. September 2018 folgten rund 100 ausländische Führungs- und Fachkräfte der gemeinsamen Einladung des Sächsischen Ausländerbeauftragen und des Landesverbands der Freien Berufe. Anlass der Begegnung war der Parlamentarische Abend im Plenarsaal des Landtags. Unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler hatten der Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe, Hans-Joachim Kraatz, und der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth MdL eingeladen. Zur Zielgruppe gehörten unter anderem die Berufsgruppen der Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte, Ingenieure, Musiker und Künstler.

Ziel des Abends war, neben der Begegnung mit den Abgeordneten, den wertvollen Beitrag der so genannten Freien Berufe sichtbar zu machen und zu würdigen. „Wir wollen aber auch die Sorgen der ausländischen Kräfte aufnehmen und Verbesserungspotential erkennen.“, so Geert Mackenroth.

Umfrageergebnisse

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Parallel zur Feierstunde nahmen die Gäste des Abends an einer Umfrage teil, um Rückschlüsse auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der ausländischen Freiberufler ziehen zu können. Die nicht repräsentative Umfrage zeigt ein Stimmungsbild der Befragten, gibt gleichzeitig aber auch Denkanstöße. 61 Personen nahmen an der Umfrage teil. Im Ergebnis lassen sich folgende Grundaussagen zusammenfassen:

Die große Mehrheit der Befragten (82 Prozent) gab an, dass sie sich sowohl in ihrem Arbeitsumfeld als auch ihrem Alltag in Sachsen akzeptiert fühlen.

71 Prozent der Befragten wünschten sich umfangreichere sprachliche Weiterbildungsmöglichkeiten, 69 Prozent der Befragten sind Angebote im Bereich fachliche Qualifizierung wichtig.

Befragt nach bürokratischen Hürden gaben 68 Prozent an, dass sie ihre Tätigkeit rasch und unkompliziert aufnehmen konnten.

Die überwiegende Mehrheit von 79 Prozent der Befragten würde beruflich wieder in Sachsen anfangen. Immerhin 76 Prozent der Befragten würden Sachsen gegenüber anderen Interessenten empfehlen; 18 Prozent würden dies allerdings nicht tun.

Arbeitsmarktdaten der ausländischen Bevölkerung und Asylanträge Juli 2018

Die Zahl der in Deutschland neu gestellten Asylanträge bleibt auf dem Niveau der Vormonate und somit unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass 13.000 Asylanträge im Juli 2018 gestellt wurden.

Nach Informationen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) steigt die Beschäftigungsquote der ausländischen Bevölkerung trotz des starken Bevölkerungswachstums dieser Gruppe leicht an. Die ausländische Bevölkerung wuchs im Juli 2018 um 26.000 Personen. Die Beschäftigungsquote der ausländischen Bevölkerung lag im Juni 2018 bei 49,4 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,5 Prozentpunkte angestiegen.

Das Beschäftigungswachstum bei Personen aus der EU und anhaltend bei Personen aus den Kriegs- und Krisenländern ist stark. Die Beschäftigung der ausländischen Bevölkerung aus den EU-28-Ländern ist im Juni 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 170.000 Personen (+7,6 Prozent) gestiegen. Damit erhöhte sich ihre Beschäftigungsquote um 0,9 Prozentpunkte auf 55,5 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten aus den Kriegs- und Krisenländern wuchs um rund 101.000 (+47,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Beschäftigungsquote dieser Ländergruppe ist um 8,2 Prozentpunkte auf 27,8 Prozent gestiegen.

Die Arbeitslosenquote der ausländischen Bevölkerung sank. Sie lag im Juni 2018 bei 12,6 Prozent und ist somit gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7 Prozentpunkte gesunken. Die absolute Zahl der Arbeitslosen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist im August 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um 33.000 Personen (-5,0 Prozent) gesunken.

Die SGB-II-Hilfequote der ausländischen Bevölkerung bleibt mit 21,0 Prozent im Mai 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat unverändert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote für die Bevölkerung aus Bulgarien und Rumänien um 1,5 Prozentpunkte gesunken.

Das IAB bilanziert, dass die Flüchtlingsmigration erst langsam auf dem Arbeitsmarkt sichtbar wird und sich Flüchtlinge nur langsam in den Arbeitsmarkt integrieren. Die Arbeitsmarktentwicklung für andere Migrantengruppen verläuft weiter überwiegend günstig.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Ausführliche Informationen finden Sie unter
http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Zuwanderungsmonitor_1808.pdf

Fachtag zu Diskriminierung und Rechtssicherheit am 2. Oktober

Am 2. Oktober 2018 findet in den Räumen des Landesverbandes des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen der Fachtag „Ist das jetzt schon Diskriminierung? - Vielfalt nutzen und rechtssicher handeln.“ statt.

Veranstaltungsort: Am Brauhaus 8, 01099 Dresden
Veranstaltungszeit: 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Die Teilnahme ist kostenlos.

Folgende Vorträge sind unter anderem geplant:

Diskriminierungsschutz im Arbeitsrecht, Karina Schulze, Referentin für Zivilrecht und rechtliche Betreuung/Paritätischer Gesamtverband

Antidiskriminierungsarbeit in Sachsen - Einblicke & Ausblicke, Sotiria Midelia, Antidiskriminierungsbüro Sachsen

Arbeitgeberattraktivität durch Diversity, Dr. Stefan Sandbrink, Landesgeschäftsführer/Arbeiter-Samariter-Bund NRW e. V.

Außerdem werden verschiedene Workshops angeboten, zum Beispiel Männer in der Pflege oder Interkulturelle Öffnung als Cultural Mainstreaming in der Kinder- und Jugendhilfe.

Anmeldung und weitere Informationen finden Sie unter
https://parisax.de/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltungsanzeige/veranstaltung/ist-das-jetzt-schon-diskriminierung-vielfalt-nutzen-und-rechtssicher-handeln/

Mediatorenschulung - Gesundheitsförderung von Migrantinnen und Migranten

Die gesundheitliche Lage von Menschen mit Migrationsgeschichte unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Das Projekt des Ethnomedizinischen Zentrums e. V. „Mit Migranten für Migranten“, das in Sachsen von der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. durchgeführt wird, setzt sich dafür ein, dass Migranten den gleichen Zugang zu Gesundheitsangeboten bekommen. Im Projekt sollen interkulturelle Mediatoren gewonnen werden. Die Menschen werden aus ihrer eigenen Situation, Sprache, Migrationserfahrung und Kultur heraus geschult und tragen ihr Wissen an Menschen ihrer Sprachgruppe weiter.

Die Themen der Schulung sind:

Gesundheitssystem in Deutschland, Gesundheitsversorgung für Geflüchtete

Seelische Gesundheit

Kindergesundheit

Impfschutz

Frauen-/Müttergesundheit

Anschließend führen die Mediatoren als Honorarkraft mithilfe des zur Verfügung gestellten Materials (Präsentationen, Handouts etc.) selbstständig Informationsveranstaltungen für Menschen mit Migrationsgeschichte durch.

Kontakt:
Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V.
Margret Rudolph
E-Mail rudolph@slfg.de
Telefon 0351 50193600

Neues Glossar des Europäischen Migrationsnetzwerks (EMN)

Das Glossar stellt gemeinsame Definitionen oder Bedeutungen für Begriffe aus den Bereichen Asyl und Migration zur Verfügung. Die Version 5.0 enthält als Vorläufer der Version 6.0 weniger Begriffe, ist aber in deutscher Sprache verfasst.
http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/EMN/Glossary/emn-glossary2.html?nn=6144894