Newsletter Nr. 8 vom 29.08.2019

Jahresbericht 2018 an den Landtag übergeben

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Am 16. August übergab der Sächsische Ausländerbeauftragte seinen Jahresbericht 2018 an den Präsidenten des Sächsischen Landtags. Die Druckschrift im Format A5 hat 230 Seiten und wird unter der Drucksachennummer 6/18610 vom Innenausschuss und vom Plenum des Sächsischen Landtags beraten.

Im Bericht sind wie in jedem Jahr die Entwicklungen und die Lage der Ausländer in Sachsen dokumentiert. Im Kapitel Perspektiven wurde den Kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten Raum für ihre Erfahrungen und Empfehlungen im Rückblick auf die ablaufende Wahlperiode gegeben. Im gleichen Kapitel stellt Geert Mackenroth „Drei Lehren aus Chemnitz“ vor. Zudem wurden Zusammenfassungen der sechs Vorträge zum Thema „Unsere Gesellschaft von morgen“ abgedruckt.

Zusammengefasst wurden auch die Ergebnisse des „Heim-TÜV Teil II“ und der großen Einbürgerungsstudie in Sachsen. Statistische Daten, Kernpunkte der Arbeit des Ausländerbeauftragten und der Härtefallkommission finden sich ebenso wieder, wie eine Übersicht zu den Entwicklungen im Asyl- und Aufenthaltsrecht und ein umfangreicher statistischer Anhang.

Bestellungen oder Download unter
https://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml

Bundesagentur für Arbeit macht keine Vorgaben zum Nutzungsumfang ehrenamtlicher Sprachmittlerdienste

Nachdem verschiedene ehrenamtliche Sprachmittlerdienste auf kommunaler Ebene darauf hingewiesen hatten, dass die Bundesagentur (BA) verstärkt auf einen vertraglich an die Bundesagentur für Arbeit gebunden Telefondolmetscherdienst zurückgreife, fragte der Sächsische Ausländerbeauftragte bei der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen, im Juni 2019 nach.

Die Bundesagentur für Arbeit positionierte sich wie folgt: Eine frühzeitige Integration von Geflüchteten in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt soll durch einen unbürokratischen Zugang zu Sozial- und Beratungsleistungen in den Dienststellen der BA und den gemeinsamen Einrichtungen ermöglicht werden. Bevor eine Beauftragung eines kostenpflichtigen Dolmetscherdienstes erfolge, sei die Nutzung nicht kostenpflichtiger Alternativen zu prüfen. Die Entscheidung über Art und Umfang der Dolmetscherleistung treffe dabei die jeweilige Dienststelle. Grundlage für die Entscheidung seien vor allem die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden, die Erfordernisse des Gesprächsinhaltes, die Planbarkeit des Termins und die regionalen Angebote von Dolmetschern. Vorgaben zum Nutzungsumfang einzelner Dolmetscherdienste gebe es nicht. Die Ehrenamtlichen und Sprachmittlerdienste in den Kommunen sollen bei der Auswahl der bestehenden Möglichkeiten der Unterstützung mit einbezogen werden.

Verbraucherzentrale Sachsen e. V. stärkt mit dem Projekt „Wir sind für alle da!“ die Alltagskompetenzen von Migranten

Das Angebot der Verbraucherzentrale Sachsen unterstützt Menschen mit Migrationshintergrund zu Fragen aus dem Verbraucheralltag. Sie werden gezielt zu den Themen Verbraucherrecht, Finanzen, Telekommunikation und Digitales sowie Energie informiert. Künftig kommen die Themen Ernährung und Wohnen hinzu.

Undurchsichtige Betriebskosten, überteuerte Handyverträge, Abofallen oder Fragen zum Girokonto oder Versicherungsvertrag sind bereits für deutsche Verbraucher problematisch. Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland und mit anderen Erfahrungen kommen, müssen zusätzlich möglicherweise über eine Sprachbarriere hinweg den Bürokratie- und Vertragsdschungel durchdringen.

Vier Projektmitarbeiterinnen der Verbraucherzentrale geben in Workshops Verbrauchern mit Flucht- und Migrationshintergrund erste Orientierung im Konsumalltag und klären sie über ihre Rechte sowie über mögliche Kosten- und Schuldenfallen auf. Angesprochen sind ebenfalls Multiplikatoren und haupt- und ehrenamtliche Akteure der Flüchtlingshilfe und Integrationsarbeit, die im Rahmen ihrer Begleitung immer wieder mit Verbraucherthemen konfrontiert werden.

Das Angebot „Wir sind für alle da“ ist kostenfrei und wird bei Bedarf durch Sprachmittler unterstützt. Im Jahr 2018 konnte das Projekt sehr erfolgreich mehr als 1.000 Teilnehmende erreichen und mit über 50 Kooperationspartnern zusammenarbeiten.

Über das Projekt „Wir sind für alle da!“ wird auch eine mehrsprachige Beratung in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Sachsen angeboten. Die Beratung mit Telefondolmetscherdienst kann aktuell in folgenden Sprachen stattfinden: Arabisch, Persisch, Englisch, Somali, Russisch, Urdu, Paschtu und Tigrinya.

Kontakt und Information:
https://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/wir-sind-fuer-alle-da
E-Mail integration@vzs.de
Ansprechpartnerin: Sabine Roeber
Beratungszentrum Dresden
Fetscherplatz 3
01307 Dresden
Telefon 0351 4353714

Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen (DSM) übergab Forderungskatalog an Vertreter der Landespolitik

Am 23. August übergaben Vertreter des Dachverbandes einen Forderungskatalog mit insgesamt 36 Einzelforderungen an Vertreter der CDU, der SPD, der Linken und von Bündnis90/DIEGRÜNEN in Sachsen. Diese Forderungen sind in den Themenkomplexen Religionsfreiheit, Vielfaltbewusste Öffnung, Politische Teilhabe, Bildung und Erziehung, Gesundheit, Flucht & Asyl sowie Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung gegliedert. Jeder Einzelpunkt wird mit einem Sachstand und einer Forderung beschrieben.

Im Vorfeld fanden nach Angaben des DSM vier Werkstattgespräche in Sachsen statt. An den Gesprächen in Leipzig (2x), Dresden und Chemnitz beteiligten sich 40 Personen. Außerdem konnten sich die Teilnehmer der Werkstattgespräche in ein Online-Forum einbringen.

Der DSM versteht sich gegenüber den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung als legitimierter Ansprechpartner für die Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen.

Der Forderungskatalog und begleitendes Pressematerial unter
www.dsm-sachsen.de

Quartalszahlen zu Abschiebungen und überwachten Ausreisen in Sachsen

Nach Angaben des Innenministeriums wurde im 2. Quartal 2019 insgesamt 304 abgelehnte Asylbewerber nach § 58 Abs. 1 Aufenthaltsgesetz abgeschoben. Dabei wurden 61 Personen nach der Dublin-III-Verordnung in Dublin-Staaten überstellt.

Im gleichen Zeitraum erfolgten 215 überwachte Ausreisen nach § 58 Abs.3 AufenthG.

Zum Vergleich: Im 2. Quartal 2018 wurden nach § 58 Abs. 1 Aufenthaltsgesetz insgesamt 260 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben. Dabei wurden 84 Personen nach der Dublin-III-Verordnung in Dublin-Staaten überstellt. Zeitgleich erfolgten 247 überwachte Ausreisen nach § 58 Abs. 3 Aufenthaltsgesetz.

Seit Inbetriebnahme am 3. Dezember 2018 der Haftanstalt Dresden befanden sich 36 Personen in der sächsischen Abschiebungshaft- und Ausreisegewahrsamseinrichtung. Durchschnittlich waren diese Personen 33 Tage im Gewahrsam.

Bildungszugang von Kindern und Jugendlichen in Erstaufnahmeeinrichtungen

Zum Stichtag 30. Juni 2019 befanden sich im Freistaat Sachsen 437 Personen unter 18 Jahren in Aufnahmeeinrichtungen. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Juliane Nagel (DIE LINKE) hervor. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 83 Personen im schulpflichtigen Alter länger als drei Monate in einer Aufnahmeeinrichtung untergebracht. Davon waren 25 Personen länger als sechs Monate, jedoch keine Person länger als ein Jahr untergebracht. Die Staatsregierung beabsichtigt bis spätestens September 2019 das „Lernangebot für Kinder und Jugendliche in Erstaufnahmeeinrichtungen“ zugänglich zu machen.

Anteil von Ausländern bei der Dualen Berufsausbildung steigt in Sachsen

Am 31. Dezember 2018 befanden sich rund 50.200 Auszubildende im Freistaat Sachsen in der dualen Ausbildung. 33 Prozent davon waren Frauen. Die Zahl der Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg um 35,4 Prozent bzw. von 1.577 auf 2.136 junge Menschen. Der Anteil der ausländischen Auszubildenden an allen Auszubildenden stieg um einen Prozentpunkt von 3,2 auf 4,2 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 9,9 Prozent. Die häufigsten Herkunftsländer der ausländischen Auszubildenden waren Afghanistan (378 Auszubildende), gefolgt von der Arabischen Republik Syrien (344), Vietnam (158) sowie Polen (86). Von den insgesamt 19.409 neu geschlossenen Ausbildungsverträgen wurden 1.143 von Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit abgeschlossen. Das ist eine Steigerung um 290 bzw. 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Auszubildenden waren bei Neuabschluss eines Ausbildungsvertrages durchschnittlich 19,2 Jahre alt.
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen

Volkshochschule Dresden bietet Kombiangebot Sport und Grundbildung/Alphabetisierung

In dem Projekt „mittendrin“ werden Sport, Lernen im Team und individuelle Beratung kombiniert. Das Schnupperangebot beginnt am 5. September auf dem Rasen und im Lernzentrum des Fußballstadions bei Dynamo Dresden. Das Angebot findet jeden Donnerstag bis zum Jahresende zwischen 17 und 20 Uhr statt und ist bis Ende Dezember geplant. Die Volkshochschule kooperiert mit dem Fanprojekt Dresden e. V. und dem Zentrum für Forschung, Weiterbildung und Beratung der ehs Dresden gGmbH.

Gemeindedolmetscherdienst Dresden (GDD) sucht engagierte Muttersprachler

Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter ist ein umfangreiches und zertifiziertes Schulungsprogramm vorgesehen. Geschult werden zum Beispiel Dolmetschertechnik oder Fachsprache Gesundheitswesen. Angeboten wird auch Supervision zur Begleitung bei belastenden Einsatzsituationen.

Derzeit bilden 65 Mitstreiter etwa 30 Sprach- und Kulturregionen ab. Aktuell werden folgende Muttersprachler gesucht:

Albanisch, Bulgarisch, Englisch, Französisch, Georgisch, Griechisch, Italienisch, Kurdisch, Paschtu, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Rumänisch, Serbokroatisch, Somalisch, Tigrinya, Tschetschenisch, Türkisch und Urdu.

Kontakt: Grit Mager

viaa.de@t-online.dewww.convectus.de

Förderprogramm „Demokratie leben“ nimmt in Dresden bis 18. Oktober noch Anträge entgegen

Wer noch im Jahr 2019 ein Projekt durchführen will, das die demokratische Stadtgesellschaft stärkt und zu zivilgesellschaftlichem Engagement für die lokale Demokratie motiviert, kann noch Fördermittel im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und des Lokalen Handlungsprogramms für ein vielfältiges und weltoffenes Dresden beantragen.

Für 2019 werden insbesondere noch Vorhaben in Dresden gesucht, die zur

•Prävention von aktuellen Formen des Antisemitismus,

•Förderung des demokratischen Dialogs, der Respektkultur und gewaltfreien Sprache,

•Erinnerung an die Friedliche Revolution im Jahr 1989 und ihre Relevanz für aktuelle gesellschaftliche Phänomene und

•zum Empowerment von Personen, die von Diskriminierung und sozialem Ausschluss bedroht oder betroffen sind, und zu mehr demokratischer Teilhabe

beitragen.

Projektanträge müssen beim Bürgermeisteramt eingereicht werden. Antragsformulare und Förderbedingungen unter:
www.dresden.de/lhp

IQ-Netzwerk informiert zur Arbeitsmarktintegration

„Helfer – und dann? Qualifizierung und Unterstützung für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration zugewanderter Menschen“ war eine Veranstaltung am 8. Mai im Fachinformationszentrum Zuwanderung Dresden überschrieben. Thematisiert wurden die Themen: Berufsbegleitende Sprachförderung, Förderung durch die Sächsische Aufbaubank sowie über das Qualifizierungschancengesetz, Anpassungsqualifizierungen und Unterstützungs- und Beratungsangebote.

Aus den Inhalten der Veranstaltung entstand eine „Übersicht Qualifizierung von Neuzugewanderten in Arbeit“. Sie kann abgerufen werden unter:
www.dresden.de > media > pdf > bildung

Das IQ-Netzwerk unterstützt Interessierte bei ähnlichen Veranstaltung.
Kontakt
Kathrin Herbst
E-Mail herbst@exis.de
Telefon 0351 43707010

Goetheinstitut bietet Website mit Informations- und Trainingsangebot an

Das Onlineportal bietet Hilfe beim Deutsch lernen, zum Leben im deutschen Alltag und Kontakte an. Zu den insgesamt 26 vorhandenen Sprachversionen des Webportals ist aktuell Kiswahili hinzugekommen. In Kürze folgen brasilianisches Portugiesisch und Hindi. Die Texte der Rubriken „In Deutschland leben“ und „Hilfe finden“ können nun angehört und mitgelesen werden.

Unter dem Titel „Mein Weg nach Deutschland“ entstanden in einer Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation ArrivalAid zehn Videos mit Menschen, die aus verschiedenen Ländern kommen und jetzt in Deutschland leben. In den ersten fünf Folgen erzählen Abdoulie, Sausan, Malek, Katrin und Abir von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und Träumen in Deutschland. Die Videos erscheinen jeden Freitag auf Kimos Blog und auf dem Facebook-Kanal „Mein Weg nach Deutschland“.
https://www.goethe.de/prj/mwd/de/index.html?wt_sc=mwnd#