Newsletter Nr. 11 vom 19.12.2019

Asylzahlen Sachsen für Januar bis November – 16 Prozent Anträge von Syrern

Im Zeitraum Januar bis November 2019 wurden in Sachsen insgesamt 6.992 Asylanträge gestellt. Darunter befanden sich 5.849 Erst- und 1.143 Folgeanträge. Die meisten Anträge (1.118 insgesamt oder 16 Prozent) wurden von Staatsangehörigen der Arabischen Republik Syrien gestellt.

Die Zahl der Anträge insgesamt ist damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (8.110 Anträge, davon 7.050 Erst- und 1.060 Folgeanträge) um 13,8 Prozent zurückgegangen.

Entscheidungen über Asylanträge

Im Zeitraum Januar bis November 2019 wurde über 8.224 Anträge entschieden. Im Vorjahreszeitraum lagen 9.255 Entscheidungen vor. Anhängig, also noch nicht entschieden, sind am 30.11.2019 insgesamt 1.727 Anträge, davon 1.550 aufgrund von Erstanträgen und 177 aufgrund von Folgeanträgen. Ende November 2018 waren es noch 2.243 anhängige Verfahren (2.071 aufgrund von Erstanträgen und 172 aufgrund von Folgeanträgen).

Über 80.000 Ausländer arbeiten sozialversicherungspflichtig in Sachsen

Nach statistischen Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren zum Stichtag 31. März 2019 in Sachsen 1.611.619 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Unter den Beschäftigten sind 782.620 Frauen und 828.999 Männer. Der Anteil von Ausländern (80.931) beträgt 5,02 Prozent.

In den Wirtschaftsabteilungen und -gruppen sind im Bereich „Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“ 10.425 Ausländer beschäftigt, gefolgt vom Bereich „Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und Ausbaugewerbe“ mit 5.769 Ausländern. Jeweils über 3.000 Ausländer sind in den Bereichen „Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen“, „Lagerei; Dienstleistung, Verkehr“, „Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau“, „Erziehung und Unterricht“ sowie im „Gesundheitswesen“ beschäftigt.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen Ost-West, Bundesland Sachsen
https://statistik.arbeitsagentur.de/nn_4236/SiteGlobals/Forms/Themenauswahl/themenauswahl-Form.html?view=processForm&resourceId=210342&input_=&pageLocale=de&regionInd=14&year_month=201903&topicId=746698&topicId.GROUP=1&search=Suchen

Industrie- und Handelskammern mit Konjunkturumfragen - Fachkräfte angemahnt

Die Ergebnisse der 9. gemeinsamen Konjunkturumfrage der IHKs Cottbus und Dresden für die Lausitz im Herbst 2019 belegen, dass die konjunkturelle Stimmung im Jahresverlauf deutlich nachgegeben hat, im Besonderen in der Industrie. Die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate sind von Skepsis geprägt. Jedes vierte Unternehmen geht binnen Jahresfrist von einer Verschlechterung der Geschäfte aus. Größtes Geschäftsrisiko bleibt der Fachkräftemangel, wenn auch mit leicht abnehmendem Trend. Zur Verunsicherung tragen auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die rückläufige Entwicklung der Inlandsnachfrage bei.

Der Wirtschaftsraum Lausitz verbindet beide Kammerbezirke über die Grenzen Brandenburgs und Sachsens hinweg. An der Umfrage beteiligten sich 704 Unternehmen aus Industrie, Bauwirtschaft, Groß- und Einzelhandel, Verkehr und dem Dienstleistungsgewerbe aus den Landkreisen Bautzen, Görlitz, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und der Stadt Cottbus.

Geschäftsrisiko Fachkräftemangel und Beschäftigung internationaler Mitarbeiter

Der Fachkräftemangel behindert seit längerem die Geschäftstätigkeit der Lausitzer Wirtschaft und stellt das am häufigsten genannte Geschäftsrisiko (59 %) dar. In Anbetracht des demografischen Wandels und des im März 2020 in Kraft tretenden Fachkräfteeinwanderungsgesetzes wurden die Unternehmen zu Beschäftigungslage und -absichten bezüglich internationaler Arbeitskräfte befragt:

29 Prozent der Lausitzer Betriebe beschäftigen bereits internationale Mitarbeiter, mehrheitlich aus dem EU-Ausland (23 %). Fast die Hälfte der Unternehmen (42 %) hat Interesse erstmals bzw. weitere ausländische Mitarbeiter einzustellen. Mit Abstand am meisten werden Facharbeiter und beruflich Qualifizierte (80 %) gesucht. Ein Viertel benötigt Hilfskräfte und je ein Fünftel würde Akademiker oder Azubis aus dem Ausland einstellen.

In der Regel reicht es aus, wenn eine klare Standardsprache verstanden und gesprochen wird (B1 Sprachniveau). Ein Drittel der Betriebe verlangt jedoch eine komplexe Kommunikation mit B2-Sprachniveau. Hauptgründe, die gegen eine Beschäftigung sprechen, sind vor allem mangelhafte Sprachkenntnisse (56 %) und unzureichende fachliche Qualifikationen (36 %). Immerhin jedes fünfte Unternehmen gab in diesem Zusammenhang auch mögliche Vorbehalte bei Kunden und Team-Integrationsprobleme an. Am meisten Unterstützung wünschen sich die Befragten bei der Anerkennung der Qualifikationen (36 %), bei Weiterbildungsmaßnahmen (31 %) und beim Angebot von Sprachkursen (30 %).

Quelle: IHK Dresden

Handzettel "Deutschkurse für Menschen mit Gestattung oder Duldung"

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden hat die Landeshauptstadt Dresden einen Handzettel zum Thema "Deutschkurse für Menschen mit Gestattung oder Duldung" erstellt. Der Handzettel ist in elf Sprachen verfügbar und führt die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Teilnahme an Deutsch- und Integrationskursen auf.

Diese Informationen sollen unterstützend in der Beratung von Leistungsberechtigten im AsylbLG eingesetzt werden, um diese zur Erwerbung von Sprachkenntnissen zu motivieren. Insbesondere ist dieses Angebot an Frauen gerichtet, die auch dann an einem Integrationskurs teilnehmen können, wenn aus Gründen der Kindererziehung das Kriterium der Arbeitsmarktnähe nicht gegeben ist.

Weitere Information Integrationsbeauftragte der Stadt Dresden
https://www.dresden.de/de/rathaus/aemter-und-einrichtungen/oe/dborg/stadt_dresden_5923.php

Bundesbeauftragte berichtet an den Bundestag über 2016-2019

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, hat den 12. Bericht an den Bundestag veröffentlicht. In diesem werden die wichtigsten Entwicklungen und Erkenntnisse im Aufgabenbereich der Beauftragten für den Zeitraum August 2016 bis April 2019 vorgestellt. Er zeige, so Widmann-Mauz, dass Vielfalt Realität in Deutschland sei. Sie müsse gestaltet und geordnet werden, um unsere Wirtschaft, unser Miteinander und unser Land zu stärken. Der Integrationsbericht sei der „Fakten-statt-Fake-Finder“, in dem man zu allen Themen der Integration genau nachschlagen kann, was dazu in Deutschland passiert. Er zeigt, wo wir stehen und wie sich die Integration in Deutschland entwickelt.

Der gesamte Bericht als Bundestagsdrucksache: Deutschland kann Integration: Potenziale fördern, Integration fordern, Zusammenhalt stärken http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/157/1915740.pdf

Eine Zusammenfassung des Berichtes gibt es auf der Internetseite der Bundesbeauftragten unter
https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/service/daten-und-fakten/fakten/12-integrationsbericht

Bundesregierung berichtet: Anerkennung von Berufsabschlüssen steigt um 17 Prozent zum Vorjahr

Die Anzahl der Neuanträge auf Berufsanerkennung stieg deutlich. Das geht aus dem 5. Bericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervor. Die anerkennungsstärksten Berufe im Jahr 2018 waren Gesundheits- und Krankenpfleger/-in (11.490), Ärztin/Arzt (6.163) und Physiotherapeut/-in (948). Diesen folgten Kauffrau und Kaufmann für Büromanagement (864), Apotheker (795) und Zahnärztin (753). Im Jahr 2018 wurden für Berufe mit Bundeszuständigkeit rund 29.200 Gleichwertigkeitsprüfungen beantragt. Das ist ein Plus von 16,8 Prozent gegenüber 2017. In 52,5 Prozent der Verfahren in bundeseinheitlich geregelten Berufen wurde eine volle Gleichwertigkeit festgestellt. In 2,3 Prozent der Fälle konnte keine Gleichwertigkeit festgestellt werden.

Abhängig vom Beruf finden die Anerkennungsverfahren nach Bundes- oder Landesrecht statt. Außerdem gibt es die ZAB-Zeugnisbewertung für nicht reglementierte Hochschulabschlüsse. Von allen Anträgen der Jahre 2012 bis 2018 (279.400) wurden 140.700 im Bund, 46.100 in den Ländern und 92.600 durch die ZAB bewertet.

Der gesamte Bericht des Ministeriums vom 11. Dezember 2019 zum Anerkennungsgesetz mit einer Kurzübersicht
https://www.bmbf.de/files/BzA19_Vorabfassung%20final_Akteursgrafik.pdf

Asyl-Statistik im Bund: Im November 2019 gab es 15,3 Prozent weniger Anträge als im November 2018 - stärkste Herkunftsländer waren Syrien, Irak und Türkei

Im November 2019 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über die Asylanträge von 14.136 Personen (Oktober 2019: 12.963) entschieden. Die Zahl der anhängigen Verfahren lag Ende November 2019 bei 56.958 (31. Oktober 2019: 56.628; 30. November 2018: 58.538).

Im Zeitraum Januar bis November 2019 haben insgesamt 133.324 Personen in Deutschland erstmalig Asyl beantragt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (151.944 Erstanträge) bedeutet dies einen Rückgang um 12,3 Prozent. Im selben Zeitraum hat das Bundesamt über die Anträge von 172.629 Personen entschieden, 31.779 weniger (-15,5 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Im November 2019 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 10.263 Asylerstanträge gestellt. Damit ist die Zahl der Asylerstanträge gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,3 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vormonat sank die Anzahl an Asylerstanträgen um 7,5 Prozent.

Entscheidungen zu Asylanträgen im November

3.651 Personen erhielten die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention (25,8 Prozent aller Asylentscheidungen), 1.574 Personen (11,1 Prozent) subsidiären Schutz und 463 Personen (3,3 Prozent) Abschiebungsschutz.

Abgelehnt wurden die Anträge von 3.818 Personen (27,0 Prozent). Anderweitig erledigt (z. B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 4.630 Personen (32,8 Prozent).

Kostenfreie Weiterbildung zum Mentor für Grundbildung und Alphabetisierung

Im Rahmen des Projektes MENTO des Deutschen Gewerkschaftsbund Bildungswerkes BUND werden im Jahr 2020 kostenlose Weiterbildungen zur Mentorin oder zum Mentor für Grundbildung und Alphabetisierung angeboten.

Die Mentoren sollen Menschen mit Grundbildungsbedarf den Weg zu Bildungsmöglichkeiten erleichtern und ihnen damit aktiv helfen. Die Mentoren sind besonders als Ansprechpartner und Vertrauenspersonen im beruflichen Umfeld tätig.

Die Weiterbildung wird mit einem Zertifikat bestätigt. Besonders thematisiert werden Mentoring, Grundbildung, Wandel der Arbeit, Indizien für Grundbildungsbedarf, Qualifizierungsmöglichkeiten für Betroffene oder auch die Ansprache von Menschen mit Grundbildungsbedarf.

Der erste Durchlauf der Weiterbildungen findet in Berlin vom 27. bis 29. Februar 2020 statt. Der Anmeldeschluss für diesen Termin ist der 13.02.2020.

Die zweite Möglichkeit, an dieser Weiterbildung teilzunehmen, ist in Leipzig und findet vom 4. bis zum 6. Juni 2020 statt. Hierfür ist der Anmeldeschluss der 20.05.2020.

Informationen zur Weiterbildung in Berlin
https://www.dgb-bildungswerk.de/seminar/18129590

Informationen zur Weiterbildung in Leipzig
https://www.dgb-bildungswerk.de/seminar/18129605

Programm bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche

Die Vorbereitungstagung findet am 21. und 22. Februar 2020 im Augustinerkloster zu Erfurt statt. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Bei der Vorbereitungstagung geht es um die aktuell große Aufgabe für Kommunen, Zivilgesellschaft und Politik: Die gleichberechtigte Teilhabe an der gemeinsamen Gestaltung des Gemeinwesens. Der Blick richtet sich dabei auch auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung.

Unter den namhaften Referentinnen und Referenten sind der ehemalige Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Thierse, die Autorin Liane Bednarz, die Vorsitzende der Amedeu-Antonio-Stiftung Anetta Kahane, der Autor und Moderator Sami Omar, die Musikerin und Aktivistin Dotschy Reinhard, der Journalist, Autor und YouTuber Firas Alshater.

Die Interkulturelle Woche geht auf eine Initiative der christlichen Kirchen zurück und wird Jahr für Jahr von vielen engagierten Akteuren in über 500 Kommunen vorbereitet. Die Tagung gibt den Teilnehmenden die Gelegenheit, an aktuellen Diskussionen rund um die Vielfaltsgesellschaft teilzuhaben. Hier erhalten Sie Themen- und Veranstaltungsideen für Ihre Interkulturelle Woche vor Ort.

Weitere Informationen und das Anmeldeformular unter www.interkulturellewoche.de/Vorbereitungstagung_2020

Orientierungshilfe für die Zusammenarbeit mit Muslimen und islamischen Organisationen erschienen

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat eine Orientierungshilfe mit dem Titel „Dialog wagen – Zusammenleben gestalten“ herausgegeben. Die Autoren möchten zu einem zugewandten und zugleich kritischen Dialog fördern. Dazu geben sie Klärungshilfen und Anregungen für die Praxis. Die Perspektive sei es, Demokratie und Rechtstaatlichkeit miteinander zu gestalten.

Die Broschüre hält auf 144 Seiten einen Überblick zum muslimischen Leben bereit, informiert zu islamischen Vereinen und Organisationen und zeigt religiöse Haltungen und sozio-kulturelle Prägungen. Für die Praxis gibt es Hilfestellungen zum Knüpfen von Kontakten, zu Klärungsprozessen oder zur Pressearbeit. Enthalten sind auch Erläuterungen zu unbewussten tradierten Wahrnehmungsmustern, die Vorurteile prägen können.

ISBN978-3-86575-084-6 oder Download unter:
https://www.ekbo.de/fileadmin/ekbo/mandant/ekbo.de/1._WIR/Interreligi%C3%B6ser_Dialog/Dialog-wagen-Orientierungshilfe-f%C3%BCr-Zusammenarbeit-mit-muslimen-islam.pdf

Bestellungen über
E-Mail a.goetze@bmw.ekbo.de

Dank und Bitte

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Mit diesem Bild aus dem geschmückten Altbaufoyer des Sächsischen Landtags möchten wir uns bei allen bedanken, die uns im zu Ende gehenden Jahr mit zahlreichen Informationen, Meldungen und interessanten Hilfsangeboten unterstützt haben! Bitte senden Sie uns auch im neuen Jahr weiter Tipps, Daten und Handreichungen, die für die in Sachsen lebenden Ausländer, engagierten Berater, Initiativen, Beauftragten, Unternehmen und die vielen ehrenamtlichen Helfer von Interesse sind.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, und uns wünschen wir gleichwohl friedliche Feiertage, Zeit zum Nachdenken und für das neue Jahr Kraft, Mut und Zuversicht!