Newsletter Nr. 3 vom 21.03.2019

Gunther Krichbaum beschloss die Vortragsreihe „Unsere Gesellschaft von morgen“

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Der Vorsitzende des Europaausschusses des Deutschen Bundestages Gunther Krichbaum MdB beschloss am Dienstagabend die zweite Vortragsreihe des Sächsischen Ausländerbeauftragten. Krichbaum gab einen kurzen Abriss über die Fluchtbewegungen in Europa und gewährte Einblicke in die Zuwanderungsmodelle anderer europäischer Länder. Kritisch schätzte er die Abschottungspolitik der Visegradstaaten ein. Krichbaum bedauerte besonders, dass in Europa nach wie vor „28 verschiedene Kochtöpfe auf dem Herd der Entwicklungszusammenarbeit“ stünden. Lösungen für die Zukunft seien eine gemeinsame europäische Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik. Auch der Prozess der Einigung auf eine einheitliche Asyl- und Zuwanderungspolitik hin dauere zu lange, sei jedoch enorm wichtig. Wie Europa in zwanzig Jahren aussehe und ob es noch eine gemeinsame Politik geben werde, liege allein in unserer Hand.

Geert Mackenroth nimmt für den Petitionsausschuss die Petition "Bildung für alle" entgegen

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Am 14.März übergaben Dr. Gesa Busche vom Sächsischen Flüchtlingsrat und Juri Haas von der Bildungsgewerkschaft GEW eine Petition zum Thema „Bildung für alle – Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen“ an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtags. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler nahm die Unterschriftenlisten entgegen. Der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth, der auch Mitglied im Petitionsausschuss ist, will sich für eine rasche und rechtskonforme Lösung der problematischen Sachlage einsetzen.

Im Kern fordern die Petenten die sächsische Staatsregierung auf, den Kindern und Jugendlichen, die in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen, einen zügigen Zugang zu den Regelstrukturen des Bildungswesens, den Kindertageseinrichtungen und Schulen, zu ermöglichen. Nach Angaben des Sächsischen Flüchtlingsrates wurde die Petition von insgesamt 2.151 Personen unterschrieben.

Zahlen, Hintergrund und Rechtslage
https://sab.landtag.sachsen.de/dokumente/sab/190314-Schulpflichtpetition.pdf

Programm für NIMS-Treffen am 15. Mai 2019 steht – jetzt anmelden

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Als Mitglied des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration wird Prof. Dr. Hans Vorländer über die Integrationspolitik in städtischen und ländlichen Räumen referieren. Zu den Hintergründen und Ergebnissen der Befragung von über 1.000 Eingebürgerten in Sachsen werden Anja Obermüller und Rebecca Renatus vom Dresdner Forschungswerk Einblicke gewähren.

Wie bei jedem NIMS-Treffen wird Frau Staatsministerin Petra Köpping über neue Vorhaben aus ihrem Geschäftsbereich berichten. Außerdem wurde Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller angefragt, aktuelle Entwicklungen in seinem Ministerium darzustellen.

Anmeldungen werden online erbeten unter
https://eveeno.com/SAB-NIMS-150519

Geert Mackenroth besucht Ausbildungsbetrieb für Flüchtlinge in Annaberg-Buchholz und Schulprojekte in Stollberg

Der Sächsische Ausländerbeauftragte besuchte am 15. März das Altenpflegeheim Sankt Anna in Annaberg-Buchholz und informierte sich vor Ort über den Einsatz zweier junger Afghanen im Pflegebereich. Beide haben sich vorbildlich integriert. Die Pflegedienstleitung setzt sich ausdrücklich für eine Bleibeperspektive der beiden Männer ein. Sie kamen Anfang 2016 nach Deutschland und begannen neun Monate später ein zweijähriges FSJ Plus im Altenpflegeheim. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte ihre Asylanträge ab. Derzeit laufen die Asylfolgeverfahren. Inzwischen haben sie ihren Hauptschulabschluss erworben und absolvieren die Ausbildung zum Pflegehelfer. Ab 2020 wollen sie die Ausbildung zur Pflegefachkraft anschließen. Beide erlernten schnellstmöglich die deutsche Sprache, arbeiteten sich in den Pflegealltag ein und knüpften neue Bekanntschaften und Freundschaften. Geert Mackenroth, der vom Wahlkreisabgeordneten Ronny Wähner (CDU) und dem Ausländerbeauftragten des Erzgebirgskreises, Johannes Roscher, begleitet wurde, zeigte sich beeindruckt vom Engagement der jungen Männer und der Unterstützung durch Arbeitgeber, Kollegen und Ehrenamtliche. „Hier vor Ort sehen wir, dass das Engagement aller Beteiligten hervorragend ist und ein echter Bedarf gedeckt werden kann. Wir benötigen gerade im Pflegebereich aufgrund des aktuellen Fachkräftemangels praxisgerechte Lösungen und Personal wie Mohammad und Ali.“

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Internationale Schule ist auch Standortfaktor
Nach einem Besuch der International Primary School Stollberg am 11. März lobt der Sächsische Ausländerbeauftragte das pädagogische Konzept. Geert Mackenroth sieht deutliche Standortvorteile für die Region. Das vielsprachige Angebot einer Internationalen Schule sei ein Argument für die Ansiedlung und Bindung von dringend benötigten internationalen Fachkräften.


Pressemitteilung zum Besuch in Stollberg
https://sab.landtag.sachsen.de/de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/20794.cshtml

Dresdner Talenteprojekt startet Online-Karrierenetzwerk für internationale Talente

Das internationale Talenteprojekt für Dresden (intap) will hier ausgebildete, internationale Top-Talente besser mit der lokalen Wirtschaft vernetzen. Unternehmen können sich kostenlos registrieren, um ihre Sichtbarkeit bei den internationalen High-Potentials zu erhöhen. Sie erhalten durch das Netzwerk Zugang zu hochmotivierten Akademikern, Einladungen zu Vernetzungsveranstaltungen sowie Unterstützung bei den Themen Einarbeitung und internationalen Teams. Das Projekt ist speziell auf die Bedürfnisse von internationalen Talenten ausgerichtet, heißt aber auch deutsche Studenten und Forscher herzlich willkommen. Nach Angaben des Projektträgers Scientists into Business GmbH soll das Angebot die steigende Nachfrage an konkreten Arbeitsstellen und potenziellen Kandidaten zusammen bringen und Schnittstelle zwischen internationalen Absolventen und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sein.
https://www.intap-dresden.de/

Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt Modellprojekte zu "Migration - Integration - Teilhabe"

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) fördert ab dem 1. Juli 2019 Modellprojekte zu den Themenschwerpunkten Migration, Integration und Teilhabe. Die Zuwendung beträgt mindestens 20.000 Euro und maximal 70.000 Euro pro Modellprojekt. Bewerbungen können bis zum 30. April 2019 eingereicht werden.

Gesucht sind Projekte, die Integration als eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung verstehen. Zum einen kann es darum gehen, dass Geflüchtete, die vor allem 2015 ankamen, ihr Recht auf Teilhabe und Partizipation verwirklichen. Zweitens können die spezifischen Probleme und Bedürfnisse bezüglich Integration und Teilhabe von Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte in den Blick genommen werden, die teilweise seit Generationen in Deutschland leben. Drittens betrifft Integration auch die weitere Gesamtgesellschaft, die gefragt ist, Vorurteile und Ungleichheiten zu reflektieren und abzubauen.

Antragsberechtigt sind Organisationen mit eigener Rechtsfähigkeit. Natürliche Personen sind nicht antragsberechtigt. Der Zeitraum der Projektdurchführung muss mindestens zwölf Monate zwischen dem 01.07.2019 und dem 31.12.2020 umfassen.

Ausführliche Informationen und das Antragsformular finden Sie unter: www.bpb.de/ausschreibung-integration

Kontakt für inhaltliche Rückfragen:
Bundeszentrale für politische Bildung
Katharina Donath
E-Mail: ausschreibung-zuwendungen@bpb.de

Lange Asylverfahren verzögern die Arbeitsmarktintegration zusätzlich

„Verlängert sich das Asylverfahren um sechs Monate, sinkt die Übergangsrate in Erwerbstätigkeit um elf Prozent“, schreiben die Arbeitsmarktforscherinnen Hanna Brenzel und Yuliya Kosyakova in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Nach Untersuchungen der Forscherinnen verzögern längere Asylverfahren die Arbeitsmarktintegration und den Spracherwerb von Flüchtlingen. Die Asylverfahrenslänge korreliert negativ mit der Dauer bis zum ersten Erwerbseintritt. Ebenso findet sich ein negativer Zusammenhang für die Aufnahme des ersten Sprachkurses. Die Anerkennung eines Schutzstatus beschleunigt den Erwerbseintritt, während ein abgeschlossenes Asylverfahren (selbst bei einem negativen Ausgang) die Übergangrate in den ersten Sprachkurs erhöht.

In ihrer Studie untersuchten die Autorinnen den Zusammenhang zwischen der Dauer des Asylverfahrens und dessen Ausgang mit dem Übergang in eine Erwerbstätigkeit sowie mit dem Beginn eines Sprachkurses. Die Herkunftsländer der Flüchtlinge wurden in der Analyse ebenfalls berücksichtigt.

Aus der Studie geht weiterhin hervor, dass Geflüchtete aus sicheren Herkunftsländern schneller eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, während Geflüchtete aus Ländern mit einer guten Bleibeperspektive und aus sonstigen Ländern später in den Arbeitsmarkt eintreten und vermehrt zuerst in die deutsche Sprache investieren.

Datengrundlage ist die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten. Die Befragung wird jährlich wiederholt und wurde erstmals im Jahr 2016 durchgeführt. Die repräsentative Längsschnittstudie umfasst mehr als 7.500 Personen (5.000 Haushalte) in Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind. Insgesamt hatten drei Viertel der rund 5.000 befragten Flüchtlinge einen Sprachkurs begonnen oder bereits abgeschlossen.

Kurzbericht des IAB
http://doku.iab.de/kurzber/2019/kb0619.pdf

Publikationstipp – geflüchtete Jugendliche stärken

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung hat zum Ende ihres Programms „Gemeinsam Mittendrin Gestalten“ Themenblätter erarbeitet. Sie können bei der Stiftung abgerufen werden.

Übergang von der Schule in den Beruf

Partizipation

Kulturelle Vielfalt

Umgang mit Rassismus

Empowerment

https://www.dkjs.de/themen/alle-programme/gemeinsam-mittendrin-gestalten/

GIZ-Internetseite „Startfinder“ gibt Überblick für Rückkehrberatung

Auf der Internetseite „Startfinder“ finden rückkehrinteressierte und zurückgekehrte Flüchtlinge sowie Berater Informationen zu Beratungsstellen, Perspektiven und Unterstützungsangebote in den jeweiligen Herkunftsländern. Das Angebot ist einfach zu verstehen und soll bald in den jeweiligen Heimatsprachen verfügbar sein. Die Seite bietet direkten Kontakt zu Beratungszentren in den Herkunftsländern.

Startfinder ist ein Angebot der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) und bietet einen Überblick zu Themen wie

Arbeitsmöglichkeiten oder Gründung eines kleinen Unternehmens

Ausbildung und Training im Herkunftsland

Soziale Angebote im Herkunftsland

Unterstützung in Deutschland vor der Ausreise

www.startfinder.de

Bewerbungsverfahren für Freiwillige im FSJ-Politik startet – auch bei uns

Junge Menschen, die ein Jahr Erfahrungen im Bereich Politik und Verwaltung sammeln möchten, können sich auf einen Freiwilligendienst im Bereich Politik bewerben. Die Bewerbungen werden in der Zeit vom 1. März bis 1. Mai 2019 von der Sächsischen Jugendstiftung entgegengenommen.

Bereits seit 2011 gibt es eine FSJ-Stelle in der Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten. Gemeinsam und zum beiderseitigen Gewinn verstärkt ein junger Mensch das Team. Hauptaufgaben sind die Vorbereitung von Veranstaltungen, Recherchen, Sekretariatsaufgaben und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Informationen zur Bewerbung, weiteren Einsatzstellen, Gehalt, Versicherung etc.
https://www.saechsische-jugendstiftung.de/machen-statt-meckern

In eigener Sache: Neue Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle

Im März 2019 haben zwei neue Kolleginnen ihre Arbeit in der Geschäftsstelle aufgenommen.

Frau Dr. Katrin Rösler ist Persönliche Referentin des Sächsischen Ausländerbeauftragten.
Telefon 0351 4935175

Frau Petra Major hat die Leitung des Sekretariats von Frau Anke Hering übernommen, die die Geschäftsstelle nach zwölf Jahren verlassen hat.
Telefon 0351 4935171