Newsletter Nr. 1 vom 31.01.2020

Sächsischer Landtag wählt den Abgeordneten Geert Mackenroth erneut zum Sächsischen Ausländerbeauftragten

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In der Plenarsitzung am 29. Januar 2020 stimmten die Abgeordneten des 7. Sächsischen Landtags für den amtierenden Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth MdL. Er übt das Amt seit 2014 aus und ist nunmehr für die Dauer der Legislatur gewählt. Mackenroth dankte den Abgeordneten für das in ihn gesetzte Vertrauen und kündigte an, bewährte Projekte fortzuführen und eine „klug gemachte“ Fachkräftezuwanderung voran zu treiben.

Rückblickend auf die vergangene Wahlperiode zeigte er sich mit der Bewältigung nie gekannter Herausforderungen durch die Gesellschaft zufrieden. Das sei „trotz einiger Lasten im Rückblick gut gelungen. Die gesetzten Standards werden wir weiter entwickeln.“ so Mackenroth.

Weiter sagte er: „Ich möchte dafür sorgen, dass sich unsere Betriebe auf klare Rahmenbedingungen und strukturelle Unterstützung beim dringend notwendigen Fachkräftezuzug verlassen können. Unsere mittelständischen Betriebe bilden das Rückgrat der Wirtschaft im Freistaat. Meine Aufgabe ist es, die Bedürfnisse der ausländischen Arbeitnehmer, der Firmen und der beteiligten Menschen aufzunehmen und zu verbinden.“

Pressemitteilung zum Amtsantritt
https://sab.landtag.sachsen.de/de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/22560.cshtml

Im Jahr 2019 dauerten Asylverfahren in Sachsen einen Monat kürzer als im Bund

Im Jahr 2019 betrug die Gesamtverfahrensdauer für das gesamte Bundesgebiet 6,1 Monate. Bei den Jahresverfahren, welche alle Entscheidungen über Erst- und Folgeanträge mit Antragstellung in den vergangenen 12 Monaten umfasst, betrug die Dauer 3,1 Monate. Bei den Gesamtverfahren liegt Sachsen mit 5,1 Monaten und bei den Jahresverfahren mit 2,5 Monaten jeweils deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Bundesweit waren am 31.12.2019 Asylverfahren von 57.012 Personen noch nicht vom Bundesamt entschieden, die meisten aus den Herkunftsländern:

Syrien mit 14.210 anhängigen Verfahren (24,9% aller anhängigen Verfahren)

Türkei mit 6.497 Verfahren (11,4% aller anhängigen Verfahren) und

Irak mit 5.550 anhängigen Verfahren (9,7% aller anhängigen Verfahren)

Im Vergleich zum Vorjahreswert (58.325 anhängige Verfahren) ist eine Abnahme um 2,3 Prozent (-1.313 anhängigen Asylverfahren) zu verzeichnen.

Von allen insgesamt anhängigen Verfahren beim Bundesamt entfallen 3.977 anhängige Verfahren auf den Dublin-Bereich (3.617 anhängige Erstverfahren, 320 anhängige Folgeverfahren); das entspricht 6,9 Prozent aller insgesamt beim Bundesamt anhängigen Verfahren.

Sachsen verzeichnete zum 31.12.2019 insgesamt 1.895 anhängige Verfahren, davon 1.696 aufgrund anhängiger Erstverfahren und 199 aufgrund anhängiger Folgeverfahren. Ende 2018 verzeichnete Sachsen insgesamt noch 2.239 anhängige Verfahren, davon 2.074 aufgrund anhängiger Erstverfahren und 165 aufgrund anhängiger Folgeverfahren.

In Sachsen beginnen immer mehr junge Flüchtlinge eine Lehre

Nach Angaben der Regionaldirektion Sachsen der Bundesanstalt für Arbeit waren im ersten Quartal des vergangenen Jahres 1045 junge geflüchtete Menschen als Auszubildende sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 431 mehr als im ersten Quartal 2018 und 828 mehr als im Vergleichszeitraum 2017. Jeder dritte der insgesamt 2801 ausländischen Azubis hatte den Angaben zufolge einen Fluchthintergrund. Die sächsischen Industrie- und Handelskammern bestätigen den Trend. Das berichtet die Sächsische Zeitung.

Passend dazu erschien eine aktualisierte Fassung der Handreichung „Geflüchtete in der Ausbildung“ des Netzwerkes Alle an Bord! und des Kreises Schleswig-Flensburg. Die aktuelle Gesetzeslage ist berücksichtigt. Abrufbar unter
http://willkommen-in-schleswig-flensburg.de/index.php?object=tx|2704.4&ModID=255&FID=2704.1088.1

Änderung der Einstellungsvoraussetzungen für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen mit ausländischen Berufsabschlüssen

Die Verordnung „Vollzug der Sächsischen Qualifikations- und Fortbildungsverordnung im Rahmen der Betriebserlaubnis von Kindertageseinrichtungen“ ist durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus befristet bis zum 31. Juli 2020 geändert worden. Dadurch ist es bis dahin für bestimmte Personen einfacher, in einer Kindertageseinrichtung tätig zu werden. Hauptsächlich betrifft das Personen mit einem im Ausland erworbenen „Erzieher/-innen“-Abschluss sowie einem Hochschulabschluss. Diese können unter bestimmten Voraussetzungen in einer Kindertageseinrichtung arbeiten.

Diese Voraussetzungen sind:

Die Kindertageseinrichtung benötigt Personal.

Die Bewerber/-innen haben Erfahrung im Beruf und sprechen gut Deutsch (Niveau B2).

Die Bewerber/-innen reichen ihre Unterlagen (Ausbildungsabschlüsse) bei der Kindertageseinrichtung ein.

Die Kindertageseinrichtung muss die Beschäftigung beim Landesjugendamt mit den entsprechenden Unterlagen beantragen.

Wird die Person eingestellt, gibt es weitere Fortbildungen im Umfang von 160 Stunden (Themen: Rechtsgrundlagen und Sächsischer Bildungsplan).

Die Jugendämter der Kreisfreien Städte und Landkreise sind informiert.

Der Dresdner Friedenspreis 2020 geht an das Dresdner Kinderorchester MUSAIK

Der Musaik – Grenzenlos Musizieren e.V. wird am 9. Februar 2020 den Sonderpreis zum 11. Dresden-Preis erhalten und in der Semperoper Dresden musizieren. Im Verein musizieren 80 deutsche und Kinder aus geflüchteten Familien zusammen. Viele von ihnen kommen aus Syrien. Die Kinder haben Spaß an der Musik und werden bei ihren Auftritten gefeiert. Der Preis wird mit dem herausragenden Engagement für Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und Kulturkreisen begründet. Der Schriftsteller Christoph Hein hält die Laudatio auf das Orchester. MUSAIK erhielt im September 2019 den „Sterntaler“, den Kinderschutzpreis des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Sachsen und des Sächsischen Ausländerbeauftragten.

Friends of Dresden Deutschland e.V.
http://dresdner-friedenspreis.de/

Wohnsitzauflage wirkt sich auf Arbeitsmarktchancen aus

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung veröffentlichte im aktuellen Kurzbericht eine Analyse zu Auswirkungen von Wohnsitzauflagen für anerkannte Geflüchtete auf die Arbeitsmarktchancen.

Mit dem Integrationsgesetz vom August 2016 hat der Gesetzgeber die Möglichkeit eröffnet, dass Geflüchtete auch nach der Anerkennung ihres Asylantrags für bis zu drei weitere Jahre mit einer Wohnsitzauflage belegt werden können. Vorher unterlagen Geflüchtete mit anerkanntem Schutzstatus bei der Wohnortwahl keiner aufenthaltsrechtlichen Beschränkung.

Die Forscher resümieren, dass die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Personen, die zum Befragungszeitpunkt einer regionalen Wohnsitzauflage unterliegen, geringer ist als von Personen, für die das nicht zutrifft. Dabei wurden auch die Aufenthaltsdauer und die Dauer seit der Beendigung des Asylverfahrens sowie zahlreiche individuelle und regionale Faktoren berücksichtigt, die die Beschäftigungswahrscheinlichkeit beeinflussen können.

Zum Kurzbericht des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
http://doku.iab.de/kurzber/2020/kb0320.pdf

Handreichung „Förderung und Beratung für Zugewanderte in Studium, Ausbildung und Spracherwerb“

Die „Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule“ hat eine aktualisierte Broschüre zu dem Thema „Förderung und Beratung für Zugewanderte in Studium, Ausbildung und Spracherwerb“ erstellt und herausgegeben. In dieser Handreichung werden Beratungsmöglichkeiten für Zugewanderte vorgestellt, welche eine Ausbildung oder ein Hochschulstudium in Deutschland absolvieren wollen. Die Broschüre zeigt Unterstützungsmöglichkeiten für Personen auf, die in ihrer Heimat eine Ausbildung oder ein Studium abgebrochen haben und dieses fortsetzen wollen.

Download und Bezug der Handreichung unter
www.bildungsberatung-gfh.de

Kinostart des Filmes „ZU WEIT WEG“

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Der Kinderfilm „Zu Weit Weg“ startet am 12. März in den Kinos. Regie führte Sarah Winkenstette. Das Werk wurde vielfach auf internationalen Filmfestivals ausgezeichnet und erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Ben. Aufgrund eines Braunkohletagebaus müssen Ben und seine Familie in die nächste Stadt ziehen, wo ihm der Neustart in einer anderen Schule und einem neuen Sportverein sehr schwer fällt. Ein syrischer Junge namens Tariq ist mit seiner Familie aus seinem Heimatland geflüchtet und stiehlt Ben im Klassenzimmer und auf dem Fußballplatz die Show. Bleibt Ben im Abseits stehen oder hat er doch mehr mit Tariq gemeinsam als er denkt?

Den offiziellen Trailer finden Sie unter dem Link:
https://youtu.be/c_Z31xU_eD8