Newsletter Nr. 12 vom 17.11.2020

Sachverständigenrat (SVR) untersuchte Einflussfaktoren auf Ausbildungswege von Zugewanderten

Junge Neuzugewanderte brauchen zu lange, bis sie eine Ausbildung aufnehmen. Ein Labyrinth von Angeboten, Anforderungen und Nachweisen behindert den Ausbildungsbeginn. Das dient weder den Aufnahmegesellschaften noch den Neuzugewanderten, denn ein Ausbildungsabschluss erhöht nicht nur die Chancen der jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt, sondern trägt auch zur Fachkräftesicherung bei. Der Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) untersuchte, welche Strukturen und Praktiken jungen Neuzugewanderten in Deutschland, Österreich, Slowenien und Spanien den Zugang zu beruflicher Bildung erschweren und welche ihn erleichtern. Die Studie empfiehlt: Neuzugewanderte kontinuierlich betreuen, Vorbereitungs- und Ausbildungsstruktur flexibilisieren, lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Behörden, Schulen und Beratungseinrichtungen stärken.

In dem Papier, das vier europäische Länder im Hinblick auf Zugänge zu beruflicher Bildung für Neuzugewanderte untersucht, ist Chemnitz eine der betrachteten Städte. Die komplette Studie zum Download erreicht man unter:
https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2020/11/SVR-Broschu%CC%88re-Studie-Bildungslu%CC%88cken_de_RZ5_web.pdf

Telefonjoker – Sprachmittlerdienst für Arabisch und Persisch

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Schnelle telefonische Hilfe verspricht das Angebot „Telefonjoker“ für das ehrenamtliche Engagement für Übersetzungen Deutsch-Arabisch und Deutsch-Persisch. Es wurde für kurze und spontane Übersetzungsanfragen konzipiert und will Missverständnisse zwischen Geflüchteten und Ehrenamtlichen vermeiden. Gedacht ist es für eine schnelle und qualifizierte Sprachmittlung von kurzen Sachverhalten. Das Angebot wird pro Anruf abgerechnet und kostet aus dem deutschen Festnetz 20 Cent und aus dem Mobilfunk maximal 60 Cent. Besetzt ist es von Montag bis Freitag jeweils 13 bis 16 Uhr. Träger ist die ISA — Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e. V.

Arabisch 01806-5653701
Persisch 010806-5653702
https://telefonjoker.org

Jury legt sich auf Gewinner des Integrationspreises fest

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Am Freitag, dem 13. November, tagte die Jury des Sächsischen Integrationspreises 2020. Jedes Mitglied stellte seine drei favorisierten Bewerber vor und begründete seine Entscheidung. Aus den insgesamt zwölf Vorschlägen von sechs Mitgliedern wählte die Jury drei Preisträger aus, die bis Anfang Dezember benachrichtigt werden. Da eine feierliche Preisverleihung mit Festveranstaltung derzeit nicht stattfinden kann, wird die Würdigung durch die Stifter des Preises, Staatsministerin Petra Köpping und Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth, im kleinen Kreis stattfinden. Alle Bewerber werden in einer begleitenden Broschüre zum Wettbewerb dokumentiert.

Statistisches Landesamt veröffentlicht Sonderheft und Malheft zur Heimatkunde

Das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen hat das Malbuch „Statistik MAL anders“ und das Sonderheft „Sachsen in Karten“ aktualisiert. Beide Produkte richten sich zwar speziell an Schülerinnen und Schüler, sprechen aber sicherlich auch andere Nutzerinnen und Nutzer an. Mithilfe des Malbuchs lernen Schülerinnen und Schüler der Grundschule ihre Heimat Sachsen kennen. Die Wappen der einzelnen Landkreise und Kreisfreien Städte können ausgemalt werden. Außerdem hält das Malbuch Informationen etwa über Bevölkerungszahl oder Fläche der Landkreise und Kreisfreien Städte bereit. Das Sonderheft „Sachsen in Karten“ berichtet von statistischen Erkenntnissen über den Freistaat und kann als zusätzliche Schulungsunterlage in den höheren Klassen im Geographieunterricht eingesetzt werden. Die Informationen sind grafisch in Karten dargestellt. Beide Produkte können kostenfrei heruntergeladen werden unter
https://www.statistik.sachsen.de/html/veroeffentlichungen.html

Beide Produkte können außerdem kostenfrei gedruckt über den Vertrieb des Statistischen Landesamtes (vertrieb@statistik.sachsen.de) bezogen werden.

Siegel für Unternehmen, die Beschäftigte bei der Berufsanerkennung unterstützen

Das Projekt „Unternehmen Berufsanerkennung" startete gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zum 27. Oktober das neue Arbeitgebersiegel WIR FÖRDERN ANERKENNUNG. Das Siegel zeichnet Unternehmen aus, die auf herausragende Art und Weise Beschäftigte im Verfahren der Anerkennung ihrer ausländischen Berufsabschlüsse unterstützen, Vielfalt schätzen und die Mitarbeiterqualifizierung stetig vorantreiben. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Um sich für das kostenlose Siegel zu bewerben, müssen interessierte Arbeitgeber einen dreistufigen Online-Test erfolgreich durchlaufen. Unternehmen können sich ab jetzt informieren und bewerben unter
http://www.siegelcheck.unternehmen-berufsanerkennung.de

Die elf Formen der Duldung – Übersicht

Mittlerweile gibt es elf verschiedene Duldungsformen, die jeweils unterschiedliche Folgen unter anderem bezüglich des Arbeitsmarktzugangs und des Zugangs zu Sprachförderung haben. Die von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V. (GGUA) erstellte Übersichtstabelle hilft bei der Orientierung. Ihr Erhebungsstand war Oktober 2020.
http://ggua.de/fileadmin/downloads/tabellen_und_uebersichten/UEbersicht_Duldung.pdf

Corona beeinflusste Bearbeitungsdauer beim BAMF – Altfälle abgebaut

Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Asylverfahren bis zu einer behördlichen Entscheidung hat sich laut Bundesregierung von 6,2 Monaten im ersten Quartal dieses Jahres auf zehn Monate im zweiten Quartal 2020 erhöht. Das antwortete die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Die Verfahrensdauer stieg im ersten Halbjahr 2020 unter den Bedingungen der Corona-Pandemie an. Grund seien zwei statistische Effekte, die insbesondere auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückzuführen sind.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellte aufgrund der Maßnahmen zum Infektionsschutz die Zustellung ablehnender Bescheide vorübergehend fast gänzlich ein. So reagierte das BAMF auf die eingeschränkten Möglichkeiten der Antragsteller, im Falle einer Ablehnung des Asylantrags durch das Bundesamt eine Rechtsberatung oder anwaltliche Vertretung in Anspruch zu nehmen. Außerdem schlossen die BAMF-Außenstellen vorrangig ältere Verfahren ab und entschieden gezielt solche Verfahren, in denen „Antragstellerinnen und Antragsteller bereits angehört waren, aber nun schon längere Zeit die Entscheidung noch ausstand, beispielsweise aufgrund medizinischer Gutachten oder noch nicht vollständig beantworteter Amtshilfeersuchen".
https://dserver.bundestag.de/btd/19/236/1923630.pdf

Engpässe bei Bau, Pflege, IT und Medizin – Fachkräfteengpassanalyse 2019

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Im Oktober hat die Bundesagentur für Arbeit die Fachkräfteengpassanalyse 2019 veröffentlicht. Die Analyse wurde erstmals gemäß der weiterentwickelten Methode mithilfe einer Bewertung von Indikatoren durchgeführt. In Deutschland sind in insgesamt 185 Berufsgattungen Engpässe aufgetreten. Über die Hälfte dieser Berufsgattungen mit einem Engpass sind Berufe auf Fachkraftebene. Ein Viertel der Berufsgattungen mit Engpass sind Spezialisten, ein gutes Fünftel sind Experten. Vor allem in Bau- und Handwerksberufen, in der Pflege, in IT-Berufen sowie in der Medizin zeigen sich Engpässe. Die Analyse schätzt die Fachkräftesituation im Jahr 2019 ein. Coronabedingte Veränderungen des Arbeitsmarktes sind in der Analyse daher nicht berücksichtigt worden. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Engpasssituation werden in der Engpassanalyse 2020 bewertet.

BAMF erforschte Religionsausübung, Wohnsituation und den Einfluss fluchtspezifischer Faktoren auf den Deutscherwerb

Das BAMF-Forschungszentrum untersuchte in der ersten Hälfte des Jahres 2020 die Lebenssituation nach Deutschland Geflüchteter. Anhand der Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten sowie zum Teil Informationen aus einer qualitativen Studie, die im Rahmen des am Forschungszentrum des BAMF durchgeführten Projekts Evaluation der Integrationskurse (EvIk) durchgeführt wurde, wurden analysiert:

die Religionszugehörigkeit, religiöse Praxis und soziale Einbindung von Geflüchteten,

die Problemlagen geflüchteter Integrationskursteilnehmender,

der Einfluss von fluchtspezifischen Faktoren auf den Deutscherwerb und

die Entwicklungen in der Wohnsituation Geflüchteter

BAMF-Kurzanalyse 2|2020: Die Religionszugehörigkeit, religiöse Praxis und soziale Einbindung von Geflüchteten
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Kurzanalysen/kurzanalyse2-2020_iab-bamf-soep-befragung-religion.html;jsessionid=804C8224EF2E85AE2693CC9A0A3667E5.internet552?nn=283560

BAMF-Kurzanalyse 3|2020: Problemlagen geflüchteter Integrationskursteilnehmender
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Kurzanalysen/kurzanalyse3-2020-problemlagen-integrationskursteilnehmende.html

BAMF-Kurzanalyse 4|2020: Einfluss von fluchtspezifischen Faktoren auf den Deutscherwerb https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Kurzanalysen/kurzanalyse4-2020-fluchtspezifische-faktoren-deutscherwerb.html

BAMF-Kurzanalyse 5|2020: Entwicklungen in der Wohnsituation Geflüchteter https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Kurzanalysen/kurzanalyse5-2020-wohnen.html

Motto für die IKW 2021 steht bereits fest

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#offen geht ist der Slogan der Interkulturellen Woche in den nächsten zwei Jahren. Die Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses (ÖVA) zur Interkulturellen Woche, Gabriele Erpenbeck, verbindet mit dem neuen Motto Assoziationen, die für die Ziele der Interkulturellen Woche stehen: offen sein im Herzen und im Geist, offen sein für Begegnungen, für neu Dazukommende, neue Erfahrungen, neue Perspektiven, neue Freundinnen und Freunde. Der vorgeschlagene Zeitraum für die IKW 2021 ist 26. September bis 3. Oktober. Der „Tag des Flüchtlings“ findet am 1. Oktober 2021 statt.

Positives Fazit der Interkulturellen Woche 2020

Trotz der Einschränkungen bei Veranstaltungen durch die Corona-Pandemie ziehen die Organisierenden der Interkulturellen Woche ein positives Fazit der diesjährigen Aktionswoche. Trotz Corona fanden an vielen Orten Interkulturelle Wochen statt und schufen Räume für Begegnungen und Austausch – sowohl mit Präsenzveranstaltungen als auch mit digitalen Formaten. Die Auswertung der Programme 2020 zeigt, dass die Anzahl der Städte und Kommunen, die sich an der Interkulturellen Woche beteiligt haben, mit nahezu 500 gleichgeblieben ist. Interkulturelle Feste oder Märkte, die vielerorts seit Langem zum Programm gehören, konnten nicht in der gewohnten Form stattfinden. Dafür wurden mehr kreative Onlineangebote übertragen, mehrere Aktionen zusammengefasst oder interaktive Leuchtturmprojekte digital umgesetzt. Darüber hinaus fanden wieder tausende Präsenzveranstaltungen statt, die unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln durchgeführt werden konnten. Bei der Themenauswahl waren wieder Veranstaltungen am stärksten vertreten, die sich mit Flucht, Seenotrettung, Ankommen und Integration beschäftigten.

www.interkulturellewoche.de

Fachkonferenz Migrantenorganisationen und muslimische Organisationen als Akteure der Wohlfahrtspflege

Am 1. und 2. Dezember veranstaltet der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. eine digitale Fachveranstaltung. Diese soll einen Überblick über Herausforderungen und Lösungen geben, mit denen Migrantenorganisationen und muslimische Organisationen Angebote der Wohlfahrtspflege erbringen und gestalten können. Dafür sollen aktuelle Studien und Modellprojekte vorgestellt und praktische Erfahrungen diskutiert werden. Dabei wird neben Vorträgen Raum für Fragen und Anmerkungen per Chat gegeben, um einen überregionalen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.
Die digitale Fachveranstaltung richtet sich an Fach- und Leitungskräfte aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen, die mit der Erbringung von Wohlfahrtsleistungen oder der Wahrnehmung von Integrationsaufgaben befasst sind, sowie Fach- und Leitungskräfte aus Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, muslimischen Organisationen und Migrantenorganisationen. Die Kosten für die Teilnahme an der digitalen Fachveranstaltung betragen für Mitglieder 27 € und für Nichtmitglieder 34 €. Anmeldeschluss ist der 19.11.2020. Die Online-Veranstaltung verwendet Webex.

Onlineanmeldung sowie Programm unter
https://www.deutscher-verein.de/de/va-20-migranten-muslimische-orga-wohlfahrtspflege

Sexueller Missbrauch und Prävention in der Flüchtlingsarbeit

Der Münchner AMYNA e. V. – ein ausgewiesener Spezialist in der Prävention und Beratung – bietet im Januar und Februar 2021 zwei Onlineschulungen an. Sie richten sich speziell an sozialpädagogische und beratende Fachkräfte im Bereich Flüchtlingsarbeit. Geboten wird Grundlagenwissen über sexuellen Missbrauch und Strategien von Tätern, kulturelle Besonderheiten bei sexuellem Missbrauch und Möglichkeiten der Prävention in der Flüchtlingsunterkunft. Die Kosten betragen 38 € pro Person.
20.01.2021 10.00-12.00 Uhr – Anmeldeschluss: 13.01.2021
03.02.2021 10.00-12.00 Uhr – Anmeldeschluss: 27.01.2021

Veranstaltungsübersicht und Anmeldung
https://amyna.de/wp/angebot/web-angebote/veranstaltungen/

Corona-Update: Mehrsprachige Flyer der Bundesbeauftragten

Der Flyer mit allen wichtigen Informationen zur Corona-Pandemie wurde im Hinblick auf die aktuellen Regelungen von November aktualisiert. Er dient als niedrigschwellige, erste Ansprache und verweist auf die umfassenden Informationen auf der mehrsprachigen Website der Integrationsbeauftragten. Herausgeberin ist Staatsministerin Annette Widmann-Mauz. Der Flyer steht zum Ausdruck in 20 Sprachen auf der Webseite der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration zur Verfügung. http://www.integrationsbeauftragte.de/corona-virus