Newsletter Nr. 2 vom 26.02.2020

ifo Institut: Zunehmend mehr ausländische Beschäftigte in Sachsen

Im Freistaat Sachsen werden die Arbeitsplätze vermehrt durch ausländische Arbeitskräfte besetzt. In der Zeitspanne von 2014 bis 2019 waren 56 Prozent der arbeitssuchenden Personen Deutsche, ungefähr 44 Prozent hatten eine andere Nationalität. In den Jahren 2018 und 2019 wurden nur noch 25 Prozent der neuen Arbeitsplätze mit deutschen Arbeitskräften besetzt. Der Rest der Arbeitsplätze wurde an Arbeitnehmer aus dem Ausland vergeben.

Joachim Ragnitz vom ifo Institut Dresden vertritt in der Januarausgabe der Zeitschrift des Institutes die Auffassung, dass es nicht genug deutsche Arbeitnehmer gibt, um den Bedarf der Wirtschaft an Arbeitskräften zu decken. Deshalb sei man gezwungen, ausländische Arbeitnehmer einzusetzen. Nach seiner Aussage sinkt in den nächsten Jahren die Zahl der inländischen Arbeitskräfte. Deshalb werde es notwendig, mehr ausländische Arbeitnehmer anzuwerben. Dabei sollte der Fokus künftig allerdings nicht nur auf Ländern wie Polen und Tschechien liegen.

Kostenfreier Download des Artikels „Zunehmend mehr ausländische Beschäftigte in Sachsen“ Heft 01/2020 Zeitschrift „ifo Dresden berichtet“
https://www.ifo.de/publikationen/2020/zeitschrift-einzelheft/ifo-dresden-berichtet-12020

Info-Tag „Mein Studium in Leipzig“

Das Studentenwerk Leipzig veranstaltet am 18. März einen Info-Tag zum Thema „Mein Studium in Leipzig: Bewerbung, Studienstart und die ersten Semester“. Die Veranstaltung, die in Kooperation mit Hochschulen und Initiativen entstand, richtet sich besonders an internationale und geflüchtete Interessierte, die Fragen zum Thema Studium haben.

Neben Infoständen verschiedener Einrichtungen werden auch Workshops und Vorträge angeboten. Beratung und Informationen gibt es zu Themen wie der Studienfinanzierung, der Bewerbung für ein Studium und vielen mehr.

18.März 2020 13:00 – 18:00
Foyer des Nieper Baus HTWK Leipzig Karl-Liebknecht-Straße 134

Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.studentenwerk-leipzig.de/beratung-soziales/studium-mit-aufenthaltstitel-und-euewr

Infomaterialien der Sächsischen Härtefallkommission neu aufgelegt

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Nach Änderungen bei den Mitgliedern der Sächsischen Härtefallkommission wurden alle Infomaterialien aktualisiert. In die Handreichung für Berater wurde ein Schaubild zum Verfahrensablauf aufgenommen. Das Infofaltblatt gibt es wieder in einer Version in einfacher Sprache.

Eine zusätzliche Version in 11 Sprachen ist im Internetangebot abrufbar. Sie informiert auf Albanisch, Arabisch, Englisch, Französisch, Mazedonisch, Persisch, Russisch, Bosnisch, Türkisch und Vietnamesisch.
https://sab.landtag.sachsen.de/dokumente/SAB-HFK_11sprachig_12022020_web.pdf

Kostenloser Download und Bestellmöglichkeit der Druckexemplare unter
https://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml

Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung in Bonn eröffnet

Die Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA) hat am 1. Februar 2020 ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll in dem komplexen System der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland eine Lotsenfunktion für Bewerberinnen und Bewerber übernehmen. Das Angebot soll vor allem den Fachkräften helfen, die sich noch im Ausland befinden und am Anfang ihrer Arbeitssuche in Deutschland stehen. Die Servicestelle unterstützt die Fachkräfte bei der Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen für die zuständige Anerkennungsstelle, informiert über regionale Beratungs- und Qualifizierungsangebote und hilft bei der Suche nach einem Arbeitgeber. Hierdurch werden zugleich die Anerkennungsstellen entlastet und die Verfahren beschleunigt.

Die ZSBA wird für eine erste Phase von vier Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und ist in der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit in Bonn angesiedelt.

Interessenten im Ausland können sich per Mail, Telefon oder Chat über das Virtuelle Welcome Center der ZAV melden (erreichbar über das offizielle Fachkräfteportal www.make-it-in-germany.com) und werden dann von Beraterinnen und Beratern der Servicestelle über das Anerkennungsverfahren beraten.
https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/zentrale-servicestelle.php

Zahl des Familiennachzuges seit 2018 stabil und deutlich unter den Erwartungen

Im Rahmen des Familiennachzuges wurden im gesamten Jahr 2018 für Deutschland 2.500 Visa vergeben (weltweit 107.354). In den ersten beiden Quartalen in 2019 wurden insgesamt 471 Visa (53.435 weltweit) verteilt. Im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen in 2018 hat sich die Zahl minimal verringert. Die Herkunftsländer mit dem größten Anteil an Familien waren in 2018 und 2019 gleichbleibend Syrien und Irak.

2018 hatte die Bundesregierung den Familiennachzug zu subsidiär Schutzbedürftigen neu geordnet. Der Nachzug wurde auf 1.000 Personen pro Monat begrenzt. Das Gesetz sieht vor, dass unter Umständen Ehegatten und minderjährige Kinder als engste Familienangehörige nachziehen dürfen.

Die Informationen zum Familiennachzug in 2018 und 2019 gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage heraus:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/146/1914640.pdf

BAMF-Studie: Geflüchtete verbessern ihre Deutschkenntnisse und fühlen sich in Deutschland weiterhin willkommen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) befragte 2018 zum dritten Mal Geflüchtete, die im Zeitraum von 2013 bis 2016 nach Deutschland kamen. Dabei fragte es die Geflüchteten nach ihren Deutschkenntnissen, ihrer Teilnahme an Sprachkursen und wie sie ihre Lebensbedingungen in Deutschland einschätzen.

44 Prozent der Geflüchteten gaben an, dass sie ihre Deutschkenntnisse als gut bis sehr gut einschätzen. Im Vergleich zu den letzten Jahren entwickelt sich das Sprachniveau immer schneller weiter. Frauen mit Kleinkindern machen eher langsamer Fortschritte.

Die Teilnahme an Sprachkursen stieg ebenfalls und nur 15 Prozent der Geflüchteten haben an noch gar keinen Kursen teilgenommen. 75 Prozent fühlen sich in Deutschland sehr wohl. Dieser Wert ist seit Beginn der Forschungsreihe unverändert.

Die Geflüchteten haben allerdings häufiger das Gefühl, wegen ihrer Herkunft benachteiligt zu werden. Sie machen sich aber seltener Sorgen über Ausländerfeindlichkeit als die Personen der Aufnahmegesellschaft.

Die Untersuchung basiert auf der Befragung von 4.321 erwachsenen Personen im Jahr 2018. Die Gesamtstichprobe umfasst inzwischen 7.950 erwachsene Personen, die mindestens einmal befragt wurden. Davon nahmen 4.465 Personen an der ersten Befragungswelle im Jahr 2016 teil, von denen 1.761 Personen sowohl 2017 als auch 2018 erneut befragt werden konnten.

Herausgeber: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Kurzanalysen/kurzanalyse1-2020_iab-bamf-soep-befragung-sprache.pdf;jsessionid=44406A4D14206A68DB4D83BB014786D5.internet532?__blob=publicationFile&v=5

Anerkennungszuschuss und Qualifizierungsförderung für Menschen mit Migrationshintergrund

Seit dem 1. Oktober 2019 erprobt das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH die zweite Phase des Anerkennungszuschusses. Die Maßnahme soll Personen unterstützen, die keine automatische Anerkennung für ihre Berufe erhalten. So soll eine Förderlücke für die Finanzierung von Qualifizierungskosten geschlossen werden.

Die finanzielle Unterstützung soll zur Aufnahme von Qualifizierungsmaßnahmen motivieren und ist mit 3.000 Euro pro Person begrenzt.

Ab dem 1. Februar 2020 ist es möglich, Anträge auf Qualifizierungsförderung zu stellen. Die notwendigen Formulare finden Sie unter:
https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/formulare-anerkennungszuschuss.php

Gutes Beispiel: „Arbeiten in Berlin“ Informationen in einfacher Sprache für Geflüchtete

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Die Broschüre „Arbeiten in Berlin – Meine Möglichkeiten, meine Rechte“ fasst wichtige Inhalte zu den Themen Arbeitsrechte und Arbeitsgenehmigung zusammen. Diese Themen beziehen sich nicht nur auf Berlin, sondern gelten europaweit.

Die Publikation umfasst 66 Seiten und wurde in einfacher Sprache verfasst. So können sich Menschen mit fehlenden Deutschkenntnissen oder Personen ohne Vorwissen einfacher in die Themen einfinden. Auch für Quereinsteiger erleichtert diese Broschüre den Zugang zu Arbeits- und Aufenthaltsrechten.

In der Broschüre werden wichtige Zusammenhänge zwischen dem Arbeitsrecht und dem Aufenthaltsrecht beschrieben und Berliner Beratungsmöglichkeiten vorgestellt.

Die Berliner Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial betont, dass geflüchtete Menschen wissen müssen, was ihre Rechte sind und wo sie gut beraten werden. Für den Vorsitzenden des DGB Berlin-Brandenburg Christian Hoßbach ist es wichtig, dass durch solche vorbeugenden Beratungsangebote Arbeitsausbeutung verhindert werden kann.

Herausgeber sind das bridge – Berliner Netzwerke für Bleiberecht bei der Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration und das Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit BEMA.
www.bridge-bleiberecht.de

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Broschüre gern in Absprache nachgenutzt werden kann. Die Broschüre „Arbeiten in Berlin - Meine Möglichkeiten, meine Rechte“ ist online verfügbar unter:
http://www.bridge-bleiberecht.de/wp-content/uploads/Arbeiten-in-Berlin.pdf