Newsletter Nr. 6 vom 02.06.2020

Wettbewerb um den Kinderschutzpreis „Sterntaler“ startet zum Kindertag

Grafik 3

Der Kinderschutzbund Sachsen und der Sächsische Ausländerbeauftragte setzen ihre Zusammenarbeit fort. Auch im Jahr 2020 schreiben sie den „Sterntaler" aus. Der Preis würdigt engagiertes Handeln für Kinder mit Migrationshintergrund in Sachsen. Er wird am 20. September, dem UN-Weltkindertag, im Sächsischen Landtag verliehen. Der Wettbewerb startet am Internationalen Kindertag, dem 1. Juni, und ist mit 3.000 € dotiert.

Die Ausschreibung, alle Informationen zum Einreichen und eine Übersicht zu bisherigen Preisträgern bietet die neue Internetseite

www.sterntalerpreis.de

Bitte geben Sie die Internetadresse weiter. Materialien wie Bilder, Banner und die Ausschreibung liegen bereit unter
https://sab.landtag.sachsen.de/de/aktuelles-presse/veranstaltungen/23160.cshtml

Zahl der Grenzpendler hat sich seit 2009 verzehnfacht

In Sachsen stieg die Anzahl der Grenzpendler von 546 im Jahre 2010 auf 20.386 im Jahr 2019. Das sind jetzt 1,3 Prozent der Beschäftigten. Der Landkreis Görlitz liegt bundesweit an zwölfter Stelle bei Anzahl und Anteil der Grenzpendler in Deutschland. 4,3 Prozent beträgt hier der Anteil an den regional Beschäftigten. Zum Stichtag 30. September 2019 waren in Sachsen 88.801 Ausländer beschäftigt. Das sind 5,7 Prozent von gesamt 1.550.776 Beschäftigten. Die meisten waren in den Bereichen Verkehr/Logistik, Hotel- und Gaststättengewerbe, Medizin tätig, gefolgt von der Bauwirtschaft, der Lebensmittelverarbeitung und der Verarbeitung von Metallen.

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten immer mehr Beschäftigte in Deutschland, die im Ausland wohnen. Grenzpendler aus Polen bilden heute die größte Gruppe in Deutschland, gefolgt von den Einpendlern aus Frankreich. Mittlerweile sind auch größere Einpendlerzahlen aus Ländern zu verzeichnen, die nicht an Deutschland angrenzen, wie Rumänien, Ungarn und die Slowakei.

Gründe für den starken Zuwachs sehen die Arbeitsmarktexperten in der sukzessiven Einführung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit und dem immer noch stark ausgeprägten Lohngefälle.

Der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth MdL sieht in den Grenzpendlern auch einen wichtigen Wirtschaftsfaktor: „Zahlreiche Betriebe nicht nur in der Oberlausitz, sondern auch im Erzgebirge arbeiten derzeit im Sparbetrieb, können ihre Kapazitäten nicht nutzen und nicht ausreichend produzieren. Die Berufspendler aus unseren Nachbarländern fehlen. Gerade jetzt wird sichtbar, wie stark sie unser Land mit am Laufen halten. Sie verdienen unsere Anerkennung und gute Arbeitsbedingungen. Wir müssen die Rahmenbedingungen von bürokratischen Hindernissen säubern.“

Die Experten des IAB empfehlen eine quantitative und qualitative Fortentwicklung. So schlagen sie mobilitätsfördernde Maßnahmen vor und Angebote zur Weiterbildung und Qualifizierung, damit der Personalbedarf der Betriebe für die Ausführung spezifischer und komplexer Tätigkeiten besser gedeckt werden kann.

Antrags-, Entscheidungs- und Bestandsstatistik des BAMF für März 2020

In Sachsen wurden im März 443 Asylanträge verzeichnet. Davon waren 374 Erstanträge und 69 Folgeanträge. Die meisten kamen von Menschen aus Syrien (74), Venezuela (66) und Georgien (46).

Entschieden wurde im gleichen Zeitraum über 709 Anträge. Als asylberechtigt nach Artikel 16 GG wurden 25 Personen anerkannt, als Flüchtling nach Paragraf 31 des Asylgesetzes 85 Personen. Subsidiärer Schutz wurde bei 82 Personen und ein Abschiebungsverbot bei 47 Personen beschieden. Abgelehnt wurden 286 Anträge, 184 sonstige Verfahren erledigten sich.

Anhängig sind 1.571 Verfahren, davon 192 aufgrund von Folgeanträgen.

Service- und Beratungsangebote im Zusammenhang mit der Pandemie

Grafik-Paket mehrsprachige Informationen der Bundesregierung

Ein Grafik-Paket zum Download steht zur Verwendung in Social Media-Kanälen zur Verfügung unter:
https://www.dropbox.com/sh/ewhm5viod6whvi4/AAAB8hxlGyIO2tYB8ijJTUVwa?dl=0

Der Link ist auch ohne Dropbox-Account aufrufbar und enthält Grafiken in 18 Sprachen, die für Instagram und Facebook genutzt werden können. Die Formate für Twitter sind im Dateinamen gekennzeichnet. Sie können die einzelnen Grafiken herunterladen und mit eigenem Text in Ihren Netzwerken posten. Empfohlen wird, dazu die Hashtags #COVID19DE und #COVID19Deutschland zu verwenden, damit die Posts leichter gefunden werden.

Fragebögen in Wort und Bild zu COVID 19 und kostenfreies Medguide-Buch

Um Symptome besser abzuklären hat Schwarz-Verlag eine Projektseite "Medguide-Corona" in 30 Sprachen erstellt. Die PDF können gegen eine Schutzgebühr heruntergeladen werden.
www.medguide.world

Der medizinische Sprachführer medguide ist derzeit kostenfrei als Betaversion in einer Online-App verfügbar. Auf Arabisch, Farsi, Englisch und Deutsch sind 500 Fragen und Antworten abrufbar.
www.vocavision.de/app

Beratungsangebote für Grenzgänger

Die Beratungsstelle für ausländische Beschäftigte in Sachsen (BABS) informiert und berät besonders EU-Ausländer zu Fragen des Arbeits- und Sozialrechts in deutscher, tschechischer, polnischer, slowakischer, rumänischer, ungarischer und englischer Sprache. Aktuell sind die Beraterinnen intensiv mit der Beratung von polnischen und tschechischen Grenzgängern befasst, die stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie (insbesondere Reisebeschränkungen) betroffen sind.
https://www.babs.sachsen.de/kontakt-3995.html

Hilfreiche Informationen für betroffene Beschäftigte (Grenzgänger) bietet auch der DGB Sachsen auf der Website
https://sachsen.dgb.de/cross-border-workers

Telefonnummer Antidiskriminierung
Grafik 4

Das Team vom Antidiskriminierungsbüro Sachsen hat im Rahmen der weiterhin andauernden Kontaktbeschränkungen eine sachsenweite Telefonnummer für die Beratung geschaltet –
erreichbar unter:

0341/ 306 907 77

Telefonzeiten sind Montag bis Freitag 9 – 13 Uhr und 14 – 16 Uhr.

Anliegen können jederzeit auch per E-Mail geschickt werden an:
E-Mail beratung@adb-sachsen.de

Muttersprachliche Informationen

Das Ethno-medizinische Zentrum Hannover hat RKI-geprüfte, barrierefreie Informationen in aktuell 35 Sprachen zum Download bereitgestellt unter
www.covid-information.org

Außerdem hat das Zentrum eine größere Menge von Info-Broschüren „Coronavirus – Informationen und praktische Hinweise“ in 16 Sprachen zur Verfügung, die es gerne teilen möchte. Sie wurden im Rahmen der „Zusammen gegen Corona“ Kampagne des Bundesministeriums für Gesundheit, an der das Ethno-Medizinischen Zentrum e. V. mitwirkt, erstellt.

Kontakt: ethno@salman.info

Caritas reagiert auf erhöhten Bedarf mit Online-Beratung

Seit dem 18. Mai bietet die Caritas ihre Migrationsberatung auch digital auf der Online-Beratungsplattform an. Die Beratung ist nach Angaben der Betreiber anonym, datensicher und kostenfrei.
www.caritas.de/onlineberatung

Menschen mit Migrationserfahrung helfen in Sachsen – wir suchen Fotos

Grafik 7

Die vietnamesische Community aus Dresden übergab insgesamt 20.000 Stück eines gespendeten Mund/Nasen-Schutzes an den Freistaat Sachsen. Der vietnamesische FrauenClub Dresden hat die Kooperation mit einem Werk der VIT-Group organisiert und sich um die Lieferung gekümmert. Am 18. April landete die Ware auf dem Flughafen Frankfurt und ist inzwischen in Dresden angekommen. Die erste Lieferung wurde an das Sozialministerium, die Landeshauptstadt Dresden sowie andere Vereine über den vietnamesischen FrauenClub verteilt. Die Vorsitzende des FrauenClub Dresden und Umgebung Dang Bich Lan informierte, dass nicht nur Geld zur Finanzierung der Maskenspende gesammelt wurde, sondern seit Anfang März auch in Heimarbeit tausende Stoffmasken genäht wurden.

Die Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten möchte gern die Hilfen, die Menschen mit Migrationshintergrund in Sachsen leisten, dokumentieren. Bitte senden Sie uns Fotos mit einem kleinen Infotext an folgende E-Mail:

saechsab@slt.sachsen.de

Bitte achten Sie darauf, dass die abgebildeten Personen einer Veröffentlichung zugestimmt haben und der Autor des Bildes genannt ist. Vielen Dank!

Webinar „Migrationspolitische Öffnung“ von pokuBi

Am 17. Juni, 18. Juni und 9. September bietet die Landesarbeitsgemeinschaft politisch-kulturelle Bildung Sachsen e.V. (LAG pokuBi) eine Onlinefortbildung an. Anmeldeschluss ist der 3. Juni. Betrachtet werden gesellschaftliche Diskriminierungsstrukturen. Der Ansatz der Migrationsgesellschaftlichen Öffnung wird umfassend vorgestellt. Es wird erarbeitet, wie diversitätssensible Organisationsentwicklung zur gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen unabhängig von ihrer Herkunft beiträgt. Basierend darauf besteht die Möglichkeit, den Ist-Zustand in der eigenen Organisation oder Initiative zu reflektieren sowie mögliche bestehende Zugangsbarrieren von Menschen mit Migrations- und Rassismuserfahrung herauszuarbeiten. Der zweite Teil der Fortbildung ist praktisch auf das eigene Arbeitsfeld ausgerichtet – hierbei besteht Raum dafür, konkrete Handlungsperspektiven für die Öffnung der eigenen Organisation zu entwickeln.

Weitere Informationen und Anmeldung unter
www.pokubi-sachsen.de

Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2020

In ihrem am 10. Mai veröffentlichten gemeinsamen Wort gehen die Autoren auf die besonderen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie ein. Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Metropolit von Deutschland Dr. h.c. Augoustinos, Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, sehen vor diesem Hintergrund deutlich, wie lebensnotwendig eine solidarische Grundhaltung in unserer Gesellschaft ist.

Die drei Vorsitzenden der großen christlichen Kirchen betonen: „Unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es, auf der gemeinsamen Grundlage demokratischer Werte unterschiedliche Interessen in den Dialog zu bringen und immer wieder auszuhandeln, wie wir leben wollen. Dazu braucht es die Bereitschaft, Vielfalt auszuhalten, damit Teilhabe gestaltet werden kann. Wir selbst müssen anders und neu werden und dürfen dies nicht nur von anderen erwarten.“

Schwerpunkt der Stellungnahme ist die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. Die Bischöfe sehen eine „Aushöhlung“ des Flüchtlingsschutzes in Europa. Mit Blick auf die fremdenfeindlichen Taten in Deutschland sei es zudem „höchste Zeit, dass wir unsere Stimme erheben und uns unmissverständlich für Respekt und Nächstenliebe, für Frieden und eine gemeinsame Zukunft einsetzen.“

Der gesamte Text der Erklärung unter
http://interkulturellewoche.de/gemeinsames_wort/2020

Bundesinitiative "Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften" mit neuem Angebot

Die vom Bundesfamilienministerium und UNICEF ins Leben gerufene Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ will den Schutz für Bewohnerinnen und Bewohner von Flüchtlingsunterkünften verbessern und einheitliche Schutzstandards etablieren. Konkrete Unterstützung leistet das Projekt Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften (DeBUG) unter dem Dach der Bundesinitiative. Gewaltschutzmultiplikatoren beraten Betreiber- und Trägerorganisationen, Unterkunftsleitungen, Vertreter von kommunalen und Landesbehörden, aber auch Sozialarbeitende und Fachkräfte in Flüchtlingsunterkünften. Die Bundesinitiative hat eine neue Homepage sowie einen vierteljährlich erscheinenden Newsletter.

https://www.gewaltschutz-gu.de/projekte/debug

Infografiken für kultursensible Erstgespräche zu gesundheitlichen Themen

Beim Deutschen Caritasverband sind im Rahmen eines vom Bundesfamilienministerium geförderten Projekts Infografiken zu verschiedenen Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit entstanden, die vor allem Mitarbeitende des Gesundheitsbereiches in ihrer Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen sollen.

Mitunter bringen Ratsuchende, also beispielsweise Geflüchtete oder Menschen mit Migrationshintergrund, Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit mit, die Fachkräften nicht bekannt sind und die Beratung und Behandlung erschweren. Die Infografiken geben Informationen und enthalten Hinweise sowie Reflexionsfragen für kultursensible Erstgespräche zu gesundheitlichen Themen.

Grafik 1
https://www.meine-caritas.de/files/newsletters/9eda499f-9a44-4a46-9839-fa985421d29a/407be130-3193-461d-90ad-a4d0160fc9e2/documents/Infografik_1.pdf

Grafik 2
https://www.meine-caritas.de/files/newsletters/9eda499f-9a44-4a46-9839-fa985421d29a/407be130-3193-461d-90ad-a4d0160fc9e2/documents/Infografik_2.pdf

Informationssammlung zu Corona-Veröffentlichungen

Die Informationen zum Verhalten während der Corona-Pandemie, zu den behördlichen Anordnungen und zu Hilfen und Förderungen werden ständig aktualisiert. Deshalb sammeln wir auf der Internetseite www.offenes-sachsen.de die Hinweise nach dem Termin ihres Bekanntwerdens. Wir versuchen, möglichst mehrsprachige Hilfen abzubilden.
www.offenes-sachsen.de