Newsletter Nr. 3 vom 20.03.2018

Netzwerktreffen NIMS am 18. April im Landtag

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Schwerpunkte des Netzwerktreffens Integration und Migration Sachsen (NIMS) sind die Absicherung des Ehrenamtes, eine Beratungshotline für Arbeitergeber und der Erfahrungsaustausch mit Integrationsbeauftragten aus Wroclaw. Das Treffen findet im Altbau des Sächsischen Landtags statt und beginnt um 10 Uhr. Nach der Begrüßung durch den Gastgeber Geert Mackenroth wird die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping über aktuelle Vorhaben ihres Geschäftsbereiches informieren. Die Sicherung des Ehrenamtes unter dem Motto "Lust statt Frust" steht im Zentrum des Vortrages von Petra Schröter, Ehrenamtskoordinatorin im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Flüchtlingssozialarbeiterin Lisa Stapper. Als nächster Punkt wird das Vorhaben Arbeitgeberhotline vorgestellt.

Erstmals werden im Rahmen des Netzwerktreffens Vertreter der Wojwodschaft und der Stadt Wroclaw (Breslau) ihre Integrationskonzepte, herausragende Projekte und best practice-Beispiele vorstellen sowie für Fragen zur Verfügung stehen. Mit Berichten aus den Regionen und einer offenen Runde der Akteure endet das Treffen gegen 15:00 Uhr.

Anmeldung und Tagesordnung unter
https://eveeno.com/NIMS-180418

Aktuelle Zahlen zu Asylanträgen, Bescheiden in Sachsen - Schutzquote 34,66 Prozent

Laut Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurden im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 28. Februar dieses Jahres 1.432 Asylanträge in Sachsen gestellt. Davon waren 1.239 Erstanträge und 193 Folgeanträge.

Entschieden wurde im gleichen Zeitraum über insgesamt 1.792 Anträge. Als asylberechtigt wurden 49 Antragssteller anerkannt. Als Flüchtling anerkannt wurden 157 Antragssteller. Subsidiärer Schutz wurde für 150 Personen gewährt und für 43 Personen ein Abschiebeverbot festgestellt. Sonstige Verfahrenserledigungen betrafen 641 Antragssteller.

Laut BAMF sind in Sachsen Ende Februar aufgrund von Erstanträgen noch 1.809 Verfahren anhängig, aufgrund von Folgeanträgen noch 239.

Bei den Entscheidungen über Folgeanträge (259) gab es eine Anerkennung als Flüchtling, eine Gewährung subsidiären Schutzes, fünf festgestellte Abschiebeverbote und 33 Ablehnungen. In 125 Fällen kam es zu keinem weiteren Verfahren, 94 Verfahren erledigten sich formell.

Die sogenannte bereinigte Schutzquote für den Zeitraum Januar und Februar 2018 beträgt für alle Entscheidungen des BAMF in Sachsen 34,66 Prozent.

Studie zur Wohnsitzauflage

In Sachsen können die Landkreise durch einen Erlass des Freistaates ab 1. April eine Wohnsitzauflage für anerkannte Asylbewerber festlegen. Sie können für bis zu drei Jahre zum Verbleib in der ihnen zugewiesenen Gemeinde verpflichtet werden.

Eine am 15. März vorgestellte Studie vom MIDEM-Projekt der Technischen Universität Dresden untersuchte Vor- und Nachteile der Auflage. Sachsen habe die kleinste Lösung zur Integration gewählt. Das sagte Nona Renner vom Projekt bei der Vorstellung zur Wohnsitzauflage in Sachsen. Einziges Kriterium bei der landesinternen Verteilung der Flüchtlinge sei die Einwohnerzahl. Es würden keine Kriterien berücksichtigt, anhand derer sich die Integrationspotenziale der Kommunen nachzeichnen ließen, stellte Renner fest.

Die Autoren empfehlen ein Matching, welches die Bedarfe der Flüchtlinge ebenso wie die Integrationspotentiale der sächsischen Kommunen berücksichtigen könne. Dabei werden die Merkmale und Bedürfnisse der Flüchtlinge, wie Familiengröße, Bildung und Ausbildung, Unterstützungs- und Betreuungsbedarf mit der Angebotsstruktur in den Kommunen, wie Größe der verfügbaren Wohnungen, spezifischer Fachkräftebedarf, Gesundheitsversorgung, in Einklang gebracht. Eine Wohnsitzauflage solle zudem von flankierenden Maßnahmen und gezielten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur begleitet werden. Die Kommunen müssten bei der Entwicklung von Integrationskonzepten unterstützt werden. Außerdem seien Ausgaben in den Bereichen Bildung und Betreuung, öffentlicher Nahverkehr und Gesundheitsversorgung notwendig, die auch der ansässigen Bevölkerung zugutekämen.

MIDEM steht für Mercator Forums für Migration und Demokratie (MIDEM).
Die Studie ist abrufbar unter:
https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/aktuelle-studie-zur-wohnsitzauflage-als-mittel-deutscher-integrationspolitik-am-beispiel-sachsen

Gutes Beispiel: Bewerbungsmappen für Geflüchtete - Fototermin am 24. März in Dresden

Die studentische Initiative “In Dresden Ankommen” (IDA), die Malteser und das Zentrum für Integrationsstudien der TU Dresden unterstützen Flüchtlinge bei Bewerbungen. Dazu werden am Samstag, dem 24. März 2018, Bewerbungsporträts angefertigt. Die Porträts werden anschließend eigenständig von den Geflüchteten – mit Unterstützung von Ehrenamtlichen – in die professionell erstellten Lebensläufe eingebunden. Für die Aktion mit einem engagierten Fotografen wird in den Vereinsräumen des „Schwarzes Schaf e. V.“ in der Louisenstr. 44 in Dresden ein Studio aufgebaut.

Nach Angaben der Initiative erreichen immer mehr Geflüchtete ein Sprachniveau, das sie für Ausbildungen, Studium oder einen Arbeitsplatz qualifiziert. Tadellose Bewerbungsunterlagen sind ein weiterer wichtiger Schritt für die Eingliederung in Ausbildungs- und Arbeitsprozesse.

Information und Anmeldung am 22. März 17 – 19 Uhr im Malteser-Treff Dammweg 6 in Dresden.

Fotoshooting am 24. März 9 – 16 Uhr im Schwarzes-Schaf e. V. Luisenstraße 44 in Dresden.

Erstellung Lebenslauf am 29. März, 5., 12. und 19. April im Malteser-Treff Dammweg 6 in Dresden.

www.ida-dresden.de

Industrie- und Handelskammern: Unternehmen bilden häufiger Geflüchtete aus

Ende 2017 machten 9.306 Ausländer aus den Hauptfluchtländern Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea, Iran, Nigeria, Somalia und Pakistan eine Ausbildung. Das berichtet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mit 3.904 Auszubildenden um mehr als das Doppelte. Für 2018 erwartet der DIHK eine weitere Zunahme. Junge Geflüchtete brauchen im Ausbildungsbetrieb oft eine intensive Förderung, so der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. Er wünscht sich weitere Partner und Angebote, um besonders die Sprachkenntnisse zu fördern. Diese seien eine Grundvoraussetzung, damit die Auszubildenden dem Berufsschulunterricht folgen können. Außerdem fordert er von der Bundesregierung einheitliche und transparente Regelungen zur Ausbildungsförderung und eine Ausweitung der Ausbildungsduldung.

Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.dihk.de/presse/meldungen/2018-03-14-dercks-gefluechtete

Bundesregierung: Exakte Altersbestimmung nicht möglich, aber genaue Näherung

Nach Auffassung der Bundesregierung ist das genaue Alter eines Menschen durch keine Methode der Altersbestimmung zu ermitteln. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE (DS 19/690) hervor. Am zuverlässigsten erwiese sich bisher eine Kombination aus psychologischen, pädagogischen und medizinischen Methoden. Auch international werde dieses Vorgehen als zuverlässigstes Verfahren zur Altersfeststellung erachtet. Bei der Inobhutnahme von ausländischen Personen durch das Jugendamt werde die Minderjährigkeit durch eine qualifizierte Inaugenscheinnahme festgestellt. Bei diesem Verfahren würden eine intensive pädagogische und psychologische Beurteilung vorgenommen und die physische Erscheinung sowie das Verhalten des Betroffenen bewertet. Zusätzlich können weitere Auskünfte, wie z. B. Zeugenaussagen oder Sachverständige, eingefordert werden.

Sollten weiterhin Zweifel bestehen, habe das Jugendamt gemäß § 42f Abs.2 SGB VIII zwingend eine ärztliche Untersuchung zu veranlassen. Das Alter lasse sich so vergleichsweise sehr genau bestimmen. Zu den medizinischen Methoden gehören unterschiedliche ärztliche Untersuchungen bzw. Maßnahmen wie die Begutachtung der Zahnreife oder auch die allgemeine Beurteilung der körperlichen Reife. Zum Einsatz kann aber auch Röntgendiagnostik bei Zähnen und Handwurzelknochen bzw. Händen und Schlüsselbeinen kommen.

Die Drucksache 19/690 finden Sie im Internetangebot des Deutschen Bundestages:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/009/1900918.pdf

Selbstlernvideos für Deutschlerner

Für Deutschlerner jeder Herkunft und Ausgangssprache erstellte die ehrenamtliche Gruppe „Alina Sonnenschein“ einen Link mit über 100 Selbstlernvideos. Sie beginnen mit dem Schreiben und Sprechen des Alphabets und gehen über einfache Sätze im Alltag bis zum Konjugieren von Verben. Durch die Illustrationen und den klar strukturierten Aufbau sind sie leicht verständlich. Die Videos können auch von Lernenden genutzt werden, die noch gar kein Deutsch sprechen.

Link zu den Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=R1_nFk3ZYJE&list=PLLtKK1cMWOZP7TI2u6H902hq-ei18hNE1

Passende Online-Übungen und Arbeitsblätter gibt es unter:
http://willkommen.zum.de/wiki/Selbstlernvideos_zur_Alphabetisierung_von_Arabisch_sprechenden_Fl%C3%BCchtlingen#.22BILDERALPHABET.2B.22_f.C3.BCr_Lerner.2FFl.C3.BCchtlinge_JEDER_HERKUNFT.2FAUSGANGSSPRACHE

90 Sekunden Erklärvideos in fünf Sprachen zu Suchtgefahren

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Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e. V. (HLS) hat zwei Erklärvideos entwickelt, um geflüchtete Menschen für die Gefahren des Cannabiskonsums und für die Risiken des Medikamentenmissbrauchs zu sensibilisieren. Vielfach führen traumatische Flucht- und Kriegserlebnisse und gesundheitliche Beschwerden bei geflüchteten Menschen zu innerer Unruhe und Schmerzen. Neben Alkohol werden Cannabis und Medikamente häufig zu den Mitteln der Wahl, wenn Beruhigung und Entspannung gesucht werden.

In jeweils 90 Sekunden werden in den Filmen gesundheitliche Risiken und rechtliche Hintergründe in Deutschland erläutert und Unterstützungsangebote aufgezeigt. Die Videos sind jeweils in fünf Sprachversionen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Dari und Tigrinya) verfügbar.

Die Videos sind frei verfügbar und können auf Internetseiten oder in Sozialen Medien verbreitet werden. Die Erklärvideos inklusive Einbettcode sind abrufbar unter:
https://www.hls-online.org/aktuelle-meldungen/erklaervideos-fuer-gefluechtete/