Newsletter Nr. 5 vom 22.06.2018

Fachtag Perspektivwechsel kommunale Verwaltung am 19. Juni 2018

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Der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth lud die kommunalen Ausländer- und Integrationsbeauftragten sowie Vertreter der Ausländerbehörden der Kommunen wie auch der Beratungsstellen im Bereich Migration und Integration zu einem Fachaustausch in den Sächsischen Landtag ein. 45 Repräsentanten dieser drei Säulen der Integrationslandschaft nahmen teil.

In der Qualität deren Zusammenarbeit gibt es große regionale Unterschiede. Ziel der Veranstaltung war daher, diesen für die Integration so wichtigen Akteuren Gelegenheit zum vertraulichen Austausch zu bieten und die jeweils eigenen Handlungsspielräume, aber auch Zwänge vorzustellen. Ebenso wurden gute Beispiele, übertragbare Vorgehensweisen, neue Ansätze und Ideen besprochen.

Als besonders wichtig im Interesse der Zugewanderten stellten sich die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Behördenentscheidungen, die kurzen, vertraulichen Kommunikationswege der Akteure und die Notwendigkeit des offenen Dialogs heraus.

Kulturelle Vielfalt und gute Stimmung beim Einbürgerungsfest im Sächsischen Landtag am 2. Juni

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Bereits zum vierzehnten Mal wurde das traditionelle Fest für die Eingebürgerten Sachsens und deren Angehörigen im Landtag gefeiert. Mehr als 400 Gäste folgten der Einladung des Sächsischen Staatsministers des Innern Prof. Dr. Roland Wöller und des Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth und nahmen an der Veranstaltung teil. Mackenroth würdigte die Bereicherung der Gesellschaft durch die neuen Bürger und ließ zum Abschluss gemeinsam mit den Feiernden Ballons in den Himmel steigen. 2017 wurden mit insgesamt 1 560 Personen 107 Menschen mehr als im Vorjahr im Freistaat Sachsen eingebürgert. In Abwesenheit des Schirmherrn, Landtagspräsident Dr. Mattias Rößler, lud Vizepräsident Horst Wehner in den Landtag ein.

Einen Rückblick auf die Veranstaltung und eine Bilderstrecke mit Impressionen finden Sie unter: https://sab.landtag.sachsen.de/de/aktuelles-presse/veranstaltungen/19615.cshtml

Bewerbung für den Sterntaler – der Preis für Ihr Engagement für Kinder mit Migrationshintergrund

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Bis zum 19. August 2018 können Bewerbungen für den Sächsischen Kinderschutzpreis „Sterntaler“ eingereicht werden. Der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth und der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e. V. würdigen damit das besondere ehrenamtliche Engagement in der Arbeit mit Flüchtlingskindern. Schwerpunkt ist in diesem Jahr der Spracherwerb. Für den Preis werden unter anderem Initiativen, Schulklassen, Vereine, Projektgruppen oder Verbände mit Angeboten für Kinder mit Migrationshintergrund angesprochen.

Das prämierte Angebot oder die Arbeit muss im aktuellen Zeitraum 2017/2018 in Sachsen erfolgen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Das Bewerbungsformular finden Sie unter:
https://kinderschutzbund-sachsen.de/umfrage/index.php/171786?lang=de

Bewerbungsphase für den Sächsischen Integrationspreis 2018 eröffnet

Zum neunten Mal werden sächsische Initiativen, Unternehmen und Vereine gesucht, die sich im besonderen Maß für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund engagieren. Mit dem Sächsischen Integrationspreis werden drei Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten in unsere Gesellschaft einsetzten. Initiiert wurde der Preis gemeinsam von der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping und dem Sächsischen Ausländerbeauftragten Geert Mackenroth.

Nominierungen können ab dem 21. Juni 2018 schriftlich in der Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten eingereicht werden oder über die Website www.saechsischer-integrationspreis.de.

Der Bewerbungszeitraum endet am 7. September 2018.

Im Anschluss werden die Preisträger von einer sechsköpfigen Jury ermittelt, der u. a. auch die Preisträger des Jahres 2017 angehören. Erstmalig werden 2018 drei gleichwertige Preise, die mit 3.000 € dotiert sind, vergeben.

Bundesfamilienministerium bietet mehrsprachige Informationen zu Familienleistungen

Einen neuen Service bietet das Bundesfamilienministerium an. Informationen zu Leistungen sowie Infografiken und Erklärfilme sind in verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Polnisch, Bulgarisch und Rumänisch) unter www.bmfsfj.de in der Mediathek abrufbar. Themen sind vorrangig mögliche Unterstützungen für Familien wie der Kinderzuschlag oder Steuererleichterungen. Mit diesem Service möchte das Bundesfamilienministerium auch Migrantenfamilien mit geringen Sprachkenntnissen über ihre Möglichkeiten aufklären.

Statistik zu Gerichtsentscheidungen im Bereich Asyl 2017

Im Jahr 2017 haben die Verwaltungsgerichte deutschlandweit 79.626 Entscheidungen in Asylverfahren gefällt, wobei in 32.486 Fällen (40,8 %) die Klagen zumindest teilweise erfolgreich waren. Zusätzlich zu den Entscheidungen erledigten sich 66.542 Verfahren anderweitig (z. B. durch Klagerücknahmen). Trotz dieser hohen Zahl von Entscheidungen waren zum Jahresende noch mehr als 360.000 Verfahren anhängig.

Auf Anfrage der Fraktion Die Linke veröffentlichte die Bundesregierung bereits im März 2018 „ergänzende Informationen zur Asylstatistik“, aus denen diese Zahl hervorgeht.

In 18.954 Fällen entschieden Verwaltungsgerichte, dass syrischen Klägern Asyl oder Flüchtlingsschutz statt des vorher zuerkannten subsidiären Schutzes zu gewähren ist.

Ebenso überdurchschnittlich hohe Erfolgsquoten wiesen Klagen afghanischer, irakischer sowie somalischer Staatsangehöriger auf.

Die Oberverwaltungsgerichte entschieden laut der Auskunft im Jahr 2017 über 849 Berufungen. Nur in 36 Fällen (4,2 %) wurde ein Schutzstatus oder ein Abschiebungsverbot festgestellt.

Migranten im Osten – besser gebildet, weniger akzeptiert

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte in einer englischsprachigen Studie heraus, dass in den neuen Bundesländern weniger Migranten mit höherem Bildungsgrad leben – und dennoch auf weniger Akzeptanz stoßen.

Zum Vergleich leben laut OECD in Baden-Württemberg 19,1 Prozent Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind, in Sachsen lediglich 6,3 Prozent.

Daten aus dem Jahr 2015 zeigen den Anteil der in Deutschland lebenden Ausländer mit niedrigem Bildungsstand. Dieser lag in Baden Württemberg bei 34,5 in Sachsen und Thüringen bei etwa 22 Prozent.

Das Gefühl der Akzeptanz ist trotzdem deutlich weniger ausgeprägt. Während im Westen etwa vier von fünf Migranten ihre Gegend für einen guten Ort für Migranten halten, tut das in Ostdeutschland nur jeder zweite.

Thomas Liebig, leitender Ökonom der OECD-Abteilung für Internationale Migration, führt aus, dass Migranten in Regionen mit vielen Ausländern meist stärker akzeptiert würden, da Inländer mehr Erfahrungen mit Migranten hätten und eine stärkere Differenzierung stattfände.

Ebenfalls entscheidend ist laut Liebig die fehlende Gastarbeiter-Vergangenheit Ostdeutschlands, durch die die Bevölkerung im Gegensatz zum Westen weniger Begegnungen mit Migranten erfuhr.

Die vollständige Studie ist abrufbar unter folgendem Link:
https://www.oecd-ilibrary.org/docserver/fb089d9a-en.pdf?expires=1525778734&id=id&accname=guest&checksum=B32A9BE78504C1D667E7A1591A98D1E6

Der Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche 2018

Der ökumenische Vorbereitungsausschuss (ÖVA) ruft dazu auf, die diesjährige Interkulturelle Woche (IKW) zu nutzen, Kontakt zwischen den bereits lange hier Ansässigen und den neu Dazugekommenen zu ermöglichen.

Der ÖVA stellt anlässlich der IKW mehrere Publikationen zur Verfügung. So sind z.B. Materialhefte, Plakate oder Postkarten bestellbar. Auf der eigenen Webseite bietet der Ausschuss verschiedene Downloads an.

Die zentrale Aussage des Plakates zur Interkulturellen Woche lautet:
„Wir sind Hoffnung. Wir sind Zuflucht. Wir sind Vielfalt.“

Zentral sind für den ÖVA die Themen Familienzusammenführung, das Modell der AnKER-Zentren und die derzeitige Situation an den europäischen Außengrenzen.

Weiterhin strebt die Organisation ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm auf der Homepage an und bittet daher um Einsendung von Programm oder Veranstaltungsflyern per Mail an info@interkulturellewoche.de.

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Kooperation mit Multiplikatoren, wie Kommunen, Gewerkschaften und Integrationsbeiräten.

In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 5 000 Veranstaltungen durchgeführt.

In diesem Jahr findet die IKW unter dem Motto „Vielfalt verbindet.“ von Sonntag, den
23. September bis Samstag, den 29. September statt. Der Tag des Flüchtlings ist am Freitag, den 28. September.