Newsletter Nr. 2 vom 16.02.2021

Jahresberichte 2018 und 2019 im Plenum beraten

Grafik 6

Es gehört zu den jährlichen Pflichtaufgaben des Sächsischen Ausländerbeauftragten, den Abgeordneten im Sächsischen Landtag zur Situation der Ausländer in Sachsen zu berichten. Nach der Vorstellung der Drucksachen im Innenausschuss im vergangenen November wurden die Jahresberichte 2019 und 2018 am Abend des 3. Februar vom Plenum beraten. Vertreter aller Fraktionen, der Sächsische Innenminister und Geert Mackenroth ergriffen das Wort. Über die Jahresberichte hinaus gab der Landesbeauftragte einen Ausblick auf seine Arbeit in der aktuellen Legislatur.

Videoaufnahmen von der Plenardebatte hält die Landtagsverwaltung bereit unter
https://www.landtag.sachsen.de/de/aktuelles/videoarchiv/sitzung/1438

Asylzahlen und BAMF-Entscheidungen in Sachsen

Im Jahr 2020 gab es nach Angaben der Landesdirektion Sachsen 4.463 neue Asylbewerber im Freistaat. Die meisten von ihnen kamen aus Syrien (601). Weitere Hauptherkunftsländer waren Afghanistan, Georgien, Pakistan, Irak, Libyen, Türkei, Vietnam und Tunesien. Damit sank die Anzahl der jährlichen Zugänge weiter. 2019 waren es 6.645, 2018 8.828 und 2017 9.183. Im Jahr 2015 waren es 69.900 und 2016 14.860 Zugänge, so die Angaben der Landesdirektion.

Zum Jahresende 2020 waren insgesamt 21.667 Asylbewerber in ganz Sachsen untergebracht. 1.919 lebten in Aufnahmeeinrichtungen des Freistaates, 19.748 in den Kommunen. Von diesen waren 10.537 vollziehbar ausreisepflichtig.

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurden in Sachsen 5.888 Erst- und Folgeanträge gestellt. Insgesamt kam es 2020 zu 2.127 Anerkennungen als Asylberechtigte oder Flüchtlinge bzw. es wurde subsidiärer Schutz und Abschiebeverbot festgestellt. 3.220 Anträge lehnte das Bundesamt ab und 2.045 Verfahren erledigten sich.

Im gesamten Vorjahr kam es zu 821 Abschiebungen. 2019 waren es noch 1.925. Die Abschiebungen setzen sich aus überwachten Ausreisen und zwangsweisen Rückführungen zusammen.
Ausführliche Informationen der Landesdirektion Sachsen https://www.asylinfo.sachsen.de/ankommen-und-asylverfahren.html

IQ-Netzwerk stellt dritte Auflage seiner Werkzeugkiste für klein- und mittelständische Unternehmen bereit

Mehr Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen richten ihre Personalarbeit auf Fachkräfte mit Migrationshintergrund, aus dem internationalen Ausland oder auf Geflüchtete aus. Grund dafür, so das IQ-Netzwerk, sei der demographische Wandel und der wachsende Fachkräftebedarf. Das Netzwerk weist auf die 3. aktualisierte und erweiterte Auflage der IQ KMU-Toolbox „Interkultur & Vielfalt im Betrieb“ hin.
www.netzwerk-iq.de/foerderprogramm-iq/fachstellen/fachstelle-interkulturelle-kompetenzentwicklung/angebote/fuer-kmu/kmu-toolbox

Die Box enthält mehr als 70 kurze und prägnante Karten mit zahlreichen praktischen Tipps und Informationen für Geschäftsführende und Personalverantwortliche von der Personalgewinnung, der Umsetzung von Diversity und Antidiskriminierung bis zur Gestaltung einer betrieblichen Willkommenskultur und zum kompetenten Umgang mit Deutsch im Betrieb sowie vielen weiteren Themen.

Schwerpunkt der Erweiterung sind Praxistipps rund um das Thema Fachkräftesicherung, soziale Integration inklusive Familiennachzug sowie zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Zudem gibt es Blätter zu weiblichen Fachkräften, Religionen im Betrieb oder Personalbindung. Neben der Online- und Printversion gibt es die Toolbox auch als App.

Monatliche arabischsprachige Radiosendung für Migranten in Dresden

Radio Salam Dresden will Migrantinnen und Migranten aus der arabischsprachigen Welt in Dresden eine Stimme geben und den Kontakt zur Dresdner Stadtbevölkerung herstellen. Die Radiosendung soll jeden vierten Donnerstag im Monat von 20 – 21 Uhr über Coloradio auf UKW 99,3 und 98,4 ausgestrahlt werden. Die Pilotsendung am 28. Januar hatte den Einfluss der Pandemie auf die arabische Gemeinschaft in Dresden zum Thema. Es folgt das Thema „Arbeit und Leben“ in der Stadt.

Gemeinsame Büros für Migrantenvereine in Dresden

Seit November sammelt die Stadt Dresden Erfahrungen mit zwei Engagement-Stützpunkten. Jeweils fünf Vereine können das Büro gemeinsam nutzen – immer am gleichen Wochentag von Montag bis Freitag. Die Büros sind möbliert. Für die Nutzung berappt jeder Verein 50 Euro im Monat und die Mietdauer ist auf maximal drei Jahre festgelegt. Außerdem können die Vereine in den Objekten Zusatzräume nutzen und werden durch einen Engagementberater unterstützt. Das sind Personen, welche bei Anträgen, Abrechnungen oder einer Projektplanung zur Seite stehen.

Die Stadt Dresden hat zwei Büros angemietet. Diese sind derzeit belegt, aber es gibt eine Warteliste. Informationen erteilt Thomas Rommel vom Kulturbüro.

E-Mail Thomas.rommel@kulturbuero-dresden.de
Telefon 0351 40766240.

Anteil der ausländischen Bevölkerung wuchs zum Jahresende in Deutschland leicht

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat aktuelle Daten und Indikatoren im Zuwanderungsmonitor (Stand Januar 2021) veröffentlicht. Nach Angaben des Ausländerzentralregisters ist die ausländische Bevölkerung in Deutschland im Dezember 2020 gegenüber dem Vormonat um rund 5.800 Personen gewachsen. Die absolute Zahl der Arbeitslosen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg im Januar 2021 gegenüber dem Vormonat um rund 54.000 Personen. Dies entspricht einem Anstieg um 6,7 Prozent innerhalb eines Monats. Die Arbeitslosenquote der ausländischen Bevölkerung lag im Oktober 2020 bei 14,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg sie damit um 2,9 Prozentpunkte. Unverändert gegenüber dem Vorjahresmonat blieb die Beschäftigungsquote der ausländischen Bevölkerung im Oktober 2020 (52,7 Prozent). Die SGB-II-Hilfequote der ausländischen Bevölkerung insgesamt lag im Oktober 2020 bei 19,2 Prozent. Damit sank sie gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte.

Den gesamten Zuwanderungsmonitor unter
http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Zuwanderungsmonitor_2101.pdf

Ideenfonds unterstützt postmigrantische Projekte junger Menschen in Ostdeutschland

Ab sofort unterstützt JUGENDSTIL junge Menschen mit internationaler Geschichte, die gesellschaftliche Projekte durchführen möchten. Ziel sei es, junge, postmigrantische Perspektiven und Positionen in Ostdeutschland zu stärken. Gefördert werden Ideen und Projekte, die neue Möglichkeiten für Mitmenschen schaffen und unsere Gesellschaft schöner und toleranter machen wollen. Die Ideen sollen andere junge Menschen mit Migrationsgeschichte inspirieren und einbinden. Zudem sollen sich die Projekte für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Dialog, Vielfalt und die Überwindung von Grenzen einsetzen. Der Ideenfonds fördert die Projekte mit bis zu 1.000 Euro. Zusätzlich wird das Engagement inhaltlich unterstützt: Ein Workshop-Programm bietet die Möglichkeit zur Weiterbildung. Bewerben können sich junge Menschen mit eigener oder familiärer Migrationsgeschichte im Alter von 14 bis 27 Jahren. Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen werden gefördert. Die Ideenfonds-Jugendjury entscheidet monatlich über neue Projekte, die gefördert werden.

Weitere Informationen gibt es unter:
http://jugendstil-projekt.de/ideenfonds/

Joachim-Herz-Stiftung will Sprachförderungen unterstützen

Die bundesweite Ausschreibung von „MEGAFON – Preis der Joachim-Herz-Stiftung für herausragendes Engagement in der Sprachförderung“ hat begonnen. Der Preis zeichnet in zwei Kategorien besondere Sprachförderinitiativen aus, deren Angebote sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 25 Jahren richten. In jeder Kategorie wird ein Hauptpreis in Höhe von 25.000 Euro sowie ein Förderpreis von 10.000 Euro vergeben.

Der Ausschreibungszeitraum läuft vom 1. Februar bis 31. März 2021. Bewerben können sich gemeinnützige oder öffentliche Projektträger aus dem gesamten Bundesgebiet. Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.joachim-herz-stiftung.de/was-wir-tun/persoenlichkeitsbildung-staerken/sprachkompetenz-erschliessen/megafon-preis-1/

IKW - Tagung am Wochenende

Am 19. und 20. Februar findet die bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche komplett digital statt. Unter dem IKW-Motto #offengeht sollen Perspektiven der Vielfaltsgesellschaft vorgestellt und besprochen werden. Im Programm sind ein Podiumsgespräch zu 70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention und ein Podium mit Vertretern der Bundestagsparteien zu deren Zielen und Schwerpunkten im Hinblick auf die bevorstehende Wahl zum Deutschen Bundestag. Das aktualisierte Tagungsprogramm steht unter
https://www.interkulturellewoche.de/Tagung2021

In eigener Sache – Kalenderrückläufer

Durch einige Spaßbesteller konnten etwa 200 Interkulturelle Taschenkalender und Wandkalender nicht zugestellt werden. Bei Bedarf können diese unerwarteten Restexemplare über unsere Publikationsbestellungen kostenfrei geordert werden. Wichtig sind zustellungsfähige Paketanschriften, lesbare Namensschilder und korrekte Vereinsbezeichnungen.

https://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml